Nachlass

    • (1) 20.08.18 - 07:28
      Inaktiv

      Mein Papa ist vor vier Jahren gestorben, hinterlassen hat er mich, meine Schwester und seine Frau - unsere Mama. Es gab kein Vermögen und es gab kein Testament, ergo ging offiziell alles seinen normalen Weg.
      Am Anfang hat meine Mama nichts hergeben wollen, also wirklich gar nichts. Völlig in Ordnung. Dann hat sie die Kleidung unter Schwiegersohn und Freunden aufgeteilt. Wir Töchter haben seine Euro-Münzen-Sammlung bekommen mit dem Hinweis, dass wir die anderen Münzen (auch keine Werte, vielleicht 500€, eher weniger) später kriegen, wenn sie die wegräumen kann. Mehr kam nicht und als ich mir ein Kochbuch mitgenommen habe (ich koche genauso gerne wie er es getan hat) - riesen Gezeter, das brauche sie zurück.
      Zwei Jahre nach seinem Tod hat sie sich einen neuen Partner gesucht und auch binnen kürzester Zeit gefunden. Keine zwei Wochen später waren Papas besondere Sachen alle weg - ich denke in Kisten, weiss es aber nicht genau. Sechs Wochen später war der Neue eingezogen.
      Nicht nur, dass sie seitdem immer wieder versucht, Dinge wie das Kochbuch oder ein Gartengerät zurück zu fordern, weil sie (also er^^) das brauchen würde, der Neue hat auch instant alles im Haus okkupiert, was mal meinem Papa war (Werkstatt und Co) und wo ich mich früher immer problemlos bedienen durfte - jetzt ist es seines.
      Neulich war wieder so ein fieser Moment, ich hab nach den Wildtieren hier geschaut und dachte, wie schön wäre es doch, Papas Fernglas zu haben, der hat es nämlich auch dafür genutzt. Aber: keine Chance. Auf die anderen Münzen warte ich auch immer noch - nicht dass ich die irgendwie "gebrauchen" könnte, aber es stösst dann natürlich jedes Mal übel auf.
      Mittlerweile ist unser Verhältnis sehr abgekühlt. In meinem Elternhaus fühle ich mich nicht mehr wohl, seit er dort Hausherr ist und schaltet und waltet wie er will - außerdem bin ich sowieso weiter weg gezogen. Meine Mama hat von Anfang an klar gemacht, dass sie mich nur besucht, wenn er auch mit kann. Das war noch, bevor ich ihn überhaupt kennengelernt habe.

      Meine Frage an euch: ist es normal, dass der Neue alles vom verstorbenen Partner übernimmt? Ist es von mir als Tochter überzogen zu denken, dass ich mir das ein oder andere Teil mitnehmen/haben kann, weil nur er dafür Verwendung hatte?
      Das ist ja nun doch kein allzu tägliches Thema, deswegen freue ich mich über eure Erfahrungen - bei mir kommt nun doch eine Menge Verbitterung dazu (über die ganze Entwicklung) dass ich nicht unbedingt behaupten würde, da noch sehr objektiv drauf zu schauen.

      • (2) 20.08.18 - 08:11

        Ich kann verstehen, dass du sauer bist. Ich hätte mir auch mitgenommen was ich haben will und eigentlich keinen Wert hat (hast du ja bei dem Buch gemacht). Er war schließlich dein Vater. Verstehe deine Mutter da nicht.

        Andererseits solltest du aufhören dich aufzuregen. Sag ihr was du denkst und dann lass sie machen, wenn du damit einverstanden bist, dass der Kontakt erstmal noch weiter abkühlt.

        • (3) 20.08.18 - 10:21

          Darüber reden ist nicht drin. Sie spielt sofort und immer die Suizid-Karte - "ohne den Neuen wär ich schon längst nicht mehr da" ist einer ihrer Lieblingssprüche und auf der Basis will ich nicht reden.

      (5) 20.08.18 - 08:21

      >>>ergo ging offiziell alles seinen normalen Weg.<<<

      Sehe ich nicht so, offensichtlich wurde gar nichts geregelt.

      Ihr Töchter habt offensichtlich von eurer Mutter nicht den euch zustehenden Erbteil gefordert (was ich auch in Ordnung finde), aber auch sonst über nichts geredet.

      Das solltest du nach vier Jahren dann auch abgehakt haben.

