Einmischen in Erziehung

    • (1) 09.08.18 - 13:55

      Hallo,

      nein es geht nicht um das beliebte Thema Schwiegermutter 😀, sondern um meine eigene Mutter.

      Keine Ahnung wo ich anfangen soll...
      Gestern hatte ich wieder eine Situation die mich aus der Bahn geworfen hat und die immer wieder vorkommt.
      Generell wenn jemand mit RatschlÀgen kommt, höre ich mir diese an, reflektiere und oder stelle auf Durchzug.

      Mein kleiner ist 3 testet seine Grenzen. Aber generell kommen wir alle gut damit klar und es ist ja auch ein normaler Entwicklungsschritt. Er ist der einzige Enkel meiner Mutter und sie ist sehr stark fixiert auf ihn.

      Gestern hat er kein Mittagsschlaf gemacht und war am spĂ€ten Nachmittag einfach drĂŒber. Er hat sich geweigert seine Spielsachen aufzurĂ€umen und hat Blödsinn gemacht. Daraufhin habe ich ihn mehrmals ermahnt, wolle ihm auch beim aufrĂ€umen helfen aber irgendwie war er nur nölig drauf. Hab ihn dann mehrmals ermahnt, hat nichts geholfen. Daraufhin folgte die angekĂŒndigte Konsequenz mit dem nach Hause gehen. (Wir waren bei meiner Mutter)
      Diese mischte sich natĂŒrlich wie immer immer ein... lass ihn... ist doch nicht schlimm.... warum bist du so... lass ihn... ist doch egal...
      Der kleine drehte natĂŒrlich wieder auf obwohl er sich beruhigt hatte. Dann hatte ich praktisch wieder einen nörgelnden, quengelden, mĂŒden 3 jĂ€hrigen und noch meine Mutter die mir im Nacken sitzt und mich rund laufen lĂ€sst vor dem Kind. Das macht sich auch wenn mein Mann oder mein Bruder dabei ist. Da werde ich auch immer belehrt.

      Mittlerweile platzt mir die Hutschnur obwohl ich es nicht will. Meine Energie kann ich durchaus wo anders noch gebrauchen.
      Mehrfach ist es eskaliert. Ich habe schon oft gesagt, dass sie sich nicht einmischen soll. Sie hat ihre Kinder erzogen und ich erziehe unser Kind.
      Ich bin nicht beratungsresistent, aber ich kann es nicht ertragen wenn ich rundgemacht werde vor meinem Kind. Er merkt es ja und verucht dann erst recht mit Sachen durchzukommen.

      Das Kinder mehr bei der Oma dĂŒrfen, dass man auch als Eltern ein Auge zudrĂŒcken sollte ist mir auch klar.
      Aber wenn es um „Grundsachen“ geht dann sehr ich rot
      A la... egaaaal ess doch mit der Hand... duuu musst kein Besteck benutzen... oder wo wir bei der Windelentwöhnung wareb... egal kannst ruhig kaka in die Windel machen... Oma machts dann weg... (zum GlĂŒck ist er jetzt trocken)

      Keine Ahnung ob den langen Text jemand liest, wĂ€re ĂŒber Tipps sehr dankbar

      • Hey...

        puh, ja da wĂŒrde ich irgendwann auch keine Energie mehr haben. Also vor anderen - egal ob vor dem Kind oder anderen Erwachsenen jemand so zu kritisieren finde ich absolut nicht ok.

        Suche das GesprĂ€ch mit ihr und mach ihr deutlich, dass es dir dabei nicht gut geht und du das absolut nicht mehr möchtest. Wenn sie sich nicht zurĂŒckhalten kann, dann wĂŒrde ich einfach mal fĂŒr kurze Zeit nicht zu Besuch kommen.

