Kein Turnen im Kindergarten wegen Windeln

    • (1) 06.07.18 - 10:34

      Hallo liebe Forums Mitglieder,

      mein Sohn 3 Jahre, 3 Monate ist noch nicht sauber und darf deshalb nicht am Turnen im Kindergarten teilnehmen. Er und zwei zweijährige Mädchen müssen dann im Kindergarten bleiben. Die Erzieherinnen argumentieren, dass es keine Wickelmöglichkeiten gebe und wenn, sie es auch nicht leisten können während dem Turnen zu wickeln....Wickelmöglichkeit gibt es. Kenne die Halle durch das Kinderturnen. Verstehe auch die Logik nicht. Ein Kind muss in diesen zwei Stunden im Normalfall eh nicht gewickelt werden. Den anderen Kindern gegebenenfalls auf dem Klo zu helfen, ist doch auch nicht weniger Stress. Hab das selber noch nicht bei den Erzieherinnen angesprochen, weiß aber von anderen Müttern, dass man auf taube Ohren stößt. Ich fühle mich jetzt bei der Sauberkeitserziehung echt unter Druck gesetzt, da mein Sohn immer traurig ist, nicht zum Turnen mit zu dürfen.... Ich möchte ihn aber auch nicht unter Druck setzten, damit war ich und auch der Kindergarten bislang eh erfolglos. Übrigens ist es mit dem Waldtag das selbe. Überlegen gerade echt, mich anonym beim Träger zu melden und darum zu bitten, ihre veralteten Regeln mal zu überdenken oder ihn an diesem Tag einfach daheim zu lassen. Turnen fällt auf meinen freien Tag. Was meint ihr denn, steigere ich mich da zu sehr rein? Sind es vielleicht eher meine Bedenken und für meinen Sohn ist es gar nicht so tragisch? Wird das bei euch auch so gehandhabt?

      Vielen Dank für die Rückmeldungen.
      LG Jodio

      • Finde ich schon unverschämt, 3 Kinder vom Turnen und vom Waldtag auszuschließen, nur weil sie noch eine Windel tragen #pro!
        Das sind für mich faule Ausreden, ganz ehrlich. Warum sollte man in der Turnhalle nicht kurz wickeln können? Im Wald bei Wind und Wetter, Schnee, Matsch könnte ich es verstehen (meine 3 sind/waren im Waldkindergarten), aber ich gehe davon aus, dass euer Waldtag nur im Sommer stattfindet.
        Ich würde das Gespräch suchen - bei den Erziehern, der Leitung und zuletzt beim Träger.
        Lass dir bloß keinen Druck machen :-).
        VG

        (3) 06.07.18 - 10:51

        Hallo.

        Also vorweg, meine Kinder waren mit zwei tagsüber trocken und nachts spätestens mit drei. War mir aber selbst auch wichtig. Aber das tut nichts zur Sache, aber vielleicht daher meine Meinung zu verstehen.

        Vielleicht wäre ja das eine Möglichkeit, dass dein Sohn dann doch der Toilettengang "schmackhaft" gemacht werden kann. Wenn er gerne turnt, dann wäre das doch ein Anreiz. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind sich in der Windel frei bewegen kann. Einfach mal zu sagen, dann versuch erst mal die Windel wegzulassen, denn ohne Windel turnt sich das besser. Und mal ehrlich, stört dich das nicht selber, dass er sich frei bewegen möchte, kann es vielleicht aber durch die Windel nicht wirklich. Bei uns in der Kita wird daraufhin gearbeitet, dass die Kinder schnell "trocken werden". Nicht, weil die Erzieher keine Lust darauf hätten, sondern weil es den Tagesablauf doch etwas erleichtert. Und gerade wenn sie dann eben zum Turnen etc. gehen.

        <<<dass es keine Wickelmöglichkeiten gebe und wenn, sie es auch nicht leisten können während dem Turnen zu wickeln>>>

        Das kann ich durchaus nachvollziehen.

        LG

        (4) 06.07.18 - 10:55

        Ja, dann wird es Zeit, dass du mit deinem Sohn redest und ihm das so erklärst!

        Vielleicht ein Anreiz für ihn, es zu probieren?

        • (5) 06.07.18 - 11:02

          Hallo ihr lieben, sehe schon, es gibt geteilte Meinungen dazu. Natürlich motiviere ich ihn und erzähle ihm wie toll das wird, wenn er dann mit zum Turnen darf usw. Bücher über Klo, Kindertoilette, zuletzt Versuche ihn zu bestechen haben wir durch und machen jetzt nochmal Pause. Er hat derzeit beim Wickeln schon Angst, dass er nicht sofort seine neue Pampers bekommt und sagt, dass er Angst hat, in die Hose zu machen. Im Kindi haben sie ihm ein paar Tage die Windeln abgemacht und er hat jeweils eingenässt... Das möchte er jetzt vermeiden. Er hat in vielen Dingen einen hohen Anspruch an sich selber. Wenn er merkt, er kann etwas noch nicht gut, möchte er es auch nicht machen. Da ist er dann auch wirklich stur.

