Haushalt, Kinder, aktives spielen...

    • (1) 13.06.18 - 07:07

      Ihr Lieben
      Ich bin die Tage hin und her gerissen. Habe nun schon in einigen Foren gestöbert und habe nun langsam den Eindruck dass ich total übertreibe.

      Unser großer Sohn wird nun drei Jahre alt. Leider ist wohl erst Ende des Jahres ein Kindergartenplatz für ihn frei. Der Kleine ist nun 16 Monate alt. Ich habe sehr selbständige Kinder, würde ich jetzt mal sagen. Sie brauchen keine Dauer Bespaßung. Wir haben eine sehr großes Haus. Ich bin zur Zeit noch in Elternzeit, und arbeite gerade nebenbei als Tagesmutter.

      Nun zu meinem “Problem“:
      Am Wochenende bin ich in Tränen ausgebrochen. Ich habe das Gefühl, überhaupt nichts gebacken zu bekommen. Mein Mann versteht mich nicht so richtig, er findet bei uns sieht es super aus. Er sagt, dafür, dass wir zwei kleine Kinder haben und ich nebenher noch manchmal arbeiten gehe, ist es bei uns toll und ich muss endlich aufhören so perfektionistisch zu sein.

      Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich das Gefühl habe die Kinder wegen des Haushalts zu vernachlässigen.



      Ich frage mich, wie andere das machen. Wie viel Zeit spielt ihr aktiv mit euren Kindern? Es muss doch geputzt werden. Ich möchte, dass man spontan zu uns kommen kann ohne rückwärts wieder zur Haustür heraus zu fallen .

      Oft muss ich leider zum großen sagen, ja ich komme gleich, ich wische grade noch schnell die Küche. Oder ich habe jetzt keine Zeit, ich mache erst die Wäsche und so weiter....

      Das macht mir ein schlechtes Gewissen. Natürlich spiele ich mit ihm, und wenn das Tageskind da ist putze ich überhaupt nicht und bin fast nur in den Kinderzimmern bzw. Draußen mit ihnen.
      Habe ich zu große Ansprüche? Kann es sein, dass das was ich mir vorstelle überhaupt nicht zu erreichen ist? Wenn mein Mann abends kommt, habe ich selbst eigene Termine. Zweimal Gesangsunterricht, Kirchenchor, Fahrschule und eben noch ab und zu arbeiten.

      Die Wochenenden möchte ich gerne als Familie verbringen. Ich will da nicht den ganzen Tag putzen. Da sind wir oft im Garten.

      Zu meinem schlechten Gewissen wegen des Putzens kommt noch hinzu, dass ich oft nicht weiß was ich spielen soll. Mir macht spielen einfach keinen Spaß. Oft frage ich mich ob es überhaupt eine gute Idee war dass ich Kinder bekommen habe. Ich sehe mich oft als schlechte Mutter. Mit mir wurde früher auch nicht viel gespielt. Ich bin Einzelkind. Eigentlich wurde mit mir überhaupt nicht gespielt. Bin bei der Oma groß geworden, und habe sehr oft gehört dass sie jetzt keine Zeit hat weil sie putzen muss. Nun bin ich 30 Jahre später genauso.

      Der große spielt gerne Duplo, ich weiß einfach nicht was ich bauen soll. Ich sehe mich eigentlich als sehr kreativen Mensch. Begleite die Lieder mit der Gitarre, Bastler mit den Kindern. Aber Dinge spielen kann ich irgendwie nicht. Ich sitze dann da und habe keine Ahnung was ich tun soll. Und gleichzeitig verurteile ich mich im Kopf schon wieder dass ich keine gute Mutter bin.

      Wenn ich mir das jetzt so durchlese was ich geschrieben habe , merke ich das in meinem Kopf wahrscheinlich irgendwas nicht so richtig ist.

