Ehe nach 2 Kindern

    • (1) 18.05.18 - 08:20

      Guten Morgen, ich bin langsam völlig am Verzweifeln. Vor 15 Wochen kam unser Sohn zur Welt. Ein absolutes Schreikind und es ist zwar schon besser geworden, aber schlafen und trinken tut er weiterhin sehr schlecht. Wir haben noch eine ältere Tochter, sie ist jetzt knapp über 19 Monate alt. Beides waren absolute Wunschkinder. Ich glaube nur langsam, dass es für unsere Ehe nicht die beste Entscheidung war. Wir sind nur noch am streiten. Ich habe das Gefühl täglich grüßt das Murmeltier. Vieles müsste mein Mann ja noch von unserer Tochter kennen, aber nein, ich muss ihm alles erklären, ihn um alles bitten. Natürlich macht er viele Dinge im Garten etc. Aber die Sachen bezüglich der Kinder, Finanzen usw hängen komplett an mir. Er schafft es nicht mal die Flaschen für die Nacht richtig vor hi bereiten und ich stehe dann nachts mit dem schreienden Hasen da und muss es doch wieder selbst machen. Ich bin im Moment einfach nur mit den Nerven am Ende und fühle mich so allein gelassen. Wir streiten uns nur noch.
      Wem ging es denn genauso und hat sich das wieder gelegt?Wir sind seit über 13 Jahren zusammen. Seitdem ich 14 bin. Aber im Moment dreht sich alles im Kopf um den Gedanken : Wenn du ihm eh alles mehrmals sagen musst, könntest du alles auch einfach alleine machen.

      Hat jemand einen Rat?
      Liebe Grüße

      • Ach Du liebe Güte, atme erstmal tief durch.
        Ihr habt 2 sehr kleine Kinder serh rasch hintereinander bekommen. Das ist doch klar, dass das stressig ist. Die allerwenigsten würden das einfach mal so nebenbei wuppen! Und genau das war für mich immer der Grund, einen größeren Abstand zwischen 2 Kinder zu legen. Nie im Leben hätte ich so einen kurzen Abstand gewählt.
        Aber ok, nun ist es so wie es ist.
        Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass die ersten beiden Lebensjahre die anstrengendsten sind. Danach wird es jeden Tag besser, versprochen!
        Wichtig ist, dass Du selbst versuchst, Ruhe in euren Alltag zu bringen. Dein eigener Streß überträgt sich sehr schnell auf die Kinder. Ich weiß, leichter gesagt, als getan...
        Kannst Du Dir familiäre Unterstützung holen? Können die GRoßeltern euch mal ein Kind abnehmen, z.B. zum spazierengehen oder, um auf den Spielplatz zu gehen?
        Es gibt auch in vielen Gemeinden das wellcome-Projekt. Google mal danach. Dort gibt es ehrenamtliche Helfer, die stundenweise in die Familien mit Babys kommen und etwas unterstützen.
        Wichtig ist auch, dass ihr beide eure Partnerschaft pflegt.
        Setz Dich mit Deinem Mann hin und trefft ganz klare Absprachen. Was kann er übernehmen? Was wünschst Du Dir von ihm? Vielleicht ist es gut, wenn er Dir am WE den kleinen Schreihals für ein paar Stunden abnimmt, damit Du mal wieder durchatmen kannst.
        Aber laß auch Deinen Mann zu Wort kommen und vergiß nicht, dass es auch für ihn nicht leicht ist. Vermutlich arbeitet er Vollzeit und wenn er dann von der Arbeit nach Hause kommt, wartet dort ein schreiendes Baby und eine gestreßte, nörgelnde Frau auf ihn...
        Und bitte: wenn er etwas bzgl. Haushalt oder Kinderbetreuung übernimmt, dann laß ihn das auch machen, so wie er will! Misch Dich nicht ein oder kritisiere an ihm rum. Es ist doch klar, dass er es anders macht, als Du. Eine andere Frau würde es auch anders machen, als Du. Das heißt doch nicht automatisch, dass es schlecht ist.