          • (6) 06.07.18 - 11:18

            Vielleicht hast du jetzt in den Sommerferien Gelegenheit dazu, ihn regelmäßig aufs Töpfchen zu setzen. Sag ihm auch, dass Unfälle gar nichts ausmachen!

            Ich weiß, meine Meinung ist wohl veraltet, aber dein Sohn ist nicht 1, sondern 3!

            • Danke #pro

              So hat es meine Mutter mit uns auch gemacht. Wenn sie das Gefühl hatte, es wird Zeit, wurden wir auf's Töpfchen gesetzt und blieben da bis wir fertig waren. Ich denke nicht, dass uns das geschadet hat...

              Merkst du vorher gar nicht, wenn dein Kind mal muss? Ich habe es bei vielen Freunden gesehen, dass das Kind vorher schon anders ist bevor es in die Windel macht. Wenn man diese Signale wahrnimmt und dann schnell geht, könnte es doch auch einfacher werden.

          (9) 06.07.18 - 13:21

          Hi,

          dass Dir das Vorgehen für deinen Sohn Leid tut, kann ich verstehen.
          Und vielleicht ist mein Ansatz falsch und ich lass mich gerne korrigieren, weil meine Tochter ist noch "in Uteri";-) und ich unerfahren.

          Aber das Vorgehen der Kita klingt logisch für mich: "weg mit der Windel", denn sie saugt alles auf und durch das tolle Gefühl, dass trotz ohne Klo gemachtes Geschäft (= bequem) alles trocken/sauber zu sein scheint nimmt einem Kind doch auch jede Notwendigkeit, auf's Klo gehen zu wollen. Wozu das Spiel für die Toilette unterbrechen?
          Oder sehe ich das völlig falsch???
          Die Erzieher im Kita werden ihn ja nicht ewig in der nassen Hose lassen und das empfinde ich gar nicht als "Druck", aber es muss doch auch an eine intrinsische Motivation beim Kind angesetzt werden.

          LG

          (10) 06.07.18 - 14:44

          Wenn dein Sohn diesen Anspruch an sich hat, fallen mir zwei Wege (unabhängig voneinander) ein

          1. ihn bestärken, dass es ok ist und einnässen keine Katastrophe.
          Dass es sich für ihn so anfühlt, kann ich nachvollziehen.
          So lange er diese Angst hat, würde ich auch den Druck rausnehmen

          2. das hat meiner sehr geholfen: Hosenwindeln.
          Sie wollte, konnte aber noch nicht. Zu Hause war es kein Problem ohne Windel. Unterwegs nicht immer so einfach (Angst vor großen Toiletten)
          Daher bekam sie Hosenwindeln. So konnte sie, so hätte sie können. So konnte sie es versuchen, wenn sie sich traute. Gleichzeitig war sie aber nicht gestresst, weil es eben nicht musste. So hatte sie die Möglichkeit sich langsam trauen zu lernen (Versuchte es auch immer wieder), gleichzeitig musste sie sich aber nicht entscheiden zwischen Panik (Toilette) und Angst/unangenehmes Gefühl, wenn es daneben ging (die Hosenwindel fing ja auf).
          Dann kam ein Entwicklungsschub und es ging überall ohne.

          Wenn deiner da den Anspruch an sich selbst hat, dann ist er eben so.
          Ok, im Auge behalten würde ich es, da er sich schon irgendwie im Weg steht, dass er sich nicht zu sehr darauf versteift. Also dass ihn diese seine Eigenart nicht selbst einschränkt. Aber wirklich tun, würde ich da noch nichts. Nur im Auge behalten wie ausgeprägt es ist und ihn begleiten, dass auch Fehler kein Weltuntergang sind (auch wenn es sich manchmal so anfühlt). Das ist aber nichts von heute auf Morgen, sondern meine ich auf die Jahre gesehen.


          Zur eigentlichen Frage: gute Frage.
          Es gab bei meiner Kleinkind-Mutter-Kind-Turnen. Gruppe 1 für Kinder von 0 - 2 Jahre und Gruppe 2 für Kinder für 2-3 Jahre und Gruppe 3 für Kinder ab 3 Jahren ohne Eltern.

          Windeln hatten fast alle an, vor allem in Gruppe 1. Ok, die Mütter (Väter, Großeltern) waren dabei. Eingeschränkt waren sie in der Mobilität nicht wirklich. Manche Windelflitzer konnten sehr viel, manche ohne Windel machten nicht alles mit. Das war bunt gemischt.

