Übergriffiges Verhalten

    • (1) 29.07.18 - 14:13

      Hallo, vielleicht habt ihr mal ein paar Tipps für mich, wie ich mit Menschen in der Familie umgehe, die sich permanent übergriffig verhalten.

      Sei es das sie ständig eingreifen und helfen wollen, obwohl nicht von Nöten oder erwünscht, Erziehungstipps der ganz alten Schule predigen, sich ständig so verhalten als sei das Enkelkind ihr eigenes, dabei aber sehr häufig die Bedürfnisse des Kindes übergehen (will es nicht auf den Arm, wird das ignoriert, will es nicht trinken, egal, jetzt wird getrunken, weint unsere Tochter und will zu uns, will zb Oma das regeln.....)
      Umziehen in unsere Stadt wollen sie jetzt auch, da wird erst gar nicht mal mit allen vorher drüber gesprochen.

      Ich finde das alles sehr befremdlich und habe es auf vielen Ebenen probiert zu erklären, dass wir das so nicht wollen. Keiner von beiden kann aber reflektieren. Wir sind entweder zu empfindlich oder die Pauschalaussage lautet, wir sind halt so, wir sind doch umgängliche Menschen.

      Wahrscheinlich hätte zumindest ich, schon viel eher Grenzen ziehen müssen, dass weiß ich nun, aber wer hätte gedacht dass es so ausartet. Die Hoffnung und Erklärung meines Mannes war, sie wären halt euphorisch, da erstes Enkelkind. Tja, aber nach fast 2Jahren hat sich nichts getan.

      Gibt es psychologische Strategien, sich selbst besser abzugrenzen ohne diese Dinge zu nah an sich heran zu lassen, dass man sich ständig ärgern muss bzw aufregt?

      Vielleicht hat ja hier schon mal jemand Profi Tipps bekommen und kann mich daran teilhaben lassen. Danke

      • (2) 29.07.18 - 14:15

        Also daran in "eure" Stadt zu ziehen kannst du sie ja wohl schlecht hindern. Das ist ihr gutes Recht.

        Und ich würde klar sagen, dass du diese Tipps nicht haben möchtest.

        • (3) 29.07.18 - 14:20

          Na klar"können und dürfen" sie in unsere Stadt ziehen, aber mal im Ernst, mit welchem Hintergedanken denn? Weil es hier so schön ist, oder weil es dann möglich ist sehr häufig hier vor der Türe zu stehen. Diese Erwartungshaltung wird es ja dann schon geben, das setzt mich schon sehr unter Druck

          • (4) 29.07.18 - 14:23

            Mich würde das nicht so unter Druck setzen. Ich würde ein klares sachliches Gespräch suchen, erklären, was dir zu viel ist und was ok ist und dann einen Kompromiss finden.

          • (5) 30.07.18 - 06:31

            Natürlich ziehen sie in eure Stadt, um die Kinder möglichst häufig zu sehen. Und natürlich kann das nervig werden und ab einem gewissen Grad würde ich da Grenzen ziehen(zb keinen Schlüssel geben, sie sollen trotzdem vorher anrufen, etc)

            Aber in diesem Fall solltest du an dein Kind denken. Für das ist es nämlich optimal wenn die Großeltern so nah wohnen und man sich häufig sieht. Meiner Meinung nach sollten die Großeltern in den ersten Jahren, nach den Eltern, die wichtigsten Bezugspersonen sein. Und damit sowas klappt ist eine gewisse Nähe von Vorteil.

            Es wird auch für dich Vorteil haben, wenn das Kind dann bald mal mit Oma spazieren ist oder dort zu Besuch ist und du ein paar Stunden Ruhe hast oder Termine wahrnehmen kannst.

      Es gibt einige Dinge die du tun kannst.

      Du entspannst dich mal , wenn ihr zusammentrefft.
      Dann wird das Zusammensein mit Oma auch für eure Tochter entspannter und Oma wird sich dann auch gelassener euch gegenüber.

      Ihr zieht weiiiiiiiit weiiiiit weg, wohin Oma euch so schnell nicht nachzieht.
      Dann gibt es ggf einen jährlichen Besuch, den wirst du überstehen.

      Oder du brichst den Kontakt ab mit allen Konsquenzen.

      Manchmal hilft es bei der Kommunikation, wenn man seinem Gegenüber mitteilt was gewünscht wird und was als hilfreich und positiv bei seinem Gesprächspartner erlebt wird. Dein Gegenüber wird sich wahrscheinlich genau auf diese Dinge konzentrieren um weiterhin positives Feedback zu erhalten.
      Gepaart mit Toleranz und Akzeptanz sollte ein guter Mittelweg gefunden werden.

