Selbstverletzung Kind

    • (1) 11.05.18 - 15:05

      Hallo zusammen,
      wollt mal eure Meinung zum obigen Thema hören. Mein Kind verletzt sich seit Beginn der Regelblutung selbst. Leider war es auch schon so weit dass sie ihre Pulsadern geritzt hat und wir haben daraufhin beschlossen sie in psychiatrische Behandlung geben zu lassen. Fazit: Kein Selbstvertrauen, sie hasst ihren Körper. Ab Montag beginnt wieder der "Alltag" mit Schule und so und ich bin echt am Verzweifeln. Ich hab Angst dass sie es nicht packt, Angst davor dass sie wieder nicht redet, Angst vor den Eltern der Mitschüler (es gibt Eltern die den Kontakt jetzt nicht mehr möchten was ich sehr schade finde denn sie würde jetzt am meisten Halt brauchen)... Bitte keine blöden Kommentare, man sucht als Eltern eh zuerst die Schuld bei sich selbst, wir sind einen sehr harten Weg gegangen und steinig wird er wohl noch bleiben. Gibt es hier Leute die jemanden kennen der auch in einer ähnlichen Situation ist/war und mir vielleicht ein bisschen Mut zusprechen kann?
      Liebe Grüße

      • So typisch Mensch. Da läuft jemand nicht regelkonform und dann wird sich abgewendet. Ich wünsche euch viel Kraft. Gebt eurer Tochter ganz deutlich das Gefühl, dass ihr bedingungslos hinter ihr steht. Ist die Periode ein großes Problem von ihr? Vielleicht hilft es sie anhand der Pille ganz zu unterdrücken? Das ist gar nicht ungesund wie immer alle sagen...hab da mal einen Bericht von einer Gyn gelesen

        Zuerst würde ich mal dringend versuchen herauszufinden ob es in der Vergangenheit oder Gegenwart sexuelle Missbrauch gab/gibt. So etwas kommt nicht aus dem Nichts heraus.

        • Hallo,
          das ist ein so schwieriges Thema und natürlich hatte ich auch die Befürchtung ob ich was übersehen habe, auch in diese Richtung. Und genau aus diesem Grund habe ich sie in eine Psychiatrie gegeben auch wenn mir dabei das Herz jeden Tag aufs Neue gefühlte 1000 mal gebrochen ist. Denn das war echt keine leichte Entscheidung, sie über 100 km weit weg von mir zu geben, das Gefühl sie "weggegeben" zu haben #heul. Aber um herauszufinden was los ist war dieser Schritt einfach nötig, und ehrlicherweise hätt ich es mir als Kind gewünscht dass jemand genau hinsieht... Ihr ist kein sexueller Mißbrauch wiederfahren, soviel haben mir die Ärzte sagen können. Aber sie hat ein Riesenproblem mit ihrem Körper und das hab anscheinend ich ihr weitergegeben aufgrund meiner Geschichte. Alles viel zu viel kompliziert um es jetzt mal kurz niederzuschreiben aber so wie eine Userin schon geschrieben hat: seelische Narben die nie heilen werden auf die nächsten Generationen übertragen, unbewusst. Ein Appell an alle die das lesen und vielleicht in einer ähnlichen Situation stecken: Bitte, bitte lasst euch helfen. Ich habe eigentlich nur verdrängt und deswegen muss meine Prinzessin meinen grausamen Weg nochmal gehen ohne überhaupt zu wissen warum. Sie folgt einfach einem familiären unbewussten Muster, weibliche Körper sind nicht liebenswert, eher gefährlich...#heul

