Wie damit umgehen, fast Trennung der Eltern?

    • (1) 12.06.18 - 12:43

      Hallo ihr lieben,

      meine Eltern sind seit 32 Jahren verheiratet, zusammen schon länger. Streiten tun die beiden nicht wirklich. Wenn es mal Streitpunkte gibt, wird entweder drüber gesprochen oder man redet 1-2 Tage nur das nötigste und dann ist alles wieder in Ordnung. Ich kenne das nicht anders.

      Am Sonntag war mein Papa kurz bei uns um was abzuholen. Wir unterhielten uns über meine Freundin, die sich mit 2 Kindern und neu gebautem Haus gerade trennt (arbeitet in der gleichen Firma wie mein Papa) und plötzlich eröffnte er mir, dass meine Mama und er sich vor ca. 1 Jahr fast getrennt hätten #schock#schock#schock. Der Alltag hätte sich eingeschlichen und sie hätten mehr oder weniger nur noch nebeneinander her gelebt :-(. Auf die Frage meines Vaters ob sie sich für eine gewisse Zeit trennen sollten wußte meine Mama keine Antwort, woraufhin sie sich nach ein paar Tagen noch mal zusammengesetzt und geredet haben und seitdem ist alles wieder in Ordnung.

      Für mich ist seit Sonntag irgendwie nichts mehr wie vorher. Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass beide erwachsen sind, aber meine Vorbilder und Trennung #zitter. Auf der einen Seite macht es mir zu schaffen, dass ich nichts gemerkt habe und zum anderen hab ich jetzt das Gefühl, bei jeder kleinsten Meinungsverscheidenheit trennen sie sich #schmoll.

      Meine Mama weiß nicht das ich es weiß und ich hab auch nicht vor ihr das zu sagen, schon allein aus Angst es könnte Streit mit meinem Papa geben, weil sie nicht will/wollte das ich es weiß.

      Ich weiß nicht so richtig wie ich damit umgehen soll #kratz. Einfach auf sich beruhen lassen, in der Hoffnung dass sie nicht nochmal vor diesem Punkt stehen?

      Lg Annika

      • (2) 12.06.18 - 12:59

        Hm, keine Ahnung wie du damit umgehen sollst.
        Ich für meinen Teil habe dazu zwei Gedanken:
        - Die Sorge, das sie aus Gewohnheit zusammenbleiben und auf etwas verzichten, was ihnen fehlt. Denn mal ehrlich, die Wahrscheinlichkeit, das sich Probleme aus 30 Jahren mit ein paar kurzen Gesprächen in Luft auflösen ist doch schon sehr utopisch. Das fände ich wirklich schlimm.
        - Lieber getrennt als Tod.

        • Ich denke die Probleme sind eher aus den letzten 2 Jahren, seitdem mein Papa auch in Rente ist. Das ist ja doch eine Riesenumstellung und der Alltag ändert sich dann ja auch schlagartig, denn mein Papa ist LKW-Fahrer und war somit immer die ganze Woche unterwegs.

          Ich denke/hoffe, dass es nicht aus Gewohnheit ist.

      Hallo,

      ich würde es einfach auf sich beruhen lassen. Warum nimmt dich das überhaupt so mit? Du bist doch selbst erwachsen und weißt, dass Menschen sich auch auseinander leben können. Oder nicht? Dafür muss man sich auch nicht permanent streiten.

      Ich finde auch nicht, dass du hoffen solltest, dass deine Eltern nie wieder an diesem Punkt stehen. Wichtig ist doch, dass deine Eltern glücklich sind. Wenn das Zusammenleben nur noch unglücklich macht, sollte man sich trennen. Das letzte was deine Eltern dann gebrauchen können, ist eine erwachsene Tochter, die daraus ein Drama und ihren Eltern damit (wenn auch ungewollt) Schuldgefühle macht, weil ihr Traum der perfekten Ehe ihrer Eltern platzt.

      LG

      • Warum nimmt dich das überhaupt so mit?

        Weil es meine Eltern sind? Meine Vorbilder, nicht nur im Hinblick auf die Ehe.Vielleicht sehe ich das etwas zu eng und ich habe auch keinesfalls vor, ein Drama daraus zu machen. Natürlich weiß ich, dass Menschen sich trennen, aber für mich ist es innerhalb der Familie was anderes.

    Hallo Annika,

    du bist doch schon groß oder?
    Wieso nimmt dich das so mit?

    An dem Punkt würde ich ansetzen!!

