Patentante wider Willen - eure Tipps!?

    • (1) 20.06.18 - 20:28

      Hallo ihr Lieben,
      ich selbst bin in der 24. SSW schwanger, die Schwester meines Mannes ist ca. zehn Wochen weiter als ich.
      Mein Mann wurde von ihr gefragt, ob wir die Paten für ihr Kind werden wollen.
      Und ehrlich gesagt, war ich mir erst unsicher, mittlerweile sicher: Ich möchte das eigentlich nicht!
      Dagegen sprechen (für mich) einige Dinge ... das Verhältnis ist ehrlich gesagt nicht das Beste, wir haben bald selbst einen kleinen Wurschtel und können demnach der Rolle der Paten nicht gerecht werden so wie ich das gerne möchte, wir haben bereits ein Patenkind mit 5 Jahren, die einfach total an meinem Mann hängt.
      Meine eigene Patin hatte auch ein anderes Patenkind und ich kann sie ehrlich gesagt bis heute nicht leiden. :-D
      Ich fühle mich damit nicht wohl.
      Mein verantwortungsbewusster Mann meint, wir können nicht Nein sagen.
      Ich hatte vorgeschlagen, ihnen zu sagen, dass wir uns geehrt fühlen, aber wir uns im Moment nicht dazu in der Lage fühlen. Sie könnten den jüngeren Bruder nehmen (den sie schon sicher für ihr zweites Kind eingeplant haben) und wir würden dann das "Patenamt" für das zweite Kind übernehmen, da bis dahin ja doch mehr Zeit ins Land gestrichen ist.

      Für meinen Mann steht das gar nicht zur Debatte.
      Reagiere ich über?
      Wie würdet ihr in meiner Situation reagieren? Wäre es zu hart, im Ruhigen mit ihnen das so zu erklären, wie ich vorgeschlagen habe?
      Ich bin wirklich verzweifelt . . . :-(

      • "Mein verantwortungsbewusster Mann meint, wir können nicht Nein sagen. "

        Verantwortungsbewusst heißt für mich NICHT zu allem JA sagen oder "nicht nein sagen"

        Verantwortungsbewusst heißt für mich: prüfen, spüren, entsprechend der Situation entscheiden, ob man sich der Aufgabe gewachsen fühlt.

        Ja sagen, weil man nicht nein sagen kann (sich nicht traut, sich geehrt fühlt, es die Schwester ist, was auch immer...) dann der Aufgabe nicht gerecht werden, ist für mich
        a) feige
        b) Gewohnheit
        c) unterwürfig
        d) situationsabhängig was anderes

        Freunde, die NEIN sagen, wenn es nicht geht, sind für mich ehrlich und auf diese kann ich mich verlassen. Wenn es geht, sind sie da und dann weiß ich sicher, dass sie es so meinen und KÖNNEN. Eben weil sie verantwortungsbewusst auch mal NEIN sagen, wenn sie nicht können.

        "falsche Freunde", die zu immer und allem ja sagen, aber wenn es darauf ankommt, nicht können, sich drücken oder erwarten, dass ich hätte wissen müssen, dass ich sie mit IHREM ja überfordere, die kosten mich nur Nerven


        Dieses ich mache es, weil ich es muss, weil es erwartet wird und dann nichts bei rum kommt, geht mir sowas von auf die Nerven. Das hat für mich auch nichts mit Wertschätzung zu tun, sondern mit Pflicht oder müssen oder auch sich selbst was vormachen.

        Wenn er es von sich aus möchte, sich auf das Kind freut, sich sicher ist, dass er die Aufgaben übernehmen kann, prima.

        Aber ja sagen und hinterher meckern, dass es doch nicht klappt, dass er sich übernommen hat, finde ich unfair. Zuallerst dem Kind gegenüber.


        Da wäre auch zu klären, wie ihr Patenschaft definiert. Also was seine Schwester erwartet, was er selbst von sich erwartet und dann eben ob er das den Umständen entsprechend kann.

        • Zahnweh, danke für deine ehrliche Antwort.

          Ich weiß, dass mein Mann der Aufgabe sehr wohl gerecht werden würde, ich sehe wie toll er das mit unserem jetzigen Patenkind macht.

