Familienkonstellationen neu denken...

    • (1) 06.07.18 - 14:31

      Hallo!

      Wir stehen vor einer ziemlich großen Entscheidung und ich bin ehrlich gesagt recht unsicher und hoffe auf eure Inspirationen / Gedanken.
      Wir haben eine Tochter (3) und erwarten Ende des Jahres wieder Nachwuchs.
      Nun hat mein Mann kurzfristig ein Jobangebot in einer 600 km entfernten Stadt bekommen. Der Job wäre karrieretechnisch (auch für zukünftige Schritte) wirklich 'gut zu haben'.

      Aber... ein Umzug dort hin kommt nicht in Frage und ich bin mir wirklich unsicher, ob ich das für unser Leben als Paar und Familie tragen kann. Er wäre jeweils von Montag sehr früh bis Donnerstag spät unterwegs und ich demnach mit dem Kind / den Kindern alleine.
      Nun mache ich mir Sorgen,

      1. ob und wie unsere Große das verkraftet, da für sie in diesem Jahr zudem der Wechsel in den Kindergarten, ein Umzug und eben das Geschwisterchen als Herausforderungen anstehen. Sie liebt ihren Papa sehr und ist oft schon etwas traurig, wenn er abends mal nicht da ist.

      2. Wie ich das schaffe. Kind 1 war eine echte Herausforderung und ich oft am Rande meiner Kraft. Wobei ich natürlich auch daran immens gewachsen und sicher bin, dass manches mich nicht mehr so mitnehmen würde. Aber trotzdem - schaffe ich es wohl mit 2 Kindern allein? Und - was heißt das für mich beruflich? Ich hatte eigentlich in Erwägung gezogen, nach dem Mutterschutz wieder ein paar Stunden arbeiten zu gehen während er Kind 2 bereut. Das könnte ich dann wohl vergessen... mmh...

      3. Was das Ganze für die Beziehung von Kind 2 zum Papa heißen würde / könnte.

      Ich weiß, es ist ein sehr spezieller Fall vielleicht hat trotzdem jemand Erfahrung oder sonst wie Gedanken, die helfen könnten.

      • Huhu, warum ist ein Umzug nicht möglich? Also ich würde definitiv dort vor Ort hinziehen, wenn man nicht gerade ein gekauftes Haus vor Ort hat. Ich würde nie im Leben eine Fernbeziehung eingehen, ich brauch mein Mann an meiner Seite und natürlich die Kinder ihr Papa.
        Wenn mein Mann ein super Job Angebot bekommen würde und er es definitiv auch möchte, warum nicht. Warum sollte ich ihm Steine im weg legen, dabei springt ja für die ganze Familie natürlich auch nur ein besseres Leben raus.
        Also ich kann von mir sprechen und meine Eltern. Sie mussten damals auch eine Entscheidung treffen, wegen Job und das war das beste für uns gewesen. Wir sind auch 600 km von Sachsen ins Allgäu gezogen. Ich damals 16 Jahre und meine Geschwister 5 und 10 Jahre. Wir haben uns alle super eingelebt und hatten alle keine Probleme mit kita und Schuleingwöhnung. Wir lieben unsere neue Heimat und wollen es nie missen. Lg

        Warum ist denn ein Umzug ausgeschlossen? Wie lange soll dieser „Zustand“ denn anhalten? Wenn es sich planbar um 2—3 Jahre zb handelt ist es vllt leichter umsetzbar und auch ein Ende absehbar...

        Es ist wohl typsache. Unsere Große (bald 3) ist ein absolutes Papakind...für sie bricht eine Welt zusammen wenn Papa mal nicht zu Hause ist. Aber ich denke Kinder gewöhnen sich an alles. Wie das mit dem Geschwisterchen ist kann keiner sagen. Es kann ein einfaches Anfängerbaby sein mit dem du locker zurecht kommst. Aber natürlich auch das genaue Gegenteil. Hast du anderweitig Unterstützung durch Familie/Freunde? Ich bin mit sehr aktivem Kleinkind und sehr zufriedenem Baby schon öfters mal am Ende und bin froh wenn mein Mann abends da ist.

        Grundsätzlich würden wir,es nicht machen...wir sind aber eben der Typ Mensch der nicht lange getrennt sein möchte und wohl eher hier alle Zelte samt Haus abbrechen würde, als auf lange Sicht soviel getrennt zu sein.

        Hallo!

        Wenn das nicht nur vorübergehend ist, würde mir dabei zu viel auf der Strecke bleiben. Die Bindung zu den Kindern, die Partnerschaft, die eigene Unabhängigkeit mit eigener Arbeit und Freizeit...