      Wobei ich das kleinliche Verhalten deiner Mutter (Kochbuch zurückfordern) unmöglich finde und ich verstehe, dass dich das verletzt.

      (6) 20.08.18 - 09:16

      Hallo,

      also geregelt ist doch gar nichts wirklich, denn dann wären die Sachen in irgendeiner Form aufgeteilt worden.
      Und nein, ich finde nicht das es normal ist, das der Neue alles so übernimmt. Obwohl dein Vater tot ist, sind es ja noch irgendwie seine Sachen und ich finde damit sollte man Respektvoll umgehen. Schon alleine aus Rücksicht auf die Hinterbliebenden. Da finde ich den Neuen schon recht 'ätzend'. Aber das ist auch Sache deiner Mutter. Sie hat wohl mit deinem Vater abgeschlossen und lebt jetzt ihr Neues Leben. Im Grunde finde ich das ok, denn sie hat ein Recht darauf wieder Glücklich zu sein.
      Was den Freund angeht: Für mich aus deiner Geschichte einfach ein Arsch. Er hat sich ja ins gemachte Nest gesetzt und tut anscheinend so, als wäre alles seins. Sowas mag ich auch nicht und da wäre wohl die ein oder andere Bemerkung von mir gekommen. So schnell wie das auch gegangen ist.......sowas mag es geben, aber naja......

      Das deine Mutter sich jetzt so benimmt, kommt mir kindisch vor. Das mit dem: Ich komme nicht ohne Freund.......etwas zurückfordern....sag ihr klar das es so nicht läuft und fertig.
      Ich kann verstehen das man viele Dinge gerne behalten möchte, aber wenn ich doch weiss das mein Kind manche Dinge einfach eher gebrauchen kann, gebe ich das doch ab. Denn so hätte das sicher auch dein Vater gewollt. Da verstehe ich sie nicht so ganz.

      Das irgendwelche persönlichen Dinge von deinem Vater weg geräumt worden sind: Kann ich verstehen. Mein Mann ist letztes Jahr verstorben und ich habe nichts mehr persönliches offen herum stehen. Der Grund ist einfach: Ich möchte nicht andauernd an ihn Denken müssen.
      Ich glaube es wäre für dich sich weniger ein Problem, wenn du den Freund mögen würdest. Da dies nicht der Fall ist......stößt dir wohl generell sein Verhalten übel auf.

      Wenn du mit deiner Mutter nicht reden kannst, würde ich das lassen. So oder so sind das alles nur Gegenstände. Du wirst sie auch nicht ändern können.
      Was ich wohl machen würde ist ihr klar sagen das ich verletzt bin. Das ihr Verhalten unmöglich ist und sie so auch die Erinnerungen des Vaters mit Füßen tritt. Vielleicht schließt du dich mal mit deiner Schwester kurz und ihr redet gemeinsam mit eurer Mutter.

      Gruss
      Sonja

    • (7) 20.08.18 - 10:03

      Also dass Dich das Verhalten Deiner Mutter ärgert, verstehe ich völlig.
      Aber ehrlich, nach 4 Jahren hätte ich einfach damit abgeschlossen. Deine Mutter verhält sich merkwürdig, aber des lieben Friedens Willen würde ich es auf sich beruhen lassen. Du hast doch sicherlich einen eingerichteten Haushalt und bist auf kein Erbe angewiesen, oder? Und um finanzielle Werte geht es ja eh nicht, eher um ideelle Werte. Dafür hast Du aber Deine persönlichen Erinnerungen und Fotos etc. Die kann Dir keiner nehmen.

      • (8) 20.08.18 - 10:18

        Ich hätte damit auch ganz gerne abgeschlossen^^
        Es geht in der Tat um ideelle Werte und das kommt dann eben immer wieder mal durch - der Gedanke an das Fernglas ist erst wenige Tage alt und ich wollte in der Tat mal sehen, wie das andere hier wahrnehmen - weil das nun nicht unbedingt ein Thema ist, über das ich Feedback im Freundeskreis kriegen kann. Die Meisten haben noch beide Elternteile.

    (9) 20.08.18 - 12:59

    Jeder trauert verschieden.
    D.h. deine Mutter anders als du und du anders als deine Mutter.