          Jedoch sehe ich es so, dass wir uns dann wahrscheinlich zerteilen würden, nur um es gut zu machen. Vielleicht dann auf Kosten unserer kleinen Familie.
          Man möchte doch gerne mit seinem Patenkind mal Ausflüge unternehmen, ein Eis essen gehen, Übernachtungen etc. ... und das sehe ich im Moment nicht.

          Meinst du nicht, dass man, wenn man im Ruhigen und Sachlichen mit ihnen spricht (auch möglich, dass sie im ersten Moment gekränkt oder beleidigt sind), es begründet darlegen kann, dass wir der Rolle im Moment nicht so gerecht werden können, wie wir gerne würden?

          • "Meinst du nicht, dass man, wenn man im Ruhigen und Sachlichen mit ihnen spricht (auch möglich, dass sie im ersten Moment gekränkt oder beleidigt sind), es begründet darlegen kann, dass wir der Rolle im Moment nicht so gerecht werden können, wie wir gerne würden? "

            Das meine ich ja.
            Verantwortungsbewusst heißt für mich nicht zu allem ja zu sagen, sondern eben mit den Menschen zu reden.

            Ja, nein, ich bin mir nicht sicher, unter den Umständen..., wie stellst du dir das vor, wir können - aber wir können nicht.

            Wie du schreibst, im ruhigen - aber eben auch im Ehrlichen!

          • (5) 20.06.18 - 20:53

            Aber es dauert doch noch bis man alleine mit Patenkind (muss man das in den ersten Jahren???) einen Ausflug macht, oder es bei einem übernachtet.
            Das musst du doch nicht sofort machen?

      (6) 20.06.18 - 20:43

      Ja ich glaube du übertreibst.
      Euer Verhältnis kann gar nicht so schlecht sein, sonst hätte sie euch gar nicht gefragt. Oder ist es nur von deiner Seite so schlecht??

      Und denk mal an deinen Mann. Vielleicht wäre er liebend gern Pate. So viel "Arbeit" ist das nicht.Du musst nicht 3 mal die Woche Kind aufpassen und 2 x die Woche Kuchen backen.

      Wenn mich jemand aus der engen Familie fragt, mit dem ich grundsätzlich gut auskomme fände ich das toll.

      Natürlich kann dich keiner zwingen
      Aber um wenn du sagst, dass du lieber für ein Kind, welches noch gar noch gar nicht in Planung ist das Patentamt übernehmen würdest, als für ein Kind welches bereits unterwegs ist, dann verstehe ich das tatsächlich nicht.

      Ich denke du bist vielleicht aufgrund deiner Schwangerschaft verunsichert.
      Aber mehr als bei der Taufe daneben stehen und bei Besuche ein bisschen mit dem Baby spielen brauchst du doch sowieso nicht machen.

      Aber es ist natürlich deine Entscheidung und du musst wissen ob du dich nur gerade überfordert fühlst, oder ob du es wirklich nicht willst.

      Ich wäre glaube ich sehr enttäuscht und würde dir das Patentamt beim zweiten Kind
      nicht mehr anbieten.

      • (7) 20.06.18 - 20:48

        Vielleicht zur Ergänzung: Ja ich bin mir bewusst was man als Pate alles machen kann.
        Aber wenn man vielleicht am Anfang aufgrund der eigenen Geburt erst mal selber in den Alltag zurückfinden muss, ist es vollkommen ok, wenn man erst ein bisschen Ruhe braucht.
        Die Paten meines Sohnes machen eigentlich nichts anders, als die übrigen Onkel und Tanten. Aber wir sind eine große Familie die gerne Zeit miteinander verbringt, selbst wenn man sich nicht so oft sieht.
        Deswegen meinte ich, dass es nicht so viel Arbeit ist.

    (8) 20.06.18 - 20:45

    Hallo,
    ihr müsst ja nicht beide die Patenschaft übernehmen. Wenn dein Mann gerne möchte, wird er Pate und du sagst, dass du nicht möchtest oder kannst, weil dir das zuviel wird mit dem zweiten Patenkind.

    Oder du erklärst ihr von vorne herein, dass du befürchtest, nicht genug Zeit für dieses Amt aufbringen zu können und dass das Kind es mit jemand anderem vielleicht besser hätte. Dann kann sie selbst entscheiden, ob ihr das reicht oder nicht.

