Mein Mann unterstützt mich nicht

    • (1) 19.05.18 - 10:26
      Inaktiv

      Puh, ich muss mich jetzt einfach mal über meinen Mann aufregen.
      Ich bin grade wirklich einfach ratlos.
      Wir haben eine 5 Monate alte Tochter.
      Er arbeitet 40 Stunden in der Woche und kommt abends spät wieder heim.
      Da ist es natürlich kein Problem für mich, wenn ich den Haushalt alleine schmeiße und mich auch um unser Kind kümmer. Das mache ich auch gerne.
      Aber er macht wirklich gar nichts. Er räumt nicht mal seine eigenen Sachen weg, ich muss echt alles hinterher räumen.
      Seine Klamotten bleiben da liegen, wo er sie auszieht, er denkt überhaupt nicht mit. Wenn er zuhause ist liegt er eigentlich bis mittags im Bett, steht dann auf und beklagt sich entweder über Rückenschmerzen oder Durchfall oder Kopfweh und liegt dann den Rest des Tages auf dem Sofa und spielt mit seinem Handy rum.
      Er sieht einfach nicht, was gemacht werden muss.
      Jetzt hat er Urlaub und es ist als hätte ich zwei Kinder.
      Er macht die Nächte durch, geht morgens uns Bett und hinterlässt mir ein
      Chaos.
      Ansprechen kann ich ihn darauf schlecht, er sagt einfach das es ihn ja nicht stört, ist schon klar für ihn ist es einfach bequem.
      Es einfach mal ignorieren geht leider auch nicht, dann stapelt sich einfach über all der Müll und er zieht einfach seine dreckige Wäsche an, die er unterm Bett findet.
      Ich muss wirklich alles alleine machen.
      Ich bin absolut mit meinem Latein am Ende.
      Er ist auch erst so, seit unsere Tochter auf der Welt ist.
      Vorher hat er wenigstens ein bisschen geholfen.
      Wenn er dann doch mal etwas übernimmt, wie Wäsche aufhängen oder Einkaufen, ist seine Laune dabei so schlecht, dass es für mich kaum zu ertragen ist. Er Flucht dann eigentlich durchgehend.
      Er ist überhaupt nicht mehr unternehmungslustig, steht jeden Tag mit schlechter Laune auf und will wohl eigentlich immer seine Ruhe haben. So etwas wie Familienleben gibt es nicht. Es gibt ihn und es gibt mich und meine Tochter. Er verlässt sich einfach darauf, dass ich das alles schon irgendwie Regel und an alles denke, was so anfällt.
      Manchmal denke ich, er hat eine Art Depression und dann denke ich wieder ich versuche sein Verhalten zu entschuldigen.
      Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

      • Moin,

        Du musst ihm ganz klar zeigen dass es so nicht weitergeht, denn auch oder gerade wenn eine Erkrankung dahintersteckt, egal ob körperlich oder psychisch ... teilweise geht das auch ineinander über ... muss er aus der Komfortzone geholt werden und den Druck bekommen was zu ändern!

        Es kann ne Depression sein, die äußert sich ja unter anderem in Lustlosigkeit, das kann aber auch durch Mineralstoffmangel, Stoffwechselstörung etc hervorgerufen werden. Ein umfassendes Blutbild wäre da das erste was ich anregen würde.

        Alles Gute Dir!
        WuschElke

        Dein Mann geht so mit Dir um, weil Du es zulässt. Überleg mal, welche Konsequenzen sein Verhalten hat. Maximal etwas Genörgel von Dir, was er offenbar gekonnt abprallen lässt. Stimmts?

        Und selbst wenn er eine depressive Verstimmung hätte oder eine Stoffwechselstörung müsste ihm doch selbst auffallen, dass er sich hinten und vorne bedienen lässt und sich anscheinend nichtmal um sein Kind kümmert (von Dir mal ganz abgesehen).

        Das Problem ist jedoch, so lange Du nichts änderst, wird alles so bleiben. Er sieht ja keinen Grund, etwas zu ändern, läuft ja.