      Hallo

      das tut mir sehr leid für deine Tochter.Vielleicht wird es mit der Ausgrenzung auch nicht ganz so schlimm und es halten wenigstens ein oder zwei Schulfreundinnen zu ihr.
      Sicherlich ist deine Tochter weiterhin in Behandlung?
      Mit dem Lehrer werdet ihr gesprochen haben.
      Ihr könnt nichts weiter tun, als immer für sie da zu sein und hoffen, dass die psychologische Behandlung sie stärkt und ihr hilft Selbstvertrauen auf zu bauen.
      Vielleicht gibt es irgendetwas was sie gerne macht und gut kann?
      Dieses Hobby würde ich dann auch gezielt unterstützen.( Therapeutisches Reiten o.ä. )
      Meine Jüngste ist sehr sensibel und Trennungs geschädigt.Wir mussten uns im Laufe der Jahre immer wieder fachliche Hilfe holen, um Schlimmeres zu verhindern.
      Mittlerweile ist sie erwachsen und hat jetzt mit fachlicher Hilfe gelernt, frühzeitig zu reagieren, wenn es ihr schlecht(er) geht.

      L.G.

    • Wie ging es ihr vorher in der Schule?
      War Schule eher Auszeit, gute Zeit, Erholung von anderen Problemen?
      War Schule eher problembehaftet, mit Ursache, Verstärkung ihrer Probleme?

      Was sagen ihre Therapeuten?
      Wurde besprochen, ob sie wieder zur gleichen Schule zurück gehen wird? Z.B. dass es ihr dort trotz allem einigermaßen gut geht, Freunde hatte etc?
      Wurde eher an einen Schulwechsel gedacht (Unterforderung, Überforderung, raus aus dem ehemaligen sozialen Umfeld)?

      Könnte sie Schulbegleitung bekommen?
      Wird sie therapeutisch weiterbegleitet?


      Inzwischen kenne ich einige Menschen, die sich früher geritzt haben. Die Lebensläufe waren sehr unterschiedlich.

      Bspw.
      Schulische Probleme. Ausgrenzung. Eine Mischung aus ADS und anderen Lernschwierigkeiten. Das Gefühl ein Versager zu sein. Druck aus dem Umfeld, du musst doch mal was können. Warum kannst du das nicht. Das mussten nicht die Eltern sein. Verwandte, Mitschüler etc. Intelligenz normal bzw. über dem Durchschnitt. Aber mehr Anstrengung als Ergebnis.
      Das prägte über die Jahre.
      Schule war irgendwann nur noch Angst und negativ verknüpft. Hier halfen Schulwechsel und neue Schule, die begleitete.

      Andere Bsp. Gewalt im Elternhaus bzw. (andere Person) s** Missbrauch im nahen Umfeld.
      Schule war Auszeit und Erholungszeit. Vertrauts Umfeld.

      Manche brauchten viele Anläufe, bis sie Hilfe bekamen. Vor allem dann, wenn sie zwar in die Psychiatrie kamen, behandelt wurden, dann ohne weitere Hilfe entlassen wurden. Mach du mal. Oder auch: ab hier fängt wieder die Verantwortung der Eltern an. Sucht euch selbst Hilfe, wie es weiter geht. Da war die Rückfallquote höher.
      Dort, wo es auch nach der Psychiatrie weiterhin Hilfe gab, Ansprechpersonen, ging es irgendwie weiter. Weiterhin schwerer Weg, aber eben nicht allein. Mit etwas weniger Druck für alle. Zwar auch mit Rückfällen, diese jedoch nicht ganz so stark und mit größeren Abständen.

      Nicht damit alleine sein/bleiben. Hoffnung haben ohne die Erwartung, dass es schnell geht.
      Einige führen heute ein Leben ohne Ritzen und weitgehend glücklich.

      Ich war/bin seit meiner Jugend selbst betroffen. Wenn du irgendwas wissen möchtest, kannst du mir gern schreiben.

      Wünsche euch viel Kraft.

