Warum erwartet man von Frauen Hausfrau sein zu wollen?

    • (1) 11.07.18 - 07:02

      Hallo
      Mal ein sicher polarisierender Text. Vorab; ich toleriere jede individuelle Haltung diesbezüglich, habe aber auch einfach meine ganz eigene.
      Wieso denken viele viele Frauen und Männer, dass Frauen sich glücklich fühlen müssten wenn sie das Bad geputzt, die Fenster poliert, die Wäsche gebügelt,.... Haben?
      Ich arbeite für mein Leben gerne und werde auch bald in Elternzeit ca. 20h die Woche arbeiten. Viel von daheim, aber es läuft trotzdem gut mit dem Geld. Mich persönlich macht es wütend und traurig, wenn ich Missverständnis ernste, wenn ich sage, dass ich meinen Lebensmittelpunkt außer Haus sehe, obwohl ich genauso Familie liebe. Da erwarten mich regelmäßig Anfeindungen wie : Wieso willst du dann Kinder? Warum willst du dann ejnen festen Partner? Was bist du denn für eine Frau?
      Ich lasse nichts liegen was anbrennt, finde es schön ordentlich und sauber, bloß nicht richtig richtig hübsch sauber. Mein Partner versteht das glücklicherweise beim drüber diskutieren, aber fängt halt auch manchmal an dran zu denken wieso ich das und das nicht schon längst erledigt habe. Sind wir nicht emanzipiert? Wer zum Henker macht die Hausarbeit heute noch zur Hauptarbeit der Frau? Kennt ihr das auch? Wie habt ihr das für euch geregelt? Ich weigere mich das traditionelle Bild anzunehmen, weil es für mich ein besseres gibt. Bloß wieso ist dieses verpönt? Männer können doch genauso?!

      • Hallo

        Wenn beide arbeiten warum erledigt dein Partner denn das nicht.

        Hier fünf Kinder und beide berufstätig. Mann Vollzeit ich Teilzeit. Wir haben allerdings fürs grobe eine Putzfrau damit die gemeinsame Zeit gemeinsam verbracht werden kann.

        Mein Mann weiß das ich nicht die geborene Hausfrau bin und fängt erst garnicht an zu diskutieren.#verliebt

        Wie andere das machen ist mir egal. Soll ja Frauen geben die sehen die Erfüllung daheim.#schein

        So muss arbeiten.

        Stell schonmal #tasse#fest usw bereit. Wird bestimmt spannend.#rofl

    So extrem wie du es beschreibst habe ich es glücklicherweise nicht erlebt (also keine vorwürfe)...
    Mir ist eher nach der Geburt unseres Sohnes aufgefallen wie oft mir gesagt wurde "du kannst dich echt freuen, dass dein mann beim putzen/kochen/baby hilft"
    Immer wieder habe ich die leute dann drauf aufmerksam gemacht, dass mein mann genauso eine saubere wohnung will wie ich, dass er auch essen möchte und dass wir uns gemeinsam für ein kind entschieden haben...warum sollen das meine aufgaben sein?

    Ich muss aber auch sagen, dass ich familien nicht verstehen kann in denen beide eltern vollzeit arbeiten sobald das baby 2 monate ist und es den ganzen tag fremdbetreuen lassen. Liegt aber einfach daran, dass ich mir das für mich nicht vorstellen könnte.

    Mein Lebensmittelpunkt tendiert momentan eher zu meinem sohn und meinem mann. Familienzeit mit dem kleinen (er ist 2) ist mir momentan wichtiger als z.b. haushalt. Ich gehe auch nur halbtags arbeiten um noch Zeit mit ihm zu haben. Aber das wird soch auch wieder ändern wenn er größer ist.

    Um auf deine eigentliche Frage zurückzukommen...die Gesellschaft sagt zwar frauen seien emanzipiert und jede frau darf selbst enscheiden...aber da der lohn z.b. bei frauen im Durchschnitt immer noch geringer ist als bei männern sind es weiterhin oft die frauen, die sich um die Kindererziehung kümmer und zu hause bleiben. Es macht halt am meisten sinn den kleinsten finanziellen Verlust anzustreben.

    Natürlich gibt es auch viele Frauen die einfach gerne bei den kind bleiben möchten...

    Dadurch bleibt nun mal das Bild der typischen Hausfrau und Mutter erhalten...

    Uaah gähn. Wieder diese ewige Rollenbilddiskussion. Und ich frage mich immer, was ihr für Menschen kennt, die einen "regelmäßig anfeinden". Ist mir noch nie passiert, ebenso wenig, dass ich zwei Kinder von zwei Vätern habe und mit keinem der Männer noch zusammen bin. Scheint niemanden weiter zu interessieren.

