So geht es mit jetzt, mein Mann seit über einem Jahr tot Seite: 2

        • (26) 30.07.18 - 15:27

          Hallo,

          ja es ist wirklich sehr schwer. Am Anfang dachte ich, ich wäre nicht dazu in der Lage das Haus fremden Menschen zu zeigen ohne zu heulen. Aber ich habe es geschafft.
          Es kommt eine neue Familie in das Haus und das freut mich irgendwie. Dieses Haus ist einfach für uns Beide viel zu groß. Die Kosten sind wirklich hoch.
          Ich verkaufe das Haus selber, ohne Makler. Dachte vorher auch nicht das ich das so kann. Aber ich sehe die Zukunft, die dann einfacher wäre. Wir haben sehr viel am Haus gemacht, zusammen. Das alles erinnert natürlich. Aber ich denke das wir einen Neuanfang gebrauchen können. Einen Ort der neue Erinnerungen bringt.
          Davon abgesehen hat mein Mann auch gesagt das ich es wohl dann verkaufen muss/sollte. Ich muss ehrlich sagen das ich froh bin, wenn das alles vorbei ist. Dieses hin und her jetzt mit Banken usw. ist echt anstrengend für mich.

          Danke für deinen Beitrag
          Sonja

      (27) 30.07.18 - 15:21

      Hallo Sonja,

      Ich habe deine Threads damals verfolgt.
      "So lange" ist das schon wieder her?
      Hut ab vor dir und wie du alles meisterst!
      Weiterhin alles Gute

      VG Rudyline

      • (28) 30.07.18 - 15:32

        Hallo,

        ja, ist schon solange her. Ich kann es auch nicht wirklich glauben. Danach ist soviel passiert. Die Zeit ist gerannt und vieles hat sich verändert.

        Danke für deinen Beitrag

        Sonja

    (29) 30.07.18 - 15:29

    Liebe Sonja ich finde dich nicht kalt. Sei stolz auf dich und schau weiter lass dich nicht hängen und lass dich nicht von irgendwelchen Leuten verunsichern. Viel Glück in der Zukunft.

(32) 30.07.18 - 15:46

Hallo,

Ich kenne deine Geschichte zwar nicht genau, hoffe aber inständig, dass es dir wenigstens halb so gut geht, wie du hier berichtest.;-)

Dir und deiner Tochter wünsche ich von unbekannter Seite weiterhin alles Gute und die nötige Kraft.

Eines muß ich noch loswerden,
es wäre absolut legitim, in deiner Situation auch mal zu jammern.
Du wirst gewiss auf deine Art trauern.
Hoffentlich reicht es für die seelische Bewältigung deines Verlustes und du verdrängst nichts.

LG

  • (33) 30.07.18 - 16:13

    Hallo,

    ich habe schon Zeit zu trauern. Ich bin ein Typ, der da sehr viel drüber geredet hat. Leider wohnt keiner von meiner Familie hier in der Nähe und so lief viel über Telefon. Jammern....viele haben mir gesagt das ich schon fast das Recht darauf hätte in meiner Situation.
    Das kann ich aber nicht so richtig. Ich weine meist Abends wenn ich im Bett liege und über alles nachdenke. Dann kommt das oft hoch. Dann lass ich das auch raus und mir gehts besser.
    Am Anfang war das noch extrem, weil einfach alles irgendwie kaputt war. Er war nicht mehr da und ich plötzlich alleine. Ich wusste zwar länger das er sterben würde, aber als es dann soweit war, dachte ich einfach: das kann gar nicht sein. Es hat etwas gedauert bis das bei mir dann angekommen ist. Dann war ich Tagelang schon etwas gelähmt und stand neben mir. Dann wurde es mir bewusst und ich habe dann schon viel geweint. Jedes bisschen erinnerte mich dann an ihn und die Tränen flossen.
    Dann die Frage: Wie gehts weiter? Aber meine Familie war für mich da. Sie hätten nie damit gerechnet das ich das so hinbekommen würde. Sie haben echt gedacht ich würde Depressiv werden. Vielleicht auch Hilflos bin, weil mein Mann viel gemacht hat. Doch mein Mann hat mir immer gesagt das ich mehr drauf hätte als ich selber dachte.

    Meinen Fokus habe ich dann auf das Aufbauen der Zukunft gesetzt. Habe mich drangesetzt alles zu regeln. Das hat mich enorm abgelenkt, zumindest tagsüber. Da ich vorher lange nicht mehr gearbeitet habe, habe ich mich drangesetzt etwas zu finden. Der erste Job war echt hart (Pflegehelferin in der Altenpflege, wo dann auch eine alte Dame gestorben ist) und ging mir auf die Gesundheit. So das ich das wieder aufgeben musste.