        Verliert nicht den Blick für die Situation des Partners. Setzt euch regelmäßig zusammen und tauscht euch aus. Redet! Nehmt euch, wenn die Kinder schlafen, ganz bewußt 1-2 Stunden nur für euch.
        Und immer dran denken: es wird besser! Schrittchen für Schrittchen. ;-)

      Das Problem ist in den meisten Partnerschaften nach der Geburt eines Kindes einfach, dass jeder Partner meint, der andere würde nicht genug machen. Die Frauen nervt es, dass die Männer sie nicht genug unterstützen und nichts richtig machen und die Männer wundern sich, dass die Frauen den ganzen Tag "nichts" schaffen.

      Ihr dürft den Fehler nicht machen, dem jeweils anderen seinen Tagesablauf zu neiden. Du darfst es deinem Mann nicht neiden (was JEDE frischgebackene Mutter macht), dass er "in Ruhe" arbeiten gehen kann, dass er "in Ruhe" seinen Kaffe trinken kann, dass er "in Ruhe" Mittag essen kann, etc.

      >> aber nein, ich muss ihm alles erklären <<
      Musst du ihm alles erklären? Wirklich? Fragt er danach, bittet er um deine Hilfe?
      Viele frisch gepackene Mütter sind der Meinung, dass sie als einzige alles richtig machen und bringen es nicht fertig, den Mann einfach mal alleine machen zu lassen. Auch er muss die Gelegenheit haben, am Kind zu lernen. Er muss Fehler machen dürfen, aus denen auch er lernen kann. Du musst ihm nicht dauernd alles erklären, ein Kind ist keine Wissenschaft. Stell dir mal vor wie genervt du wärst, wenn du nicht mehr auch nur einen Schritt machen kannst ohne ständig verbessert zu werden.

      Lass deinem Mann mehr Freiheiten, traue ihm etwas zu. Wenn du Unterstützung erwartest, dann lass ihn auch machen. Er hat einen Mund, er kann fragen, wenn er Hilfe benötigt.

      Bestehe auf Zeiten für dich - und wenn es nur duschen oder mal kurz einkaufen ist.

      Missgönne deinem Mann seinen Tagesablauf nicht. Bedenke, dass Berufstätigkeit, alle Arbeiten an Haus und Garten, etc. auch anstrengend ist, zumal er sich ja auch um die Kinder kümmert.

      • Danke für deine Antwort. Es ist auch gar nicht so, dass ich ihm etwas vorschreiben will oder ähnliches. Trotzdem gibt es Dinge, die man beim zweiten Kind schon wissen müsste und es gibt auch Dinge da gibt es nicht mehrere Möglichkeiten. Die Milch darf eben nun mal nicht zu heiß sein und ein Kind mit wundem Popo sollte eben nicht noch stundenlang mit der verkackten Windel in der Wippe sitzen.
        Ich bin auch nicht überfordert mit den Kindern. Ich wusste auf was ich mich da einlasse. Ich finde es nur traurig, dass ich ihm etwas sage und er es völlig ignoriert. Wenn der Kleine weint und ich meinem Mann sage, dass er seit neustem den Fliegergriff liebt, wird das ignoriert. Da geht es nicht um eigene Erfahrungen machen. Das ist ein Tipp, weil ich einfach mehr Zeit mit unserem Sohn verbringe im Moment. Und ich kann es dann auch nicht sehen, wenn mein Sohn schreit, wie am Spieß.
        Und ich mähe auch den Rasen. Bei allem in unserer Ehe ist es immer so, dass wir gleichberechtigt im Haushalt etc agieren. Nur bei den Kindern heißt es plötzlich. Du bist die Mutter. Was ist das für eine Aussage, er ist ja immerhin auch der Vater.
        Vielleicht bin ich dafür nicht "Übermutter" genug. 😇
        Lg

        • "Trotzdem gibt es Dinge, die man beim zweiten Kind schon wissen müsste und es gibt auch Dinge da gibt es nicht mehrere Möglichkeiten. Die Milch darf eben nun mal nicht zu heiß sein und ein Kind mit wundem Popo sollte eben nicht noch stundenlang mit der verkackten Windel in der Wippe sitzen."

          Vielleicht bin ich zu empfindlich oder ich interpretiere zuviel, aber ich höre beim Lesen förmlich, wie eine Frau solche Dinge zu ihrem Mann sagt: Aber Schatz, dass musst du doch wissen, wie kannst du nur, es ist doch nicht möglich, kein Mensch bei klarem Verstand käme jemals auf die Idee usw. usf." -- sorry, da käme sich nicht nur jeder Mann, sondern genauso jedes Kind, jede Frau, jeder Mensch als Volltrottel vor.