    Darüber reden wäre wichtig.
    Nicht was wollt ihr haben, was wollt ihr behalten.
    Sondern wie fühlt ihr euch!

    Wie fühlst du dich, wenn er so platzergreifend ist.
    Wie fühlt sich deine Mutter, wenn sie vielleicht einsam ist? Erst die Gegenstände, dann die Angst der Partner könnte gehen, wenn er neben dem Papa sein muss.
    Du, wenn du an deinen Papa denkst und er gefühlt aussortiert worden ist

    usw.

    Beharrt nicht so sehr auf wer was wem
    sondern wie geht es euch damit
    Vielleicht findet ihr dann ja einen Weg.

    (10) 20.08.18 - 13:10

    Die Mutter darf VORAB vor der Erbverteilung nur das zurückbehalten, was zur einfachen Führung des Haushalts erforderlich ist, auch wenn die Sachen zum Erbe gehören (zB den einzigen Staubsauger, Gartengeräte wenn Garten da ist, etc).

    Gehört Luxusausstattung zum Erbe (zB wertvolles Meißner Porzellan, Picasso-Gemälde, etc), dann reicht das Zurückbehaltungsrecht nicht so weit, die Luxusversion einbehalten zu dürfen. Es muss zwischen den Erben gehörig verteilt (oder ggf. verwertet) werden.

    Für einfache Haushaltsführung genügt auch einfaches Geschirr und Bilder aus dem Kaufhaus.

    Persönliche Gegenstände wie Bücher, Fernglas, Handwerker-Ausstattung gehen über die einfache Haushaltsführung hinaus und müssen in die normale Erbverteilung.
    Dabei steht zumindest ein Teil auch der Mutter zu, da sie neben den Töchtern zu den erbberechtigten Personen gehört. Es ist daher nicht automatisch so, dass die Töchter nach Wahl alles verlangen können.

    Bei der Konstellation dürfte bei gesetzlicher Erbverteilung für die Hinterbliebene Ehefrau 1/2 und für die zwei Töchter jeweils 1/4 des Erbes herausspringen.

    • (11) 20.08.18 - 20:00

      Fast ;-)

      Bei Gütertrennung jeder 1/3, bei Gütergemeinschaft Mutter 1/4 und beide Töchter je 3/8.

      1931 BGB.

      • (12) 20.08.18 - 20:18

        Hier wurde aber von einer Zugewinngemeinschaft ausgegangen, da hat deine Vorschreiberin die richtige Verteilung genannt.

        (13) 21.08.18 - 23:49

        Standard ist in Deutschland Zugewinngemeinschaft, wenn man nichts spezielles wie Gütertrennung (selten) oder Gütergemeinschaft (nahezu nicht existent im wirklichen Leben) schriftlich bzw. notariell regelt.

        Zu dem erbrechtlichen Viertel aus 1931 BGB kommt noch ein Viertel aus 1371 BGB (pauschaler Zugewinnausgleich im Todesfall), in Summe also doch die Hälfte für die hinterbliebene Ehefrau.
        Restliche Hälfte zwischen 2 Töchtern aufzuteilen, macht ein Viertel pro Tochter als Erbin. Mehr wird’s nicht. 😉

(14) 20.08.18 - 13:14

Hallo,

mein Mann (Vater meiner beiden Kinder) ist vor 7 Jahren verstorben. Ich habe meine Kinder gefragt wie sie es sehen würden da ihnen ja ein Pflichtteil zusteht (wir hatten das Berliner Testament). Übereinstimmend haben sie erklärt: sie woll(t)en nichts erben zu diesem Zeitpunkt. Sie durften sich aber einige Erinnerungsstücke aussuchen und haben diese auch bekommen.
Sollte ich aber jemals wieder einen Partner haben (wollen) dann können meine Kinder sich aber ganz gewiss darauf verlassen dass ich mir da von NIEMANDEM reinreden lassen würde. Ich mische mich auch nicht bei meinen Kindern in die Partnerschaft ein.
Meine Kinder sagen allerdings immer: wenn du wieder einen Partner hättest sagen wir aber NICHT Papa zu ihm, alles andere wäre ihnen dann egal.

LG

(15) 20.08.18 - 13:52

Hallo
Ich denke du musst das gedanklich trennen.
Dass eine ist der neue Partner, deine veränderte Mutter,...
Das andere sind die erinnerungsstücke!