    Anfang dieses Jahr habe ich dann den für mich passende Job gefunden, wo ich jetzt seit 6 Monaten bin. Im Grunde lenke ich mich damit erfolgreich ab. Ebenso wie jetzt das organsieren des Kaufs und Verkaufts. Ich weiss nicht wie es wird, wenn wir umgezogen sind und wir da unsere Ruhe haben. Das wird sich dann zeigen. Finanziell wird es uns auf jeden Fall viel besser gehen, emotional hoffe ich auch.

    LG Sonja

    • (34) 30.07.18 - 16:21

      Du bist eine starke Frau!

      Sei stolz auf dich und euch und gehe den Weg weiter!

      (35) 31.07.18 - 09:50

      Mir ging es nur darum, dass sich das Gefühl stark sein zu müssen nicht verselbstständigt und der Trauer keinen Platz lässt.

      Beides in die richtige Balance zu bringen ist bestimmt unsäglich schwer.

      Alles was du hier schreibst, lässt darauf schließen, dass du emotional sehr gefestigt bist und sehr gute Strategien entwickelt hast, mit Schicksalsschlägen umzugehen.

      Da möchte ich dir auch auf keinen Fall etwas anderes einreden.

      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!

      Und nutze jede Gelegnheit Dinge zu tun, die dir und deiner Tochter Freude bereiten!

      • (36) 31.07.18 - 12:07

        Hallo,

        Ja, verstehe was du meinst. Ich glaube die Kunst ist, sich nicht mehr da so hinein zu steigern. Ich lasse die Gefühle schon zu, aber nicht andauernd. Eine Psychologin hab ich da auch an der Hand, zu der ich gehen könnte, wenn ich merke das ich nicht mehr so kann. Aber bisher reichte es mir mit meinen Eltern zu sprechen, mit meiner besten Freundin und meinem Bruder (wohnen alle weiter weg). Die Tante von meinem Mann meldet sich auch noch hin und wieder. Sie hat mir auch sehr geholfen und wohnt nicht so weit weg. Aber die Familie von meinem Mann ist mir nicht so vertraut.
        Nachdem mein Mann gestorben war, brauchte ich vom Gefühl her keinen der mit mir trauert oder mich tröstet, sondern Leute, die mir helfen alles irgendwie zu regeln. Das war für mich sehr wichtig. Meine Eltern habe mir mit Ratschlägen geholfen, die Tante hat viel organisiert (Beerdigung, Standort), da bin ich nur mitgelaufen und habe gesagt was ich möchte und was nicht.
        Das Meiste habe ich aber selber machen müssen. Was ich nicht wusste habe ich mir besorgt, Anwalt angerufen und ähnliches. Für mich ganz neu, da ich sonst alles mit meinem Mann zusammen gemacht habe. Er wusste einfach über manche Dinge besser Bescheid als ich. Ihn nicht fragen zu können ist schon ätzend.

        Meine Mutter meinte, das hätte ich von meiner Oma. Die war auch so gewesen. Hat auch nach dem Tod meines Opas so weiter gemacht.

        LG Sonja

Ich habe meinen Mann nach schwerer Krankheit nach 35 gemeinsamen Jahren verloren und man hat durchaus lange immer wieder verdammt schwere Phasen, aber dafür hat man Familie/Freunde und kein Internetforum.
Ich habe die TE durchaus richtig verstanden, sie wollte einfach aufzeigen, dass man nicht aufgeben darf und dass es weitergehen kann. Deswegen verdrängt man keine Trauer und keine Ängste, man lässt es nur nicht vor Fremden raus, die die Person garnicht und die Situation nur in kleinen Teilen kennen.
Was würde hier geschrieben, wenn sie öffentlich jammert? "du musst stark sein, für deine Tochter, sieh nach vorne, das Leben geht weiter usw. usw." Nein, "jammern" über den Verlust des langjährigen Partners tut man nicht im Internet. Ist wirklich nicht böse gemeint, soll nur erklären. LG Moni

  • (38) 30.07.18 - 20:51

    Hallo,

    ja so war mein Post auch gemeint. Das ich um meinen Mann weiterhin Trauer sollte ja klar sein und das wollte ich nicht vertiefen. Du hast mich richtig verstanden.

    (39) 31.07.18 - 10:00

    Ich finde es absolut menschlich und notwendig nach einem Verlust offensichtlich zu trauern oder
    „das Schicksal lauthals zu verfluchen“;-).

