Von Familie ausgeschlossen.

    • (1) 20.06.18 - 22:33

      Ich weiß garnicht so genau, wo ich anfangen soll.
      Ich bin das Jüngste von 4 Kindern, meine Mutter bemerkte meine Existenz erst im 7. Monat, sie dachte, sie wäre in den Wechseljahren. Meine Geschwister sind, bzw. waren 12, 16 und 18 Jahre älter. Im gleichen Jahr, als ich geboren wurde, wirde bei meiner 12 Jahre älteren Schwester Mukoviszidose und Diabetes diagnostiziert. Ich bin also mit dem Satz: Streite nicht mit deiner Schwester, wer weiß, wie lange du sie noch hast.... aufgewachsen.
      Naja, aber das ist halt das Eine. Ich war schwierig, das weiß ich. Mit 14 hab ich einen Irokesenschnitt gehabt, mit 16 war ich einige Monate “abgängig“, mit 17 wurde ich vergewaltigt, mit 19 bin ich ausgezogen. Ich habe Drogen genommen, war aber nie abhängig. Mit 23 habe ich das erste Mal geheiratet (nach 4 Jahren Beziehung)...10 Monate später die Trennung. 3 Monate später schwanger... der Vater, der eigentlich nur Trostobjekt war (und das wußte) entpuppte sich als Alkoholiker, der mich verprügelt hat. Aber all das liegt hinter mir. Ich bin verheiratet, wir haben gerade ein Haus gekauft, es könnte also echt bergauf gehen... wäre da nicht meine Familie.

      Solange meine kranke Schwester noch gelebt hat, war sie der Ausgleich, sie hat immer vermittelt. Ich habe mich vorher schon immer wie das 5.Rad am Wagen gefühlt, aber sie hat es immer geschafft, mich einzubinden. Ich vermisse sie jeden Tag. Sie ist schon 8 Jahre tot, aber ich kann immer noch kein Bild von ihr aufhängen.

      Meine andere Schwester ist eine ganz andere Sache. Sie hat mir beigestanden, als mein Ex mich verprügelt hat, sie war mit mir bei der Polizei, beim Jugendamt, etc. Das rechne ich ihr auch an. Aber das war eher wie Pflichterfüllung. Sie hat mich nicht in den Arm genommen, sie hat mich in der Folgezeit auch nicht gefragt, wie es mir geht... und ich rede nicht so einfach von mir aus, dann muss das Fass schon überlaufen. Ich will niemanden belasten oder belästigen.

      Es gibt immer wieder Dinge, in denen ich ausgeschlossen werde. Es hieß, wir schenken uns nichts mehr. Der nächste Geburtstag meiner Schwester war rund... alle haben ihr gemeinsam was geschenkt, ich wurde nicht mal gefragt. Das gleiche Spiel, als mein Bruder runden Geburtstag hatte. Ich hab zu meinem runden nichts bekommen. Doch... eine Whatsappnachricht. Ich hab ja auch nicht gefeiert, bekomme ich vorgehalten. Klar, alleinerziehend, in der Umschulung... ich hatte grad genug Geld für die Miete und Essen.
      Meine Eltern sind 78 und 81. Ich arbeite in der Pflege. Ich stehe nicht in der Patientenverfügung. Ich darf nichts entscheiden, ich darf nichts dazu sagen. Meine Geschwister haben nichts mit Medizin zu tun.

