Haushalt, Kinder, aktives spielen...

    • (1) 13.06.18 - 07:07

      Ihr Lieben
      Ich bin die Tage hin und her gerissen. Habe nun schon in einigen Foren gestöbert und habe nun langsam den Eindruck dass ich total übertreibe.

      Unser großer Sohn wird nun drei Jahre alt. Leider ist wohl erst Ende des Jahres ein Kindergartenplatz für ihn frei. Der Kleine ist nun 16 Monate alt. Ich habe sehr selbständige Kinder, würde ich jetzt mal sagen. Sie brauchen keine Dauer Bespaßung. Wir haben eine sehr großes Haus. Ich bin zur Zeit noch in Elternzeit, und arbeite gerade nebenbei als Tagesmutter.

      Nun zu meinem “Problem“:
      Am Wochenende bin ich in Tränen ausgebrochen. Ich habe das Gefühl, überhaupt nichts gebacken zu bekommen. Mein Mann versteht mich nicht so richtig, er findet bei uns sieht es super aus. Er sagt, dafür, dass wir zwei kleine Kinder haben und ich nebenher noch manchmal arbeiten gehe, ist es bei uns toll und ich muss endlich aufhören so perfektionistisch zu sein.

      Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich das Gefühl habe die Kinder wegen des Haushalts zu vernachlässigen.



      Ich frage mich, wie andere das machen. Wie viel Zeit spielt ihr aktiv mit euren Kindern? Es muss doch geputzt werden. Ich möchte, dass man spontan zu uns kommen kann ohne rückwärts wieder zur Haustür heraus zu fallen .

      Oft muss ich leider zum großen sagen, ja ich komme gleich, ich wische grade noch schnell die Küche. Oder ich habe jetzt keine Zeit, ich mache erst die Wäsche und so weiter....

      Das macht mir ein schlechtes Gewissen. Natürlich spiele ich mit ihm, und wenn das Tageskind da ist putze ich überhaupt nicht und bin fast nur in den Kinderzimmern bzw. Draußen mit ihnen.
      Habe ich zu große Ansprüche? Kann es sein, dass das was ich mir vorstelle überhaupt nicht zu erreichen ist? Wenn mein Mann abends kommt, habe ich selbst eigene Termine. Zweimal Gesangsunterricht, Kirchenchor, Fahrschule und eben noch ab und zu arbeiten.

      Die Wochenenden möchte ich gerne als Familie verbringen. Ich will da nicht den ganzen Tag putzen. Da sind wir oft im Garten.

      Zu meinem schlechten Gewissen wegen des Putzens kommt noch hinzu, dass ich oft nicht weiß was ich spielen soll. Mir macht spielen einfach keinen Spaß. Oft frage ich mich ob es überhaupt eine gute Idee war dass ich Kinder bekommen habe. Ich sehe mich oft als schlechte Mutter. Mit mir wurde früher auch nicht viel gespielt. Ich bin Einzelkind. Eigentlich wurde mit mir überhaupt nicht gespielt. Bin bei der Oma groß geworden, und habe sehr oft gehört dass sie jetzt keine Zeit hat weil sie putzen muss. Nun bin ich 30 Jahre später genauso.

      Der große spielt gerne Duplo, ich weiß einfach nicht was ich bauen soll. Ich sehe mich eigentlich als sehr kreativen Mensch. Begleite die Lieder mit der Gitarre, Bastler mit den Kindern. Aber Dinge spielen kann ich irgendwie nicht. Ich sitze dann da und habe keine Ahnung was ich tun soll. Und gleichzeitig verurteile ich mich im Kopf schon wieder dass ich keine gute Mutter bin.

      Wenn ich mir das jetzt so durchlese was ich geschrieben habe , merke ich das in meinem Kopf wahrscheinlich irgendwas nicht so richtig ist.

      Ich weiß jetzt gar nicht was ich eigentlich von euch hören will. Ich musste das jetzt einfach einmal hinschreiben. Meine Kinder tun mir oft Leid dass sie so eine Mutter will mich haben.

