Ungleichbehandlung der Enkel

    • (1) 13.08.18 - 16:49

      Hallo ihr Lieben,

      ich wende mich mit einer Frage an euch, die mich schon lange und leider immer wieder, beschäftigt. Zunächst zu meinem Hintergrund. Mein Mann und ich sind seit elf Jahren glücklich verheiratet. Wir haben zwei tolle Jungs (8 und 4 Jahre) Wunschkind Nr. 3 wird Ende Oktober erwartet. Zudem haben wir beide eine wunderbare Arbeit und sind finanziell zufrieden. Nun zu meinem Problem.. Meine Schwiegereltern wohnen in unserer Nähe (ca. 15km) und zeigen so gar kein Interesse an unseren Kindern. Man muss allerdings erwähnen, dass mein Schwager mit Frau und seinen drei Kindern direkt gegenüber wohnt. Sie war leider schon immer arbeitsunfähig und mein Schwager hat auch leider nur eine sehr schlecht bezahlte Stelle. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, verstehe ich, wenn die Großeltern die Pflege der Kinder sowie deren Unterhalt fast komplett übernommen haben und deshalb kein Interesse an unseren Kindern zeigen. Dennoch kommt es immer wieder zu ärgerlichen Situationen. Ein Beispiel: Auf ausdrücklichen Wunsch unseres Großen erklärten sich meine Schwiegereltern bereit ihn samt den Kindern meines Schwagers mit zu einem "Eisenbahnfest" zu nehmen. Natürlich habe ich ihm fünf Euro mitgegeben, falls er sich eine Kleinigkeit kaufen möchte. Am Abend wurde er dann heulend und enttäuscht zu uns zurück gebracht. Er erzählte, dass Opa ihm Geld gegeben hätte um für die Kinder des Schwager Pommes und Limo zu holen (sie sind 12, 8 und 3 Jahre alt). Aber nachdem er den anderen ihr Essen gebracht hatte, war das Geld aufgebraucht. Opa meinte dann zu ihm, dass wir ihm ja bestimmt Geld mitgegeben hätten. Er solle doch das nehmen, wenn er etwas essen möchte.. Wir versuchten die Großeltern sachlich darauf anzusprechen. Die einzige Antwort war, die müssen die anderen schon genug unterstützen, da bleibt nichts mehr übrig. Bitte versteht mich nicht falsch, wir hätten das Geld für Pommes und Limo natürlich meinen Schwiegereltern gegeben. Nur diese Ungleichbehandlung vor den Kindern fanden wir ungerecht. Ein weiteres Beispiel: Weihnachten letztes Jahr. Mein Mann musste die Feiertage leider beruflich im entfernteren Ausland verbringen. Wir treffen uns seit Jahren am 1. Feiertag bei den Schwiegereltern zum Mittagessen (jeder bringt etwas mit). Da mit aber irgendwie die Decke auf den Kopf fiel, beschloss ich, schon Weihnachten und die Feiertage zusammen mit meinem Kindern bei meiner Familie zu verbringen (700 in entfernt). Ich tief meine Schwiegereltern an und erklärte meine Situation. Die Antwort war schokierend für mich. Es sei gut, wenn sie hätten sowieso keine Geschenke für die Kinder, außerdem würden dann drei weniger mitessen. Bevor wir jedoch fahren, sollen wir die versprochenen Salate und das Dessert sowie die Geschenke für Schwager, Schwägerin und Kinder vorbeibringen. Das haben wir um des Friedens Willen natürlich gemacht. Ein letztes und sehr aktuelles Beispiel: mein Großer hat nächstes Jahr Kommunion. Mitte September ist ein Infoabend für die Eltern. Da mein Mann leider unterwegs sein wird, habe ich meine Schwiegereltern gefragt, ob sie an diesem Abend Zeit hätten, auf die Kinder aufzupassen, da am nächsten Tag Schule und Kindergarten ist und ich sie deshalb ungern mitnehmen möchte. Mit wäre der Schlaf der zwei wichtiger. Natürlich würde ich vorher kochen, alles fertig machen und die zwei schon ins Bett bringen. Die Antwort war natürlich ein klares Nein. Die Begründung war, Schwager und Schwägerin gegen da immer zum Dart. Da müssrn sie auf die anderen Enkel aufpassen. Ich muss dazu sagen, dass das die erste Bitte in dieser Richtung in diesem Jahr war.
      Wir versuchen beide die Schwiegereltern zu unterstützen. Obwohl beide eigentlich Rentner sind, arbeiten sie noch wenige Stunden in der Woche in die Schwagerfamilie mit zu unterstützen. Wir helfen dann regelmäßig am Monatsende mit Essen usw. aus. Dennoch scheint es mir so, als wenn nur Interesse an unserer Seite der Familie bestünde, wenn sich ein Mehrwert für sie daraus ergibt. Unsere Kinder freuen sich schon gar nicht mehr, wenn Oma und Opa kommen, weil immer die "anderen" mitkommen und die uninteressant sind.
      Tut mir leid für den langen Text, aber ich hätte so gerne ein schönes Großeltern -Enkel Verhältnis für unsere Kinder. Leider kommt auch mein Mann bei seinen Eltern nicht weiter. Er überlegt sogar, den Kontakt einzustellen. Seht ihr eine Lösung oder spielen bei mir die Schwangerschaftshormone verrückt?

