Kindsvater versaut Abschlussfest

    • (1) 12.07.18 - 11:55

      Hallo ihr Lieben- ich muss meinen Frust von der Seele schreiben.

      Versaut ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck- es fühlt sich jedenfalls für mich so an.

      Vorab der Vater meiner Tochter (10) und ich leben schon lange nicht mehr zusammen, versuchen aber immer alles zusammen zu machen, wie das heutige Abschlussfest der 4. Klasse von unserer Tochter.

      Das richtige Fest fand schon statt, heute begann es um 8:00 mit einem lockeren ökonomischen Kindergottesdienst in einer kleinen Kirche mit der besagten Klasse und der Parallelklasse.
      Meine Tochter schlief über Nacht bei ihrem Vater und wir führen gemeinsam zur Kirche. Sie trug ihr Abschlussshirt, da sie in Erinnerung hatte, dass die Lehrerin darum bat, dass alle Kinder dieses tragen sollten.

      Angekommen stellten wir fest, dass die anderen, meisten Kinder dieses Shirt nicht trugen, wer da was falsch verstanden hat kann ich auch nicht beurteilen- fand es ehrlich gesagt aber auch nicht schlimm, denn ich fand meine Tochter trotzdem sehr schön, die stolz wie Bolle auf das Shirt ist. Ist ja auch ein ganz besonderer Tag und Moment !

      Hier fing das „Unheil“ an. Ihr Vater bekam die Krise, unsere Tochter geht fast alleine mit dem Shirt in die Kirche und alle anderen sähen ja so schick aus- nur sie nicht. Er wollte nach Hause fahren und meine Tochter sollte dann eines von den Kleidern tragen, welches er für sie vor Zeiten gekauft hat. Meine Tochter mag nur leider überhaupt keine Kleider, die trägt am liebsten eine Jesns, schöne Sportschuhe oder Chucks mit einem T-Shirt. Trotzdem kauft er immer wieder Sau teure Kleider und ist wütend, dass sie sie nicht tragen möchte.


      Da der Gottesdienst aber auch in 10 anfing und wir sicherlich 15 Minuten zu spät gekommen wären, habe ich darauf bestanden rein zu gehen. Die Kinder haben ja auch ein tolles Eröffnungslied eingeprobt.

      Ich sag’s euch, ich konnte es nicht genießen. Der ganze Gottesdienst gestaltete sich so, dass er nur stichelte, es sei ihm peinlich, unsere Tochter sollte nicht mitbestimmen dürfen ob sie ein Kleid tragen möchte oder nicht.

      Hallo ?! Sie ist 10 und kommt in die 5. Klasse. Alles an ihr ist in Ordnung- ich halte es für falsch, sie dazu zu zwingen ein Kleid zu tragen und geflochtene Haare zu haben, wenn sie sich nicht wohl fühlt. Mir ist wichtig, dass ihre Klamotten sauber sind. Natürlich hätte sie auch nicht Bauchfrei in die Kirche gehen dürfen, das ist ja klar.

      Als der Gottesdienst vorbei war, ging es direkt in die Schule zur Vergabe der Zeugnisse. Hier wollte er wieder erst nach Hause fahren, damit sie wenigstens die letzte Stunde hübsch sei. Er sagte ihr wortwörtlich, dass es nun für sie peinlich sei und sie jetzt der absolute Außenseiter ist. Wie gemein. Ich glaube, sie war einfach nur froh, dass ich mit an Bord war.

      Jedes Besuchswochende muss sie sich in Kleidung werden, die gar nicht ihrem Typ entsprechen. Hauptsache es steht Tommy Hilfiger drauf. Dann bekommt sie Perlenohrringe in die Ohren gesteckt und ne schöne Kette.

      Er selbst ist auch sehr statusorientiert, nur gute Marken und das bis auf die Unterhose. Meine Tochter und ich tragen auch Markenkleidung, ein MUSS ist und soll es aber einfach nicht sein.

      Ich habe mein Baby dabei gehabt, als das Zeugnis vergeben wurde, musste ich füttern.

      Am Ende sagt er mir, dass er davon kein Foto gemacht hat, weil sie zu uselig mit dem Abschlussshirt aussah.

      Nun sitze ich hier und heule.
      Meine Tochter ist so wunderschön und wundervoll - egal wie sie sich auch später kleiden wird, ich werde sie immer respektieren. Ich habe wochenlang auf diesen Tag hinaufgefiebert und dann so eine Stänkerei..

      Ich weiß gar nicht wie ich damit umgehen soll.. sie sah wirklich nicht schlimm oder „asi“ aus.. nur kein Püppi.
      Er wird sich sicherlich noch melden, um das Ganze auszudiskutieren.

      Oder sehe ich es total falsch?

      Es war alles so frei und unbefangen- ich hätte eher gedacht, dass vielleicht alles andere etwas overdressed gewesen wäre.. aber auch da, hätte sie es sich so gewünscht, dann ja ..

      Lg und sorry für den langen Text 😰

      Ein zusammengelegter katholischer und evangelischer Gottesdienst.

      LG

Hi,

ich bin da ziemlich gespaltener Meinung.
Ich gebe dir und deinem Ex-Mann jeweils anteilig Recht,

Einerseits ist es korrekt, dass sie sich anziehen soll, wie sie möchte. Ich finde es schlimm, wenn Eltern versuchen ihre Kinder in ein bestimmtes Schema zu pressen.
Ich trage auch gerne lockere Kleidung und meine Mutter würde mich am liebsten nur im eleganten Gardinen-Schnitt mit Pumps rumlaufen sehen.

Andererseits finde ich aber schon, dass man sich zu solchen Festlichkeiten irgendwie angemessen kleiden sollte.
Blödes Beispiel mal dazu: Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Hochzeitsgesellschaft, die aussieht wie Nachbars Lumpi in Jeans und Shirts. Weisst du was ich meine?
Ich denke es gibt schon Anlässe, wie auch diese Abschlussfeier, da sollte man sich schon irgendwie in Schale werfen.

LG

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