Ehe wegen Kindern aufrechterhalten?

    • (1) 24.07.18 - 21:42
      Inaktiv

      Hallo,
      Ich will gar nicht weit ausholen, die Überschrift sagt ja schon alles. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mein Leben in Frage stelle. Habe drei kleine Kinder und stecke in einer unglücklichen Ehe. Eigentlich versuche ich das Kartenhaus nur der Kinder wegen aufrecht zu erhalten. Das klappt auch recht gut, aber ist es wirklich zielführend, sein eigenes Glück hinten anzustellen um allen eine intakte Familie vorzuspielen?

      • (2) 24.07.18 - 21:55

        Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass es nichts bringt. Kinder merken es wenn ihre Mutter unglücklich ist. Es gibt den Spruch :,, nur eine glückliche Mutter ist eine gute Mutter "Am besten du redest mit deinem Partner über eure Situation und versucht eine Lösung zu finden. Denk auch an dich sonst machst du dich kaputt und das nützt dann niemanden was. Alles Gute dir. :-*

        • (3) 24.07.18 - 21:57

          Aber alleinerziehend mit drei Kindern... Davor habe ich wirklich Angst...

          • (4) 24.07.18 - 22:03

            Natürlich ist es hart mit drei Kinder Alleinerziehend zu sein. Ich hab mich 2016 getrennt von meinem Ex-Mann, seit letztes Jahr September bin ich geschieden.
            Es war hart und ist es teilweise immer noch, aber es ist machbar. Wir müssen natürlich mehr nach dem Geld schauen, bei uns kommt hinzu das ich absolut keine Familie hier in der Nähe habe und die Betreuung der Kinder komplett alleine übernehmen muss, mein Ex darf die Kinder nur unter Aufsicht für 4 Stunden sehen alle 2 Wochen.
            Aber glaub mir, das ist tausendmal besser als wenn du unglücklich bist und nur noch wegen den Kindern bei deinem Mann bleibst. Gerne kannst du mich anschreiben wenn du fragen hast.

            LG,
            Aying

      (7) 24.07.18 - 22:49

      HI,
      nenn mich altmodisch, konservativ etcpp was auch immer - ich finde, Kinder haben ein Anrecht darauf, mit beiden Eltern aufzuwachsen. Sowohl beruflich als auch privat habe ich im Umfeld viele getrennte, geschiedene Eltern mit den unterschiedlichsten Betreuungsmodellen, die von wochenweisem Wechsel, Nachbarwohnungen über 3x im Jahr sehen geht, die ganze Bandbreite. Spätenstens wenn bei einem der beiden ein neuer Partner und neue Kinder ins Spiel kommen, wird es kritisch. Wer leidet? Die Kinder noch mehr als du, da sie sich dauern positionieren müssen. Wenn die Kinder noch unter 15/16 sind würde ich klar zu ausharren tendieren. Das gilt natürlich nicht, wenn Gewalt / Kriminalität im Spiel ist.
      Wie schauts mit Therapie etc für euch aus?
      VG
      LG

      • (8) 24.07.18 - 23:12

        Ja, die Vernunft tendiert auch zum Aushalten... Die Jüngste ist gerade 2... Eine Therapie halte ich für zwecklos...an sich ist ja auch alles harmonisch, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mein Leben für mich doch anders gesehen hätte...klingt verwirrend, ich kann es selbst gerade nicht wirklich beschrieben.

        • (9) 25.07.18 - 08:06

          Eine Therapie hälst du für zwecklos.

          Und es ist bei euch harmonisch.

          Vielleicht brauchst du einfach mal eine Therapie. Das klingt geschrieben so hart, ist aber ganz ehrlich nett gemeint!
          Wenn du selber gar nicht weißt, was los ist oder was du willst, würden mir etliche Dinge einfallen, bevor ich an eine Scheidung denke.
          Dein Problem will ich nicht kleinreden. Aber es muss auch nicht nur an anderen liegen, dass du unglücklich bist. Und ob dich die Trennung glücklicher macht, scheinst du auch nicht zu wissen..

          Alles Gute für dich!!

          • (10) 25.07.18 - 20:19

            Ich weiß halt, dass ich mit der Art und Weise und der Einstellung meines Mannes nicht mehr klar komme...sagen wir so, damals war ich blind vor Liebe und habe über vieles hinweg gesehen, heute weiß ich, dass ich mich verrannt habe.

      Hallo,

      ich hätte nicht gedacht, das ich sowas mal im Jahre 2018 lesen werde. Wow. einfach nur Wow.


      vg
      novemberhorror

      • Hi,
        und warum? Weil ich der Meinung bin, dass man - besonders im Jahr 2018 - auch etwas aushalten muss und an sich und der Beziehung arbeiten soll?

        WOW.