      Vielen Dank für euere Antworten.

      • (2) 13.08.18 - 17:10

        Hallo,

        Ich würde den Kontakt auf ein Minimum reduzieren.
        Bzw. warten wann sie sich melden und dann entscheiden ob ich darauf Lust habe.
        Anscheinend herrscht die Erwartungshaltung das ihr den Bruder und die Eltern unterstützen müsst und das ohne Gegenleistung.
        Macht euch rarr und wartet ab, einen offenen Konflikt wäre es mir nicht wert.
        Und bei der Weihnachtsplanung sagst du von vornherein ihr lasst die Schenkerei untereinander sein - Geld ist ja eh knapp - und fahrt wieder zu deinen Eltern.

        Hi.. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin einfach schockiert über die Situation bei diesem Fest und auch wegen Weihnachten.. Klar, ihr hättet ihm Geld mitgeben sollen, aber anstelle von Opa und Oma hätte ich erstmal das Geld vorgestreckt und dann unauffällig von den Kindern das Geld wieder geholt von euch. Den jungen das Zeug holen zu lassen und nicht mitessen zu lassen ist absolute schikane! Und die salate und Geschenke einzusacken und selbst für die Kinder haben ist in meinen Augen eine Frechheit! Selbst wenn es ein Gutschein ist für ein mal zusammen Eis essen, was wirklich 3 Euro kostet, irgendwas! Ich habe den Eindruck die großeltern nutzen euch aus. Würde mich nicht wundern wenn die zusammen mit der Schwager Familie am. Mittagstisch über sowas von herziehen, dass ihr ja so viel Geld habt und geizig seid etc pp. Ich würde keinen Kontakt zu dieser "Familie" haben wollen.

        Meiner Meinung nach bleibt euch nichts übrig, als die Situation zu akzeptieren. Ihr könnt nicht erzwingen oder erwarten, dass von der anderen Seite mehr Interesse kommt, das hat sich schon deutlich gezeigt. Die Konsequenzen müsst ihr euch überlegen, ich persönlich finde Kontaktabbruch immer etwas drastisch, aber ihnen hinterherrennen und irgendwelche Salate anschleppen würde ich sicher auch nicht mehr.
        Sie haben gezeigt, dass ihr nicht in dem Maße auf sie zählen könnt, wie ihr gerne würdet - schade, aber ist nun mal so.
        Akzeptiert es und ärgert euch nicht mehr drüber, ist Zeitverschwendung!

      • Wie sind denn die drauf? Bitte schütz deine Kinder und reduziere den Kontakt auf ein absolutes Minimum, noch besser Kontakt ganz einstellen, zumindest so, dass die Kinder keinen Kontakt haben. Wenn ihr als Erwachsene die undankbare Bagage weiter unterstützen wollt, tut dies. Aber haltet die Kinder raus.
        Natürlich wünscht man sich für die Kinder dieses innige Grosseltern-Enkel-Verhältnis, leider gibt es unzählige Gründe, warum die Realität eine andere ist.
        Meine zweitälteste Tochter wurde von ihrer italienischen Grosmutter auch so ungerecht/schäbig behandelt. Sie hat es ein Stück weit auch mir als Mutter zum Vorwurf gemacht, dass ich sie besser schützen hätte sollen, zum Glück hat die Mutter meines zweiten Mannes auch ihre "Stiefenkel" mit soviel Liebe und Zuwendung überschüttet, dass die Gemeinheiten der "biologischen" Grossmutter weniger schwer wiegen.

        Ich bin ehrlich fassungslos und schockiert über das Verhalten der Großeltern..das einzige was ich ihnen anrechne ist, das sie der anderen familie besteht und Aushilft. Mehr aber auch nicht 😲.

        Am meisten schockiert mich das mit Weihnachten.. Sie haben nichts und sind froh das ihr nicht kommt wegen dem Essen... Aber dann Geschenke und Essen vorbei bringen? Einen Teufel hätte ich getan.

        Tu euch allen ein Gefallen und stell den Kontakt ein..Vielleicht wachen sie dann auf.. Dieses Verhalten geht gar nicht und ist auch nicht gut für euch und die Kinder.
        Anders wirst du vermutlich nicht weit kommen.. Schade drum..