        Dein Mann wäre zu Gast in der eigenen Familie und sonst viel alleine in irgendeiner Mini-Wohnung weit weg, auch mit wenig Ausgleich. Du derweil immer und nur von den Kindern eingespannt ohne jemanden, der sie dir abends eine Stunde abnimmt. Da bleibt ihr beide auf der Strecke und eure Beziehung erst Recht.

        Man lebt nur einmal, ein paar Monate Arschbacken zusammenkneifen okay, aber nicht auf Dauer.

        • Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht über die Antworten. Wie ich sagte: ein Umzug steht aus verschiedenen Gründen nicht zur Diskussion. Ein Grund, aber nicht der einzige, ist, dass es sich um eine Stelle von 1- max 4 Jahren handelt, die es meinem Mann bestenfalls ermöglichen würde, sich im Anschluss eine wirklich gute Stelle bei uns 'in der Nähe' zu suchen.

          • Trotzdem danke ich euch natürlich für die Gedanken.

            Wie eben geschrieben, handelt es sich auch bei diesem Job um eine Art 'Zwischenstation' - die bestenfalls sehr gute weitere Möglichkeiten eröffnet.

            Zu der Frage des Netzwerks..seine Eltern und Geschwister wohnen hier bei uns in der Ecke und würden mich unterstützen.

          • Das hättest du schon sagen müssen, dass es befristet ist. Denn auf Dauer fände ich es sehr blöd, aber wenn ein Ende abzusehen ist, dann geht es natürlich. Ich denke es wird schon schwierig für dich mit den 2 Kindern alleine, aber wenn er von Freitag bis Sonntag immer da ist und sich auch viel mit den Kindern beschäftigt, dann sollte das doch für die Kinder auch gut möglich sein. Ich kenne eine Familie, die hat 3 Kinder und der Vater ist oft 2 Wochen bis 4 Wochen am Stück weg. Klar ist das etwas anderes, aber auch das ist hart für die Mutter. Also wenn du anderweitig Unterstützung hast, why not? Du stehst ja dahinter, dass er diesen Job nimmt und es bringt euch voran. Also ich würde es machen.

          Selbst für ein Jahr würde ich als Familie umziehen. Im Zweifelsfall halt untervermieten.

          • Ok. Krass. Das kann ich mir wirklich null vorstellen, unsere Tochter geht in den Kindergarten und das ist gut und wichtig für uns. Allein das wäre für mich schon ein Grund nicht für ein Jahr umzuzuiehen.

        Ja, das hast du leider nicht geschrieben, das es auf bestimmte Zeit ist. Da schauts natürlich wieder anders aus. Ich denke für 1 bis 2 Jahre könnte ich damit leben, nur am Wochenende. Aber bei 4 Jahre, ich weiß nicht ob ich das könnte bzw ob das gut geht auf Dauer. Ich denke es ist Typ Sache, es gibt Familien da funktioniert es gut und haben evtl auch unterstützung von aussen. Es gibt auch bestimmt Frauen die sind froh wenn sie ihren Mann nur am Wochenende sehen. 😀 naja mein Ding wäre so was nicht, ich bin absoluter Familien Mensch und ich brauche einfach meinen Mann. Zwar auch nicht 24 Stunden, keine Angst er hat auch seine Freiheit und auch ab und zu Wochenendausflüge mit seinem Hobby. Ich glaub so 1-2 Jahre würde das schon funktionieren. Aber ganz wichtig ist es, das du ihm nie Vorwürfe machst beim streiten das er nie da ist. Ich denke da könnte schon paar Konflikte auftauchen aber das kann ich leider nicht beurteilen weil ich nicht weiss wie ihr als Paar bzw Familie funktioniert und seit. Ich wünsche ich euch natürlich viel Glück dabei und das das super funktioniert. Haltet einfach zusammen, dann schafft man alles. LG

        • Danke :) leider lässt sich aktuell nicht genau sagen, um welchen Zeitraum es geht. Mindestens eben ein Jahr. Sehr wahrscheinlich 1,5. Ziemlich wahrscheinlich etwas länger und dann quasi so lange bis er einen neuen Job hat.
          Vor dem, was du sagst, habe ich schon Angst. Ihm das vorzuwerfen, wenn es grad mal stressig ist.
          Wir werden einfach viel sprechen müssen. Vorher und im Fall der Fälle auch dann. Denn beenden kann man sowas natürlich auch immer. Zumal mein Mann versuchen würde, sich bei seiner jetzigen Stelle zu beurlauben zu lassen, sodass er im Notfall dahin zurück könnte. Wäre natürlich für die Karriere jetzt nicht so toll, aber das müsste man dann wohl in Kauf nehmen, wenn man merkt, es geht gar nicht für uns.