          Ich war bei Kind 1 mit am Start und habe trotzdem bei Kind 2 wieder ziemlich von vorn angefangen, wenn auch mit steilerer Lernkurve.

          Ich kann mir vorstellen, dass Du unter chronischem Schlafmangel leidest und das ist nicht umsonst eine etablierte Foltermethode. Es ist klar, dass das extrem an den Nerven zehrt und es noch viel schwerer fällt, sich zu beherrschen.

          Trotzdem würde ich mir als Mann einfach nur eine Frau wünschen, die sagt: "Hm, ich glaub' die Milch ist noch zu heiß, kühl' die lieber noch etwas runter" statt einen Vortrag zu halten, dass man das doch wohl wissen müsste (Subtext: wie doof / uneinsichtig bist du eigentlich), vielleicht noch untermalt mit tiefen Seufzern und gerollten Augen.

          "Wenn der Kleine weint und ich meinem Mann sage, dass er seit neustem den Fliegergriff liebt, wird das ignoriert. Da geht es nicht um eigene Erfahrungen machen. Das ist ein Tipp, weil ich einfach mehr Zeit mit unserem Sohn verbringe im Moment."

          Doch, da geht es um eigene Erfahrung machen. Das ist doch, pardon, bei der Kindererziehung nicht anders. Du kannst nahezu alles auf der Welt besser als Dein Kind: Kakao anrühren, Apfel schälen, Schnürsenkel binden was-weiß-ich. Und doch ist es wichtig, dem Kind zu ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen statt ihm alles aus der Hand zu nehmen und ungefragt zu sagen: Schau, ich zeig's dir. Der Subtext ist immer: Ich kann's, du kannst es nicht. Kinder wollen aber Dinge können und Männer auch.

          Manchmal wollte ich meiner Frau sogar regelrecht beweisen, dass ich einen anderen Weg finde, um ein bestimmtest Problem mit den Kindern zu lösen.

          Glaub mir, Dein Mann hat doch auch keinen Bock, sich stundenlang anschreien zu lassen, aber er will eben auch nicht nur Dein verlängerter Arm sein.

          Wenn Du das Geschrei nicht erträgst (was ich gut verstehen kann), dann geh' um den Block oder setz' Dir Kopfhörer auf. Am besten aber, Du bist teilnahmslos und zeigst damit Deinem Mann eine ganz zentrale Sache: Dass Du ihm unbedingt zutraust, mit dem Problem klarzukommen.

          • Ich finde es schön, dass du dir so gut vorstellen kannst, in welchem Ton ich mit meinem Mann spreche 😊 Und klar muss jeder seine Erfahrungen selbst machen. Wenn ich 24h am Tag mit meinem Sohn verbringe und meinem Mann sage, probiere mal den Fliegergriff, das hat die letzten Tage immer etwas gebracht, heißt das nicht, dass ich meine Kinder keine Erfahrungen machen lasse. Irgendwie wird da jetzt echt ganz schön viel Mist interpretiert. Sollte man seinem Kind denn etwa nicht auch sagen, hey nimm den Löffel doch mal so, dann klappt es vielleicht besser. Oder schau mal, der rechte Schuh gehört nicht an den linken!?
            Ich finde es eben nur schade, dass man einen Tipp gibt und er wird nicht ausprobiert. Wenn ich eine Glühbirne wechseln will und mein Mann sagt mir, mach mal die Sicherung raus, fühle ich mich auch nicht wie ein Kleinkind oder ähnliches und ignoriere es einfach.

            • Du klagst hier in einem Forum über Eure Streitereien und fragst explizit nach Rat. Ich gebe Dir einen -- nämlich weniger Ratschläge zu geben (was auch Paartherapeuten empfehlen) -- aber den möchtest Du aber offenbar nicht hören.

              Dann überleg' mal, wie es Deinem Mann geht -- der hat noch nicht einmal um Ratschläge gebeten... ;-)

              • #pro

                Mehr kann man dazu nicht sagen...

                Es geht nicht um die eine Situation mit dem Fliegergriff, sondern das bei euch beiden GENERELL der Wurm drin ist und dann mitunter eine Bemerkung das Fass zum Überlaufen bringt. So wie du dich an der Fliegergriff-Sache aufhängst, war das für deinen Mann vielleicht ebenfalls der Punkt, an dem er auf die andauernden "guten Tips und Ratschläge" einfach keinen Bock mehr hat.