      Ich weiß jetzt gar nicht was ich eigentlich von euch hören will. Ich musste das jetzt einfach einmal hinschreiben. Meine Kinder tun mir oft Leid dass sie so eine Mutter will mich haben.

      • Du Arme, tut mir leid dass du dich im Moment so fühlst :-/
        Als ich deinen Text gelesen habe, habe ich keine Sekunde lang gedacht dass du eine schlechte Mutter bist! Du bemühst dich offenbar sehr deinen Kindern gerecht zu werden und auch den Haushalt zu meistern.
        Ich kann verstehen dass du diesen nicht links liegen lassen willst. Für mich hört es sich nicht so an als würdest du zu wenig mit deinen Kindern spielen. Du schreibst doch dass du viel in den Kinderzimmern und draußen bist mit ihnen plus dem Tageskind.
        Auch am Wochenende verbringst du Zeit mit ihnen.
        Ich finde es normal dass nicht jeder Erwachsene was mit Duplo anfangen kann!
        Das musst du doch nicht. Du begleitest ihr Singen auf der Gitarre, wie viele Eltern können das? Nicht sehr viele, denke ich.
        Es ist absolut in Ordnung wenn du auf deine Stärken setzt beim Spielen, wie Singen und Basteln etc. Vielleicht kann der Papa dann am Wochenende mal mit dem Sohnemann Duplo bauen, falls ihm das eher liegt.
        Ich denke dein Mann hat Recht, dass du perfektionistisch veranlagt bist. Oft verlangt man dabei viel zu viel von sich selbst. Ich kenne das von mir selber.
        Ich frag mich manchmal ob es mich stören würde wenn ich woanders hin komme und es sieht etwas wüst aus, weil die betreffende Person mir sagt sie habe lieber mit den Kindern gespielt als aufgeräumt...ich würde es toll finden! Guten Freunden wird das wirklich herzlich egal sein, und auf die Meinung der anderen kannst du sowieso pfeifen ;)

        • Vielen Dank. Ja mein Mann kann super Duplo spielen.. das ist es vielleicht auch.. die Bauen Sachen und spielen dann richtig lange ein Rollenspiel. Jetzt wird ein Haus gebaut, dann ein Kran, der reisst das Haus wieder ab.... auf so was komm ich gar nicht. Dann denke ich, mit ihm alleine hätten sie es viel besser..

          Hajajaj... wenn ich das so lese.. wenn mein Mann das lesen würde.... der sieht das ganz anders..und versucht mich immer aufzubauen..mir das positive zu zeigen .. es fällt mir so schwer..

          • Es gibt doch mit Sicherheit auch Dinge die du viel besser kannst als dein Mann! Deswegen würde er doch auch nicht denken dass ihr es ohne ihn besser hättet.
            Deine Kinder lieben und brauchen dich, völlig wurscht ob du gut Duplo spielen kannst! :)

          • Da muss ich jetzt doch etwas lachen.

            Mein Mann ist Bauingenieur und baut mit unserer Tochter die tollsten Sachen mit Lego Duplo.
            Ich baue immer!!!! wirklich immer! einen Pferdestall mit Koppel dazu :-D
            Mir fällt einfach nichts anderes ein.

            Dafür lese ich sehr gerne mit ihr und gehe mit ihr raus (spazieren, auf den Spielplatz, Steine sammeln usw), dass mag mein Mann nicht so gerne.

            Ich denke mal jeder hat seine Stärken im Bereich spielen. Und so kann man sich ja auch gut ergänzen.

            Mir ist der Haushalt ebenfalls sehr wichtig. Meine Tochter ist allerdings erst 1,5 Jahre alt und putzt mit voller Begeisterung mit.

            Mal sehen, wie das dann später mal klappt.