      Eurer Tochter wird es weniger schaden, wenn eure Vorstellungen nicht 1:1 umgesetzt werden, als deine angespannte und ablehnende Haltung deiner Schwiegermutter gegenüber. Die bringst du nämlich damit irgendwann in einen Konflikt. Sie liebt dann irgendwann die Oma und sie liebt dich und dann beginnen ihre Konflikte.

      Es heißt so schön:" um ein Kind zu erziehen bedarf es ein Dorf".
      Das bedeutet nicht dass jeder gleich mit dem Kind umgeht.
      Sondern jeder dem Kind etwas auf den Weg gibt.

      So lange das Kindeswohl nicht gefährdet wird, sollte ein Weg zu finden sein ;-)

      LG

    • (7) 29.07.18 - 15:06

      Eingreifen würde ich bei den Dingen, bei denen sie über die Grenzen des Kindes gehen mir einer klaren Aussage und entsprechendem nachdrücklichen Ton.

      ZB "Stopp! Lisa will gerade nicht trinken, hör auf sie zu zwingen!" "Lass das! Lisa wird von dir nicht gegen ihren Willen festgehalten!"

      Und zu nervigem Gelaber einfach sagen "Ja, war vielleicht früher so, wir machen das so wie wir es für richtig halten." Und dann eben noch mal erklären, dass man diese ganzen Tipps nicht hören will.

      LG

      (8) 29.07.18 - 15:30

      Hallo,


      in meinen Augen solltet ihr klare Ansagen machen und euch zu nichts drängen lassen. Sie müssen einfach lernen das es euer Kind ist und ihr entscheidet was getan oder nicht getan wird. Bedenkt aber auch bitte das hinter ihr Verhalten keine böse Absicht steht. Sie wollen euch unterstützen, gehen dabei aber zu weit.

      Setzt euch zusammen und sagt klipp und klar wie die Situation auf euch wirkt. Sollen sie es weiterhin nicht verstehen würde ich den Umgang zwischen Kind und ihnen einschränken so lange bis sie es verstehen.

      Meine Schwiegermutter ignoriert mich auch...

      Ich würde mal ganz offen fragen, warum sie vorhaben in "eure" Stadt zu ziehen. Wenn sie da sagen, weil es so schön dort ist, ist es okay, wenn sie sagen, wegen dem Enkelkind, mußt du einschreiten. In Form von: Wir führen unser eigenes Leben und die Menge an Kontakt zu euch ist derzeit absolut ausreichend. Also klar machen, wo es für euch hingeht.

      Manchmal hilft es, wenn man weiß Schwiegervater ist eigentlich garnicht so dafür, ihn mal ganz ehrlich zu sagen, was man so denkt und fühlt. ..

      Wie auch immer: Deine Familie - es gelten die Regeln von deinem Mann und dir !!! Also seht zu, dass ihr euch einigt.

      (10) 29.07.18 - 19:37

      Ich weiß ja nicht wie nah die Schwiegereltern jetzt wohnen, aber wenn sie tatsächlich demnächst bei euch in der Stadt wohnen, würde ich einen Oma-Opa-Tag einführen. An dem Tag dürfte eure Tochter dann zu Oma und Opa. Das müsst ihr dann natürlich entsprechend anpassen, entweder unter deiner Aufsicht, was ich dir aber raten würde, gib die Kleine ruhig dann Mal für einen Tag die Woche für eine bestimmte Zeit ab. Meine Erfahrung ist, dass die Omas und Kinder nochmal ganz anders zusammen interagieren, wenn sie unbeobachtet sind. So hätten alle Beteiligten was davon. Und durch einen fixen Termin in der Woche, stehen sie dann auch nicht plötzlich vor der Tür. LG

      Du kannst niemanden zwingen, nicht in eure Stadt zu ziehen. Selbst wenn der Grund ihr Enkelkind ist - und das wird er sein - ist es in ihren Augen umso gerechtfertigter. Denn es ist nicht nur Dein Kind, sondern auch ihr Enkelkind, also engste Verwandtschaft. Nicht Dein Besitz. Es ist für niemanden in der Familie hilfreich, wenn Du Deinen Schwiegereltern das Enkelkind vorenthälst - am wenigsten für Euer Kind selbst.

      Wenn beim Kind Grenzen überschritten werden, würde ich einschreiten. Ansonsten machen lassen und gute Ratschläge freundlich kommentieren - und vorher mal drüber nachdenken ob auch der eine oder andere Ratschlag ganz gut sein könnte. Nicht alles ist immer nur schlecht, und Dir bricht kein Zacken aus der Krone wenn Du mal sagst "Ja, danke für diesen Denkanstoß, das habe ich noch gar nicht ausprobiert."

      Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die unsicher und unbeholfen wirken, eher Ratschläge "aufgedrängt" werden. Da würde ich ansetzen. Deine SE scheinen aus irgendeinem Grund der Meinung zu sein, dass Du das nicht hinkriegst. Jemand, der selbstbewusst sein Ding durchzieht wird seltener "Opfer" dieser "Übergriffigkeiten". Mal abgesehen davon, dass solche Menschen sich seltener darüber aufregen und eher darüber hinweg sehen können. Du kannst andere nicht ändern, nur Dich selber und Deine Einstellung zu den Dingen.

      (12) 30.07.18 - 12:44

      Hi!
      Du hast schon viele Tipps bekommen...gut durchstmen ist bestimmt der erste und wichtigste :-)
      Für die Zukunft würde ich auch das Gespräch suchen und, wie bereits gesagt, mir vorher genau mit deinem Mann Ziele und Wünsche überlegen. So kommst du nicht aus dem Konzept. Dann ist es hilfreich, sich auf die wichtigsten und umsetzbaren zu konzentrieren.
      Bei uns hat das ein wenig geholfen.
      Positives zu bestärken ist auch immer gut!

      Bezüglich des Umzugs wurde ja auch schon viel gesagt.
      Vielleicht wird es aber in der Tat besser, wenn sie näher da sind. Dann kommen sie nicht mehr geballt für mehrere Tage (ganz ehrlich, das nervt grundsätzlich mehr) sondern es sind geringe Dosen ;-)
      Ausserdem haben sie dann vielleicht weniger das Gefühl sich aufdrängen zu müssen, da sie ja soooo weit weg sind.

      Alles gute!

      (13) 30.07.18 - 13:17

      hallo
      also wir hatten hier über drei jahre die gleichen probleme. trotz gespräche, erklärungen, wünsche äussern beiderseits.
      nun habe ich den kontakt abgebrochen. sie wohnen gleich nebenan, aber nun ist es so.
      mein mann kann jederzeit mit den kindern hin. ohne mich. das war die beste lösung für mich. über drei jahre hab ich immer wieder versucht und versucht, es wurden viele dinge einfach nocht akzeptiert. damit ich mich nun nicht grundlos aufrege, zeit habe das alles zu verdauen hab ich eben den kontakt abgebrochen. mor gehts viel besser damit, ich reg mich auch nicht mehr über sie auf. die kinder können sich selbst ein bild machen und für sich entscheiden ob sie damit zufrieden sind, kontakt wollen, oder eben nicht. zuhause wird aber offen darüber geredet, z.b. dass ich einfach mit ihrer art nicht klar komme und sie mit meiner nicht. aber keiner wird, im sinne von er oder sie ist böse, schlecht gemacht.

      alles gute dir viel glück

      (14) 30.07.18 - 16:20

      Sich klar sein , was du willst. Anonsten immer daran Denken. Was heute die super Erziehung ist, ist morgen wieder veraltet. Regel und Erzieungsstiele ändern sich ständig. Was stört dich an deinen Schwiegereltern. Fühlst du dich von Ihnen angenommen.

      Dein Kind wird größer und kann dann selbst endscheiden. Lass es alleine zu den Großeltern.
      Menschen sind unterschiedlich und dein kind ist kein Baby mehr, vielicht gibt es ja Sachen die bei den Grosseltern toll sind. Mein Vater hat gerne mit den Kinder in der Sandkiste gespielt. Es gab Spielsachen die es bei uns nicht gab.
      Am Besten wähen natürlich viele, viele Enkelkinder...........;-)

      (15) 31.07.18 - 19:24

      Ich verstehe dein Problem nicht so richtig. Wer stimmt schon mit der Erziehung anderer zu 100 Prozent überein? Und ist es wirklich für das Kind schlimm, verschiedene Ansichten zu lernen? Glaubst du Erzieher im Kindergarten passen sich an deine Vorstellungen an?

      Vielleicht fällt es dir einfach schwer dein Kind in anderen Händen zu sehen.

      Sag deinen Schwiegereltern was dich stört und fasse dich dabei kurz. Kein unangemeldeter Besuch, feste Bettzeiten... sowas. Aber das ewige Einschreiten wenn sie die kleine hoch heben gegen ihren Willen, bringt doch nix. Sie wird ihren Unmut schon klarmachen und vielleicht sogar mehr Nähe zu dir suchen. Das müssen Großeltern und Kind selber aushandeln. Mit 2 Jahren ist sie doch gar nicht zu klein um das nicht deutlich zu machen. Mir fällt das auch manchmal schwer. Und dann denke Ich, dass die Kinder von verschiedenen Charakteren profitieren.

      Versucht euch zu einigen. Ich wünschte mein Sohn hätte seine Großeltern in der Nähe..

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