        Als Kompromiss:
        Wenn eure kleiner allein bei der Oma ist, entscheidet sie alleine was ok ist - mit den Fingern essen, ok, sie muss es danach sauber machen... nicht aufrÀumen, ok, muss sie es machen etc.! Kinder verstehen sehr schnell, wo die Unterschiede sind! Wenn du es z.B.: nicht möchtest, dass er (daheim) mit den Fingern isst, musst du aber auch standhaft sein. Der Satz "aber bei Oma..." wird sicherlich kommen ;-).
        Sag ihr dazu auch, dass du sie verstehst gerade weil es der einzige Enkel ist, will sie ihn verwöhnen und die Zeit eben genießen. Verwöhnen und gewisse Dinge locker zu sehen/handhaben und der einzige Enkel zu sein, heißt aber nicht endlose Narrenfreiheit. Es wird durchaus gewisse GrundsĂ€tze geben, die euch in der allgemeinen Erziehung wichtig seid. Reflektiert eure GrundsĂ€tze und ĂŒberlegt, was ist immer wichtig und muss/sollte auch bei Oma gelten - egal ob alleine dort oder zusammen! Bei anderen Sachen kann man dann eben bei der Oma auch mal ein Auge zudrĂŒcken.

        Alles Gute =)

        • Danke fĂŒr deinen Beitrag!

          Das Problem habe ich natĂŒrlich jetzt schon. Wenn er mal bei Oma ist, versucht er alles auch daheim durchzubekommen. Gerade mit den HĂ€nden essen, obwohl er schon sehr lange toll und selbststĂ€ndig isst. (Nur als Beispiel - da gibts noch einige).
          So habe ich immer danach 1-2 Tage „Ärger“ bis es wieder alles normal lĂ€uft

          Habe es ihr schon so oft gesagt. Aber sie nimmt mich nicht ernst. Oder hÀlt sichmax 1-2 Wochen dran. Ich habe einfach keine Kraft mehr.

          Bin 31 arbeite seitdem ich 16 bin. Habe immer alles alleine oder mit meinem Mann gewuppt. Mit 20 ausgezogen und immer auf eigenen Beinen gestanden. Bin der Meinung dass wir stolz auf uns sein können und auf unseren Sohn der wirklich wunderbar ist.
          Und dann ist man auf einmal wieder so „klein“ wenn die dominate Mutter dasteht und einem die Bescheinigung fĂŒr UnfĂ€higkeit in Sachen Erziehung erteilt.

          Ach Mensch, einfach alles mĂŒhsam

          • Genauso, wie meine Vorrednerin geschrieben hat, hĂ€tte ich es dir auch empfohlen.

            Ich habe auch so eine Mutter und musste ihr das mehrfach sagen, eine Zeit lang hatten wir auch minimal Kontakt. Es ist zwar immer noch so, dass wenn die Kinder lĂ€nger bei Oma und Opa waren, dass sie komplett auf Werkseinstellung zurĂŒck gesetzt sind, aber glaub mir, Kinder kennen den Unterschied. Ich wĂŒrde mal behaupten, wenn die Kinder Ă€lter werden, begreifen sie das umso mehr. Das tut ihnen auf eine Art auch gut, mal so zu sein, wie sie möchten ohne, dass jemand gleich streng meckert.

            • Ich finde es schade wegen sowas gleich den Kontakt abzubrechen. DafĂŒr ist doch das Leben zu kurz.

              Ich hatte auch Probleme damit erstmals aber dann habe ich realisiert meine Mutter ist nun mal die Oma vom kleinen und da ist es in ihrem Interesse den Enkel eher zu verwöhnen als zu erziehen. Meine Mutter war immer sehr streng mit uns aber bei ihren Enkel ist das wohl anders.
              Lass sie halt. Deine Mutter ist nicht dein Mann. Sie kann ihre Enkel ruhig etwas verwöhnen besonders Wenn es bei ihr zuhause ist.
              Wenn ihr bei euch zuhause seid herrschen dann wiederum andere Regeln und daran sollte sich deine Mutter halten !
              Ich wĂŒrde dieses Thema nicht eskalieren lassen, solang es sich um Kleinigkeiten handelt und nicht irgendwas drastischen wie zb. ihr verbietet eurem Sohn mit fremden zu sprechen und die Oma erlaubt das wiederum.

