Warum unglücklicklich über Umzug?

    • (1) 29.06.18 - 17:00
      Inaktiv

      Hallo,

      mein Mann und ich wollen bald mit unserer kleinen Tochter und unserem Ungeborenen umziehen von Stadt (mein Mann ist hier aufgewachsen) aufs Land, wo viele Verwandte und Freunde leben. Wegen besserer Betreuungsmöglichkeiten (wovon wir alle als Familie profitieren), mehr Wohnraum (fast) das gleiche Geld, was wir jetzt für eine 3-Zimmer-Wohnung bezahlten, mehr Ruhe und Freiheiten für die Kinder, usw...


      Die Entfernung zwischen jetzigem und künftigen Wohnort ist schon recht beträchtlich, man fährt etwas über 60 Min.


      Mein Mann wohnt schon sein ganzes Leben hier, ich seit bald 6 Jahren. Unsere Tochter ist hier geboren, wir haben hier eine kleine, aber feine Wohnung, eine sehr gute Freundin habe ich hier nun und ein paar nette Bekannte gibt es auch. Ich habe sehr lange gebraucht um mich wohl zu fühlen.

      Die letzten 2 Jahre ist es immer besser geworden und nun, wo der Umzug bald real wird und in einem Vierteljahr unser Baby kommt, merke ich, dass ich richtig traurig bin, dass wir wegziehen, obwohl ich mir das immer gewünscht habe...


      Im neuen Wohnort gibt es viele Freunde und Verwandte, wir sind regelmäßig vor Ort. Es ist also voll bekannt, wo es hingeht und wir sind alles andere als alleine. :-D Und wir mögen es auch beide dort.


      Trotzdem werde ich ganz, ganz viel vermissen... Unsere kleine Wohnung, das mal eben kurz in die Stadt gehen und bummeln. (5 Min zu Fuß), die gute Erreichbarkeit von Veranstaltungen, Ärzten und Läden zu Fuß, die kulturellen Möglichkeiten, mal eben bei Extrablatt meinen geliebten Kaffee trinken, liebe Menschen....


      Seit dem die Entscheidung gefallen ist, dass wir umziehen, hab ich ganz schön dran zu knacken. Ich meine, wir wollen ja nun nicht grundlos umziehen. Trotzdem wird es mir sehr schwer fallen...

      Außerdem kann mein Mann dieses Mal keine Elternzeit nehmen, da er eine neue Stelle antreten wird, kurz bevor unser Baby kommt. Noch ein Wermutstropfen... Nur bietet sich eine solche Chance wie jetzt vielleicht nicht noch einmal...

      Muss seit Tagen heulen wie ein Wasserfall, wenn ich daran denke, dass wir bald nicht mehr hier sind. Gleichzeitig ist es auch schön, neue Chance, neues Glück. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass mir das so an die Nieren geht... :-(


      Hab auch irgendwie Angst wieder auf dem Dorf zu wohnen, da ist ja nicht viel los, klar, man verhungert nicht, kann tanken, schwimmen gehen vor Ort und auch ein Eis essen, ein riesiges Bekleidungsgeschäft ist dort, trotzdem braucht man immer ein Auto, wenn man mal raus möchte... Hab Angst, dass ich mich hinterher wie gefangen fühle mit 2 Kindern und wenig Treffmöglichkeiten oder Veranstaltungen vor Ort. Kenne zwar viele Frauen vor Ort, aber ganz ohne Ausflüge in die umliegenden Städte wird es für mich nicht gehen... Möchte auch sehr gerne Frauen in den umliegenden Städten kennen lernen, damit wir mal rauskommen und auch öfter die Möglichkeit haben, in der Stadt zu sein.


      Alles in Allem bin ich sehr irritiert, dass ich mich nicht so freue wie erwartet, sondern eher das Gegenteil, ich könnte pausenlos heulen und will grade schon gar nicht mehr...


      Was kann ich tun, damit ich besser damit klar komme bzw. den Abschied besser verkrafte?


