Mein Mann ist zu streng zum Kind

    • (1) 16.06.18 - 21:29

      Mein Mann ist einfach zu streng mit unserem Kind. Er liebt unser Kind das weiß ich aber er reagiert dennoch in vielen Situation über. Über in dem Sinne, das wenn irgendwas falsch gemacht wird (also scheiße bauen wie es nunmal kleine Kinder so machen) er direkt laut bestimmt teilweise eher aggresiv mit ihm redet oder je nach Situation von ihm zur Strafe direkt (für paar Minuten) ins Bett geschickt wird. Ich finde das nicht richtig und ich habe angst das er unserem Kind das Rückrad bricht. Er wird jetzt gerade mal 3 und da finde ich es ganz normal das blödsinn gemacht wird, provoziert und Grenzen ausgetestet werden. Aber man kann auch normal das Kind ermahnen bzw. mit ihm reden und wenn es nicht hört und nicht hört dann "härter" reden...
      Ich habe mit ihm schon oft darüber gesprochen. Teilweise gibt er dann auch zu das er überreagiert hat und manchmal hält er sich danach auch was zurück. Unterm Strich sagt er aber das er keine nerven hat das Kind 2, 3x zu ermahnen. Was kann das Kind dafür das er schwache nerven hat? Es sind manchmal lapalien das er überreagiert. Ich sag ihm dann das er dann tief einatmen soll oder gar nichts sagen soll. Das kann er natürlich auch nicht. Oftmals gehe ich dann "dazwischen" wenn er überreagiert. Aber es ist auch scheiße das das Kind so merkt das wir "nicht an einem strang" ziehen und das ist ja schon sehr wichtig. Ich möchte ein glückliches Kind und keines was wie ein Hund dressiert ist. Dann haben wir wieder streit wegen der Kindererziehung. Ist doch zum kotzen. Er findet im allgemeinen nicht das er zu streng ist....
      Also er schlägt das Kind nicht. Es geht nur um die verbale Kommunikation aber damit kann man auch viel kaputt machen. Er hat unser Kind nachdem es mist gemacht hat auch mal ignoriert also nicht mit ihm geredet - allerdings nicht sehr lange da ich ihm gehörig dem Marsch geblasen hab. Er meint wenn er ignoriert wird kann er das auch. Da frag ich mich doch glatt wer ist das kind er? Darauf gibt er natürlich auch keine Antwort.
      Ich weiss nicht was ich machen soll das er es versteht das er zu streng ist. Soll er doch einfach in gewissen Situationen die Klappe halten....

      • Hallo!

        Alle Jugendämter bieten Erziehungsberatung an. Das richtet sich auch an ganz normale Familien die Probleme haben eine Linie zu finden.

        Vielleicht können die als neutrale Instanz besser helfen, ohne dass ein Ehekrach draus wird

        Übrigens finde ich Bett als Strafe absolut daneben. Soll das Kind jedes Schlafengehen als ultimative Strafe empfinden?

        Lasst euch helfen. Vielleicht liegt der Weg in der Mitte. Vielleicht ist er zu streng und du "zu lasch", denn alles 3x sagen kann es ja auch nicht sein. Und es ist ungünstig, seinen eigenen Weg für das Nonplusultra zu halten und dem Anderen die Kompetenz abzusprechen.

        Was ich auf jeden Fall abschaffen würde ist ihn zur Strafe ins Bett zu schicken. Das Bett soll ein Ort der Geborgenheit sein und an dem man gerne ist und den man nicht mit Strafen verbindet.

        LG

        Es gibt bei Dir keine Konsequenzen? Nur schärfer reden? Das finde ich genauso bedenklich. Im zarten Alter von drei fängt Erziehung nämlich langsam wirklich an. Nur reden .... Da ist dein Kind noch nicht reif genug!
        Ich denke du bist mit Schuld am Verhalten Deines Mannes den Dein lascher Stil noch zusätzlich auf die Palme bringt. redet miteinander und sucht euch Hilfe. Sei es dich belesen oder Erziehungsberatung.

        Unerzogene Kinder bringen sich selber in Gefahr. Das sind dann die die beim kita Ausflug abhauen weil sie nicht gelernt haben sich an Regeln zu halten und dann sind die Erzieher die Bösen die nicht gut genug auf die ganzen sich frei entfaltenden Kindern aufgepasst haben.

        Und Rückrat bekommt dein Kind durch Zuwendung Aufmerksamkeit und Integration in die Familie. Dadurch das du ihm Sachen zutraust. Dazu gehört auch dass er Grenzen gesetzt bekommt. Ihr habt da beide Informationsbedarf.