      Danke für die Antworten.
      Sie war in einer Psychiatrie. Ergebnis halt wie oben geschrieben. Sie ist sehr bemüht ihre Fassade aufrecht zu erhalten und jedem zu vermitteln ihr geht es gut aber wirklich in die Tiefe sind auch die Ärzte nicht gekommen. Auch weiß sie selbst nicht woher es kommt, aufeinmal hat sie den Drang sich selbst zu verletzen, das kann auch der schönste Tag gewesen sein. Zum Thema sexuellen Mißbrauch: auch ausgeschlossen, von ihrer Seite kommt laut Ärzten sehr viel positves wenns um zuhause geht bis auf den Geschwisterkonflikt mit ihrer jüngeren Schwester. In der Schule passt es eigentlich auch, sie hatte viele Freunde. Eine kam sogar mit Eltern in die Psychiatrie in der Besuchszeit was ihr/uns sehr viel bedeutet hat. Die Ärzte gehen eher von einem Familiengeheimnis aus welches sie nicht begreift. Und hier muss ich sagen haben sie leider Recht: Meine Kinder wissen nichts von meiner Vergangenheit, ich wurde sexuell mißbraucht und lebte zum Teil mit sadistischen Personen unter einem Dach... Laut Ärzten spielt bei ihr sehr viel die Genetik mit, was ich unterbewusst alles weitergegeben habe und sie versteht es nicht. Ihr wisst ja, angeblich setzt sich unser Bewusstsein zu glaub ich 20% bewusst, 80% unterbewusst zusammen und hier liegt "der Hund" begraben. Sie kann sich vieles nicht erklären aber ich habe die Antworten darauf. So ist es mir bei vielen Gesprächen mit den Ärzten ergangen. Einfach alles ein Wahnsinn, ich hab wirklich gedacht ich hab das alles hinter mir.... Eigentlich alles verrückt, als würde sie meinen Weg nochmal gehen müssen aber ohne zu wissen warum überhaupt....#heul Ich mach natürlich mit ihr auch eine Therapie um ihr "kindgerecht" zu erklären dass sie nicht Schuld ist an meinem "unterbewussten" Handeln und durch welches sie sich zurückgesetzt gefühlt haben könnte... Ich hab wirklich alles versucht um meinen Kindern das schönste Leben zu bieten soweit es mir möglich war/ist... Ich hab wirklich geglaubt es wäre vorbei mit meinem Auszug damals von zuhause... Und jetzt muss mein Kind trotzdem durch die Hölle und wird noch dazu von anderen ausgegrenzt, einfach alles ein Wahnsinn...

      • (10) 11.05.18 - 17:46

        Hallo,

        Es tut mir sehr leid wie es dir erging bzw. noch ergeht. Haltet durch! Es ist gut, dass ihr beide zur Therapie geht. Sei einfach für deine Tochter da. Stehe hinter ihr und höre zu.

        Ihr beide werdet das Packen!

        manchmal kann ein sehr schöner Tag auch schlechtes Gewissen auslösen.
        Schlechtes Gewissen darüber, dass der Drang sich zu verlezten da ist. Das kann den Drang verstärken.

        Auch möglich ist z.B. in Familien wo Missbrauch Generationenübergreifend weitergegeben wurde bzw. letztlich die Folgen ohne akiven Missbrauch, dann kann auch eine Art von schlechtem Gewissen entstehen. Dieses Gefühl mehr zu bekommen, als andere in der Familie
        auch Gefühle anderer, wie Traurigkeit oder so.

        Wie du schreibst auch eigenes (unbewusstes) Verhalten, sowie Gehirnveränderungen etc.

        Bei Spiegel habe ich kürzlich einen Artikel dazu gelesen.

        Mit Auszug ist es leider oft nicht vorbei. Die Ursache ist dann zwar beendet, aber die Folgen sind noch da. Oftmals nur verdrängt.

        Hast du für dich selbst auch Hilfe?
        Sowohl bezüglich deiner Vergangenheit im Jetzt
        als auch als Mutter?

    (12) 11.05.18 - 18:10

    Hallo,

    Gibt es unaufgearbeitete Traumata bei euch oder bei euren Eltern?

    Wunden, die nie heilen konnten, da die seelischen Erschütterungen nie aufgearbeitet wurden,
    beeinflußen auch das Leben der Kinder-und Enkelgenerationen.