              • Es hat doch niemand gesagt, dass sie den Kontakt gĂ€nzlich abbrechen soll! Im Bezug aufs Kind, was wo erlaubt ist lassen sich auch gut Kompromisse zu finden.
                Das Verhalten der Mutter ihrer Tochter gegenĂŒber finde ich aber nicht ok - vor dem Kind und anderen Personen stetig zu kritisieren und sie ggf. bloßstellen ist echt gemein.
                Wenn ein GesprĂ€ch nichts bzw. nur kurzzeitig etwas bringt, wĂŒrde ich eben kurzzeitig mal nicht mehr zu Besuch kommen. Vielleicht verdeutlicht das einfach, dass sich die TE sehr von ihrer Mutter gekrĂ€nkt und verletzt fĂŒhlt!

      Ohje.. das klingt ja nach einem lustigen Tag..

      Ich kenne das Problem aber auch. Ein bisschen verwöhnen lassen von Oma und Opa ist vollkommen in Ordnung, aber es gibt eben gewisse Dinge - Grundlagen - an die man sich halten sollte. Das wĂŒrde ich deiner Mutter auch versuchen klar zu machen. Dein Kind - deine Regeln. Er ist ja mit 3 Jahren auch noch so klein, dass er gar nicht verstehen kann warum er manche Dinge bei Oma darf, aber zuhause nicht. Da muss man eben auch als Oma konsequent sein.

      Ich frage mich als Oma allen Ernstes, was das manchmal fĂŒr Großeltern-Exemplare sind?
      Die Enkel dĂŒrfen offenbar ALLES, was sie ihren eigenen Kindern damals auf keinen Fall durchgehen lassen hĂ€tten? Ich versteh das nicht. Ich liebe meine Enkelin wirklich ĂŒber alles, aber - zum einen wĂ€re ich nie meiner Tochter in den RĂŒcken gefallen und hĂ€tte ihr alles erlaubt, was diese nicht will. Zum anderen will ich keinen verwöhnten Rotzaffen aufziehen helfen, der alles darf. Sie hatte/hat sich sehr wohl an Essgewohnheiten und Ordnung zu halten und beim Sauberwerden hĂ€tte ich sie genauso dazu angehalten wie ihre Mutter. Manchmal war ich sogar pingeliger als Mama, damit es nicht hieß "bei Oma darf ich das aber". Auch SĂŒĂŸigkeiten gibts nicht ohne Ende.
      Heute ist meine kleine Madam bald 12 Jahre alt und ab und zu höre ich mal "Oma, Mama ist doch deine Tochter, kannst du ihr nicht mal sagen, dass sie nicht immer........" #rofl Ich muss herzlich lachen, das geb ich zu. Aber dann sag ich zu ihr, dass sie das mal ganz schön mit ihren Eltern alleine ausfechten soll. DafĂŒr sei ich nicht zustĂ€ndig. Meine Tochter vor ihrem Kind zu massregeln, wĂ€re das AllerallerdĂŒmmste, was mir garantiert nicht einfallen wĂŒrde.
      Da hilft wohl nichts anderes als die klare Ansage, "ich durfte das bei dir auch nicht also erlaube es gefÀlligst auch nicht meinem Kind". Wenn sie Dich das nÀchstemal vor dem Kind dumm anmacht, pack es ein und geh. Vielleicht lernt sie es so. LG Moni

      • Danke fĂŒr deine Sichtweise.

        Ich fange gar nicht erst an mit dem Erziehungsstil meiner Mutter. Generell alles verbieten, sehr streng, keine Vertrauensbasis... weder habe ich damals mich getraut ihr etwas anzuvertrauen.. noch erzÀhl ich ihr heute immernoch nicht alles was mich beschÀftigt.
        Generell existiere ich ja sowieso nicht mehr. Meine Mutter tÀtigt auch solche Aussagen a la man liebt die Enkel mehr wie die eigenen Kinder (wortwörtlich).