    Erwachsene MEnschen trennen sich nunmal eben auch mal, um wieder woanders glücklich zu werden... das kann Lauf der Dinge sein...

    Ich will auch nicht behaupten, dass ich bis zum Tod mit meinem Mann verheiratet bleibe.. Wer weiß was die Zukunft bringt?

    Ich fände es auch schade, wenn meine Eltern sich jetzt trennen sollten...
    Aber dann wäre es so - die beiden sind erwachsen und wissen was sie tun.
    Lieber besuche ich meine Eltern in getrennten Wohnungen, als in einer gemeinsamen Wohnung, aber jeder schweigend in einer anderen Ecke....

    LG

    • Wieso nimmt dich das so mit?

      Weil es meine Eltern sind und eben auch meine Vorbilder zu denen ich aufsehe nicht nur im Hinblick auf die Ehe.

      Ich finde es erstaunlich, dass diese Frage nun schon öfter kommt. Ist es denn so absurd, dass einen die Trennung der Eltern mitnehmen würde?

Ich muss ja gestehen, dass ich es immer sehr befremdlich finde, wenn bei erwachsenen Menschen die halbe Welt einstürzt, wenn sie erkennen, dass ihre Eltern auch nur eine stinknormale Ehe mit Hochs und Tiefs führen. Aber vielleicht darf ich mir da auch kein Urteil erlauben, weil sich meine Eltern mehr als hässlich getrennt haben, als ich erst acht war.

Was genau schwebt dir denn vor, wie du aktiv werden möchtest? Ich würde es ganz klar NICHT tun. Aus folgenden Gründen:

1) Du sagst selbst, deine Mutter weiß nicht, dass du davon Kenntnis hast. Also warum deinen Vater "verpetzen" und Ärger provozieren?

2) Mal ehrlich, hättest du Eheprobleme, würdest du wohl auch nicht wollen, dass sich jemand reinhängt. (Außer es würde sich um Gewalt oder ähnliches drehen.)

3) Wenn du wirklich mit deiner Mutter redest, wird sie vielleicht etwas tiefer ins Detail gehen. Die möchtest du aber sicher nicht hören. Eventuell wirst du dich sogar genötigt fühlen, ein Elternteil zu verteidigen oder Stellung zu beziehen. Das ist doch völlig unnötiger Stress.

Und noch dazu: Was möchtest du damit erreichen? Zum Ausdruck bringen, wie furchtbar eine Trennung für dich wäre? Ihnen Ehetipps geben? Darauf würde ich aus obigen Gründen verzichten.

Sie haben sich ja nicht getrennt und wollen vielleicht aneinander arbeiten oder haben sich mit der Situation doch ganz gut arrangiert. Du schreibst, es würde vermutlich am Ruhestand deines Vaters liegen. Es dauert ja auch einige Zeit, bis man sich in diese veränderten Rollen einfindet.

  • Wie schon geschrieben, habe ich nicht vor es meiner Mama zu sagen, eben aus dem Grund Ärger zu provozieren.

    Mich nimmt das nunmal mit und wenn ich ehrlich bin wäre es mir lieber gewesen, er hätte nichts gesagt. es ist eben ein komisches Gefühl, dieses Wissen darüber, dass sie sich fast getrennt hätten.

    • Naja, dann wirst du es wohl auf sich beruhen lassen müssen. Außer du willst noch mal mit deinem Vater darüber sprechen. Aber was sagen?

      Lass es halt einfach sacken. Sie haben sich nicht getrennt. Punkt. Natürlich kann in jeder Partnerschaft der Punkt kommen, an dem man sich auseinander lebt. Auch bei den eigenen Eltern. Das hat nichts damit zu tun, dass sie nicht mehr deine Vorbilder sein können, was die Ehe angeht. Das wären sie für mich z. B. erst dann nicht, wenn sie es kampflos aufgeben oder aber eine Schlammschlacht ausbricht. Aber als erwachsener Mensch sollte man doch schon so reflektiert sein, dass man weiß, dass auch die Ehe der eigenen Eltern nicht immer rosarot ist. Das ist ja schließlich ganz normal.

Warum steigerst du dich da so derart rein? #gruebel

  • Ich steigere mich nicht rein, mir macht das eben zu schaffen, aber wenn ich das hier so lese, scheine ich damit alleine zu sein. Vom Gefühl her würde es die meisten hier nicht beschäftigen.

