Schwierigkeiten mit den Grosseltern

    • (1) 30.06.18 - 15:55
      Inaktiv

      Hallo zusammen

      Ich würde gern wissen ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und Tipps hat, wie man sich am besten verhält.

      Mein Kleiner ist 2.5 Monate alt. Wir leben recht weit von meiner Mutter und auch von meinen Schwiegereltern weg (2.5 resp 5h Fahrt)
      Während der Schwangerschaft war alles relativ entspannt. Relativ weil sehr auf meine Gesundheit geachtet wurde wenn die Schwiegereltern zu Besuch waren. Wehe ich hab was angehoben (Gewicht egal) oder wollte putzen oder so. Da war ich im 7. Mt und mir gings blendend und ich hab nichts übertrieben. Muss dazu sagen, dass meine Schwiegermutter mehrere Fehlgeburten hatte und auch die SS aus der mein Partner hervorging sehr schwierig war. Daher hab ich das akzeptiert, dass sie auf mich aufpassen wollten.

      Nun sind wir bei ihnen zu Besuch.
      Sie können nicht ablassen vom kleinen. Kaum betritt man mit ihm das Zimmer,
      Hat er ein Gesicht vor seinem, eine Hand am Arm oder am Kopf oder Bein. Und das hört nicht auf.
      Dass sie dann auch mir sehr nahe kommen und ich das nicht besonders mag scheint ihnen egal zu sein.
      Ausserdem haben wir sie gebeten etwas langsam und vorsichtig mit dem Kleinen zu sein, er kennt halt hauptsächlich seine Eltern und war nie lange bei anderen auf den Arm, wir wollen ihn einfach nicht zu vielen Reizen aussetzen, zumal er dann sehr schlecht schläft.
      Und auch viel mehr kötzelt.
      Gemäss meinem Schwiegervater reden wir uns das ein, da er sie durch gelegentliche Videoanrufe schon kenne.
      Wir können ihn auch nicht mal kurz wo hinlegen (untee seinen spielebogen, auf dem Boden, also absolut sicher oder mitten ins leere Bett. Er kann sich ja noch nicht drehen) ohne, dass gleich einer da ist. Dann 'krabbelt' der Schwiegervater ihn, was nichts anderes als kitzeln ist und das will ich nicht und hab ihm das schon mehrfach gesagt. Früher hat man das schliesslich auch gemacht und d hat keinen geschadet.
      Die Schwiegermutter versucht sehr sich auf unsere Vorstellungen vom Umgang mit dem Kind einzulassen, schafft es aber nur begrenzt. Sie bitte ich aber auch ab und zu ihn zu nehmen, hauptsächlich damit sie sich nicht zu schlecht fühlt.

      Kurzum, mich nervt es, dass vor allem der Schwiegervater uns beide nicht ernst nimmt und alles so macht wie er das für richtig hält. Wenn man was sagt ist er beleidigt. Ansonsten verstehe ich mich ja ganz okay mit ihm.

      Wie geht man mit so was um ? Momentan versuche ich ehrlich gesagt einfach ihnen da ist dem weg zu gehen und den kleinen immer bei mir zu haben. Schwierig in ihrem Haus :)

      Bin gespannt auf Input.

      • (2) 30.06.18 - 16:08

        Hallo, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe gestern ein bisschen weiter unten einen ähnlichen Beitrag geschrieben. Bei mir ist es nur leider die Schwiegermutter die sich nichts sagen lässt und uns nicht für voll nimmt..
        Als Tipp ich hab unseren kleinen sobald wir bei den Schwiegereltern waren und es uns und den kleinen zu viel wurde in die Trage gesetzt, dann hast du ihn bei dir und ihr könnt ein bisschen zusammen runterkommen. Dann kannst du ihn ein bisschen von den ganzen Reizen abschirmen.
        Liebe Grüße und Durchhaltevermögen
        Noju

        • (3) 30.06.18 - 16:18

          Hatte ich neulich zum essen gemacht. Neben mich auf die Sitzbank und auf der anderen Seite sass mein Partner.
          Da wurde zwischen meinem Gesicht und meinem Teller durchgegriffen im ihn anfassen zu können . Glaube dee Schwiegervater merkt das nicht mal. Darauf angesprochen wusste er von nichts

      Warum fahrt ihr nicht einfach wieder ab? Dann habt ihr eure Ruhe und keiner kommt eurem Wunder zu nahe.
      Btw: 2,5 Std. einfache Fahrt, da würde ich maximal (!) 1 Nacht bleiben.
      VG

    Inwiefern schadet es denn dem Kind, wenn der Schwiegervater es kitzelt??