        Der Haushalt ist ein ewiger Kampf bei dem es nur Verlierer gibt! Ein bisschen Chaos und Schmutz sind völlig in Ordnung. Ich finde die Haushalte in denen regelmäßig alles wie geleckt aussieht am befremdlichsten. Wo was herumliegt hingegen fühle ich mich direkt wohler weil es irgendwie menschlicher ist. Das Leben ist keine Ikeaausstellung.
        Das mit dem Spielen klingt eher nach einem Thema. Vielleicht fragst du deine Kinder wie sie gerne hätten dass du in dem Moment spielst. Ich lasse primär auch mein Kind machen, sie ist aber viel jünger. Trotzdem baue ich darauf auf. Wenn sie ihre Stofftiere füttert besorge ich mehr zum füttern und trinken. Danach gehen sie eventuell auf die Toilette etc. So macht es dein Mann ja auch. Man assoziiert nur. Das kannst du auch locker. Wenn es dir wenig Spaß macht brauchst du dich aber auch nicht zwingen. Mir hat es als Kind gereicht dass meine Mama eben dabei war und es kommentiert hat oder nur ganz wenig mitspielte. Es gibt da also ganz unterschiedliche Konzepte.
        Dass du zB singst und Gitarre spielst ist doch auch unheimlich toll. Kinder lieben Musik.
        Abends ist es doch auch nur fair dass du eigene Dinge machen kannst. Welchen Schein machst du denn in der Fahrschule?

Hey,
du bist keine schlechte Mutter, du musst nur mit dir selbst und deiner Vergangenheit uns Reine kommen.
Wenn du es so beschreibst, putzt du hauptsächlich so viel, damit andere Leute kein falsches Bild von euch gewinnen könnten. Dein Mann sagt es ist super und sauber, dann lass doch den Lappen mal einen Tag lang liegen 😉 das fällt dir aber schwer, weil du es selbst nie anders erfahren hast in deiner Kindheit. Auch dass du „nicht spielen“ kannst, ist nicht verwunderlich, da du es nie gelernt bzw vorgelebt bekommen hast. Dafür hast du aber ja andere Qualitäten wie das Basteln usw.
Manchmal reicht es auch einfach schön, sich zu den Kindern dazuzusetzen. Die Ideen haben die doch meist von ganz allein.
Nimm den Druck raus.
Heute bauen viele nur noch (ich sag’s mal übertrieben) 200qm-Häuser und wundern sich dann, dass sie so viel putzen müssen und keine Zeit mehr haben...
Du bist keine schlechte Mutter, aber du solltest aufpassen, dass dein Putzwahn nur zur Wahrung eurer Anerkennung durch andere Leute nicht Überhand nimmt.

Und glaube mir, nicht nur du hast es gerne sauber und putzt viel, dennoch achten die meisten Leute nicht auf einen Staubkorn oben auf der Türkante, wenn sie mal eben bei euch vorbeischauen....

LG

  • Das stimmt...wenn ich z.B. woanders bin, achte ich überhaupt nicht auf Sauberkeit, Staub etc.
    Aber bei uns zuhause fällt mir natürlich jedes Eckchen auf. Schon verrückt :-). Meine Bekannte jammert immer, dass es bri ihr sooo furchtbar aussieht. Bin ich dann da, frage ich mich, was sie meint #kratz.

    • (12) 13.06.18 - 11:36

      Siehst du. Die Wahrnehmungen sind da einfach unterschiedlich bei sich zu Hause und bei anderen. Ich würde mich nicht als Person mit Sauberkeitswahn o.ä. bezeichnen aber als kurz vor der Geburt meiner Tochter noch 3 Freundinnen von mir vorbei kommen wollten, hatte ich sie vorgewarnt, dass ich es aufgrund meiner körperlichen Verfassung evtl. nicht mehr schaffe vorher noch aufzuräumen und sauber zu machen. Aufgeräumt hatte ich dann noch ein wenig, sauber gemacht nicht. Als sie rein kamen, meinte eine von ihnen dann "ach, du hast ja doch noch extra sauber gemacht" und als ich das verneinte waren sie sich aber alle einig, dass es doch sauber wäre und es total unnötig gewesen wäre, wenn ich bei dem Zustand nochmal extra sauber gemacht hätte... in meinen Augen war das eigentlich nötig...bei sich selbst weiß man nunmal auch wann man was zuletzt wie ordentlich gemacht hat und was man nicht geschafft hat etc. Daher fallen einem die "unsauberen" Stellen mehr auf.