    Nur so ein Hinweis, da sowas immer ausgeblendet wird.

    alles Gute
    und viel Kraft

    Selbstverletzung ist, wenn es ein gewisses Maß erreicht hat, eine Sucht. Da kann sie nicht einfach mit aufhören, und deswegen verletzt sie sich unter Umständen auch, obwohl der Tag schön war. Der Druck zur Selbstverletzung baut sich innerlich auf. Akute Probleme erhöhen zwar den Druck schneller, aber er baut sich halt auch ohne Probleme weiter auf.
    Bei Selbstverletzung geht es meist um Kontrolle über sich selbst und das "wieder spüren" des Körpers. Oft auch darum physischen Schmerz zu erleben um psychischen zu verdrängen oder um überhaupt etwas zu fühlen.
    Ich würde behaupten wenn man einmal "da drin" war hört es nie wieder ganz auf. Als erwachsene Frau kann ich den Drang unterdrücken/ umleiten, das fällt Kindern und Jugendlichen sehr viel schwerer.
    Es gibt spezielle Therapien bei selbstverletzendem Verhalten, da werden (auch in Gruppen) Strategien entwickelt um den Druck auf anderem Weg abzubauen.
    Wenn du Fragen hast darfst du mich gern privat anschreiben :-)

    Es tut mir sehr leid dass es euch so schlecht geht. Ich musste auch mal in psychiatrische Behandlung und habe dort viele junge Menschen kennengelernt die sich selbst verletzen. Die meisten von ihnen litten unter Borderline und das selbstverletzen diente dazu, die Anspannung loszuwerden. Dort haben sie dann gelernt z.B. Chilischoten zu kauen, einen pieksigen Ball über die Arme zu rollen, oder Wärmesalbe auf die Arme aufzutragen statt sich zu ritzen.
    Hat deine Tochter denn was in dieser Hinsicht gelernt?
    Bitte gib dir nicht selbst die Schuld dafür. Du klingst sehr engagiert und versuchst dein bestes.

    Vielen lieben Dank für eure zahlreichen Antworten.
    Ich bin momentan gerade ein bisschen hin und hergerissen und unglaublich berührt. Vor ca. zwei Stunden kamen die Eltern einer Schulfreundin meiner Tochter zu uns und wir haben über vieles geredet. Es tat unheimlich gut. Auch über alles was sie mir anvertraut haben bin ich im positiven Sinne erschüttert. Sich hinstellen, alles zu erzählen was bei ihnen nicht funktioniert hat und dann sagen: Hey, Kopf hoch, das wird schon wieder. Egal welchen Weg meine Tochter einschlägt, sie stehen hinter ihr/uns. Wahnsinn. Und das von Leuten, zu denen wir eigentlich sehr wenig Kontakt hatten. Ich hab wirklich tiefen Respekt.

    In der Psychiatrie ging es erstmal um Diagnostik, sie hat meines Wissens nach noch keine konkreten Therapien zum Umleiten ihrer Gefühle bekommen. Sie war 3 Wochen dort und ihre Haupttherapien waren Gespräche und Sport. Und sehr viel Zeit für sich selbst, ohne Druck. Sie nimmt momentan Antidepressiva und Medis zur Stabilisierung ihres Wesens. Boarderline oder ähnliches wurde nicht diagnostiziert, wär aber momentan auch nicht möglich da Boarderline eine Persönlichkeitsstörung ist und sich ihre Persönlichkeit gerade erst entwickelt. Derzeit ist sie eingestuft als mittelgradig depressiv, zumindest von der Psychiatrie aus. Was unser Psychiater dann diagnostiziert kann ich noch nicht sagen da wir jetzt mal wieder den Alltag stemmen müssen, Termin erst im Juli. Ich selbst bin derzeit bei einer Energetikerin in Behandlung, habe auch schon mehrere Psychotherapien hinter mir. Aber ich glaub ich werd den Sommer noch mit den Kiddies genießen und dann eventuell selbst in eine Psychiatrie für ein paar Wochen gehen. Denn nur alle paar Wochen reden hat mir/uns leider wie man sieht nicht geholfen. Es gab schon vor sechs Jahren eine Empfehlung, da hab ich mich wegen der Kinder (zu klein) dagegen entschieden. Wär ich nur gegangen, vielleicht wärs dann heute anders...