        • Hallo,

          ich bleibe doch nicht bei einer Person, die ich nicht liebe. Und wenn nur einer daran arbeiten will, dann bringt das auch nichts.


          vg
          novemberhorror

          • Hi, davon schreibt sie doch nicht wirklich, nur davon, dass sie unzufrieden ist. Und ehrlich? Ich seh so viele kaputte Trennungskinder jeden Tag und bekomm das Hickhack der Eltern mit - und natürlich bekommt man für nichts eine Garantie, aber dann setz ich doch nicht mehrere Kinder in die Welt, wenn ich mir nicht sicher bin.
            LG

            • (15) 31.07.18 - 12:31

              Ja, aber als die Kinder entstanden sind, war ja noch "alles gut" aber es hat sich viel verändert, wir haben uns verändert. Die Liebe ist auf der Strecke geblieben, Interessen und Hobbys haben sich verändert... Wir sind Beide nicht mehr die, die wir waren, als wir uns kennen und lieben gelernt haben.

    Ich gebe dir Recht, Kinder haben ein Recht darauf mit beiden Elternteilen aufzuwachsen. Aber das heisst doch nicht, dass diese zwangsläufig unter einem Dach leben müssen oder noch schlimmer den Kindern die heile Familie vorzuspielen.

    Eltern haben ebenso ein Recht darauf glücklich zu sein und ich denke, wenn die Eltern die Kinder gut begleiten, haben diese bessere Chancen darauf, zufrieden aufzuwachsen als die Eltern, die vielleicht in einer vollkommen lieblosen, vielleicht sogar gewalttätigen Beziehung festsitzen, oder?

    Nein, niemand sollte in einer Beziehung bleiben müssen, in der er oder sie nicht sein will. Was ist bei Betrug? Luegen? Häuslicher Gewalt? Das alles soll man aushalten müssen? ich gehe sogar soweit zu sagen dass es verantwortungslos ist, Kinder in lieblosen oder gewaltvollen Elternhäusern aufwachsen zu lassen!

    Das kleinste Kind der TE ist 2. Deiner Meinung nach soll sie nun die nächsten 16 Jahre so tun als ob während ihre besten Jahre den Bach runter gehen? Na tolle Voraussichten!

    • HI,
      wie schon gesagt "Das gilt natürlich nicht, wenn Gewalt / Kriminalität im Spiel ist. "

      Ansonsten muss man vielleicht überlegen, bevor man Kinder in die Welt setzt oder sich daheim anders positionieren.

      LG

      • Ja, das ist fein mit dem vorher Gedanken machen, nur leider kann ich nicht mein ganzes Leben im Voraus planen, oder? Kannst du mit absoluter Gewissheit sagen, dass du deinen Partner in 10, 20 Jahren noch genauso liebst wie heute? klar hoffe ich das, aber ich kann es doch nicht mit Gewissheit sagen. Du etwa?!

        Menschen verändern sich in unterschiedliche Richtungen, man lernt neue Leute kennen... Toll, wenn du so eine Glaskugel hast und das alles ausschließen kannst. ich könnte das nicht. Hoffen ist eine Sache, aber never say never und so.

        • HI,
          Natürlich kann ich das nicht mit Sicherheit sagen, allerdings habe ich mir die Zeit genommen, den Menschen, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, kennenzulernen. Nicht nur ein Jahr oder zwei, sondern länger. UNd mir überlegen, ob ich mit dieser Person Kinder in die Welt setzen will und kann. Und dann auch mal Unwegsamkeiten aushalten. Ich hab sicherlich keine Glaskugel und leb in keiner heilen Welt. Aber ICH würde es meinen kleinen Kindern nicht antun, Trennungskinder zu sein. Wie ich schon geschrieben habe, wenn Gewalt / Drogen / Krimimalität im Spiel ist, keine Diskussion. Aber aus einem momentanen persönlichen Befinden heraus? So egoistisch darf man mit Kindern nicht sein.
          LG

(20) 25.07.18 - 06:58

Hallo.

Vor diesem Punkt stand ich auch. Habe es lange geduldet und bin daran fast kaputt gegangen. Der Wendepunkt kam, als ich merkte, ich bin lieber auf Arbeit als zuhause. Ich freute mich gar nicht mehr wirklich auf zuhause. Nur der Kinder wegen bin ich eigentlich noch nachhause gekommen. Ansonsten wäre ich ausgebrochen. Meine Angst war, dass ich dadurch die Kinder verliere. Das die damit nicht klarkommen und sich von mir entfernen. Aber diese Angst war total unbegründet. Meine Kinder haben gemerkt, dass es nicht mehr läuft mit Mama und Papa. Er war, gerade auch zum Schluss, sehr egoistisch und laut und eigentlich ungenießbar. Hat sich aus allem zurückgezogen. Somit habe ich ja eh schon alles alleine mit den Kindern gemacht. Aber die Trennung haben alle Kinder sehr gut überstanden, denn da hatten sie auch wieder klare Verhältnisse. Ich bin stolz auf meine Kinder, die mir die Trennung echt leicht gemacht haben.