      • Du Arme, tut mir leid dass du dich im Moment so fühlst :-/
        Als ich deinen Text gelesen habe, habe ich keine Sekunde lang gedacht dass du eine schlechte Mutter bist! Du bemühst dich offenbar sehr deinen Kindern gerecht zu werden und auch den Haushalt zu meistern.
        Ich kann verstehen dass du diesen nicht links liegen lassen willst. Für mich hört es sich nicht so an als würdest du zu wenig mit deinen Kindern spielen. Du schreibst doch dass du viel in den Kinderzimmern und draußen bist mit ihnen plus dem Tageskind.
        Auch am Wochenende verbringst du Zeit mit ihnen.
        Ich finde es normal dass nicht jeder Erwachsene was mit Duplo anfangen kann!
        Das musst du doch nicht. Du begleitest ihr Singen auf der Gitarre, wie viele Eltern können das? Nicht sehr viele, denke ich.
        Es ist absolut in Ordnung wenn du auf deine Stärken setzt beim Spielen, wie Singen und Basteln etc. Vielleicht kann der Papa dann am Wochenende mal mit dem Sohnemann Duplo bauen, falls ihm das eher liegt.
        Ich denke dein Mann hat Recht, dass du perfektionistisch veranlagt bist. Oft verlangt man dabei viel zu viel von sich selbst. Ich kenne das von mir selber.
        Ich frag mich manchmal ob es mich stören würde wenn ich woanders hin komme und es sieht etwas wüst aus, weil die betreffende Person mir sagt sie habe lieber mit den Kindern gespielt als aufgeräumt...ich würde es toll finden! Guten Freunden wird das wirklich herzlich egal sein, und auf die Meinung der anderen kannst du sowieso pfeifen ;)

        • Vielen Dank. Ja mein Mann kann super Duplo spielen.. das ist es vielleicht auch.. die Bauen Sachen und spielen dann richtig lange ein Rollenspiel. Jetzt wird ein Haus gebaut, dann ein Kran, der reisst das Haus wieder ab.... auf so was komm ich gar nicht. Dann denke ich, mit ihm alleine hätten sie es viel besser..

          Hajajaj... wenn ich das so lese.. wenn mein Mann das lesen würde.... der sieht das ganz anders..und versucht mich immer aufzubauen..mir das positive zu zeigen .. es fällt mir so schwer..

          • Es gibt doch mit Sicherheit auch Dinge die du viel besser kannst als dein Mann! Deswegen würde er doch auch nicht denken dass ihr es ohne ihn besser hättet.
            Deine Kinder lieben und brauchen dich, völlig wurscht ob du gut Duplo spielen kannst! :)

          • Da muss ich jetzt doch etwas lachen.

            Mein Mann ist Bauingenieur und baut mit unserer Tochter die tollsten Sachen mit Lego Duplo.
            Ich baue immer!!!! wirklich immer! einen Pferdestall mit Koppel dazu :-D
            Mir fällt einfach nichts anderes ein.

            Dafür lese ich sehr gerne mit ihr und gehe mit ihr raus (spazieren, auf den Spielplatz, Steine sammeln usw), dass mag mein Mann nicht so gerne.

            Ich denke mal jeder hat seine Stärken im Bereich spielen. Und so kann man sich ja auch gut ergänzen.

            Mir ist der Haushalt ebenfalls sehr wichtig. Meine Tochter ist allerdings erst 1,5 Jahre alt und putzt mit voller Begeisterung mit.

            Mal sehen, wie das dann später mal klappt.