    Ich habe mich als Kind/Jugendliche stark verletzt. Mit 11 ging ich an, mit 22 habe ich es das letzte Mal getan.

    Die spätfolgen sind gravierend. Durch die Narben hat sich die Sehne zum Daumen verkürzt und ich habe dadurch in Monatstakt starke Entzündungen.
    Ich habe fast die Gefühle in meinem linken Arm verloren und selbst wenn man "clean"" ist, wird man auf die Narben reduziert.

    Nun bin ich gereift. Emotional durch viele Therapien und der Wille, sixj zu verändern.

    Durch das Schneide, werden Glücksgefühle freigesetzt. Das merkt man zwar in dem Moment nicht, aber das erklärt auch die Sucht.

    Die Eltern, die euch nun meiden, sind einfach Idioten. Sie stellen ihr Kind und ihre Erziehung als Besser dar, aber damit werdet ihr umgehen lernen.
    Dein Kind ist kein Psycho, sondern ein Mensch unter vielen, die sowas getan haben.

    Meine Eltern konnten mir damals gar nicht helfen.
    Was mir, im Rückblick, aber wirklich half, war ihr Wille der Unterstützung. Sie sorgten für Therapien, für Schulwechsel und akzeptieren auch diese Handlung. Das klingt erstmal Krass, aber durch die Akzeptanz, konnte ich um Hilfe bitten. Natürlich schauten sie sich das nicht entspannt an, aber sie verurteilten es nicht, sodass ich mich schämen musste.

    Leider gewöhnt sich der Körper an Schmerz. Dass heisst, dass man für den gleichen Effekt immer tiefer schneiden muss... macht sie das immer noch?

    Du kannst mir jederzeit privat schreiben. Zu öffentlich möchte ich einfach nicht werden.

    Alles liebe

    • Meine Mutter wollte, wo ich begann dazu zu stehen, mit mir nicht kurzaermlig in den Mc Donalds rein- heftig als Kind!
      Und richtig, die Reduzierung der anderen Leute- ich habe Angst vor dem Kiga Anfang.
      Aber man waechst an den Aufgaben sagt man ja, das wird auch in dem Fall wieder gelten.

      • Ich hab mit 19 erst kurz getragen. Jeder hat das Recht zu :)

        Übrigens bin ich Erzieherin. Die Eltern starren zwar, aber damit hab ich gelernt umzugehen.

        Ich bin mehr als alte Narben

        • ja, ich war auch 19 :)

          Erzieherin- Hut ab.
          Ich arbeitete im Supermarkt, da ging es.
          Im Altenheim dann leider nicht, nachdem jemand einen bestimmten Kommi los ließ (und so jemand lassen die HIER arbeiten?)

          Das war dann ganz uebel bei dieser Arbeit, aber man muss eben selbstbewusst laufen.. sonst wird noch mehr geredet, musd da ja nicht weiter ausholen, du verstehst das schon.

          Aber das gibt mir echt Mut, denn ich verbinde momentan noch, dass man damit als unqualifizierte Mutter gilt.

Das tut mir leid, muss schlimm sein für alle! Mir ist als erstes in den Kopf gekommen, ob sie vielleicht unglücklich in ihrem weiblichen Körper ist, weil sie sich nicht eindeutig weiblich fühlt? Vielleicht trans oder ähnliches? Habe einige Berichte darüber gesehen, da ging es den Betroffenen furchtbar speziell zu Beginn der Pubertät, weil sich dann der Körper in eine Richtung entwickelt hat, die sie nicht wollten.

Viel Kraft Euch!

(21) 12.05.18 - 08:00

Hallo,

lasst sie zur weitergehenden Stabilisierung und zum Auffangen von Destabilisierungen therapeutisch bei einem Kinder-Jugendlichenpsychotherapeut anbinden.
Und wenn die Situation in der Schule wirklich unerträglich für sie wird, denkt doch mal über einen Schulwechsel nach.