LG

  • (21) 25.07.18 - 20:22

    Wow, das macht mir Mut. Denn du beschreibst meine Situation sehr gut, sein Egoismus und meine ohnehin schon "Alleinstellung"

    • (22) 26.07.18 - 06:29

      Man muss nichts aushalten nur der Kinder wegen. Denn das ist nämlich immer nur ein Fehldenken. Die Kinder kommen mit klaren Verhältnissen besser klar, als mit ständigem Stress, was sie sehr mitbekommen. Und glaube mir, du schaffst es auch mit Kindern alleine. Ich bin stolz, diesen Schritt doch gewagt zu haben und dadurch für was Neues wieder offen. Und den Kindern, wie gesagt, hat es überhaupt nicht geschadet. Das Verhältniss auch zu ihrem Vater ist besser geworden. ;-)

(23) 25.07.18 - 08:10

an sich ist ja auch alles harmonisch, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mein Leben für mich doch anders gesehen hätte...

Dieses Zitat hätte vor 2 Jahren aus meinem Mund kommen können.
Ich war nicht wirklich unglücklich in meiner Ehe. Mit zwei wundervollen Kindern gesegnet sollte ich eigentlich glücklich sein.

Doch irgend etwas hielt mich ab glücklich zu sein. Ich hatte das Gefühl, mit einem anderen Mann glücklich sein zu können.

Ich will nicht lange Geschichten erzählen, aber eine Freundschaft mit einem Kollegen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit wurde intensiver und er äußerte seine Gefühle für mich. Ich hatte also die Chance auf das, was ich mir heimlich so sehr wünschte.

Aber ich wollte nichts überstürzen, waren immerhin meine zwei Kinder im Spiel.
Und bevor ich eine Entscheidung treffen konnte, überlegte ich mir, welche Gründe ich hatte für eine Trennung.

Folgende Gründe gab es: ich hatte Langeweile..........

Mehr Gründe gab es nicht. Die Beziehung ist durch den Alltag irgendwie eingeschlafen. Durch die Kinder war die Ehe nicht mehr so abenteuerlich wie zuvor, der Alltag war einfach da.
Aber waren das wirklich Gründe? Definitiv nein!
Ich fragte mich also weiter:
Würde dieser neue Mann ebenfalls an meiner Seite sein, in guten wie in schlechten Zeiten? Würde er mich in allem unterstützen wie mein Mann es tut? Ich weiß es nicht.
Wieso sollte ich mich also trennen, für einen Traum, ein Abenteuer obwohl ich nie weiß, ob dieser Mann mich in einigen Jahren wieder nicht mehr reizt?

Ich hab mich entschieden.

Heute bin ich glücklich. Glücklich schwanger noch dazu, aber einfach glücklich einen Mann zu haben, der mich nimmt wie ich bin, der mich unterstützt woe es nur geht, meinen Ehemann, der seit 15 Jahren an meiner Seite ist.

Was will ich dir sagen:
Ich bin jemand, dem der Alltag schnell langweilig wird. So kommt es mir bei dir auch vor.
Du suchst wieder dieses kribbeln im Bauch, welches einfach nicht aufkommen mag.
Das kann störend sein, aber das Problem liegt einzig bei einem selbst. Eine Trennung un irgendwann eine neue Beziehung wird aufregend sein, vielleicht auch die Zeit als "Single", doch irgendwann kommst du wieder an diesen Punkt und alles beginnt von vorne.

Bevor du eine Trennung in Betracht ziehst, überdenke genau welche Gründe du dafür hast. Geht es dir wirklich schlecht in der Ehe?
Ich kann dir nur raten, es dir genau zu überlegen. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe eingesehen, dass eine Ehe, eine Beziehung, dass Liebe nicht nur Abenteuer und kribbeln im Bauch ist.
Es geht um so viel mehr.

Wenn du wirklich nicht mehr glücklich werden kannst, ist eine Trennung der Weg den du gehen solltest.
Aber davor, versuche deine Ansicht zu ändern. Versuche die Ehe von einer anderen Seite zu sehen und vielleicht etwas zu ändern um es die wieder "abenteuerlicher" zu machen.

Egal welchen Weg du gehst, ich wünsche dir das Beste dafür

Liebe Grüße Christina

  • (24) 25.07.18 - 20:26

    Das hast du wirklich schön geschrieben und ich werde es mir zu Herzen nehmen. Zumal auch bei mir gerade ein anderer Mann im Spiel ist, der zumindest sehr interessant für mich scheint...aber dafür alles hinwerfen...das wäre wirklich egoistisch von mir...

    • (25) 26.07.18 - 06:31

      <<<Zumal auch bei mir gerade ein anderer Mann im Spiel ist, der zumindest sehr interessant für mich scheint>>>

      Es steckt fast immer ein anderer Mann dahinter. Selbst bei mir war es so. Habe meine Jugendliebe nach zwanzig Jahren wieder getroffen. Das war DER Schritt dann, der mir die Entscheidung leichter machte.:-)

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