        Bett ist natürlich ungut aber ein 'jetzt kommt das weg' oder 'jetzt setze dich mal auf den Stuhl und komm runter' muss schon sein.
        LG
        Wuschelke

      • Dein Kind ist "erst drei" und darf noch so gut wie alles? Das sind im Kindergarten dann die Kinder, die den Erziehern so richtig schön Probleme machen. Eine Bekannte von mir abeitet in unserer Kita und erzählt hier immer wieder etwas. Erziehung fängt viel früher an, wobei ich Konsequenz meine und keine Dressur oder ins Bett schicken. Das habe ich nicht mal vor 40 Jahren gemacht. Bei einem Trotzanfall oder wenn ein Kind überhaupt nichts annehmen will, kann es aber ohne weiteres mal in sein Zimmer geschickt werden, um Endlosdiskussionen zu beenden. Wie ich das sehe, müsst ihr euch in der Mitte treffen, Du weniger lasch und Dein Mann weniger streng. LG Moni

        Hi, bei uns ist es ähnlich. Je älter unser Sohn (fast 3) wird umso strenger wird mein Mann. Finde seinen Ton auch oft ziemlich daneben. Hundert mal Tag hört man von ihm in einem entweder Gene Chen oder aggressiven Ton: Jetzt ist Schluss“ oder „das reicht jetzt“ oder „wenn du nicht xxx, dann wird der Papa richtig sauer“. Manchmal wird er auch richtig laut dabei, da bekomme ich sogar Angst. Dabei verhält sich unser Sohn wie ein normaler Dreijähriger. Ich versuche das auszugleichen und bin dadurch glaube ich teilweise nicht streng genug. Es ist auf jeden Fall nicht rund wie es läuft weil der Kleine merkt, dass wir uns nicht einig sind.
        Wir haben demnächst einen Termin bei einer Erziehungsberatung, hoffe es bringt was.
        Vielleicht wäre das auch was für euch.

      na ja, 2-3 ermahne ich mein Kind auch nicht. Das würde vieles nur aufschaukeln.
      Meistens handle ich dann direkt.

      Überreagieren ist auch nicht gut. Deine Angst verstehe ich sehr gut.

      Auch deswegen, weil bei mir damals
      1. viel zu spät reagiert wurde. 2-3-8-15 mal ermahnen und nie passierte was
      UND
      2. sofort überreagiert wurde.

      Das war sehr schwer für mich einzuschätzen. Willkür und Angst. Weil ich nie wusste, woran ich bin. Zumindest, wenn eine Person unterschiedlich reagierte.

      Bei manchen wusste ich, dass ich spuren musste, aber prompt. Und bei manchen wusste ich, dass nach dem 20. mal auch nichts passieren würde - es sei denn, die Prompt-Person bekam es mit. #zitter


      Wenn er merkt, dass er überreagiert, dann gibt es folgende Möglichkeiten
      1. Hilfe holen. Also Tipps von außen, wie man(n) AUCH reagieren kann. Alternativen zu 2-3 mal ermahnen und Alternativen zu überreagieren.
      Er muss es ja nicht so machen wie du. Aber vielleicht anders als jetzt.

      Wenn 2-3 Mal ermahnen für ihn zu schwer sind, wäre er auch nicht authentisch.
      Daher Beratung von außen. Tipps, wie er es anders als jetzt, aber anders als Du machen kann

      2. wie wurde er als Kind erzogen?
      Gibt es da Parallelen oder Muster?

      3. wie ist seine Laune sonst?

      Wenn ich gestresst bin, reagiere ich eher über.
      Wenn es mir gut geht, ich gesund bin, alles prima läuft, kann ich auch gechillt reagieren.

      Mein Kind weiß inzwischen, dass es manchmal nicht an ihr liegt, sondern andere Umstände hat.
      Natürlich versuche ich NICHT diese an ihr auszulassen!
      Dennoch hilft es oft, das zu kommunizieren. Vorsicht, ich hatte heute einen stressigen Tag.
      Damit erwarte ich NICHT, dass mein Kind sofort reagiert, aber mein Kind weiß, dass ein Überreagieren nichts persönliches ist und dass Extra-Ideen, Sonderwünsche oder Experiment-Aktionen besser gelassen werden.

      Umgekehrt sagt mein Kind auch schon, wenn der Tag stressig war. Dann weiß ich: die üblichen Tagesaufgaben gehen mit etwas mehr Ermahnen und Unlust. Aber mit Zusatzaufgaben, Zusatzbitten brauche ich an einem sehr stressigen Tag ihr auch nicht kommen.

      Das macht es für uns beide einschätzbarer.
      Freunde, die mir sagen, dass sie gestresst sind: damit kann ich besser umgehen, als Menschen, die sofort oder sehr schnell oder sehr stark explodieren und hinterher! im Vorwurf! vorwerfen, dass sie gestresst waren und deswegen nicht anders konnten.
      Vorher ein Hinweis hätte vieles geholfen. Die Aussage "ich bin nicht gestresst" und dann Explodieren mag ich gar nicht. Sich selbst anlügen (es sich selbst nicht eingestehen) ist das eine, anderen gegenüber explodieren und das ohne Vorwarnung find ich anstrengend (entsprechend minimiere ich dann den Kontakt)


      Wenn er also einen ruhigen Moment hat, würde ich drüber reden.
      Aber ohne, dass er es so machen soll wie du!
      Sondern eher in Richtung, dass er die Chance hat seinen eigenen Weg zu finden - mit dem er sich selbst auch wohl fühlt, mit der er selbst klar kommt
      und dennoch die Folgen aufzeigen, wie sein Überreagieren wirken kann. Unsicherheit, Angst, nicht einschätzen können etc.
      Dabei aber auch respektieren, wenn er mit deinem Weg auch nichts anfangen kann. Weil dieser nicht zu ihm passt.

Top Diskussionen anzeigen