      Gestern kam dann aber der Knaller. Wir haben uns über jemanden unterhalten, der bei mir im Haus was machen soll. Meine Schwester regte sich dann über diese Person auf, der würde eh nur schwarz arbeiten (bei uns nicht !) und Sozialleistungen kassieren. Ich erwähnte dann, das jemand anders das auch macht, den sie vehement verteidigt hat. Ich habe mit dem in einem Haus gewohnt. Der hat sich zugedröhnt, seine Frau verprügelt und mich bedroht, als ich ihr helfen wollte. Aber das ist sooo ein netter Mann. Ihre Reaktion: das hätte sie NIE gesagt, ich wäre eine Lügnerin. Sie hat aber genau das vor meinem Mann und meiner Mutter gesagt ! Der Streit eskalierte und ich ging. Meinen Sohn musste ich aber da wieder abholen, da er aus dem Kino dahin kam. Ich war 10 Minuten nach ihm da, hab ihn nur geholt. Im Auto erzählt er mir, das meine Mutter ihm gesagt hat, ich wäre eine Lügnerin. Diese streitet das allerdings ab. Und kann sich nicht daran erinnern, was meine Schwester gesagt hat... mein Mann zählt nicht, der ist ja nicht unparteiisch. (Wie irre muss man eigentlich sein, wenn man denkt, dass ich wegen eigentlich etwas so Unsinnigen meinen Mann beeinflusse ? Mal ganz ab, das sie wissen, das er so nicht ist. Er steht immer zu dem was er sagt und gibt mir oft kontra). Ich würde mir das nur einbilden, genauso wie ich mir einbilde, dass meine Mutter mir erzählt, dass meine Schwester meint dass ich nach dem Tod meiner anderen Schwester nicht getrauert hätte. Ich habe nicht auf der Trauerfeier geweint... ich weine nicht vor Fremden. Aber ich bin danach in eine so tiefe Depression gefallen, dass ich meinen Job verloren habe und mein Sohn für 3 Monate bei meinen Eltern gewohnt hat. Ich war zu nichts mehr in der Lage und habe mir selbst Hilfe geholt und das Jugendamt eingeschaltet. Meine Welt, die eh schon instabil war, ist zusammengebrochen und ich kitte heute noch daran.

      Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich habe kaum Freunde, ich lasse sowieso nur schwer Menschen an mich ran, ich liebe und brauche meine Familie, aber ich kann das einfach nicht mehr ertragen. Ich bin immer das schwarze Schaf, ich mache nichts richtig (mein Job ist auch falsch, ich bin zu intelligent und habe nichts aus mir gemacht... und auch wenn ich wirklich lieber was anderes gemacht hätte, ich mache ihn gerne, ich bin eine gute Pflegekraft... aber ich bin halt keine Ärztin). Bei meiner Nichte, die nachdem sie ihre Ausbildung mit ach und krach beendet hat und jetzt als Betreuungskraft arbeitet, bei der überschlägt man sich fast. Wir leiden auch beide unter dem Lipödem... ich soll mich nicht so anstellen, meine Nichte überlegt sich operieren zu lassen... das muss auch so sein, sie leidet ja so darunter. Dabei ist ihres weniger ausgeprägt.

      Das wirklich, wirklich schlimme ist aber, dass sie mich in den Wahnsinn treiben. In dem sie mir immer erzählen, dass würde ich mir einbilden. Ich war das schon so gewohnt, dass es erst meinem Mann aufgefallen ist. Dinge, die sie vor ihm gesagt haben, die nachher aber nicht mehr stimmen, die so nie passiert sind. Ehrlich gesagt...ich habe vieles auf meine Drogenzeit geschoben und dachte, mein Gedächtnis wäre geschädigt.

      Entschuldigt den langen Text, danke an alle, die sich das wirklich durchlesen... vielleicht habt ihr ja einen Rat. Ich weiß nicht weiter. Entweder muss ich ganz mit ihnen brechen oder mir einen guten Psychiater suchen. (Ich bin die einzige, die Beratung und Therapie nicht negativ sieht... ich werde also keinen zu einem Mediator kriegen)

      • So wie es für mich klingt kannst du nur daran arbeiten, dass du dich vor den Verletzungen durch deine Familie abgrenzt. Das am Bestenliste Hilfe eines/r Therapeutin. Die Rolle, die du in der familie hast erfüllt vermutlich eine Funktion.deine familie wirst du eher nicht ändern können. Du musst also bei dir ansetzen. Wenn du einen anderen Umgang gefunden hast kann sich Ggfs auch in der Dynamik deiner familie etwas verändern.

        Abstand kann die Seele heilen.

        Gerade bei "so einer" Familie.
        Das hat gerade eine gute Freundin erlebt. Sie hat den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen, da sie auch scheinbar das schwarze Schaf der Familie ist, nur lügt, sich Sachen einbildet, endlich Kinder zeugen soll, nicht rumjammern soll weil sie verprügelt wurde als Kind und und und....
        Und seit dem Kontaktabbruch geht es ihr immer besser.