Ich habe Putzen und ein ordentliches Haus irgendwo ganz hinten in meiner Prioritätenliste. Zumal Putzen mit Kleinkindern ja ungefähr so ist wie Zähneputzen und gleichzeitig Schokokekse essen. ;-)

Ich habe eine Putzfrau und ansonsten streng geregelte Zeiten, in denen ich was mache. Nach dem Mittagessen räume ich die Spülmaschine ein und hänge eine Ladung Wäsche auf. Das geht schnell. Richtig aufräumen tu ich abends, wenn die Kids im Bett sind, mache noch eine Spülmaschine voll und hänge noch eine Wäsche auf. Morgens, wenn die Kinder im Kiga sind, mache ich wieder eine Spülmaschine voll und räume auf, mache Betten und sauge einmal gründlich durch. Den Rest macht bei uns die Putzfrau.

Mal schnell hier und da was wischen mache ich nicht, da werde ich ganz kirre bei.

Mit meinen Kindern habe ich immer gern gespielt: Singspiele, Fingerspiele, malen und Basteln, Bücher angucken, ich spiele auch gern mit Spielzeug mit auf dem Teppich mit.... mittlerweile sind sie 7 und 6 und erledigen das mit dem Spielen selber.

Schön und nützlich fand ich auch schon immer Spielbesuch, schon von Baby an. Gern laden wir jemanden zu uns ein oder sind eingeladen.

(15) 13.06.18 - 08:48

Deine Ansprüche sind wirklich etwas hoch. Ein Haushalt mit kleinen Kindern muss nicht blitzen und blinken. Und man muss auch nicht gerne spielen wollen als Mama oder ständig am
Kind kleben nur weil es ruft und das x-Te mal die Fliege an der Wand zeigen will.
Insgesamt musst du dir sagen, nicht die Menge des gemeinsamen Zusammenseins und Spielens ist wichtig, sondern die Intensität. Kinder merken wenn man etwas tut was man nicht mag. Ich mag auch keine Spiele. Außer Lego Duplo und schwarzer Peter halte ich mich da raus. Das macht mein Mann. Männer sind da irgendwie verspielter. Fällt mir immer wieder auf. Lach.
Ich bin eher die die vorliest, kuschelt oder auch im Sandkasten diverse Sandkuchen futtert. Auch basteln mag ich überhaupt nicht. Da bin ich ganz froh dass das in der Kita gemacht wird. Auch für Ballspiele ist mein Mann zuständig.

Mein Haushalt hält sich wacker. Aber Blitze blank wie bei Haushalten ohne Kinder ist es eben nicht. Ich habe drei Kinder (7,4 und 5 Monate) und arbeite derzeit Drei Tage die Woche im Homeoffice mit baby. Das geht auch nur, weil mein Zwerg eher ein anfangerbaby ist und die spieldecke ausgiebig nutzt. Bei meinem ersten Kind damals wäre das nicht gegangen. Sie konnte erst mit 4 alleine spielen und brauchte ständige bespaßung.


Wenn deine Kinder auch gut so spielen können, dann ist doch alles in Ordnung. Ich denke, man macht sich oft als Frau zu viel Stress. Man will sich was beweisen, oft Gegenüber anderen Müttern. Aber wozu. Wer zu mir unangemeldet kommt muss damit rechnen, dass wäscheständer rum stehen oder Spielzeug im Wohnzimmer liegt. Wir leben ja schließlich nicht im
Museum. Und ich muss auch nicht ständig wischen. Das alles muss man erst lernen und ist ein Prozess. Dein Mann ist doch voll zufrieden, deine Kinder offensichtlich auch. Also bleib gelassen und mach dir kein schlechtes Gewissen über Probleme wo keine sind.