          An Wickelmöglichkeiten kann ich mich nicht erinnern. Vermutlich haben wir es nicht gebraucht. Geschwisterbabys wurden nebenbei auf der Bank gewickelt. Wickeltasche mit Unterlage dabei.


          Mit dem Wickeln, welche Alternativen gäbe es denn?
          Geht es nur darum, wenn sie "voll" voll ist oder auch darum, wenn sie nass ist.

          "Voll" voll stelle ich mir schwieriger vor. Wobei das vom Rhythmus her ja nicht sooo oft ist.
          Bei "nur" nass, geht wickeln (Hosenwindel wechseln) u.U. ja auch schneller. Schon auch mit sauber machen, nur insgesamt schneller, einfacher.

          Könntest du anbieten, auszuhelfen an den Tagen?
          Ich weiß, Schwierigkeit besteht wegen Aufsichtspflicht/Verantwortung, Datenschutz und für deinen Sohn ist es auch nicht sooo der Bringer, wenn Mama immer dabei ist.
          Andererseits hat die Grundschule bei uns händeringend ständig Begleiteltern gesucht, die bei Ausflügen mitgehen sollten. Kindergarten manchmal.
          Wäre das bei Waldtagen eine Option?

          (11) 06.07.18 - 18:55

          Hallo

          Bei uns in der kita machen sie es mit kleberli. Also mit aufkleber. Zuhause hab ich das ebenfalls gemacht. Fürs gross machen gab es ein grosses kleberli, fürs klein machen gab es ein kleines kleberli. Die durfte sie neben der toilette kleben, an die wand. Und nie mit druck. Nur wenn sie wollte. Und ich hab so aufsätze für kleine mit leiter wo sie auch selber hoch konnte und nicht reinfallen kann. Sie liebt es. Die kleine eineinhalb, geht auch alleine aber mit der hose oben, hihihihi. Ich lass sie so machen. Sie sieht es auch eben bei der grossen schwester und macht es nach.

          Mach dir bloss keinen druck und schon garnicht dem kleinen.

          Glg alyal

    Hallo
    Ich möchte dich nicht angreifen, bitte nicht falsch verstehen. Mein Eindruck von dem was und wie du schreibst ist, dass es dir überhaupt nicht wichtig ist dass dein Kind trocken wird. Eben mal die Windel wechseln ist bequemer als das Trocken werden zu lernen.
    Wenn es die Regel im Kindergarten gibt, dass nur trockene Kinder mit zum Turnen dürfen, dann müssen sich auch alle dran halten. Du weißt es wahrscheinlich auch schon länger und anstatt dein Kind beim trocken werden zu unterstützen, suchst du die Schuld bei den Erzieherinnen. Das finde ich nicht fair. In der Zeit in der sie dein Kind wickeln müssten, können sie nicht mit den anderen Kindern turnen.
    Und zur anonymen Beschwerde: sowas finde ich unmöglich! Wenn man etwas zu sagen hat, dann soll man das bitte doch ganz offiziell tun und sich nicht hinter der Anonymität verstecken! Wenn es deine Meinung ist und du etwas zu sagen hast, dann steh dazu und sag es offiziell oder lass es bleiben.

    • Anonym nur, weil ich keine Lust habe, dass mein Kind dadurch Nachteile bekommt. Und ich möchte auch nicht einzelne Erzieherinnen angreifen, sondern nur darum bitten, diese Regel zu überdenken. Wenn es dabei bleibt, dann ist es so. Aber du hast Recht, auch wenn es schon andere vor mir versucht haben, ansprechen muss ich es auf jeden Fall, bevor ich mich beschweren

      • (14) 06.07.18 - 11:19

        Wenn zwei Kinder nicht mit zum Turnen dürfen, weil sie noch Windeln brauchen und sich jemand darüber "anonym" beschwert, wie doof müsste denn dann die Erzieherinnen sein, nicht zu wissen, wer sich beschwert hat.

    Danke für deine Einschätzung, aber glaube mir, dem ist nicht so. Wir haben schon sehr viel versucht und es hat auch schon tagelang gut geklappt. Moment ist einfach Pause. Die letzten Versuche endeten immer in Machtkämpfen und großem Geheule und Gebettle. Er ist noch nicht so weit und er bekommt die Zeit jetzt. Die radikale Tour, einfach keine Windeln mehr zu kaufen, liegt mir nicht, das gebe ich ehrlich zu. Und ich finde es wirklich nicht bequemer, immer zu Wickeln und Windeln mit mir rum zu schleppen, das kannst du mir glauben.

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