(13) 06.07.18 - 16:06

Was sind die Gründe, die gegen einen Umzug sprechen?

Wir haben dies von 10/2015-6/2018 mitgemacht und sind als Familie daran gewachsen. Zu Beginn hatten wir 2 Kinder, eines wurde gerade eingeschult und das eines war gerade frisch auf der Welt. Wir haben hier auch keine Familie, ich war somit während der Woche alleinerziehend. 2017 kam dann noch unser 3. Kind zur Welt 😍.

Ein Umzug kam bei uns auch definitiv nicht in Frage, u.a. weil mein Mann dort nicht ewig bleiben wollte, sondern es nur als Karrierensprung betrachtete. Und bekanntlich lebt man nicht von Luft und Liebe alleine. Sein Job ermöglicht uns ein äußerst komfortables Leben.
Jetzt ist er wieder da und hat durch seine auswärtige Tätigkeit einen noch höheren Posten bekommen 👍, natürlich auch mit finanziellem Plus.....es hat sich also für ALLE gelohnt.

Wenn ihr es euch leisten könnt und du nach dem Muschu wieder arbeiten willst, vielleicht wäre eine professionelle Nanny was für euch? Oder kannst du in deinem Job Home Office machen? Oder habt ihr Familie, die helfen kann?

  • Danke dir für das Teilen deiner Erfahrung.
    Ja. Ich werde mich auf jeden Fall mal informieren, welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung es hier ab welchem Alter so gibt. Ein Au-Pair kann ich mir nicht so recht vorstellen, aber vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, jemanden zu finden, der ein paar Stunden am Tag die Betreuung übernimmt.

    Und tatsächlich habe ich auch noch einen Job, in dem ich viel von zu Hause arbeiten kann. Was wirklich super ist. Und vielleicht ginge es auch tatsächlich direkt wieder mit ein paar Stunden einzusteigen, auch, wenn er nicht da ist. Ändern lässt es sich ja immer noch ;)

Hallo,

wir machen das jetzt schon 7 1/2 Jahre. Meine Kinder waren zu Beginn allerdings älter (6 und 8). Die Kinder gewöhnen sich schnell daran (auch wenn sie Papa gerne hier hätten, aber es gibt ja auch Telefon, Videochat etc.). Es sind ja "nur" 4 Tage und dann ist er 3 Tage da, er ist ja nicht wochenlang am Stück weg.
Ich habe auch meine Familie vor Ort, die mich immer unterstützt hat. Umzug kommt nicht in Frage, weil wir hier ein Haus haben und die Stelle projektbezogen ist (der Einsatzort kann sich jederzeit ändern).
Wir freuen uns natürlich, wenn er Donnerstag Abend wieder kommt. Aber ich schaffe es auch gut, das Familienleben ohne ihn am Laufen zu halten.
Wenn du arbeiten willst, kann dich deine Familie unterstützen? Oder du suchst eine Tagesmutter für einige Stunden.

LG bluehorse

  • Wow, das ist eine echt lange Zeit..Wahnsinn. Schön aber, dass es für euch ganz gut zu funktionieren scheint. Danke für den Einblick. Tagesmutter ist eine Idee. Erfrage ich mal. :)

Hallo
Wir haben das so gemacht. Mein Mann war insgesamt 2.5 Jahre von Montag sehr früh bis Freitag Abend weg.
Wir haben zwei Kinder im Grundschulalter und während dieser Zeit war ich mit dem Dritten schwanger. Es war 18 Monate alt, als er wieder zurück in unsere Gegend versetzt wurde.
Die Zeit war für mich schwierig und meiner Meinung nach hat es der Partnerschaft geschadet. Er sieht das anders.
Ein Umzug kam nicht infrage aufgrund meiner Arbeit, welche ich nicht aufgeben wollte, und wegen unseres Hauses. Die zwei Grossen sind hier verwurzelt. Wir wollten ihnen auch den regelmässigen Kontakt zu den Grosseltern nicht wegnehmen.
Es muss auch bedacht werden, dass oft auf diesem Berufsniveau die Arbeitszeiten oft sehr lang sind. Im schlimmsten Fall ist man als Partnerin viel alleine und dazu noch in einer fremden Gegend. Da bin ich dann lieber in der bekannten Gegend alleine mit Familie und Freunden.
Natürlich war es beruflich ein grosser Sprung nach oben für ihn. Vor allem bei der Rückkehr. Er hätte sich ohne diesen Schritt die Karriere kaputt machen können.
Das kleine Kind kannte es nicht anders seit Geburt und hat sich jetzt schnell an seine tägliche Anwesenheit gewöhnt. Er übernimmt jetzt viele Aufgaben mit dem Kleinsten und ich habe wieder mehr Zeit für die Grossen.
Fazit: Es ist machbar, geht aber nicht spurlos vorbei.
Liebe Grüsse
Skippy