Ganz ruhig ....Perfekt ist keiner.
Ich habe nur ein kleines Kind (und ein großes) der kleine ist im kiga....hund, Arbeit....hier kann man auch selten vom Boden essen, 3 Bäder putzen....Was kochen....Und das übliche. Man ist auch nur ein Mensch und von dem Anspruch das es PERFEKT sein muss, hab ich mich verabschiedet. Kinder sind nur einmal und eine kurze Zeit klein. In wenigen Jahren bleibt genug Zeit zum putzen. Ich bin übrigens auch keine mama die gerne spielt. Es "langweilt" mich und oft fange ich an zu gähnen und könnte mich lieber ins Kinderzimmer legen und schlafen.

Mein mann spielt gerne mit lego...Ich bin eben anders, mit mir kann man spazieren gehen, Tiere entdecken, singen,tanzen, auch mal fangen spielen. Ich kann eher etwas mit einem größeren kind spielen....gesellschaftsspiele, basteln.

Ich habe die Gedanken, die du hast, leider häufig auch... Das Gefühl, immer einem nicht gerecht zu werden, sei es das Kind, die Arbeit, der Haushalt, der Mann... Irgend etwas bleibt gefühlt immer auf der Strecke. Konzentriere ich mich mehr auf das Kind, fällt der Haushalt hinten runter und anders herum. Auch gibt es Tage, an denen ich mein Kind aus dem KiGa hole und sage, du musst alleine spielen, ich muss noch arbeiten.

Ich kann ebenso schlecht mit meinem Kind spielen. Mir fehlt jegliche Kreativität für das Spielen mit Spielzeug und Basteln. Dafür tobe und balge ich mehr mit meinem Kind, wir puzzeln zusammen oder spielen Gesellschaftsspiele. Jetzt im Sommer "hilft" mir mein Kind auch viel im Garten oder sowas. Auch das sehe ich mehr oder weniger als Spiel, denn für die Kinder ist das doch alles noch Spiel.

Man muss sich von dem Anspruch trennen, allem immer gerecht werden zu können.
Du verbringst jeden Tag mit deinen Kindern, weil sie noch keine Einrichtung besuchen - es gibt nicht viele Eltern, die so viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Du scheinst ja allein durch das Tageskind schon recht viel Spielzeit zu haben und das ist auch gut so. Auch der Haushalt kann spielerisch in den Tagesablauf der Kinder eingebracht werden, indem sie "helfen".

Hinsichtlich des Putzens kannst du dir natürlich auch Unterstützung in Form einer Haushaltshilfe holen, sodass du mehr Freiräume hast. Ich stelle das Saubermachen auch nicht gerne über die Zeit mit meinem Kind aber mal ganz ehrlich - es geht manchmal nicht anders und wenn dein Ältester nicht in den KiGa geht, musst du nunmal in seinem Beisein irgendwann den Haushalt erledigen. Ich finde es sehr förderlich, wenn Kinder von Anfang an mitbekommen, dass Eltern arbeiten gehen müssen und einen Haushalt zu führen haben.

(20) 13.06.18 - 09:12

Hallo,
ich finde das alles gar nicht ungewöhnlich. Für mich ist es völlig okay, dass du erst eine Tätigkeit beendest und dich DANN den Kids widmest, wenn es kein Notfall ist. Du könntest auch putzen/aufräumen, wenn das Tageskind da ist, es soll ja mitlaufen wie ein eigenes Kind und nicht dauerbespaßt werden.
Bzgl. Spielen: Ich bin auch nicht so der Bodenhocker-Rollenspieler-Bastelfreak. Und weißt du was? Das macht gar nichts! Meine 3 spielen (haben gespielt) immer toll miteinander und alleine, ich freue mich, wenn sie sich gut beschäftigen und Spaß haben. Ich backe / koche lieber mit ihnen, wir gehen raus oder fahren irgendwohin.
Ich kann nirgends herauslesen, dass du dich wie eine schlechte Mutter fühlen müsstest, wie kommst du darauf bloß?
Kopf hoch & liebe Grüße