        Der Haushalt ist ein ewiger Kampf bei dem es nur Verlierer gibt! Ein bisschen Chaos und Schmutz sind völlig in Ordnung. Ich finde die Haushalte in denen regelmäßig alles wie geleckt aussieht am befremdlichsten. Wo was herumliegt hingegen fühle ich mich direkt wohler weil es irgendwie menschlicher ist. Das Leben ist keine Ikeaausstellung.
        Das mit dem Spielen klingt eher nach einem Thema. Vielleicht fragst du deine Kinder wie sie gerne hätten dass du in dem Moment spielst. Ich lasse primär auch mein Kind machen, sie ist aber viel jünger. Trotzdem baue ich darauf auf. Wenn sie ihre Stofftiere füttert besorge ich mehr zum füttern und trinken. Danach gehen sie eventuell auf die Toilette etc. So macht es dein Mann ja auch. Man assoziiert nur. Das kannst du auch locker. Wenn es dir wenig Spaß macht brauchst du dich aber auch nicht zwingen. Mir hat es als Kind gereicht dass meine Mama eben dabei war und es kommentiert hat oder nur ganz wenig mitspielte. Es gibt da also ganz unterschiedliche Konzepte.
        Dass du zB singst und Gitarre spielst ist doch auch unheimlich toll. Kinder lieben Musik.
        Abends ist es doch auch nur fair dass du eigene Dinge machen kannst. Welchen Schein machst du denn in der Fahrschule?

Hey,
du bist keine schlechte Mutter, du musst nur mit dir selbst und deiner Vergangenheit uns Reine kommen.
Wenn du es so beschreibst, putzt du hauptsächlich so viel, damit andere Leute kein falsches Bild von euch gewinnen könnten. Dein Mann sagt es ist super und sauber, dann lass doch den Lappen mal einen Tag lang liegen 😉 das fällt dir aber schwer, weil du es selbst nie anders erfahren hast in deiner Kindheit. Auch dass du „nicht spielen“ kannst, ist nicht verwunderlich, da du es nie gelernt bzw vorgelebt bekommen hast. Dafür hast du aber ja andere Qualitäten wie das Basteln usw.
Manchmal reicht es auch einfach schön, sich zu den Kindern dazuzusetzen. Die Ideen haben die doch meist von ganz allein.
Nimm den Druck raus.
Heute bauen viele nur noch (ich sag’s mal übertrieben) 200qm-Häuser und wundern sich dann, dass sie so viel putzen müssen und keine Zeit mehr haben...
Du bist keine schlechte Mutter, aber du solltest aufpassen, dass dein Putzwahn nur zur Wahrung eurer Anerkennung durch andere Leute nicht Überhand nimmt.

Und glaube mir, nicht nur du hast es gerne sauber und putzt viel, dennoch achten die meisten Leute nicht auf einen Staubkorn oben auf der Türkante, wenn sie mal eben bei euch vorbeischauen....

LG

  • Das stimmt...wenn ich z.B. woanders bin, achte ich überhaupt nicht auf Sauberkeit, Staub etc.
    Aber bei uns zuhause fällt mir natürlich jedes Eckchen auf. Schon verrückt :-). Meine Bekannte jammert immer, dass es bri ihr sooo furchtbar aussieht. Bin ich dann da, frage ich mich, was sie meint #kratz.

    • Siehst du. Die Wahrnehmungen sind da einfach unterschiedlich bei sich zu Hause und bei anderen. Ich würde mich nicht als Person mit Sauberkeitswahn o.ä. bezeichnen aber als kurz vor der Geburt meiner Tochter noch 3 Freundinnen von mir vorbei kommen wollten, hatte ich sie vorgewarnt, dass ich es aufgrund meiner körperlichen Verfassung evtl. nicht mehr schaffe vorher noch aufzuräumen und sauber zu machen. Aufgeräumt hatte ich dann noch ein wenig, sauber gemacht nicht. Als sie rein kamen, meinte eine von ihnen dann "ach, du hast ja doch noch extra sauber gemacht" und als ich das verneinte waren sie sich aber alle einig, dass es doch sauber wäre und es total unnötig gewesen wäre, wenn ich bei dem Zustand nochmal extra sauber gemacht hätte... in meinen Augen war das eigentlich nötig...bei sich selbst weiß man nunmal auch wann man was zuletzt wie ordentlich gemacht hat und was man nicht geschafft hat etc. Daher fallen einem die "unsauberen" Stellen mehr auf.