        In deinem Fall würde ich tatsächlich auch zu einer Therapie tendieren. Aber nicht weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern damit du verarbeiten kannst, was dir angetan wurde und wie mir dir all die Jahre umgegangen wurde.
        Deiner Familie würde ich es nicht auf die Nase binden. Die verstehen das vermutlich sowieso nicht.
        Das mit den Geburstagen ist auch der Hammer. Sehr unverschämt und verletzend.

        Ich kann verstehen Falls dir ein kontaktabbruch gerade wegen deinem Kind schwer fällt.
        Aber vielleicht hilft Funkstille auf Zeit.

        Sag ihnen, dass du SO keinen Wert auf Umgang legst. Sie können entweder noch eine Tochter verlieren oder sich mal zusammenreißen.
        Unglaublich was für Menschen es gibt.

        Ich wünsche dir alles Gute. Du scheinst eine starke Frau zu sein und das wird dir dabei helfen!

        • (4) 21.06.18 - 12:29

          "In deinem Fall würde ich tatsächlich auch zu einer Therapie tendieren. Aber nicht weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern damit du verarbeiten kannst, was dir angetan wurde und wie mir dir all die Jahre umgegangen wurde. "

          Besser kann man es nicht zusammenfassen und schreiben #pro

        • Im Grunde bin ich Deiner Meinung, allerdings muss ein Kontaktabbruch nicht unbedingt das Richtige sein.
          Wie es aussieht hat die Familie der TE eine Erwartungshaltung die der TE unterstellt nicht Mitglied in der Familie sein zu wollen, sich zu wenig einzubringen. Wenn sie jetzt mit Kontaktabbruch reagiert kann das Ganze nach hinten losgehen.
          Sie könnten in ihrer Haltung bestärkt werden.
          Was dann kein Problem wäre, wenn die TE mit der Familie sowieso nichts anfangen kann. Sie hat aber betont ihre Familie zu lieben.
          Wie gesagt, ansonsten bin ich bei Dir

      Du hast wirklich viel durch gemacht und der Ist-Zustand ist wirklich nicht ideal.
      Mach eine Therapie. Du hast sicher einiges zu verarbeiten und wirst besser mit Deiner Familie umgehen können.

    • Nicht Du bist diejenige, bei der etwas nicht stimmt und die sich falsch benimmt. Es ist Deine Familie, die sich unmöglich benehmen und Dich behandeln, als wärst Du nichts wert. Der Fehler liegt alleine bei ihnen und ich gehe davon aus, sie wollen das so sehen und nichts auf der Welt kann sie davon abbringen. Das hast aber nicht Du verursacht, sondern sie selbst. Wenn man jemandem von Geburt an die Rolle des schwarzen Schafs zuspricht, dann wird das irgendwann eine self-fulfilling prophecy.

      Für Dich wäre es gut, Dir Bekanntschaften und Freunde außerhalb Deiner Familie zu suchen. Mit Deinem Mann hast Du das ja bereits geschafft, er scheint ja der Richtige für Dich zu sein. Und was einmal geklappt hat, das klappt auch wieder. Vielleicht merkst Du auch gar nicht, wenn Dich jemand mag und es Dir zeigt? Weil Du aufgrund des Misstrauens, was Deine Familie gesäht hat, schon gar nicht mehr Vertrauen aufbauen kannst.

      Das lässt sich in der Tat mit einer Therapie bessern oder gar beheben. Die sollte aber auch nur für Dich stattfinden. Und es gibt noch einen Trick, den Du dabei lernen kannst: Wenn Du Dein Verhalten Deiner Familie gegenüber änderst, ihnen mit mehr Selbstbewusstsein gegenüber trittst und Dir nicht mehr alles gefallen lässt, werden sie merken, dass sie nicht mehr alles mit Dir machen können. Auch das lernst Du dann in der Therapie. :-)

