Ich suche mir eine neue Familie!

    • (1) 19.08.18 - 08:01

      Liebe Urbianerinnen,
      ich hoffe ja, dass es mal wieder unter „es ist nur eine Phase“ fällt, dennoch würde ich gerne eure Meinung/Erfahrung hören.
      Mein Sohn, gute 5 Jahre alt, benimmt sich wie in der Pubertät. Die meiste Zeit ist er total lieb. Ohnehin ist er ein ruhiges Kind, kann sich auch mal gut allein beschäftigen, ist sehr genau (malen zB), ein kleiner Tüftler und Forscher. Aber zwischendurch, meist 1-2 Mal am Tag, flippt er bei Kleinigkeiten völlig aus, brüllt, schmeißt was ihm grad in die Finger kommt, ohne Rücksicht wer was abbekommt oder was kaputt geht.
      Beispiel gestern: er will für seinen Bruder einen Coolpack holen, er hätte sich gestoßen. Durchwühlt die Tiefkühltruhe. Ich sage ihm, der Coolpack sei dort nicht, der ist im Kühlschrank und gebe ihm ihn. Da flippt er aus, der sei zu warm, warum der nicht im TK liege (tut er schon ewig nicht mehr, da die Jungs sich immer weigerten ein Tuch darum zu legen, daher nur noch Kühlschrank-kalt), der sei zu warm. Knallt daraufhin mit voller Kraft die Tiefkühltruhe zu (Glück gehabt, dass nichts kaputt ist, ein Korb war nicht richtig drin), schmeißt den Coolpack auf den Boden, dass die Nähte reißen und das Gel rauskommt. Also Müll...
      Das nur als ein Beispiel, es sind schon größere Sachen geflogen, aber es ist immer das gleiche, es ist eine entspannte Situation und plötzlich schlägt es um.
      Ich ranze ihn dann schon an, was das soll, da flüchtet er dann meist in sein Zimmer, dort knallt nochmal mindestens die Tür und er brüllt, dass er sich jetzt wirklich eine neue Familie suchen will.
      Ich lasse ihn meist in Ruhe, oder frage ob ich zu ihm kommen darf. Meist geht das erst später. Aber auch da sagt er, nach anfänglichen Ausreden (die TK knallt von alleine so zu), dass er nicht weiß was mit ihm los ist, und dann auch wirklich traurig/enttäuscht meist nochmal, dass er ne andere Familie sucht...
      natürlich stimmt mich das traurig, auch wenn ich weiß, dass er das nicht so meint. Ich sage ihm dann, dass das wichtigste an Familie doch ist, dass wir uns immer lieb haben, natürlich auch mal streiten oder wütend sind, aber am lieb haben ändert das glücklicherweise nichts.
      Recht schnell ist die Phase dann wieder vorbei und er ist das liebste Kind.
      Kurz gesagt, er ist wegen Kleinigkeiten extrem aufbrausend, weiß selbst nicht was mit ihm los ist und benimmt sich wie ich früher in der Pubertät 😫🙈
      Als Konsequenz (wenn auch nicht immer logisch) bekommt er Privilegien gestrichen.
      Vielleicht kann mich ja jemand beruhigen oder die „es ist nur eine Phase“-Theorie unterstützen 😉

      • Er randaliert, zerstört absichtlich eure Sachen und du "fragst, ob du zu ihm kommrn darfst"?? Den kleinen Wutzwerg hätte ich mir aber sofort geschnappt und es hätte eine saftige Ansage über den Wert von Dingen und den Umgang miteinander gegeben! Zum Auskühlen hätte er sich dann erstmal längere Zeit an die frische Luft begeben dürfen!
        Türenknallen kann ich z.B. überhaupt nicht ab. Ich hebe die Tür dann ratzfatz aus und dann mal sehen, ob es mit Tür und Privatsphäre nicht doch angenehmer ist!
        Täglich solche Ausraster, da würde ich mir professionelle Hilfe holen, das zerrt doch an jedermanns Nerven, so eine tickende Zeitbombe.
        Alles Gute für euch!

        • Zeitlicher Zusammenhang stimmte nicht ganz, natürlich schicke oder bringe ich ihn zum runterkommen in sein Zimmer, wenn er denn nicht eh schon geht.
          Aber dann gehe ich zu ihm und gucke/frage ob er reden oder kuscheln möchte.
          Und natürlich erkläre ich ihm dass das nicht geht, Dinge zerstören etc. Ist die hitzige Phase vorbei ist er da auch einsichtig und es tut ihm leid.

          Er ist gerade wirklich so, wie ich es aus meiner hochpubertären Zeit noch in Erinnerung habe: man selbst weiß gar nicht warum man so austickt, alle sind ungerecht und blöd, aber vor allem versteht man sein eigenes Verhalten nicht, ein bisschen wie ferngesteuert. Und ich erinnere mich an meine Pubertät (ja, viel später), da half es bedeutend mehr mal Verständnis/Nähe NACH dem gerechtfertigten Schimpfen zu kriegen.

          • Dein Kind ist 5 !!!! und nicht in einer pubertären Teenager Phase.
            Wenn man für alles eine Entschuldigung findet, solltest du nicht eine neue Familie suchen oder eine Erziheungshilfe.
            So wie es bei Euch abgeht, ist es für dein Sohn sicherlich auch kein schönes Familienleben.

            In dem Alter fordern die Kinder mehr Verantwortung , etc. aber leider auch Grenzen, die fest gesteckt werden.

            lg
            lisa

            • Das fand ich auch interessant. Generell wird Pubertät gerne als Entschuldigung oder Ausrede für schlechtes Benehmen genommen ("das ist nunmal so", "das geht in ein paar Jahren wieder vorbei", "bei mir war's auch so", "kann nicht klar denken" usw ). Bei einem 5Jährigen aber das Verhalten auch nur annähernd mit Pubertät in Verbindung zu bringen ist - hm - albern.
              Ich habe pubertierende Kinder. Schlechtes Benehmen und Ausraster toleriere ich weder mit 5, 10 oder 15 Jahren!
              VG

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