    • (8) 30.06.18 - 16:28

      Ich finde kitzeln bescheuert, das ist überhaupt nicht angenehm und das lachen nur ein Reflex. Wurde wohl auch schon als Folter eingesetzt. Und es geht auch wo ums Prinzip, dass er etwas was ich warum auch immer nicht will, dann auch nicht tun sollte.

      • Dein Kind wird vom Opa nicht gefoltert, es nimmt auch keinen Schaden, wenn es gekitzelt wird. Dein letzter Satz zeigt eindeutig, dass das ein reines Machtspielchen ist. Ich hoffe, meine Jungs suchen sich mal Frauen, die die Kirche im Dorf lassen können.

        • (10) 01.07.18 - 08:27

          Amen! Schließe mich deinem Wunsch an! Ich werde bestimmt auch mal ne ganz schrecklich Schwiegermutter, die ihren Enkel gern Mal sehen möchte, ihn anfassen möchte o. sogar auf den Arm nehmen möchte. Und das Allerallerschlimmste: Ich werde nicht w/jedem quersitzenden Pups zur Schwiegertochter rennen, Enkelchen in der Nachbarschaft vorstellen u. sogar von "früher" erzählen, als meine Kinder nicht klein waren u. wie ich das gehandhabt habe.

          Ich hasse mich jetzt schon stellvertretend für meine künftige Schwiegertochter!

          *IronieOff*

      Auweia!!!!

      Der Opa KITZELT das Kind, das Kind lacht und DU möchtest das nicht.

      Es gibt immer die Kehrseite. Ich weiß, du willst es nicht hören...

      Kinder aufzuziehen ist ein langer, steiniger Weg!!!! Unser Weg ist schon fortgeschritten, die Kinder sind groß. Und sie hatten NIE "richtige" Großeltern.

      Die Urgroßeltern dagegen waren immer für sie da. Und ich war und bin jeden Tag dankbar für diese Zeit, die Urgroßeltern und Urenkel miteinander verbringen durften!

      Kitzeln und ja - auch Mal unschöne Situationen inklusive!!!!

      (12) 01.07.18 - 07:25

      Ich finde es gut, dass du dir Gedanken um dein Kind machst und dich auch informierst. Es ist dabei besonders wichtig, die Dinge nicht schwarz-weiß zu sehen.

      Ich habe neulich einen interessanten Thread auf einer anderen Plattform gelesen, in dem sich Leute über das Kitzeln ausgetauscht haben. Da waren viele dabei, die aus ihrer eigenen Kindheit regelrecht traumatisiert vom Kitzeln waren. Die von ihren Eltern so hart gekitzelt wurden, dass ihnen das Lachen weh tat und sie sich einfach nicht wehren konnten. Sie wollten am liebsten mit Kitzeln überhaupt nichts mehr zu tun haben. Bei einer konnte ich sehr gut den Groll herauslesen, dass ihre ansonsten liebevolle Mutter ihr dies immer wieder antat.

      Aber gerade diese Leute hatten wiederum Kinder, die das Kitzeln liebten und häufig einforderten. Sie konnten es nicht verstehen. Dabei finde ich das einleuchtend. Der kleine Schreck, den man dabei empfindet, erzeugt einen Adrenalinrausch. In Kombination mit liebevollen Berührungen und einem lieben Gesicht einer Bezugsperson wird das ganze zu etwas Angenehmen. Und zwar dann, wenn es aufhört, bevor es einem unangenehm wird.

      Das ist vergleichbar mir Achterbahnfahren. Leute lieben es. Dennoch bin ich sicher, dass man eine besonders wilde Achterbahn ohne Erholungsmomente auch wunderbar als Folterinstrument nutzen könnte. Die Dosis macht bekanntlich das Gift.

      Die Schwelle, ab wann sich angenehme Adrenalinkicks in unangenehme Angst- oder Schmerzerfahrungen umwandeln, ist allerdings bei jedem anders. Deswegen ist es ganz wichtig, dass man bei solchen Unternehmungen (und das gilt fürs Kitzeln wie fürs Toben oder Achterbahnfahren) Pausen einbaut, in denen man darauf achtet, wie sich das Gegenüber fühlt. Werauf so eine achtsame Art kitzelt, kann für Kinder eine große Freude sein. Beobachte doch mal, wie dein Schwiegervater das macht und leite ihn notfalls an, immer wieder innezuhalten und auf die Reaktion des Babys zu schauen. Kinder können Gefallen oder Missfallen durchaus deutlich ausdrücken.

Ei, ist doch klar: Nach dem Kitzeln muss es kötzeln.

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