    Du brauchst Dich nicht rechtfertigen. Selbst erwachsene Kinder möchten gerne eine heile Familie haben. Ich bin sicher, dass meine erwachsene Tochter auch erschüttert gewesen wäre, wenn meine Ehe gewackelt hätte, obwohl mein Mann nur ihr Stiefvater war. Aber sie kannte keinen anderen Vater und machte keinen Unterschied. Als es bei uns vor Jahren mal krachte und ich bei meiner Tochter Dampf abließ und ich vor mich hin wütete, kuckte sie mich ganz verunsichert an und meinte "aber du bleibst schon bei Papa?!?!" Da musste ich dann sogar grinsen und beruhigte sie. Da war sie auch sicher schon Mitte 30#schwitz
    Kommentare solltest Du keine abgeben, die beiden müssen das schon unter sich regeln. Selbst wenn sie sich trennten, brauchst Du ja zu keinem "halten" und über den anderen meckern, es bleiben immer beides Deine Eltern. LG Moni

Huhu,

ich muss mich den anderen anschließen. Ich kann tatsächlich auch nicht verstehen, wieso dich das Ganze so mitnimmt.

LG

  • Das ist mir auch schon aufgefallen. Anscheinend bin ich die einzige, der eine Trennung der Eltern zu schaffen machen würde.

    Ja für mich wäre es schlimm.

    • Das bist du sicher nicht. Aber deine Eltern hatten vor einem Jahr (!) eine Krise. Es ist nichts Akutes. Das solltest du dir immer wieder vor Augen halten.

      Wenn du deinem Mann heute gestehen würdest, dass du vor einem Jahr fast (!) einen Autounfall gebaut hättest - meinst du, er würde dich dann vor lauter Sorge nicht mehr ans Steuer lassen?

      • Autounfall und Trennung sind wohl zwei verschiedene Paar Schuhe. Ja es ist 1 Jahr her und nicht mehr akut, aber ich weiß es ja nicht seit 1 Jahr, sondern seit Sonntag und ja es beschäftigt mich.

    Für mich persönlich macht das ein bisschen einen Unterschied, in welchem Alter und welcher Situation das passiert.

    Meine Eltern haben sich beispielsweise scheiden lassen, da war ich noch relativ jung. Lebte natürlich noch Zuhause. Für mich war das aber nie schlimm. Besser so, als wenn sie sich weiter gestritten hätten und länger unglücklich gewesen wären. Ich habe meinen Papa jedes zweite Wochenende und länger in den Ferien gesehen. Das war völlig OK so.

    Ich finde wenn man nicht mehr Zuhause lebt, dann verändert dieser Schritt der Eltern das eigene Leben noch viel weniger. Natürlich wäre es traurig/schade, aber man hätte ja trotzdem die Bindung zu beiden wie vorher auch, nur dass sie nun hoffentlich glücklich an getrennten Orten weiterleben, anstatt unglücklich zusammen bleiben.

    Das einzige was bei geschiedenen Eltern für mich persönlich nervig ist, sind Feste wie Weihnachten oder ähnliches, wo man eine ziemliche Fahrerei hat, wenn die Eltern - wie bei mir - mehrere hundert Kilometer in unterschiedliche Richtungen vom eigenen Wohnort entfernt wohnen.

    Das ist aber alles nur meine ganz persönliche Einschätzung und Empfindung zu dem Thema. Es ist ja völlig OK, dass du das ganz anders siehst.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    LG

    "Ja für mich wäre es schlimm."

    Das ist der Punkt: Es geht überhaupt nicht um DICH! Ihr Umgang miteinander hat rein gar nichts mit DIR zutun. Egal wie es dir geht, du wirst nichts ändern können. Und aus dem Alter, wo die Eltern evtl. überlegen, noch ein paar Jahre wegen des jungen Kindes zusammenzubleiben, bist du Jahrzehnte raus.

    Ein bisschen gesundes Abnabeln würde dir, denke ich, ganz gut tun.

    • Was hat das mit abnabeln zu tun? Ja ich habe ein inniges Verhältnis zu meinen Eltern und darauf bin ich sehr stolz, denn sie sind wunderbare Eltern und Großeltern.

      Wahrscheinlich nimmt es mich deswegen auch so mit. Es ist nunmal nicht so, dass ich so tun kann als wäre nichts gewesen, auch wenn es schon 1 Jahr her ist und sie es offensichtlich überwunden haben.

      Es hat mich getroffen, wohl auch, weil ich nichts gemerkt habe, was an der Situation sicher auch nichts geändert hätte. Aber ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass sie nie an so einem Punkt sein werden.

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