      Danke fürs Lesen.


      LG, Sonnenschein.86 mit Mäuschen (23 Monate) und #ei (23+6)

      • ...dass du was vermisst zeigt ja auch, dass du es jetzt schön hast. Und das ist doch gut.

        Der neue Lebensabschnitt wird anders - und offenbar haben die Vorteile überwogen, als du es plantest. Sei es, wegen der Finanzen, der Kinderhüte durch die Familie...

        Pass auf, du bist im Hormonrausch - ggf. malst du es dir zu schwarz.

        Für mich persönlich wäre mit Kids "so sehr auf dem Land" zu sehr auf dem Land. Ich muss ohne Auto in die Stadt, ins Theater, ins Kino... Mir würde der Austausch mit anderen Mamis am Sandkasten so für die ersten zwei Jahre der Kids reichen. Danach nicht mehr. Ich will auch arbeiten gehen und dafür keine Stunde fahren müssen. Aber wenn du ein Familienmensch bist - dann ziehs durch und geniess die ersten paar Jahre. Bevor die Grosse in die Schule kommt, könnt ihr ja immer noch zurück. Also halt die Kontakte warm aber geniess das Landleben...
        PS) meine eine Schwester wohnt so tierisch auf dem Land - da ist 1km von ihnen weg der nächste Hof. Sie liebt es. Sie hat ihre Bastelstube und einen Bastelblogg - die Kinder ziehen draussen herum. Fahren die 7 Minuten zum nächsten Hof mit Kindern per Velo, seit sie winzig sind. Wie lange ihnen das reicht wird sich zeigen. Aber im Moment sind sie endlos glücklich.

        Ich wohne auf dem Land und finde es einfach nur schön. ;-) Die Wahnsinnsnatur rundherum, dass meine Kinder Tiere haben können, ich fühle mich so viel freier als in der Stadt in unserem großen Haus und Hof.

        Lebendig begraben finde ich mich nicht, ich arbeite ja in der nächsten Stadt und bin schnell zu Freunden gefahren, außerdem gibt es hier im Dorf viele Familien mit zwei oder drei Kindern und meine Kinder haben ne Tonne Freunde.

        Wir genießen die Dorffeste und das Vereinsleben und gehen trotzdem zu Theateraufführungen in die Stadt.

        Unsere Kinder gehen in unseren kuscheligen Dorfkindergarten und in unsere Dorfgrundschule (90 Kinder insgesamt, 15 pro Klasse) mit Kindern, die sie zumeist seit der Krabbelgruppe aus dem evangelischen Gemeindehaus kennen, sind auf viele Geburtstage eingeladen und "man kennt sich" einfach.

        Da ich in der nächsten Stadt arbeite, hab ich trotzdem viel Gelegenheit, mit meinen Stadtfreunden spontan in der Freistunde Kaffeer frühstücken zu gehen. Mich fesselt ja keiner zu Hause. ;-)

      Mir ging es zeitweise ganz ähnlich. Auch wir ziehen nun von der Stadt aufs 'Land'... und trotzdessen es fast 2 Jahre gebraucht hat, mit der Stadt warm zu werden, habe ich doch angefangen, die Vorteile zu genießen und zu nutzen und ich frage mich manchmal, ob der neue Wohnort mir das auch bieten kann.

      Aber - bei mir kam etwas entscheidendes dazu. Kalte Füße. Ich hatte schlicht Angst vor einer so großen Umstellung / einem so großen Schritt. Und habe mir deswegen, dass was ich grad habe - meine Komfortzone - schön geredet. Das ist aber auch normal und menschlich. Hinzu kommt die Schwangerschaft - die Hormone und auch die Veränderungen, die diese mit sich bringt.

      Inzwischen ist unser Umzug nur noch 3 Wochen hin und ich habe meinen realistischeren Blick wieder und kann mich inzwischen sogar ein bisschen freuen.

      Alles Liebe euch.

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