        • (4) 19.05.18 - 12:10

          Ich weiß nur gar nicht, wie ich es ihm noch deutlich machen soll?
          Reden bringt leider nix, er tut dann so als verstehe er es und hilft dann mal für zwei Tage, danach verfällt er wieder in seinen alten trott. Ignorieren geht halt auch nicht, da ihn die Unordnung und dreckige Wäsche ja angeblich nicht stört.
          und ich kann mein Kind ja nicht einfach quengeln lassen bis er sich kümmert. Das würde auf ihre Kosten gehen.
          Manchmal denke ich, wenn ich nicht mehr stille, dann überlasse ich meine Tochter ihm einfach mal und fahre ein paar Tage weg.
          Das wär wohl noch das einzige was funktionieren würde...

      (6) 19.05.18 - 12:47

      Hey ganz ehrlich 40 Std sind Standard und die meisten Menschen machen nach der Arbeit noch eine Kleinigkeit im Haushalt. Ein Mann der nach der Arbeit zum noch wachen Kind nach Hause kommt ist kein guter Vater.
      Es ist schon klar und gerecht dass du den Bärenteil des Haushalts schmeißt. Ihr habt die Aufteilung eben so. Aber er kann seinen Teil dennoch erledigen: am WE und vor allem nicht noch mehr Arbeit machen.
      Ich würde ihm das sagen und fortan sein Zeug in einer großen kiste o.ä. sammeln und am Ende der Woche präsentieren. Wenn es immer auf magische Weise verschwindet merkt er es nicht. War vermutlich schon sein ganzes Leben so.

      • Ich würde sein Zeug in einer Kiste sammeln und am Ende der Woche in den Müll kippen.

        Ernsthaft: ich würde mit Trennung drohen und wenn er dann den Hintern nicht hochkriegt, diese auch durchziehen.

    Hi,

    Habe deinen Beitrag gelesen uns musste direkt an meinen Freund denken.

    Das lange wach bleiben (selbst wenn er arbeiten muss), das Stehenlassen von Geschirr, das Herumliegenlassen von Klamotten....

    Habe lediglich EINEN Tipp, denn das mache ich derzeit mit meinem Freund: Lege alles an Schmutzwäsche auf seine Seite vom Bett. Dann MUSS er sie wegräumen um zu schlafen. Klar kann es sein, dass er die Sachen einfach nur herunter pfeffert aber dann legst du sie am nächsten Tag wieder drauf solange bis er sie in den Wäschekorb packt.

    Hatte überlegt das Gleiche mit Geschirr zu machen aber ich glaube das endet in einer Sauerei.

    Vor dem Kind hat er „geholfen“? Aber da habt ihr doch vermutlich beide gearbeitet. War der Haushalt da auch nur dein Job, bei dem er großzügig „geholfen“ hat?
    Dann denkt er jetzt wahrscheinlich, du hast den ganzen Tag frei und brauchst keine „Hilfe* mehr.

    (10) 19.05.18 - 15:09

    sicher, das es erst mit dem Kind anfing?
    Kann ich kaum glauben, das ein vernünftig denkender Mensch seine ganzen Prinzipien, Erziehung und Lebensstil von heute auf morgen ändern kann.

    (11) 19.05.18 - 15:10

    Puh, ich bin geschockt über manche Antworten hier. Ja, es gibt faule Männer, aber oft gibt es andere Gründe dafür.

    Ich habe auch so ein Exemplar zuhause und bei uns klappt es mit Druck und Bettelei nicht besser. Wie hier schon jemand anmerkte, nehme ich auch regelmäßig Kartons, wo ich alles von meinem Partner reinwerfe, was rumliegt und es in sein Büro oder auf sein Bett stelle. Meist werden die Kartons nicht ausgepackt. An den restlichen Verhaltensweisen störe ich mich nicht mehr wirklich, denn ich habe mit mir selbst und unserem Kind genug zu tun, notfalls gehe ich eben allein mit ihr raus. Weiterhin bin ich bemüht, baldmöglichst selbst wieder arbeiten zu gehen, um finanziell unabhängig zu bleiben.