Zu Punkt eins kann ich dir sagen dass nach dem Tod eines Elternteils kein Stein auf den anderen bleibt und sich meiner Meinung auch das überlebende Elternteil meist stark verändert.......es ist dann ein bisschen so als wären beide gestorben, oder?? Die Mama die du bis dahin kanntest gibt es so nicht mehr....neuer Partner, neue hobbies oder Interessen, neue Möbel,andere gemütsstimmungen.
Es tut sehr weh dass herauszufinden.

Das zweite ist das erben bzw. Erinnerungsstücke
In dieser Hinsicht finde ich deine Mutter sehr eigenartig da es eigentlich normal ist die Kinder weiterhin über den neuen Partner zu stellen. Dadurch gibt es eigentlich meist keine streiterein über Erinnerungslücke in der Form wie ihr sie habt. Ich könnte mir das nur so erklären dass deine Mama ihre „ neue Existenz“ sehr auf Ihren neuen Partner aufgebaut hat und Angst hat zb wieder alleine zu sein.

Ich weiß nicht ob ich dir damit helfen konnte.
Was hätte denn dein Vater gesagt?? Hätte er gewollt dass du da bekommst oder hätte er gewollt dass du deswegen Streites oder gekränkt bist??
Vielleicht wäre dieser Ansatz auch eine gute Kommunikationsbasis für euch

  • (16) 20.08.18 - 14:38

    Danke Dir für die Erklärung, Du hast es schön in Worte gefasst. Der Neue hat meiner Mama nach wenigen Wochen gesagt, dass sie jetzt mal nur an sich und ihre Beziehung denken soll, ich hätte ja eine eigene Familie und bräuchte sie nicht mehr und um meine "kleine" Schwester müssten sie sich halt noch ein wenig kümmern, weil die keinen Partner hat. Hat mir meine Mama damals selbst erzählt und fand das total knorke, dass er ihr das gesagt hat und seitdem handelt sie danach.

(17) 20.08.18 - 14:26

Als mein Vater vor 12 Jahren starb bekam meine Mutter 50% seine Kinder aus 1.Ehe und ich würden ausgezahlt, d.h. die restlichen 50% wurden unter uns aufgeteilt. Wer wollte konnte sich persönliche Erinnerungsstücke mitnehmen. Ich habe damals auf mein Erbe verzichtet und nur ein paar Sachen genommen. Ich würde an deiner Stelle deiner Mutter ganz klar sagen was du gerne als Erinnerung möchtest und mir das auch nehmen. Deiner Mutter sei ein neuer Partner gegönnt, trotzdem finde ich das es ihm nicht zusteht alles an sich zu reißen. Wenn dann wieder die Selbstmordnummer kommt Wüste ich genau was ich da antworten würde 😏.

LG
Visilo

Ohne Testament wäre die Erbenaufteilung 50:25:25 gewesen, also die Hälfte der Besitztüme gehören deiner Mutter, der Rest je zur Hälfte deiner Schwester und dir.

So habt ihr aber nach dem Tod anscheinend nicht geteilt.

Jetzt, nach vier Jahren, ist es sicherlich schwierig seinen Anteil, was auch immer das sein mag, geltend zu machen.

Ich, an deiner Stelle, würde mir überlegen, was genau möchte ich wirklich noch von meinem Vater haben. - Mein Vater ist auch früh verstorben und ich hatte echt nur eine handvoll von Sachen, die ich "brauchte". Alles auch ohne echten materiellen Wert.-
Dann gehst du mit den Wünschen zu deiner Mutter und redest mit ihr (ohne den neuen Mann).

Macht dich das nicht zufrieden, dann prüfe dich selbst, ob es nicht das Gefühl ist, Mama hat Papa "einfach so" durch diesen "Mann" ersetzt.

Erfahrungen: Wie gesagt, mein Vater starb auch früh. Erbfolge war wie ganz oben beschrieben. Zu erben gab es eine Eigentumswohnung, die hoch verschuldet war. In den ersten Jahren haben meine Mutter und ich darin noch gelebt, alleine hätte meine Mutter die Wohnung nicht finanzieren kommen. Dann wünschte sie sich einen "Luftwechsel" und zog mit 59 Jahren ganz alleine 350km weit weg. Das Haus konnte sie alleine mit ihrer Witwenrente finanzieren. Meinem Bruder und mir vermachte sie die andere Hälfte der Wohnung. Mein Bruder konnte mir meinen Anteil auszahlen. Und somit hat er auch Werkstatt und Modelleisenbahn etc. "geerbt". Ging alles ohne Streit und böses Blut.