      Fühl Dich erst mal kräftig umarmt!
      An Deiner Position in der Familie kannst Du leider nichts ändern. Deine Vorgeschichte ist das Resultat des Fehlverhaltens Deiner Familie Dir gegenüber. Du hast tiefe Verletzungen davon getragen, die dich auch heute noch stark beeinflussen. Du suchst auch weiterhin die Geborgenheit und Nestwärme der Familie, die Du nie bekommen hast und auch von dort nie bekommen wirst.
      Was ich Dir raten kann: Trenne Dich von Deiner Familie, sie hat Dir noch nie gut getan und wird Dich auch weiterhin stark verletzen.
      Such Dir einen guten Psychotherapeuten und/oder Seelsorger, der Dir hilft, Deine Vergangenheit aufzuarbeiten.
      Such Dir einen Freundeskreis/Sportverein/Kirchengemeinde, wo Du Du selbst sein kannst.

      Du hast schon super viel geschafft! Du bist eine tolle und starke Frau! Du wirst es auch schaffen, Deine Vergangenheit unter die Füße zu bekommen.

      Wow. Da hast du ja wirkliche eine nette und liebenswerte Familie....nicht!
      Das tut mir so leid, wie schrecklich muss es sein, so behandelt zu werden und das über Jahre, so sehr dass man es schon für normal hält.
      Gut, dass dein Mann hinter dir steht und dir gesagt hat, dass du dir das alles nicht einbildest!
      Du scheinst von Anfang an keinen leichten Start gehabt zu haben und warst wohl auch nicht besonders erwünscht, das hat man dir in all den Jahren sehr deutlich gezeigt.

      Damit es dir wieder gut gehen kann und du dich endlich mal selbst wertschätzt würde ich schleunigst einen Cut machen.
      So eine “Familie“ braucht man nun wirklich nicht, das wünscht man ja nicht mal seinem schlimmsten Feind.
      Um das alles gut zu verarbeiten würde ich, am deiner Stelle, auch eine Therapie machen.
      Also, sowohl als auch: Kontakt beenden und Therapie machen!

      Ich wünsche dir von Herzen alles alles gute und dass du es schafft dich von deiner „Familie“ zu trennen. 🙏

      Hallo,

      da hast Du aber eine tolle Familie. Ich bin der festen Überzeugung, Dir wird es schlagartig besser gehen, wenn Du Deine Familie nicht mehr siehst oder hörst, sprich, brich den Kontakt ab und konzentriere Dich auf Dein Leben. Du hast ein Kind, das liebt Dich und das wird Dir mehr helfen, als eine Familie, die Dich nicht will.

      LG

      Naja, deine Eltern haben mit dir natürlich auch eine Menge mitgemacht.
      Vielleicht sind sie es einfach satt. Oder das Vertrauen in dich ist weg, dass du es tatsächlich geschafft hast.

      Ist nur mal ein anderer Blick auf deine Situation. Kein Angriff!

      Gruss
      agostea

      (12) 22.06.18 - 06:10

      Hallo
      Ich denke auch du musst mal aus eurem SYSTEM raus. Ich bin nicht jemand der dazu ratet den Kontakt abzubrechen aber ich würde ihn auch eine HÖFLICH DISTANZIERTE Art weiterführen.
      Ich denke du kannst deine Familie nicht ändern aber du kannst etwas ändern ...dass du ihr Thema bist, ihre Ausrede, ihr schwarzes Schaf.
      Sie trauen dir nichts zu....lass sie nicht so viel Einblick in dein Leben haben. Lebe ohne sie zu brauchen ( bitte Pass mal aufs Kind auf, usw.) denn dann bleibst du immer dasschwarze schaf das ständig was brauchst auch wenn es in Wirklichkeit nur ganz selten ist. Baue dein Leben so auf dass du sie nicht brauchst! Wenn du es schaffst mach die klassischen Höflichkeitsbesuche um nicht wie ein trotziges Kleinkind dazustehen.
      Beginne eine Therapie. Lass das Thema dann auch dort und trage es nicht in deine Arbeitswelt, freundewelt.
      Sei einfach du selbst!!
      Alles liebe
      Faxl

      Hallo.
      Ich ist zwar schon alles geschrieben, aber ich wollte dir einfach schreiben, dass es mir wirklich aufrichtig leid tut- sowas hat niemand verdient!

      Lebe dein Leben, wer so eine Famiie hat, braucht keine Feinde mehr.

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