  • Danke für diesen Einblick.
    Ich merke tatsächlich, dass sich viele meiner Bedenken auf der Beziehungsebene abspielen. Unsere Beziehung zueinander, seine Beziehung zu seinen Kindern. Andererseits ist er ein toller Mann und Vater. Das konnte er auch in sehr stressigen Phasen schon zeigen. Und ich glaube, wenn wir in Kontakt bleiben und diese Dinge auch wirklich thematisieren, kann es funktionieren.

Das ist scheint eine gute Chance zu sein, von der langfristig die ganze Familie profitiert. Ich kenne so viele Mädels, deren Männer erst am Abend nach Hause kommen. Dafür habt Ihr zusammen drei Tage WE. Lasse am Donnerstag eine Hilfe für den Haushalt kommen. Kinder sind verschieden, es ist bestimmt auch mal anstrengend. Grad am Anfang. Ich würde meinen Mann in die Welt schicken, es funktioniert immer. Und Du wirst daran wachsen, stolz sein. Die Augenringe verschwinden, die Erfahrung bleibt.

Hi, warum ist Umzug keine Option? Scheint mir nicht grad ideal, die halbe Woche mit den zwei kleinen Kindern allein zuhause zu hocken... zumal zwei eine ganz andere Belastung sind als eins.
Wir sind früher öfter mit der ganzen Familie wegen des Jobs meines Vaters umgezogen, geschadet hat es uns nie und wir haben nette Ecken und Leute kennengelernt;)

Normalerweise zahlt so einen Umzug komplett der neue Arbeitgeber.

Lg

  • Da es sich um eine Vertretungsstelle handelt, halte ich es für quasi ausgeschlossen, dass der Arbeitgeber hier irgendwelche Umzugskosten übernimmt. Und für ein Jahr ziehe ich auch nicht so weit weg. Zumal wir hier einen Kindergartenplatz für unser Kind haben und eben die Familie um die Ecke.

(24) 06.07.18 - 19:51

4. würde ich auch in Betracht ziehen:

wie geht es deinem Partner damit?
2x pro Woche diese Strecke fahren, ist schon eine Leistung. Schafft er das körperlich? Kommt er mit so langen Strecken in dieser Häufigkeit gut klar?

Wie geht es für euch weiter, wenn er es gesundheitlich nicht schafft?
Wie kann er sich an den Wochenenden wirklich erholen?
Tendiert er Richtung Burn out oder steckt er das locker weg?

Kommt ihr als Familie damit klar, wenn er am Wochenende wirklich nur erholen will? Keine Ausflüge, keine Fahrerei?

In den Zeiten, in denen ich längere Strecken gependelt bin, wollte ich nur noch meine Ruhe.
Wenn wir in den Urlaub fahren (Zug) brauche ich 1-2 Tage um mich zu aklimatisieren. Ausflüge sind toll, nur bitte nicht sofort.

Fährt er diese Zeit dann nachts? Nach der Arbeit? Tagsüber.
Neigt er zu Sekundenschlaf?


1.-3. kann ich deine Bedenken verstehen. Als Alleinerziehende weiß ich, was du meinst. Es geht. Einfach ist anders. Aber es geht.

Dennoch würde ich Punkt 4. nicht außer Acht lassen.
Vor allem dann, wenn ihr nicht umziehen werdet und ihr auch nicht wisst, wie lange er das überbrücken würde.
Bei absehbarer Zeit könnte ich es mir vorstellen. Aber auf unbekannt oder mit der Hoffnung dann wieder bewerben und noch mal neu anfangen, stelle ich mir stressig vor.

Zumal er ja dann noch mehr Verantwortung hat. Zu Hause, Familie, finanziell, aber auch Anwesend/abwesend
aber eben auch die Fahrt, für sich, die Gesundheit.

  • (25) 06.07.18 - 22:31

    Das ist ein wichtiger Gedanke, da hast du recht.
    Aber - er würde mit dem Zug pendeln, was vieles leichter macht und ist ein Typ, der Stress recht locker wegsteckt und sich auch mit seinem Kind / seinen Kindern erholen kann (zum Glück).

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