(20) 20.08.18 - 15:34

Der Tod meines Vaters ist schon fast 20 Jahre her, mein Sohn war damals 4 Monate alt...
Meine Mutter hatte alle Sachen von meinem Vater selbstverständlich zu sich genommen/bei sich behalten. Das Haus hatten meine Eltern damals gebaut, offiziell gehört mir also 1/8 Haus. Aber meine Mutter wohnt weiterhin drin, verwaltet alles. Als mein Sohn 18 Jahre alt wurde, bekam er die Rolex-Uhr meines Vaters, das hatte er damals vor seinem Tod noch so bestimmt. Ein anderer Sohn bekam vor Kurzem eine besondere Kleinigkeit von meinem Vater geschenkt. All die Jahre davor hatte sich meine Mutter nie von diesen Dingen trennen können, in ihren Augen gehörte das alles ihr selbst bzw. meinem Vater. Auf die Idee, davon den Kindern zu geben, ist sie nie gekommen. Wir haben aber auch beide nichts eingefordert.
Die Schwiegereltern haben dieses Problem einfacher gelöst. Sie haben ein Testament, in dem steht, dass beim Tod des Ehepartners aller Besitz erst mal in den zurückbleibenden Ehepartner übergeht und erst nach dessen Tod an die Kinder. Genau so hat sich meine Mutter ja auch verhalten. Wahrscheinlich denken/fühlen die meisten Partner, dass dem zurückbleibenden Ehepartner einfach dann alles alleine gehört, was vorher beiden zusammen gehörte?

  • (21) 20.08.18 - 21:56

    Als meine Mutter starb haben wir Kinder selbstverständlich meinem Vater unseren Erbteil überlassen. Wir wollten, dass er im Haus wohnen bleiben kann und nichts verkaufen muss, um uns auszubezahlen. Tatsächlich finde ich das normal und richtig. Wir Kinder haben uns nur Kleinigkeiten meiner Mutter mitgenommen. Ich habe zum Beispiel ihre Schlafanzüge übernommen. Das finde ich heute noch tröstlich.

    Mein Vater hat sehr gelitten als meine Mutter starb. Er wurde depressiv, trank um schlafen zu können. Wir konnten ihm kaum helfen - trauerten selbst. Und dann lernte er seine jetzige Freundin kennen. 10 Monate nach dem Tod meiner Mutter, noch kein Stein auf dem Grab, aber schon eine neue Frau. Und dann schlief sie im Ehebett, lief mit den Hausschuhen meiner Mutter durchs Haus.

    Es war eine schwere Zeit, aber wir haben meinen Vater nicht mit unseren Gefühlen belastet. Ich bin der Meinung, uns steht nichts zu erben zu. Es haben meine Eltern gemeinsam erwirtschaftet.
    Ich gönne meinem Vater seine neue Liebe. Dass es mir einen Stich versetzt gehört zu meinen Gefühlen. Die muss ich ihm nicht aufladen.

    LG
    Muriel 🐇

(22) 22.08.18 - 14:30

Hallo,

ich sehe es genauso wie du. Er hat nicht das Recht dazu sich alles unter den Nagel zu reißen. Mein Vater starb 2011 und meine Mutter zog aus zu meinem Bruder und ich bekam das Elternhaus. Mein Vater hat auch unheimlich viel Werkzeug etc. hinterlassen. Mein Bruder kam öfters und hat sich was geholt. Meinem Mann, der jetzt theoretisch Besitzer der Werkstatt ist, wäre es im Traum nicht eingefallen meinen Brüdern dies zu verbieten. Schließlich waren es das Werkzeug und die Gerätschaften unseres Vaters. Wer was wollte und brauchte, hat es sich genommen.

Ich würde mit deiner Mutter reden. Sie wird wahrscheinlich froh sein wieder jemanden zu haben und eventuell gar nicht mitbekommen wie hörig sie ihrem neuen Partner ist. Ebenso würde ich den neuen Mann fragen welches Eigentumsrecht er an den Dingen deines Vaters hat um darüber entscheiden zu dürfen.

LG

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