    Das muß natürlich nicht in einem Forum stattfinden.

(40) 30.07.18 - 17:35

Das klingt überhaupt nicht kalt, sondern sehr stark! Bewundernswert wie du deinen Alltag meistern kannst! Du bist ein tolles Vorbild für eure Tochter und ein großer Halt.

Alles Gute

(41) 30.07.18 - 18:07

Liebe Sonja,

Als ich Deinen Namen sah, konnte ich mich sofort an Deine Posts vom letzten Jahr erinnern, dieses auf und ab, und dann doch das Unvermeidbare... unbekannterweise habe ich mit Euch gelitten. Ich bin ungefähr in Deinem Alter, dachte mir damals "was wäre wenn..." und schüttelte diesen Gedanken sofort weg, so schlimm erschien mir die Situation.

Es freut mich, dass Du Dich gemeldet hast, dass Ihr dieses Jahr so gut gemeistert habt und Du in der Lage bist, nach vorne zu schauen. Jetzt erstmal für Deine Tochter, und irgendwann hoffentlich auch wieder für Dich.

Ganz liebe Grüße!

A.

(42) 30.07.18 - 18:50

Hallo Sonja!

Schön, dass Du Dich meldest und ich freue mich, dass es Dir besser geht. Hab zwischendurch mal an Dich gedacht. Das mit der Wohnung halte ich für eine sehr weise Entscheidung. Weniger Aufwand, finanzielle Entlastung und auch nochmal ein Zeichen für den neuen Lebensabschnitt.

Trauerarbeit braucht ihre Zeit, ich finde es verständlich und kann es gut nachvollziehen, dass es da Phasen gibt, in denen man mal besser und mal schlechter zurecht kommt. Wie geht es denn Deiner Tochter inzwischen damit?

  • (43) 30.07.18 - 20:45

    Hallo,

    Sie spricht nicht darüber. Das hat sich nicht geändert. Aber sie wirkt auch nicht leidend oder unglücklich. Der Alltag hat sich auch für sie geändert. Natürlich muss sie mir mehr helfen, was sie auch macht.
    Wir waren letztes Jahr kurze Zeit bei einer Psychologin gewesen, weil sie Auffälligkeiten in der Schule gezeigt hat. Ich hab da sofort reagiert und mit den Lehrern zusammen gearbeitet. Sie hat 2-3 Probesitzungen, aber sie wollte nicht darüber sprechen. Auch die Therapeutin konnte das nicht ändern.
    Das Verhalten hatte sie auch nur direkt nach dem Tot von ihrem Vater gezeigt. Denke mal sie war in dem Moment einfach überfordert und wusste sich nicht anders zu helfen. Sie hat dann mit der Zeit eine andere Art entwickelt mit dem Verlust fertig zu werden. Seitdem läuft es bei ihr gut. Auch die Noten sind gut, trotz des Schicksalsschlags.

    Der Papa wird schon hin und wieder erwähnt, meistens bin ich das. Mir ist wichtig das er weiterhin ein Teil von uns ist. Ich versuche immer für sie da zu sein und sie weiß auch das sie mit mir reden kann wenn sie das möchte. Nie haben und werde ich sie drängen. Ich bin offen und Ehrlich zu ihr. Wir sind immer offen mit der Krankheit und allem umgegangen. Auch die finanzielle Lage kennt meine Tochter. Ich bin da total der Optimist und bringe das auch so rüber. Eine emotional schlimme Zeit wird kommen, wenn wir das Haus verlassen müssen, wenn wir Umziehen. Das wird dann nochmal hart für uns.

    Am Anfang fand das meine Tochter nicht so toll, sah aber die Notwendigkeit. Jetzt langsam freut sie sich auf den Umzug. Sie bekommt ein neues Bett und sie darf bestimmen wie ihr Jugendzimmer gestaltet werden soll. Wir haben uns auch zusammen die Wohnung angeschaut. Das ich so schnell eine Wohnung finden würde, hätte ich auch nicht gedacht. Ich habe mehr oder weniger halbherzig gesucht. Dann sah ich sie und habe sie mir direkt angesehen. Sie liegt halt praktisch und Kind kann alleine weiterhin zur Schule fahren, ist nicht von mir Abhängig. Stadtkern ist nicht weit weg, Feld und Wiese für den Hund und die Katze da.
    Sicherlich Zweifel ich manchmal ein wenig und weiß nicht so recht ob ich es Richtig mache. Alles wird genau bedacht und abgewogen.
    Mein Mann hätte jetzt auch manches anders gemacht. Aber ich sage mir, das es eben meine Art ist es so zu machen. Er hat auch nie an mir gezweifelt, sagte damals zu mir: Das schaffst du schon alleine. Das hat er auch unserer Tochter gesagt. Wenn er sterben würde, sollte sie auf mich aufpassen und wir zusammen halten.