    Ein eigenes Kind wäre für mich kein Hinderungsgrund, aber hier betrifft die Patenschaft auch nur besondere Anlässe oder mal etwas zusammen unternehmen und hin und wieder Zeit miteinander zu verbringen. Das lässt sich gut mit dem eigenen Kind vereinbaren. Onkel und Tanten verbringen eh mehr Zeit mit den Nichten und Neffen, sofern es möglich ist.

    (9) 20.06.18 - 20:49

    Hallo,

    musst du denn automatisch Patentante sein, nur weil dein Mann Patenonkel sein möchte? Wenn ihr euch nicht einig seid, dann entscheidet eben jeder für sich.

    LG

    • (10) 20.06.18 - 21:00

      Ich bin im Moment auch einfach durch die Umstände extrem empfindlich. #augen
      Danke für eure ehrlichen Antworten!

      Im Moment wäre das für mich die "machbarste" Option, dass jeder für sich selbst entscheidet, ob er es möchte oder nicht.

      Sie selbst haben auch zwei Patenkinder von dem Bruder ihres Mannes, die sie zweimal im Jahr besuchen (ca. eine Stunde Fahrtzeit) - das entspricht nicht meinem Verständnis von einem Taufpaten als Begleiter.
      Ist aber bei uns in Bayern vielleicht auch noch etwas extremer. :-P

Wer genau soll denn jetzt der Pate werden?
Nur Dein Mann oder gleich ihr beide mit 2 Personen (eher unüblich, aber generell zulässig)??

Wenn nur Dein Mann, dann würde ich mich an Deiner Stelle da nicht weiter einmischen und vor allem das Patenamt nicht mit so einem hohen Anspruch überfrachten.
Das kann er so leben wie er möchte. Es gibt ja keine festen Vorgaben.

Wenn Du selbst auch gefragt bist, kannst Du ja freundlich antworten und absagen.

Hallo,
für mich klingt es so, als wolltest du nur einfach nicht - und euer eigenes Kind wäre empfinde ich eher als einen vorgeschobener Grund. 10 Wochen Altersunterschied sind nix. Warum nicht das "Patenkind" mitnehmen, wenn ihr in den Wildpark geht? Warum nicht das Patenkind zusammen mit deinem übernachten lassen, wenn es älter ist (evtl. auch gegenseitig)? Ein "geliehenes" Zusatzkind macht kaum einen Unterschied.
Ich vermute, ihr seid euch nicht ganz grün - bzw. eher du mit der Schwägerin - ob das stimmt, weißt du selbst am besten.
VG

(13) 20.06.18 - 20:59

Und wenn sie nur deinen Mann als Paten nehmen und dich nicht?!

Ich habe auch mehrere Patenkinder & 3 Kinder & vorher mit den Eltern abgesprochen was sie sich so von mir wünschen. Utopische Wünsche hätte ich abgelehnt, aber es waren nur die gleichen Wünsche die ich mir von den Paten meiner Kinder auch wünsche: da sein wenn sie sie brauchen - Sorgen anvertrauen können usw. Sind wir mal ehrlich, wenn es wirklich so weit ist, suchen sich die Kinder schon die Leute selber aus die deren Ansprechpartner sind.

Ich wüsste tatsächlich nichts, was man trotz eigenen Kindern (Babies sind übrigens einfach) nicht schaffen oder leisten kann... Außer vielleicht finanzielles. Aber wenn das ein wichtiger Punkt ist wäre das schon arg traurig.

  • (14) 20.06.18 - 21:02

    Ach und ich finde, perfekter kann es gar nicht sein als dass das Patenkind und das eigene im gleichen Alter sind.

    Immer gleiche Interessen, gleiche Ausflugsziele, später gemeinsame Übernachtungen, usw.

Hallo,

aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Sag ab! Ich war vor 10 Jahren mit meinem dritten Kind schwanger, als mein Cousin mich fragte, ob ich für ihr 3. Kind Patin werden möchte. Ich wollte nicht, ich mag weder ihn noch seine Frau besonders, und fühlte mich mit meinen beiden kleinen Kindern (2 und 5) völlig ausgelastet. Ich hab aus schlechtem Gewissen zugesagt - und bereue es jetzt seit 10 Jahren. Das Mädchen mag ich, aber ihre spießigen Eltern sind mir bis heute fremd, und so besteht so gut wie kein Kontakt. Ich sehe die Konfirmation herbei ... wenn ich bedenke, dass mein anderes Patenkind, meine Nicht, heute 26 ist und wir eine tolle Beziehung haben ...

Liebe Grüße

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