(21) 13.06.18 - 09:27

Ich glaube viele Erwachsene können nicht so gut mit Kindern spielen, auch Eltern! Bei vielen Sachen hab ich auch oft das Gefühl ich müsste mich verstellen oder vortäuschen dabei Spaß zu haben - dann mach ich es lieber gar nicht. Aber ich glaube auch, das ist überhaupt nicht schlimm! Hauptsache du verbringst Zeit mit deinen Kindern - das muss nicht unbedingt spielen sein - und die Kinder haben sonst die Möglichkeit zu spielen - zB mit anderen Kindern!

Beziehst du sie denn in den Haushalt mit ein? Das kann auch Spaß machen! :-)

Mein Sohn (2 Jahre) genießt es total, wenn ich im Zimmer rumwusel, Wäsche aufhänge etc, dann spielt er total versunken für sich allein, ich denke es fühlt sich einfach irgendwie richtig an, würd ich mich aber hinsetzen und ein Buch lesen, käme er sofort an :-D
Und mit mir zusammen Kuchen backen findet er auch toll (ok, dann muss man die Küche danach halt noch ein zweites Mal putzen)

(22) 13.06.18 - 09:27

Hallo liebe Hobbyholic,
Als Ich deinen Text las habe ich mich sofort wiedererkannt und kann dich gut verstehen! Irgendwie habe ich immer ein schlechtes Gewissen: dass meine Tochter zu kurz kommt, ich mehr/anders mit ihr spielen müsste oder aber ich jetzt den halben Vormittag zuhause war und im Haushalt trotzdem nichts gebacken bekommen habe etc pp.
Bei mir kommt noch das schlechte Gewissen dazu, dass meine Tochter Einzelkind ist und ich umso mehr das Gefühl habe, als Spielkamerad für sie da sein zu müssen.
Aber auf der anderen Seite fehlt im Alltag eben einfach die Zeit um Haushalt UND Kleinkindbespaßung gleichermaßen zufriedenstellend hinzubekommen.
Ich habe inzwischen festgestellt dass der meiste Druck tatsächlich von mir selbst kommt und mein Umfeld eher oft zurückmeldet wie gut ich alles hinbekomme, wie toll es zuhause immer aussieht, wie fröhlich meine Tochter ist etc.

Ich versuche einfach den Druck rauszunehmen und meine Tochter im Alltag und Haushalt zu integrieren. Sie "hilft" total gern mit, wischt mal die Küchentür ab, reicht die wäsche zum aufhängen an, saugt mit ihrem Staubsauger... dabei unterhalten wir uns oder hören Kinderlieder. So dauert der Haushalt zwar länget ist dann gleichzeitig aber auch qualitätszeit mit meinem Kind :)

Und ich halte mich an die Dinge, die mir im Spielen liegen. Ich mag zum Beispiel Lego/Duplo/Eisenbahn bauen viel lieber als malen/basteln oder Gesellschaftsspiele und mache das entsprechend öfter mit meiner Tochter. Und ich finde das ist völlig ok so!

Insgesamt glaube ich wirklich dass wir uns selbst das Leben schwerer machen als nötig wenn wir ständig versuchen es allen recht machen zu wollen. Jeder gibt sein bestes im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Mehr kann man auch nicht geben ;)

Alles Gute!

