Warum taufen lassen...

    • (1) 10.07.18 - 09:22

      ... wenn man selbst eigentlich kaum einen Glauben hat und so gut wie nie in die Kirche geht, außer es gibt dort ein Event wie Hochzeit oder Taufe?

      Das liest man ja in dem Beitrag weiter unten öfter.
      Mir erschließt sich das ehrlich nicht.
      Warum möchte ich mein Kind taufen lassen, wenn ich selbst nicht in die Kirche gehe?
      Warum meinem Kind einen Glauben vermitteln wollen an den ich selbst nicht wirklich Glaube?

      Ich möchte damit niemanden angreifen, ich würde es nur gerne verstehen.

      Liebe Grüße Janina mit Logan 10 Jahre und Leo 5,5 Monate

      • (2) 10.07.18 - 09:24

        Mir geht es hier weniger um den Glauben, mehr um die Gemeinschaft. Wohnen in einem kleinen Dorf. Hier sind einfach alles getauft... mein Kind soll dazu gehören.

        • Eine Gemeinschaft begründet sich aber doch nicht auf einem Taufschein, oder?
          Gemeinsame Unternehmungen, sich gegenseitig helfen etc. sind doch die Dinge, die so etwas entstehen lassen. Und dafür muss man nicht getauft sein.

          • (4) 10.07.18 - 09:47

            Ich hab doch nicht gesagt, dass man dafür getauft sein "muss" :)
            Bei uns ist es eben üblich, hier treffen sich auch alle Kinder jeden Samstag in der Kirche wo gespielt und gebastelt wird. Eine kleine Gemeinschaft und alle sind getauft.

      • Hallo Meikeike,

        ich kann fairytail4 gut verstehen.

        Meine Eltern hatten mich z.B. nicht taufen lassen, da sie nicht religiös sind
        (obwohl sie selbst getauft wurden).

        Als ich 7 J. alt wurde, sind meine Eltern mit mir von der Großstadt in ein Dorf
        auf´s Land gezogen. Hier habe ich sehr darunter gelitten, nicht dazu zu gehören...

        Nicht nur, dass ich bei entsprechenden Festivitäten ausgeschlossen wurde, nein,
        ich wurde aufgrund der fehlenden Taufe des öfteren sogar richtig gehänselt.
        "Du bist nicht getauft, du existierst gar nicht!" war einer der Sprüche von Mitschülern.

        Später musste ich sogar in einen katholischen Schülerhort gehen (eine Alternative
        gab es sonst nicht) und dort ging sogar eine der Ordensschwestern verbal auf mich
        los, nur weil ich nicht getauft bin...(so viel zum thema Nächstenliebe)...

        Wär ich einfach getauft worden, hätte ich mir vieles erspart!
        -Ganz abgesehen davon, ob ich für mich selbst zu Gott finde oder nicht.

        So sind die Menschen eben...wenn jemand "anders" ist, wird gerne draufgehauen.
        fairytail4 möchte dem eben vorbeugen, das ist doch nachvollziehbar, oder?!

        LG

        • Allgemeiner Gruppenzwang wäre für mich kein Grund, einer Gemeinschaft beizutreten, wenn ich nicht dahinterstehe. Das würde ich auch meinen Kinder nicht vermitteln wollen. Viel eher würde ich sie darin unterstützen, sich so stark zu fühlen, wie sie sind. Und Menschen, die sie dafür anfeinden, würde ich entschieden entgegentreten.

          • Ich war zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt!
            Ein Kind in diesem Alter steht noch nicht "dahinter", sondern wird in eine
            Gemeinschaft aufgenommen, oder eben nicht.

            Meinen Eltern hatte ich gar nicht davon erzählt, weil ich mich geschämt hatte
            und dachte, ich bin selbst schuld.:-(
            Erst vor ein paar Jahren hab ich zufällig mal mir meiner Mutter darüber gesprochen
            und die ist aus allen Wolken gefallen, weil sie es nicht bemerkt hatte...Somit hatte
            sie damals auch keine Handhabe.

            In der Theorie ist natürlich alles richtig was du schreibst,
            die Praxis sieht leider oft anders aus...

            • Tut mir leid, aber gerade die Tatsache, dass Du Religion als eine Gemeinschaft erlebt hast, die andere ausschließt und stigmatisiert - das ist Dir als nicht-getauftes Kind ja scheinbar passiert - ist für mich ein Grund, das prinzipiell abzulehnen.

              Weil Dir das als Kind passiert ist, würde ich an Deiner Stelle heute mit Deiner Erfahrung als Erwachsene anders handeln.

              • Ja, das stimmt.:-)
                Ich habe in dieser Zeit viel über die Menchen im Allgemeinen gelernt.
                Das war rückblickend vielleicht einer der guten Aspekte.;-)

                PS: Es gab natürlich auch sehr liebe, einfühlsame Ordensschwestern,
                die mich durch und durch als Mensch wahrgenommen haben.
                Es gibt eben überall solche und solche...

            Ich habe ähnliche aber sehr viel weniger krasse Erfahrungen gemacht. Mich lässt das die Zugehörigkeit zu religiösen Gruppen eher komplett ablehnen.

            • Das kann ich nachvollziehen...:-)
              Wenn man irgendwo schlechte Erfahrungen gemacht hat,
              sucht man Distanz. Das ist nur menschlich...

              Ich versuche nicht alle in eine Schublade zu stecken
              und das klappt auch recht gut!;-)
              (Mittlerweile wohne ich aber auch weit weg von diesem Dorf
              und habe vieles hinter mir gelassen.)

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