Elternunterhalt ... pleite aber guter Job? Weiß das Sozialamt das?

    • (1) 18.04.18 - 19:02

      Hi,

      ich habe einen schlechten Kontakt mit meiner Mutter und das ist eine lange Geschichte, bei der viel von Ihrer Seite aus falsch gelaufen ist. Ich habe sehr lange gearbeitet, um mein Leben nach einer schweren Kindheit auf die richtige Bahn zu bringen.

      Anfang dieses Monats habe ich dann einen super Job gefunden und bin in eine schöne Wohnung gezogen. Nun bin ich völlig pleite und hab ich mal Möbel, aber Ende des Monats kommt Gehalt und alles ist wieder etwas besser.

      Jetzt kam ein Brief, dass ich Elternunterhalt zahlen soll, weil meine Mutter Eingliederungshilfe bekommt - minndestens 200€. Über der Einkommensgrenze bin ich auf jeden Fall mit dem neuen Job. Allerdings berechnet das SA (Sozialamt) die Zahlungsfähigkeit anhand der letzten 12 Monatsbeträge (obwohl letztendlich doch das Gehalt ausschlaggeben für die Zahlungsfähigkeit ist --> Ich könnte also auch jetzt schon zur Kasse gebeten werden, obwohl ich vll noch 500€ habe. Da es mein erster Monat im Job ist, habe ich natürlich gar keine Verdienstbescheinigung für diesen Monat und würde dem SA gar nichts von dem neuen Job sagen und einfach nicht den Antrag ausfüllen, sondern in freier Form Auskunft über meine letzten 12 Monaten geben. Jetzt natürlich die Frage, macht das SA einen Datenabgleich und weiß, dass ich ab April einen besseren Job habe?

      Ich würde mich total über Antworten freuen!

      Sie wollen die Verdienstbescheinigungen der letzten 12 Monate, dann würde ich ihnen eben diese auch geben 🤷

    • Bei Verweigerung der Auskunft oder bewusst falschen Angaben begeht man eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbuße geahndet werden kann.

      Das Sozialamt kann auch vom Arbeitgeber und vom Finanzamt Auskunft verlangen. Eine Lüge kommt raus.

      Hi,

      Lass dich hierzu beraten. Du kannst ja gewisse Beträge zum Selbsterhalt, evt. Kredite usw. vom Gehalt abziehen und kommst dann unter die Grenze und musst nix bezahlen.

      Da muss man aber wissen was und wie.

      Verschweigen würde ich nix, sonst hast du irgendwann eine dicke Nachzahlung plus Strafe usw.
      Das ist es nicht Wert.

    • Hey!

      Meine Horrorvorstellung. Meine Kindheit war auch schlimm. Mein Vater hat gut Rente gesammelt. Von der Seite wird eher nichts kommen. Meine Mutter ist kaum arbeiten gewesen und da befürchte ich böses. Ich persönlich würde eher meine Stunden runter schrauben als für sie zu zahlen.

      Ich meine mal gehört zu haben, dass du evt nicht zahlen musst, wenn du zufällig nachweisen kannst, dass deine Mutter dir in der Kindheit nichts Gutes wollte. Aber das habe ich nur gehört und kann das nicht zu 100% sagen. Bist du in Therapie? Da würde ich mal fragen.

      Verschweigen würde ich nicht. Ämter prüfen rückwirkend und dann musst du es nachzahlen und hast auch noch Stress wegen falschen Angaben.

      Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut wird! Lasse dich auf jeden Fall beraten!

      Das Sozialamt bekommt von allen Behörden alle Auskünfte, die sie brauchen. Verschweigen ist keine gute Idee. LG Moni

      Hi! Darf ich mal fragen, wie hoch die Grenze ist, ab der man zahlen muss?
      Ich meine, dass sind TEUR 100 im Jahr wenn man Sozialleistungen bezieht. Nur bei pflegekosten ist die Grenze deutlich niedriger (1800 € netto oder so?)
      Ich glaube, ich würde schnell einen Termin ausmachen bei einem Familienrechts Anwalt.

      Du kannst dich genau daran halten, was das Amt will. Auskünfte über die letzten zwölf Monate. Nur wird es nicht bei dieser einen Anfrage bleiben. Das Amt wird regelmäßig kommen und Auskunft von dir zu verlangen, also wird früher oder später sowieso klar werden, dass du seit April eine andere Arbeit hast. Wie das mit eventuellen Nachforderungen ist, kann ich dir nicht sagen. Lass dich von eine Anwalt beraten, das kostet nicht die Welt, aber du wärst auf der sicheren Seite.

      Eine schlechte Kindheit und ein schlechtes Verhältnis ist meiner Erfahrung nach kein Grund, dich aus der Unterhaltspflicht zu entlassen. Wir hatten mal einen Fall, da hat sich der Vater aus dem Staub gemacht, als der Sohn drei Jahre alt war, der Kontakt war nie sonderlich gut. Unterhalt zahlen musste der Sohn am Ende trotzdem.

      Hallo,

      auch ich würde Dir raten, Dich beraten zu lassen. Wenn Du erst einen Monat arbeitest, wird Dir, denke ich, nicht viel passieren. Ich glaube, mir blüht das auch mal und ich werde mich mit Händen und Füßen wehren, aber ich werde die Sache nicht auf sich beruhen lassen, das bringt nichts und kommt raus.

      LG und alles Gute!

      • Ich kann verstehen, dass man das ätzend findet, dass man für die Eltern zahlen soll, wenn man ein schlechtes Verhältnis hat und ihnen viel vorzuwerfen ist.
        Aber wäre alles andere nicht total unfair?
        Immerhin haben doch die Eltern auch genug für die Kinder gezahlt, und sei es eben nur Unterkunft und Essen. Irgendjemand muss ja zur Verantwortung herangezogen werden. Bei urbia liest man ja auch häufig von Vätern die keinen Bock haben Unterhalt für die Kinder zu zahlen. Und gerne wird dann gesagt "warum soll die Allgemeinheit dafür aufkommen". Oder? Verhält es sich andersrum nich genauso?
        Warum dann eigentlich ein "mit Händen und Füßen wehren"?

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