    Vielleicht musst Du nicht mehr wütend und traurig sein, wenn Du aufhörst, Dich für Deinen Lebenswandel zu rechtfertigen und zu erklären, sondern ihn einfach lebst. So mache ich das nämlich. Genauso, wie die Kollegin, die sagt, sie will keine Kinder, weil sie die nervig und lästig findet. Die steht einfach drüber und laut ihrer Aussage fragt da niemand nach.

    • (10) 11.07.18 - 08:09

      Jo, mir ist auch nicht klar, warum das in der "kleinen Einheit Partnerschaft" thematisiert werden muss. Da mangelt es doch dann eh an Selbstbestimmung und vor allem der eigenen, vollkommenen Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensumständen.

      Wohlgemerkt, die "kleine Einheit Partnerschaft" weiterhin in Bezug darauf, dass wir nicht in einem Entwicklungsland ohne Menschenrechtsschutzsystem leben, in denen ernsthafte Probleme herrschen, was Gleichberechtigung von Geschlechtern oder sonstwas angeht. Die können über Emanzipation wegen der Hausarbeit nur lachen.

      Hi,

      da kann ich dir sagen, dass ich auch regelmäßig angefeindet werde.

      Ich habe eine Kollegin auf der Arbeit, die ist TZ-beschäftigt. Ihre ältere Tochter ist aus dem Haus und ihre "Kleine" ist 14 Jahre alt. Sie hat mich einmal hier offen angegriffen was für eine Mutter ich denn wäre, mein 2-Jähriges in die Kita zu schicken und VZ arbeiten zu gehen. Außerdem würde ich rauchen und das wäre für eine Mutter total unangebracht (habe in der SS nicht geraucht, blöderweise irgendwann danach wieder angefangen).
      Sie wollte mich mit allen Mitteln überreden, ich solle doch in TZ gehen und lieber mehr Zeit für Kind und Haushalt aufbringen, so wie sie es tut, denn das wäre der einzig richtige Weg für eine Mutter. #augen

      Andererseits wurde eine kinderlose Kollegin auch hier angefeindet wieso sie denn in TZ gehen würde - das wäre ein Privileg, das ausschließlich berufsätigen Müttern zugesprochen wird.

      Hachja... Leute gibts....

      • Entschuldige, aber gerade bei einer Kollegin würde ich eine Anfeindung doch im Keim ersticken. "Wir haben unterschiedliche Ansichten, das ist für mich okay. Ich akzeptiere, dass Du es anders machst und ich denke, Du kannst das bei mir auch akzeptieren." Fertig.

        "Sie wollte mich mit allen Mitteln überreden, ich solle doch in TZ gehen und lieber mehr Zeit für Kind und Haushalt aufbringen, so wie sie es tut, denn das wäre der einzig richtige Weg für eine Mutter. #augen"

        Das Problem scheint zu sein, dass man anfängt, sich zu erklären und zu rechtfertigen bzw. überhaupt in die Diskussion einsteigt. Mach ich einfach nicht bei solchen Leuten. Die haben ja eh die Weisheit mit Löffeln gefressen.

        • Ich habe im Übrigen genau so reagiert wie du es hier schreibst. Ich glaube sogar mit dem selben Wortlaut. Und ich rechtfertige mich sowieso für nichts. Meine Entscheidung. Punkt.

          Das war ihr aber egal.

          Ich wollte nur verdeutlichen, dass es solche und solche Leute gibt.

(16) 11.07.18 - 07:55

Guten Morgen,

eventuell erntest Du das Missverständnis von unreflektierten Menschen. Meine Mutter war auch schnell dabei, als sie hörte, dass ihre Enkeltochter (wenn's nach Plan läuft) mit 1 Jahr in die Kita gehen wird. Wie ich ihr denn sowas antun könnte....

Aber ich finde es auch plakativ, wenn es da nur Schwarz und Weiß geben soll.
"Das traditionelle Bild" finde ich überhaupt nicht nicht lebenswert:) wenn doch beide Partner das wünschen. So what?
Es lebt doch nicht jede Frau in einem Patriarchat, wenn sie einen größeren Teil der Hausarbeit erledigt.
Die Hausarbeit indoor ist auch meins, jetzt im BV noch mehr als sonst. Ganz ehrlich, ich mache das nach Plan, wodurch es echt nicht viel Arbeit ist.
Mein Mann studiert Vollzeit, aber mit lukrativen Nebenjob. Ich hab halt Bock auf den Haushalt. Wir haben halt Absprachen, die für uns persönlich die Richtigen sind. Ich hab keinen Nerv für den Garten, also macht er da alles. Wir lieben es dagegen, wie ich koche. Warum sollte ich dann mit seinen Kochkünsten leben?