(23) 13.06.18 - 09:31

Hättest du jetzt nach allem gefragt "Und wo bleibe ich?" Hätte ich dein Problem verstanden.
Ich sehe eine Frau, die in 24h versucht drei Vollzeitjobs gleichzeitig zu machen. Das ist aber illusorisch. Außerdem sehe ich auch kein Muss, mit den Kindern bestimmte Dinge zu spielen, sondern dass sie lernen, Teil eures Tagesablaufs und Familiengefüges zu sein. Das kann sich so äußern, dass man dem Kleinkind einen Lappen in die Hand drückt, wenn man putzt oder einen Topf mit Kochlöffel, wenn man kocht. Oder es sonst wie einbindet. Du machst doch bereits "Kinderdinge" mit ihnen.

Vielleicht wird es leichter für dich, wenn du verinnerlichst, dass du nicht auf dieser Welt bist, um alle Anderen zu 100% zufrieden zu stellen bzw. das zu tun, von dem du glaubst, dass die Anderen es brauchen um 100% zufrieden zu sein.

LG

Hallo,

ich klinke ich auch mal ein. Du bist nicht allein mit deinen Gedanken. Mir geht es oft auch so.

Mir sagte mal einer "Frauen, die an sich zweifeln, ob sie wirklich gute Mütter sind, sind in der Regel die besten Mütter überhaupt." - Einer schlechten Mutter würde so ein Gedanke wahrscheinlich nie in den Sinn kommen ;-)

Nun mal zu mir: Ich bin Vollzeit berufstätig mit Kleinkind, fahre täglich 30km zur Arbeit in eine Richtung, stehe mindestens 1x am Tag im Stau, stehe jeden morgen um 5 Uhr auf und bin mit meiner Maus gegen 17Uhr wieder Zuhause.
Ich habe in der Arbeitswoche am Tag gerade mal 3 Stunden, die ich wirklich aktiv mit meinem Kind verbringen kann. Diese nutze ich qualitativ! Klar, nach der Arbeit gönne ich mir auch erst einmal meine 15 Minuten, um meinen Kaffee zu trinken und "parke" mein Kind solange vor dem TV.. aber sobald ich etwas Energie getankt habe, beschäftige ich mich bis 20 Uhr meistens durchgehend mit meinem Kind.
Haushalt? ... mache ich, wenn sie schläft... auch nur das Nötigste,
Das zählt nicht zu meinen Prioritäten. Es soll halbwegs ordentlich sein, muss aber nicht geleckt aussehen.

.. und ich genieeeeße die Wochenenden... morgens aufstehen, mit der kleinen frühstücken und dann gestalten wir unseren Tag, unternehmen was schönes!

Nimm den Druck bei dir raus!
Mach dir vielleicht so etwas wie einen Zeitplan? zB, 1 Stunde fürs putzen und dann ist gut. Danach 1 Stunde mit kind spielen.. oder 2.. oder 3... wie du magst.. teile die Zeit in deine persönlichen Prioritäten auf.
Und zum Spiel mit dem Kind: Kinder leiten einen meistens schon beim spielen an - ich musste das Spiel mit meiner Tochter nie lenken, weil sie immer ganz genau weiss, welche Rolle ich in ihrem Spiel übernehmen soll ;-) Achte auf die Signale deines Kindes :)

Alles Liebe für dich :)

(25) 13.06.18 - 09:49

Hey Du,

MIR tun Deine Kinder kein Stück leid, dass sie Dich "am Hals" haben ;-) Du hörst Dich doch nach einer sehr guten Mutter an. Ihr lebt in einem ordentlichen Zuhause, die Kinder haben Euch als engagierte Eltern, die sich Gedanken machen, sie haben sich, sie haben einen Garten zum Rausgehen, sie erfahren Liebe und Geborgenheit ... Das ist doch toll!! :-)

Und weißt Du was? Mir ging es wie Dir (geht es heute noch). Unser Sohn ist im März drei geworden. Ich hab einfach kein Talent dafür, auf dem Boden zu sitzen und "richtig" zu spielen. Mir fällt einfach nix ein #rofl Du musst wohl einfach Deine Definition von "Spielen" erweitern.