Ich habe Putzen und ein ordentliches Haus irgendwo ganz hinten in meiner Prioritätenliste. Zumal Putzen mit Kleinkindern ja ungefähr so ist wie Zähneputzen und gleichzeitig Schokokekse essen. ;-)

Ich habe eine Putzfrau und ansonsten streng geregelte Zeiten, in denen ich was mache. Nach dem Mittagessen räume ich die Spülmaschine ein und hänge eine Ladung Wäsche auf. Das geht schnell. Richtig aufräumen tu ich abends, wenn die Kids im Bett sind, mache noch eine Spülmaschine voll und hänge noch eine Wäsche auf. Morgens, wenn die Kinder im Kiga sind, mache ich wieder eine Spülmaschine voll und räume auf, mache Betten und sauge einmal gründlich durch. Den Rest macht bei uns die Putzfrau.

Mal schnell hier und da was wischen mache ich nicht, da werde ich ganz kirre bei.

Mit meinen Kindern habe ich immer gern gespielt: Singspiele, Fingerspiele, malen und Basteln, Bücher angucken, ich spiele auch gern mit Spielzeug mit auf dem Teppich mit.... mittlerweile sind sie 7 und 6 und erledigen das mit dem Spielen selber.

Schön und nützlich fand ich auch schon immer Spielbesuch, schon von Baby an. Gern laden wir jemanden zu uns ein oder sind eingeladen.

Deine Ansprüche sind wirklich etwas hoch. Ein Haushalt mit kleinen Kindern muss nicht blitzen und blinken. Und man muss auch nicht gerne spielen wollen als Mama oder ständig am
Kind kleben nur weil es ruft und das x-Te mal die Fliege an der Wand zeigen will.
Insgesamt musst du dir sagen, nicht die Menge des gemeinsamen Zusammenseins und Spielens ist wichtig, sondern die Intensität. Kinder merken wenn man etwas tut was man nicht mag. Ich mag auch keine Spiele. Außer Lego Duplo und schwarzer Peter halte ich mich da raus. Das macht mein Mann. Männer sind da irgendwie verspielter. Fällt mir immer wieder auf. Lach.
Ich bin eher die die vorliest, kuschelt oder auch im Sandkasten diverse Sandkuchen futtert. Auch basteln mag ich überhaupt nicht. Da bin ich ganz froh dass das in der Kita gemacht wird. Auch für Ballspiele ist mein Mann zuständig.

Mein Haushalt hält sich wacker. Aber Blitze blank wie bei Haushalten ohne Kinder ist es eben nicht. Ich habe drei Kinder (7,4 und 5 Monate) und arbeite derzeit Drei Tage die Woche im Homeoffice mit baby. Das geht auch nur, weil mein Zwerg eher ein anfangerbaby ist und die spieldecke ausgiebig nutzt. Bei meinem ersten Kind damals wäre das nicht gegangen. Sie konnte erst mit 4 alleine spielen und brauchte ständige bespaßung.


Wenn deine Kinder auch gut so spielen können, dann ist doch alles in Ordnung. Ich denke, man macht sich oft als Frau zu viel Stress. Man will sich was beweisen, oft Gegenüber anderen Müttern. Aber wozu. Wer zu mir unangemeldet kommt muss damit rechnen, dass wäscheständer rum stehen oder Spielzeug im Wohnzimmer liegt. Wir leben ja schließlich nicht im
Museum. Und ich muss auch nicht ständig wischen. Das alles muss man erst lernen und ist ein Prozess. Dein Mann ist doch voll zufrieden, deine Kinder offensichtlich auch. Also bleib gelassen und mach dir kein schlechtes Gewissen über Probleme wo keine sind.

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