Für mich heißt in Partnerschaft, Familie und Haushalt zu leben einfach, dass alles läuft. Für mich ist mein Job keine Erfüllung. Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin, der Verdienst ist super, dafür dass es nur ein Ausbildungsberuf ist. Ich kann meinen Job und das Krankenhaus jedoch nicht leiden - bin aber dank finanziellem Backround auch nicht drauf angewiesen. Daher werde ich auch nur nach einem Jahr zurückkehren, wenn ich nicht eher Lust darauf habe, irgendwo Regale einzuräumen, Zeitung zu verteilen oder was weiß ich. Oder einfach den Haushalt zu schmeißen. Ich definiere mich nicht über meinen Beruf.

Was ich sagen will: nicht jeder, der ohne Emanzipation-Stempel auf der Stirn rumläuft, lebt in heimeliger Männer-Dominanz. In einer GESUNDEN & FUNKTIONIERENDEN Partnerschaft ohne Gewaltformen tangiert mich Emanzipation reichlich wenig. Mein Partner sieht mich von Anfang an ihm gleichberechtigt.

LG

(17) 11.07.18 - 07:59

Ja, schon haundert mal durchgekaut, aber egal.

Ich hab gerade nichts besseres zu tun, also antworte ich mal.

Ich finde es normal, dass derjenige, der zu Hause ist (oder größetenteils zu Hause ist), den Großteil der Hausarbeit erledigt, auch wenn Kinder da sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass der andere nichts beiträgt.

Einen Mann, der mich vorwurfsvoll ansieht und fragt, warum das oder das noch nicht erledigt ist, hätte ich gar nicht erst. wenn ihm was nicht passt, kann er es gerne besser machen.

In meine Umfeld erwartet niemand automatisch, dass die Frau den Haushalt alleine schmeißt und dass, obwohl hier tatsächlich weitgehend ein traditionelles Familienbild herrscht und die meisten Frauen nur halbtags arbeiten (und dadurch großteils für haushalt und Kinder zuständig sind). Manchmal ist es aber auch andersherum und auch das ist in Ordnung.
Keine Ahnung wo das heutzutage noch verpönt sein soll, angefeindet wird deshalb sicher niemand.

"Wieso denken viele viele Frauen und Männer, dass Frauen sich glücklich fühlen müssten wenn sie das Bad geputzt, die Fenster poliert, die Wäsche gebügelt,.... Haben?"

Ist das so? Quellenangabe bitte!

(19) 11.07.18 - 08:12

Hallo,
Mein Mann und ich teilen uns wirklich alles: Arbeiten, Erziehung und Haushalt und zwar Sol, wie die Vorlieben oder die Vorteile es erlauben. Schon beim ersten Kind haben wir uns die drei Jahre Elternzeit geteilt (ich zwei Jahre, er ein Jahr) und jetzt gehe ich ein Jahr und er zwei Jahre. Das ist super, denn er macht einfach vieles anders als ich und das ist gut fürs Kind! Kinder haben schon in Kindergärten und Grundschule zu viele weibliche Bezugspersonen, da ist ein starker Papa genau das Richtige. Im Haushalt teilen wir uns alles nach bestimmten Dingen auf: ich putze Bad, Küche, Böden, Bettenbeziehen und Wäsche und er staubsaugt, macht die Spülmaschine und den !üll. Er geht einkaufen, da er nah am Supermarkt arbeitet, dafür koche ich oder wir kochen zusammen. Unsere Tochter schält Kartoffeln etc. Er macht alles am Auto (Ölstände etc.) und am Haus (Glühbirne wechseln, bohren etc.), Garten machen wir zusammen. Ich mache die Stuererklärungen und er macht die Botengänge. Bei der Arbeit ist es ähnlich: er hat wegen unserer Tochter den Job gewechselt. So fängt er früher an und kommt recht früh nach Häuser. Ich fange später an, mache die Große für die Schule fertig und komme später nach Hause. Abends kümmern wir uns zusammen (Abendbrot, Familie). Hobbits haben wir gemeinsam und so ausgewählt, dass alle was davon haben.
Ich möchte es mir nicht anders vorstellen! Mein Mann auch nicht! Er wurde oft schon von Arbeitskollegen schon als Waschlappen bezeichnet - das ist ihm aber total egal. Immer noch ist es ungewöhnlich, wenn ein Mann so lange in Elternzeit geht und viele sprechen von Urlaub, er hat da ein dickes Fell.
LG

(20) 11.07.18 - 08:15

Nachdem mein langer Text im Nirwana verschwunden ist, nur soviel:

>>>Mal ein sicher polarisierender Text.<<<

Ganz sicher nicht, eher langweilig und überholt.