        Gestern war ja das zweite oder dritte mal das ich gegangen bin. Keine Ahnung ob das jemals besser wird.

        Da wir relativ nah beieinander wohnen sehen wir uns 2 mal die Woche. Sie fordert das auch ein. FrĂŒher war es noch hĂ€ufiger, aktuell habe ich es auf 1-2 mal reduziert.
        NatĂŒrlich will ich keinen Kontakt abbrechen, aber mir tuts auch gut wenn ich sie nur 1x die Woche sehe. Auch wenns hart klingt

        • Dann sag ihr, dass dir dieses stĂ€ndige in den RĂŒcken fallen und torpedieren deiner Erziehung dir zu anstrengend ist, sie einfach völlig merkbefreit ist und du nur noch 1x pro Woche oder alle 2 Wochen kommst. Öfter hast du keine Lust dir das anzutun.

          Lass sie spĂŒren wie genervt du bist und dass du Konsequenzen ziehst.

          LG

          Vielleicht ergibt sich ja mal ein GesprĂ€ch, wenn ihr nicht dauernd aufeinanderhockt und Du kannst sie fragen, warum sie von einem Extrem ins andere gefallen ist. Seltsam. sicher ist man als Oma auch nicht mehr so gestresst wie ich es z.B. als berufstĂ€tige Mutter war und ich hab mich frĂŒher auch mehr aufgeregt als heute und sehe bei Leonie vieles gelassener. Aber die Vermittlung von Grundwerten, Ordnung und Sauberkeit blieb eigentlich. Mit den Fingern im Essen rummatschen oder mit KrĂŒmelkeksen oder verschmierten HĂ€nden durch die ganze Wohnung latschen...geht garnicht. FrĂŒher nicht und heute auch nicht.
          Einfordern kann sie viel, Du musst es ja nicht machen. Dass Du erwachsen bist,mĂŒsste sie schon bemerkt haben;-)
          Man liebt die Enkel mehr als die eigenen Kinder? Okay, manche vielleicht, ich auch nicht. Ich wĂŒrde es als gleichwertig ansehen......enigermaßen objektiv betrachtet:-D LG Moni

    Spontan wĂŒrde ich sagen, dass du mit ihr den Kompromiss schließt, dass sie in ihrem Haus die Erziehung ĂŒbernimmt und du bei dir im Haus.
    Ich hĂ€tte mich also entspannt zurĂŒck gelehnt und geguckt, wie sie die Dinge regelt.

    Hallo,

    ehrlich gesagt, was ich viel schlimmer finde als das Verhalten deiner Mutter ist deine Pseudo-Super-Konsequenz.

    Wenn du total fertig bist, bist du dann nicht froh, wenn jemand sagt "Laß, ich mache"? Im Leben wĂ€re ich nicht auf die Idee gekommen mit meinem mĂŒden und norgeligen Kind eine "auf-Teufel-komm-raus-AufrĂ€umnummer" abzuziehen. Dann hĂ€tte ich eben schnell alles eingerĂ€umt und gut.

    Und ja mei, er KANN doch mit Besteck essen. Ich halte meine Kinder auch an, das Besteck zu nutzen, ich mache da aber kein Drama draus.

    Ebenso mit der Windel - meinst du, er braucht zum Abi noch ne Windel, weil er halt bei Oma mal eine anziehen darf?

    Ich finde dich ziemlich verkopft verklemmt. Ein bisschen locker machen und dann haut das schon hin. Außerdem bist du eben nicht die, die ihr Kind erzieht. An der Erziehung eines Kindes haben so viele Menschen Anteil - und es ist gut, wenn das Kind von ĂŒberall mitbekommt, dass es anders laufen kann. Kinder können das prima unterscheiden.

    Lg

Top Diskussionen anzeigen