                Viele hier haben die gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht wie du und können dir einen Rat geben - ob du ihn annimmst, ist natürlich deine Sache...

                (10) 18.05.18 - 21:16

                Kurzes Beispiel, wie es bei uns nachts abläuft, wenn ich meinen Mund halte (wir bleiben mal beim Thema Fliegergriff) : Sohn schreit, wie ein abgestochenes Schwein, meine 1.5 jährige Tochter wird wach und ist am nächsten Tag total platt von der Nacht, weil sie nicht schlafen konnte und mein Mann ist so genervt, weil der Kleine so schreit, dass er doch zu mir kommt mit der Aussage "bei dir ist er immer ruhig". Das habe ich tatsächlich schon mal probiert 😉 Aber gut, der Mann soll natürlich seine eigene Erfahrung machen. Das nächste Mal. werde ich ihm dann sagen, nein, du kannst ihn mir jetzt nicht geben, du musst deine eigenen Erfahrungen machen und spare mir den Tipp mit dem Fliegergriff

                • Wie wärs denn die Nächte getrennt zu verbringen? Dann wäre sicher gestellt dass die Große schlafen kann und das Elternteil bei ihr auch. Da der Kleine Flaschen bekommt ist es vermutlich gar kein Problem dass ihr abwechselt und du auch hin und wieder zu Schlaf kommst selbst wenn es nur 1 oder 2 Nächte pro Woche sind. Hat uns sehr geholfen wobei das abwechseln nicht ging weil ich gestillt habe. Aber es reicht wenn ich nachts wach wurde und nicht auch noch mein Mann und der Große.

                  Und ansonsten klare Ansagen. Wenn du was möchtest. Z.B. Ich komme um 21 Uhr wieder aus der RüBi. Falls die Kinder früher schlafen, räumst du dann bitte noch die Spülmaschine aus, startest eine Wäsche, ...

                  Mein Mann ist sicher kein Chaot und hat es jahrelange geschafft für sich selbst zu sorgen. Aber er hat eine andere Priorität was die Dinge im Haushalt angeht bzw ihn stört es nicht sich aufs Sofa zu setzen wenn noch Chaos in der Küche ist. Er würde das dann am nächsten Morgen weg räumen.

                  • Hallo, meine Tochter schläft schon immer in ihrem Kinderzimmer, also das ist nicht das Problem. Ging in dem Post nochmal um die Diskussion, dass ich meinen Mann einfach mal machen lassen soll. Dann würde der kleine Mann so laut schreien und das hört man dann durchs ganze Haus. Aber vielen Dank für deine Nachricht

            (13) 18.05.18 - 19:18

            Ich kann dich im Grunde verstehen. Ich würde wahrscheinlich nicht anders reagieren. Aber wäre ich ein Mann würde ich es schon fast aus Prinzip ignorieren, wenn meine Frau mir dauernd sagen würde wie ich was zu machen habe (das Kind mag es so, mach dies so, das andere mach so..)
            was passiert wenn du nichts sagst?
            versucht er dann alleine herauszufinden, was euer Kind (beispiel Fliegergriff) "mag"?

            • Er versucht es dann meistens in ein und der selben Position und läuft mit ihm durch die Gegend. Ich weiß auch gar nicht, warum das mit dem Fliegergriff hier so aufgebauscht wird. Es war lediglich ein Beispiel und plötzlich wird darüber geschrieben, als ob ich es schon 10.000 mal gesagt hätte und meinen Mann diesbezüglich quasi täglich mit Augenrollen anschreie. Nachts haben wir halt auch das Problem, dass wir eben noch eine 1.5 jährige Tochter haben, die nicht unbedingt jede Nacht aus dem Schlaf gerissen werden soll, nur weil Papa selbst Erfahrungen machen will. Ich sage ihm das in einem ganz normalen Ton, schließlich schreie ich ihn nicht vor den Kindern und finde es einfach nur traurig, dass er es gar nicht mal probiert. Auf der einen bekomme ich ständig den Satz zu hören "Du bist ja die Mutter", aber den Tipp "probiere es mal mit dem Fliegergriff" ist ein Angriff auf seine Männlichkeit...

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