    Das Kind bei ihm lassen...puh, das würde ich bei einem so kleinen Kind nicht machen. Das letzte Mal, als ich sieben Stunden weg war, bekam unsere damals sechszehn Monate alte Tochter nichts zu trinken, auch keine Milchflasche - bei 22 Grad Aussentemperatur, sie bekam ein Salami-Toast und Fruchtgummis! Ich dachte, ich breche zusammen, als ich das hörte. Noch nicht genug: Vater und Kind waren die ganze Zeit im Wohnzimmer, er hat geschlafen und sie sich selbst überlassen! Was sich jetzt liest wie bei "Familien im Brennpunkt" ist ein hochqualifizierter, studierter Mann von Mitte 30. Ich denke bei meinem Partner auch, dass er psychische Probleme hat, aber ärztliche Hilfe lehnt er ab.
    Falls Dein Partner wirklich depressiv ist, wirst Du mit Druck ebenfalls wenig erreichen. Es kommt auch schonmal vor, dass Männer unter postpartaler Depression leiden und mit ihrer neuen Rolle Schwierigkeiten haben, der soziale Einfluss ist da nicht zu verachten. Vielleicht solltest Du hier ansetzen? Ich will sein Verhalten nicht entschuldigen, es ist absolut nicht ok, aber Du musst in erster Linie an Dich und Dein Kind denken, dass mit Euch alles gut läuft, alles andere ist nachrangig.

    Wer Partnern von Menschen mit Depression rät, Druck zu machen, weiß nicht, dass dies gar nicht zielführend ist. Leider ist es schwer, Depressionen zu erkennen, denn meist werden die Personen als faul bezeichnet. Vielmehr ist es so, dass derjenige gefühlt ständig im Stress ist und deshalb nicht weiß, wo er anfangen soll.

    • Hallo,

      wow....wieso bekommt man mit so einem ein Kind? Das arme Mädchen :(

      Schlimm!



      vg
      novemberhorror

      • Das Kind war nicht geplant und die Schwangerschaft erst im fünften Monat bemerkt. Ich bin übrigens kein Teenie, sondern Ende 30 und habe auch studiert. 😉

        Und, bevor bei mir weitere Kommentare in Richtung "Unmöglich, wie bei RTL" kommen: ja, er war vor und in der Schwangerschaft anders! Wir waren sehr aktiv und haben viel unternommen, er hat seit der Geburt des Kindes bestimmt 40kg zugenommen. Ich kann mir das ganze auch nicht erklären, nach außen zeigt er sich als mustergültiger und stolzer Papa, aber nur zuhause sieht es anders aus. Wie gesagt, solche Menschen brauchen eigentlich Hilfe, die ich aber nicht leisten kann, sonst gehe ich selbst dran zugrunde. Da unsere Familien mindestens 70km entfernt wohnen und wir vor Ort niemanden für Notfälle haben, ist es für mich schon eine Belastung, abwägen zu müssen, ob ich das Kind bei seinem Vater lassen kann oder es lieber mitnehme.

        Ich glaube, das könnte bei dem Mann von der TE auch der Fall sein - was nach außen nach Faulheit aussieht, ist in Wirklichkeit Hilflosigkeit, mit der Situation fertig zu werden. Bei den Frauen sind postpartale Depressionen akzeptiert, bei Männern hingegen fast unbekannt.

        • Euer Kind bekam sieben! stunden nichts zu trinken. Wieso trennst du dich nicht? Er ist verantwortungslos!

          Sungo. Du hilfst ihm nicht wenn du ihn daheim pufferst und deckst. Du kommst früher oder später nur mit in den Strudel.
          Mach ihn verantwortlich für sich und sein tun. Und wenn du dafür ausziehst bis er die Psyche im Griff hat.
          Er kann das nur alleine. Und solange du ihm pufferst hat er keinen Grund dazu. So hart es ist. Wenn er bisher Euch zuliebe nix geändert hat wird er das auch in Zukinft nicht.
          Bring ihn (wieder) in Verantwortung für sich selbst.

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