  • (21) 11.07.18 - 09:14

    Überholt und langweilig?
    Solange Depressionen eher Frauensache sind, elternfreundliche Arbeitszeiten selten sind und ein Baby manchmal das Karriereaus bedeutet sicher nicht. Ich will bloß wissen, was mental vorherrscht. Warum es nicht geht wie in vielen positiven Beispielen in der EU.
    Aber ist weitestgehend beantwortet.

    • (22) 11.07.18 - 11:28

      Und was hat dieser Exkurs jetzt mit deiner Anfangsaussage zu tun?

      >>>Wieso denken viele viele Frauen und Männer, dass Frauen sich glücklich fühlen müssten wenn sie das Bad geputzt, die Fenster poliert, die Wäsche gebügelt,.... Haben?<<<

(23) 11.07.18 - 08:17

Ich selbst hatte eine beruflich sehr erfolgreiche Mutter , einen beruflich sehr eingespannten Vater. und 3 Schwestern.
Mich haben meine Schwestern und meine Oma erzogen den Haushalt mussten wir Kinder machen.
Am Wochenende wenn meine Eltern da waren hatten Sie selbst keine Zeit für uns und wenn dann Sonntags um Nachmittagsspaziergang.Wir Kinder wurden rausgeputzt wie die Pfingstochsen, damit meine Mutter zeigen konnte wie gut sie Kariere, Haushalt und 4 Kinder unter einen Hut bringt.

Mein Mann hat ähnliches durch. Er war in einer Wochenkrippe und Wochenkindergarten das heißt von Montag früh bis Freitag Abend in der Einrichtung, da seine Eltern im Schichtdienst gearbeitet haben.

Uns hat das sehr geprägt so das es jeden für sich klar war , wenn mal Kinder da sind muss einer bei den Kindern bleiben, egal wer.

Mein Mann hatte die besseren Arbeitszeiten und den bessere Verdienst als ich also blieb ich zu Hause.Mir hat putzen kein Spaß gemacht, macht es heute noch nicht aber das musste ja gemacht werden egal ob ich zu Hause bin oder arbeiten, aber die Zeit mit den Kindern zu verbringen hat viel mehr Spaß gemacht.Aber es ist schön ein ordentlich sauberes Heim zu haben.
Auch wenn ich Hausfrau war hat mein Mann zu Hause mit angepackt er hat auch gewaschen, gebügelt oder gekocht.Die Kinder genommen damit ich Zeit für mich hatte.

Es war auch nicht so das ich nur zu Hause rumlungerte und vor langeweile Pfennige geputzt habe.Ich habe Umschulungen für Später gemacht und Ehrenamtlich gearbeitet.

Für uns war nicht wichtig wer das Haus putzt wichtig war das wir sehr viel Zeit mit den Kindern verbringen und das haben wir gemacht.

Jetzt bin ich selbstständig und finanziell sieht es sehr gut aus so das mein Mann in 3
Jahren aufhört zu Arbeiten um sich dann um unsere älteren "Kinder" (Eltern, Schwiegereltern und Omi) vielleicht auch schon Enkel kümmert und den Hausmann spielt.

Böse Worte kamen von arbeitenden Müttern.Aber das ist ja heute noch so.

(24) 11.07.18 - 08:22

Hi,
wenn man nur Teilzeit arbeitet, gehört wohl vieles im Haushalt und der Grossteil der Kinderbetreuung zu den normalen Verpflichtungen dazu, ob man es nun mag oder nicht,.
Oder kannst du in deiner Arbeit sagen, darauf hast jetzt keine Lust, das macht der andere Kollege?

Und ich kann dieses gejammere langsam nicht hören..."ich arbeite nur halbtags schaffe aber den Haushalt nicht , habe auch keine Lust drauf und ausserdem kann der Mann auch die Hälfte übernehmen"

Regelmässige Anfeindungen?
Dann hast du entweder merkwürdige Freunde, einfach merkwürdige Anichten oder kannst sie einfach nicht gut formuliert rüber bringen.
Vielleicht das eigene Verhalten reflektieren, wie es auf andere wirkt und nicht immer den Fehler bei anderen suchen.

  • (25) 11.07.18 - 08:47

    Gilt für mich auch für den Mann: je nach Verdienst etc. kann der Mann auch Teilzeit arbeiten gehen. Ist für mich nicht genderspezifisch. Abgesehen davon sind Männer untereinander da aber auch so. Mein Mann war der Waschlappen der Firma, da er zwei Jahre ("Urlaub", wie die Kollegen sagen) Elternzeit nimmt. Und geh mal als Mann in eine Pekipgruppe, das hat mein Mann ein Mal gemacht und ich konnte verstehen, dass ihm das nicht so geheuer war. #rofl

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