Ich bin wie Du: Wir singen zusammen und machen Musik (ich Gitarre, er Trommel oder Ukulele oder seine Kinderflöte), wir lesen viel, basteln und malen (er malt, ich tue so als ob #schein, gehen nebenan ins Freibad, buddeln zusammen im Garten, letzte Woche hat er Radfahren gelernt, seitdem machen wir alles mit dem Rad (einkaufen, Garten, Eis essen) - er LIEBT es. Und er sagt mir jeden Tag, dass er mich liebt #verliebt Hör mal auf Deine Kinder, ob sie es Dir nicht auch immerzu sagen und zeigen ;-)

Ich löse das "Spielproblem" übrigens auf zwei Arten: Wenn wir tatsächlich mit seiner Eisenbahn, den Murmeln oder den Bausteinen spielen, frage ich ihn einfach, was er denn bauen will. Beispiel: "Einen Zoo". Gut. Was braucht der Zoo, frage ich ihn. "Tiere und einen Zaun". Gut. Ich frage, ob er denn eine Idee hat, woraus man einen Zaun bauen kann, damit der Tiger nicht den Esel frisst. Er: "Na mit meinen Bausteien. So, guck Mama, so geht das." Und er baut los... Seine Idee, ich helfe bei der Umsetzung. Dann weiter: Was brauchen die Tiere? "Was zu essen". Klar. Wie kommt das dahin? "Mit einem Laster." - rennt los, holt Laster, lädt Holzbäume auf, weil die großen Elefanten so hungrig sind - Ich sage, Tiger essen Fleisch und Pferde Stroh. Er lädt gelbe und rote Bauklötze auf.

Siehst Du, was ich meine? Da muss man nicht kreativ sein und dem Kind etwas "vorspielen". Einfach machen lassen, mitmachen, sich sagen lassen, wo der Tiger stehen soll, wo die Eisenbahn langfahren soll ... Und ich merke sogar, dass es mir dann anfängt Spaß zu machen, ich auch mitdenke, Ideen habe usw. :-)

Zweite Idee zum Spielen: Gesellschaftsspiele. Mein Mann und ich spielen schon immer gern. Da war klar, dass der Kleine da auch mitmacht. Er hat schon so viele Spiele, die wir auch als "Große" toll finden: Memory, Domino, Mensch-ärgere-Dich-nicht, Uno, Lotti Karotti, das Maulwurfspiel ... Jeden Abend nach dem Abendbrot darf er sich ein Spiel aussuchen - eine Runde vor dem Schlafengehen. Zurzeit lernt er Halma. Und mein Opa versucht (noch recht erfolglos), ihm Skat beizubringen #rofl

Und abschließend: Ich finde es gar nicht schlecht, wenn er mal alleine spielt. Das fördert seine Fantasie und er kann besser den Kopf abschalten, als wenn Muttern immer reinquatscht. Manchmal braucht er das sogar. Dann dreht er sich von mir weg und ich sitze alleine mit den Tieren da, während er anfängt, für seinen Laster eine Straße zu bauen. Da lasse ich ihn dann auch, bleibe evtl. bei ihm sitzen, weil er das Beisammensein ja trotzdem genießt. Aber "richtig" zusammen spielen, das will er gar nciht immer.

Wichtig ist die gemeinsame Zeit, die ihr habt. Ich frage ihn fast jeden Tag nach der Kita, was er gerne machen möchte (haben bewusst nachmittags keine festen Termine, außer mal Arzt oder so). Und er sucht fast immer gemeinsame Aktivitäten (Backen, Radfahren, Garten, Schwimmen) aus, aber fast nie "Mit Dir mit meiner Eisenbahn spielen". Das macht er dann alleine, wenn ich koche oder so.

Also: Für MEINEN Sohn wärst Du auch die perfekte Mutter, so wie Du es machst. Dann wirst Du es für DEINE Mäuse auch sein #liebdrueck

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