LG

Hey, gleich vorab: Tipps kann ich dir leider nicht geben. Ich habe mich als Jugendliche auch selbst verletzt. Das kam eher aus so einer Szene heraus und wurde gepaart mit sehr Geringem Selbstbewusstsein schnell zu einer Sucht. Ich kannte auch einige, die das gemacht haben. Ich kann dir gar nicht konkret sagen wie, aber ich habs ohne therapeutische Hilfe oÄ da raus geschafft. Durch das älter werden und reifen sind mir viele Dinge klar geworden und jetzt ist vieles was ich damals dachte für mich völlig unverständlich. Zum Beispiel war ich fest davon überzeugt, meine Mutter würde mich insgeheim hassen - so ein Quatsch, meine Mutter ist wunderbar und ich verstehe nicht, wie ich das je denken konnte. Ein anderer Punkt, nämlich dass ich mich selbst für wertlos halte - da hab ich heute noch manchmal dran zu knabbern, aber kann natürlich ganz anders damit umgehen.
Die Versuchung, sich selbst zu verletzen kann ich aber immer noch sehr gut nachfühlen! Es ist wirklich wie eine Sucht. Und es ist vielleicht wie mit dem Rauchen: Wenn man selbst es nie getan hat (wie ich), kann man es einfach nicht verstehen. Aber man kann einen Raucher dazu drängen soviel man will - er muss selbst aufhören wollen.

Vielleicht hilft dir das als positiver Bericht, dass es auch möglich sein kann sowas still für sich zu bewältigen..

Hallo,

owe....das tut mir leid. Ich selbst habe mich auch sehr lange selbst verletzt. Angefangen hat das mit 14 Jahren. Ich war damals auch bei einem Kinderpsychiater. Damals gab es das auch noch nicht so oft. Auch nicht in den Medien oder so. Ich dachte damals, ich bin der einzige Mensch auf der Welt, der sowas macht. Ich kann auch bis heute nicht mal sagen, wie ich darauf gekommen bin.😖 Ich weiß aber, dass ich diese Tendenzen schon als kleines Kind hatte.
Bei mir hatte es verschiedene Funktionen. Ich war schon sehr früh depressiv. Es hat diese unerträglich laute Stille durchbrochen. Ich hab mich oft einfach nur leer gefühlt. Wusste nicht, was ich auf dieser Welt sollte und es hilft tatsächlich beim "Sich selbst wieder spüren". Und oft habe ich es in Situationen gemacht, in denen ich mich gehasst habe. Als Selbstbestrafung 😯 Als Außenstehender kann man das schwer begreifen. Ich vergleiche das ganz gerne mit einem alleingehaltenen Vogel, der anfängt sich die Federn zu rupfen. Haben sie erst mal angefangen und können sich damit beruhigen, können sie oft nicht mehr aufhören, selbst wenn sie bluten und keine Federn mehr haben. Und sie werden "süchtig" danach. Ähnlich ist es beim Menschen. Meinen Höhepunkt hatte ich dann mit ca 18, wo ich mich täglich geritzt habe und auch öfters in der Notaufnahme zum Nähen saß. 😢
Warum, wieso, weshalb ist zu komplex für ein Forum. Aber mitlerweile bin ich über 30 und es passiert nur noch seeeeeeeeeehr selten. Aber es gehört tatsächlich anscheinend zu mir. Ich war in zich Krankenhäusern usw. Und....um was Positives zu sagen. Es wirkt zwar sehr gefährlich, unnormal usw. Die meisten Menschen verletzen sich aber, weil sie den inneren Druck nicht aushalten und sich genau damit eigentlich schützen wollen, indem sie sich Erleichterung damit verschaffen. Es ist also eine Art Selbsthilfe. Das die nicht wirklich toll ist, steht außer Frage. Aber besser so, als wenn man irgendwann an seinen Gefühlen erstickt und noch schlimmeres passiert.

Lg

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