        Liebe Grüße

      • Grundsätzlich finde ich die Situation furchtbar und mir tun deine Kinder wirklich sehr leid. Ich finde du solltest die Entscheidung über Kontakt deinen Mann treffen lassen. Es ist seine Familie und als Frau sollte man dieses Band respektieren auch wenn es nicht einfach ist. Natürlich heißt es nicht das du denen hinterher rennen musst und Geld oder Lebensmittel bringst aber Kontakt abbrechen ist noch eine andere Hausnummer.
        Wir haben mit dem Vater meines Mannes auch nur sporadisch Kontakt. Seine neue Frau möchte das nicht. Bei ihren Kindern darf er Opa sein, unseren hat er nur einmal gesehen als wir heimlich dort waren. Für unseren Sohn ist das nicht schön allerdings bekommt er ja nicht mit das der Opa bei den anderen ist und nur nicht zu ihm kommt. Das bei euren Kindern ist nochmal eine ganz andere Sache. Finde ich furchtbar.

        Huhu,

        wenn alles wirklich so ist wie du beschreibst, würde ich den Kontakt, von dem deine Kinder eh nichts haben, abbrechen.

        Ich glaube die nutzen euch bloß aus.

        Ihr tut mir wirklich leid 😒

        LG

        Mir bleibt die Spucke weg bzgl Weihnachten und dass ihr dort auch regulär Essen hintragt und dann so behandelt werdet.
        Das würde ich einstellen und mich sehr rar machen.... Deine Kinder haben ja schon keine Lust mehr auf das Spiel. Also ist auch nix, wirklich nix verloren.

        (10) 13.08.18 - 19:00

        Mir fehlen die Worte.. Obwohl ich in der gleichen Situation war wie ihr nur handelte es sich um meine Mutter. Nur gemeldet, wenn sie etwas brauchte und wollte. Keine Zeit für mich oder für meine Tochter.
        Es hat lange gedauert bis ich den Kontakt auf ein Minimum reduziert habe und vorher musste ich lernen "nein" zu sagen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es meiner kleinen Familie jetzt viel besser geht.
        Daher würde ich an deiner Stelle den Kontakt auch reduzieren

        Alles Gute für die Zukunft
        boehmin

        Huhu... bei uns ist es ähnlich nur nicht ganz so krass und unverschämt wie bei dir... es wurden immer Kinder meines Schwagers überall mitgenommen und um die gekümmert... in den Ferien sind sie mit ihnen schwimmen gefahren etc....nun wird meine große bald 6 und meine schwie fragte was sie haben soll zum Geburtstag... ich sagte dann das ich mir Zeit wünsche für meine Tochter... also das sie was mit meinen Kind mal Unternehmen... da war ihre Antwort mein Kind hätte ja nie Zeit... Letztens wollten sie sie mal mitnehmen da konnte sie nicht... ja wenn man auch einen Abend vorher anruft kann es schon passieren das mein Kind dann verabredet ist... die Kids meines Schwagers sind halt immer daheim weil sich keiner kümmert...

        Wir haben den Kontakt runter gefahren... allerdings überlasse ich die Entscheidung meinem Mann... wenn er sagt wir gehen nicht, dann gehen wir auch nicht... wenn er hinmöchte gehen wir....

        Ich würde mich nicht so frech ausnehmen lassen.. was sagt denn dein Mann dazu?

        Lg

        Hallo,

        ich finde das Verhalten der Großeltern grausam.

        Da wird ein 8-jähriger losgeschickt, um Pommes und Limo für die anderen zu organisieren und er darf dann der Bagage beim Essen zuschauen?!
        Wirklich, wie grausam kann man sein?!
        Hat man die paar Euro fünfzig nicht übrig?!
        Und selbst wenn es knapp ist, dann können sich das doch später wieder von Euch holen.

        Genauso an Weihnachten - "ach das ist toll, wir haben sowieso keine Geschenke für die Kinder und haben dann drei Mäuler weniger zu stopfen!"
        Dass Ihr dann noch das Essen vorbeigebracht habt - ich glaube, ich hätte da nichts hingebracht.

        Aber kriecht denen nicht mehr hinterher.
        Es ist wirklich so, sie wollen Euch nur dabei haben, wenn sich für sie ein Mehrwert ergibt.
        So bitter das klingt, aber schaut Euch lieber nach anderen Lösungen um, was z.B. Babysitterdienste usw betrifft.
        Genauso Weihnachten, dann macht es Euch schnuckelig und Ihr müsst da nicht hinpilgern.
        Kleines Weihnachtskärtchen oder schneller Anruf - "Frohe Weihnachten!" - fertig.