    Über den Tod meines Mannes hinweg bin ich noch nicht wirklich. Aber ich habe gelernt damit umgehen zu können. Einfach ist das nicht, aber ich will auch nicht mein Leben damit verbringen mich selber zu bemitleiden oder die Trauer mein Leben bestimmen zu lassen. Das vermittle ich auch meiner Tochter. Denke mal mein Handeln gibt ihr auch Sicherheit, das ich alles im Griff habe.

    LG Sonja

    • (44) 30.07.18 - 22:41

      Liebe Sonja,

      Wie schön solche postitiven Worte von dir zu hören!

      Ich habe deine Geschichte damals mitverfolgt und bis aufs Letzte für euch gehofft.
      Manchmal hast du hier Beiträge kommentiert und ich hab mich gefreut, dass du offensichtlich nicht völlig untergegangen bist.

      Es ist großartig wie du das alles meisterst und nicht versinkst.
      Du und deine Tochter scheint ein starkes Team zu sein und dein Mann hat das gewusst!

      Es gibt so einen Spruch den ich nur sinnerfassend widergeben kann...
      Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist man wie betäubt und funktioniert einfach nur noch;
      und ehe man sich versieht und wieder bei "Bewusstsein" ist, ist der Schmerz schon ein ganzes Stück besser... so in der Art

      Der Umzug wird euch beide sicher noch seelischen Schmerz bereiten, mit eurer zukunftsorientierten Herangehensweise werdet ihr das aber bestimmt überwinden können.

      Von Herzen weiterhin so viel Kraft und Mut und ein Licht, welches dich auch in den dunklen Stunden begleitet #herzlich

Ich kenne zwar nicht die ganze Geschichte, möchte aber trotzdem schreiben. Du hast eine wundervolle Art und Einstellung gefunden, mit der Du die Trauer langsam verarbeitest. Mit Kind, Arbeit und einem Haus/ Wohnung gehts irgendwie weiter. Gut, dass Du lachen kannst und weißt, dass dein Mann es so gewollt hat. Alles Gute für Euch.

(46) 30.07.18 - 19:54

Liebe Sonja,

Du bist eine tolle Frau.
Ich habe deine Geschichte auch noch in Erinnerung.
Geh deinen Weg weiter. Dein Mann wäre stolz auf.

Lass dich von irgendwelchen geistigen Tieffliegern nicht blöd anmachen.

Alles Liebe!

(47) 30.07.18 - 22:25

Schön dass es euch den Umständen entsprechend gut geht. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie schlimm das ist

Hallo,

ich habe Dich noch in Erinnerung. Es ist schön zu lesen, daß es Euch gut geht und es auch bergauf geht. Nein, man darf nicht in Trauer versinken und wer das so kann, wie Du es machst, hat meinen vollsten Respekt. Natürlich kann man denen, die lange nicht darüber hinweg kommen, keinen Vorwurf machen, jeder reagiert da anders.
Ich wünsche mir, daß meine Freundin, die ihren Mann gerade verloren hat, auch ganz schnell wieder auf den Beinen steht für sich und ihre Tochter.

LG und weiterhin alles Gute!

Ich finde das super so. Und ich hätte das genau so gemacht. Ich hab eine Ahnung davon, wie das ist/sein kann und ich rechne damit, dass ich möglicherweise auch in dieselbe Situation kommen könnte wie du. Dann muss man für seine Kinder weiter machen. Alles andere bringt doch niemandem etwas.
Für euch fängt mit dem Umzug ganz bestimmt ein neues Leben an und das ist gut so. Deshalb ist dein Mann nicht vergessen.
Das Leben hält sicher noch viele schöne Dinge für euch bereit. Lass dich nicht ärgern von doofen Kommentaren hier.

(50) 01.08.18 - 22:27

Hallo Sonja,

ich kenne deine Geschichte nicht, bin aber grade über diesen Post gestolpert.
Ich wollte dir nur sagen, dass ich es toll finde, wie du die Situation meisterst!
Ich wünsche dir und deiner Tochter einen möglichst stressfreien Umzug und viel Freude in und mit der neuen Wohnung!

viele Grüße!

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