        Mir fällt nichts mehr ein - ich bin fassungslos, wie herzlos "Großeltern" sein können.
        Was dieser "Opa" mit dem Essen gemacht hat, ist eine Riesenschweinerei.
        Leider war es mir nur zweimal vergönnt, mit meinen beiden Enkeln gleichzeitig unterwegs zu sein und selbstverständlich habe ich beide gleichwertig mit allem verwöhnt, was ihnen schmeckte.
        Ich würde es als Beleidigung ansehen, wenn ich mit meiner Enkelin unterwegs wäre und sie würde für Essen Geld von sich nehmen. Never!

        Ich würde die anderen nicht mehr unterstützen - wozu auch? Familie ist gleichwertige Behandlung untereinander und die sehe ich leider bei euch nicht. Tut mir sehr leid.
        LG Moni

        Was für eine harte Nummer mit dem Fest! Opa schickt deinen Jungen los, um für die anderen was zu essen zu holen und guckt selber in die Röhre?? Wie ätzend ist das denn?
        Ne, da wäre für mich der Ofen aus und die könnten mich mal. Der Arme!

        (15) 13.08.18 - 20:06

        Ich versuche mich mal reinzuversetzen in deine Schwiegereltern. Sie sind anscheinend relativ arme Leute, die so viel von ihrem Geld und ihrer Zeit in die Familie ihres mittellosen Sohnes investieren, dass überhaupt nichts übrig bleibt bzw. sie dabei sogar noch Miese machen. Glücklicherweise haben sie noch einen zweiten Sohn, der eher zu den Besserverdienern gehört und sie am Ende des Monats unterstützen kann.

        Dieses Ungleichgewicht herrscht anscheinend schon so lange, dass es irgendwie für alle zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Deine Schwager halten bei den Schwiegereltern die Hand auf und diese bei euch. Die normalerweise übliche Dankbarkeit scheint etwas auf der Strecke geblieben zu sein.

        Euch scheint dieses Konstrukt ja im Großen und Ganzen nicht allzusehr zu stören, da würde ich schauen, ob man vielleicht mit dem Drehen an ein paar Stellschräubchen die Zufriedenheit aller wiederherstellen kann.

        Zuerst mal das Feuerwehrfest. Hier sehe ich einen großen Teil der Schuld bei euch. Wenn ich jemandem mein Kind mitgebe auf ein Fest, muss ich mir ja eigentlich überlegen, wie das Kind dort verpflegt werden soll. Wenn diese Leute so arm sind, dass am Monatsende das Geld alle ist, dann kann ich ihnen nicht die Verpflegung meines Kindes mit aufbürden. Und 5€ für Verpflegung auf einem Fest sind schon eher knapp bemessen. Wenn sich das Kind davon dann auch noch etwas Schönes anderes kaufen können soll, reicht es nicht. Ihr hättet also den Großeltern wohl einen Schein in die Hand drücken sollen, damit sie euer Kind verpflegen können.

        Bei der Geschichte mit Weihnachten bin ich allerdings auch etwas ratlos und mir stand beim Lesen der Mund offen. Ok, sie sind froh, dass ihr nicht kommt, weil sie da Geld sparen, das ist etwas barsch, aber das hätte ich noch so hingenommen. Was danach kommt, dass du trotzdem Essen und Geschenke vorbeibringen sollst, geht überhaupt nicht. Da hätte ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich natürlich kein Essen vorbeibringe, da dies ja mein Anteil an der GEMEINSAMEN Mahlzeit gewesen wäre. Geschenke würde ich ebenfalls nicht vorbeibringen, da ich ja die Schwägerleute nicht in eine unangenehme Situation bringen möchte, falls sie ebenfalls nichts für uns haben. Bis bald und frohe Weihnachten! ;-)

        Nur nochmal zum Verständnis, hatten denn Schwager und Schwägerin wenigstens Geschenke für eure Kinder?

        Das mit dem Babysitten ist natürlich etwas blöd. Ich hätte eventuell direkt den Schwager und Schwägerin angerufen, ob sie vielleicht das Babysitten übernehmen möchten oder wenigstens euch zuliebe auf den Sport verzichten können, damit die Großeltern babysitten können. Diese Schwägerleute sind ja immer die Nutznießer eurer Großzügigkeit, die würde ich etwas mehr in die Pflicht nehmen. Wenn sie schon kein Geld für nix haben weil sie nicht arbeiten und deshalb von den Schwiegereltern so sehr unterstützt werden, dann müssten sie doch Unmengen an Zeit haben? Diese sollten sie euch gelegentlich zur Verfügung stellen, sonst würde ich meine monetären Großzügigkeiten langsam einfrieren.

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