Reihenfolge von Heirat und Familiengründung

    • (1) 24.08.18 - 11:02

      Hallo,

      derzeit ist im Forum wieder ein Beitrag aktuell, in dem sich eine Frau vom Vater ihres Kindes einen Antrag wünscht. Es ist nicht der erste und wird auch sicher nicht der letzte seiner Art sein.

      Mich würde es ehrlich interessieren, warum man vorher Kinder bekommt und erst später heiratet, obwohl grundsätzlich eine Heiratsabsicht besteht. Paare, die keinen Wert auf Ehe/Heirat legen sowie ungeplante Schwangerschaften natürlich ausgenommen.

      Wenn von vorne herein geplant ist, in Form einer Ehe zusammen zu leben und gemeinsam Kinder zu haben, warum fängt man mit dem Nachwuchs an? Es ist doch (soweit ich weiß) organisatorisch einfacher, wenn man zuerst heiratet und dann an die Familiengründung rangeht.

      Vergesse ich da irgendeinen Aspekt? Hat es irgendeinen Vorteil o.ä., zuerst Kinder zu bekommen und erst später zu heiraten? Über erklärende Worte würde ich mich wirklich(!) freuen, weil ich das so gar nicht nachvollziehen kann (und ich versuche gerne, mich in andere hineinzuversetzen und verschiedene Aspekte einer Diskussion beleuchten zu können). #danke

      • Keine Ahnung. Ich wollte auch gern heiraten, mein Mann war sich die ganze Zeit anscheinend nicht so sicher (und darunter hab ich massiv gelitten), aber irgendwann war meine biologische Uhr dann lauter als alles andere. Da wir für die KiWu-Behandlung nicht verheiratet sein mussten, fiel dieser äußere Zwang weg. Den Antrag hab ich dann, für mich ganz überraschend, in der 13. oder 14. SSW bekommen, geheiratet wurde sieben Wochen später. Ich glaube, mein Mann hat sich überlegt, dass er so oder so zum Amt muss, um Papiere zu unterschreiben, und die Heirat regelt halt ziemlich viel auf einmal #rofl

        Bei den angesprochenen Threads ist mir immer eins unklar: In jedem steht sinngemäß "wir sind uns schon einig, zu heiraten..."

        Wenn man sich doch schon einig ist, wozu dann noch der Antrag? Bei uns lags tatsächlich ziemlich lang daran, dass mein Mann wohl Angst hatte, sich endgültig zu binden. Ich nenne das "Peter Pan-Syndrom". Will sich nicht festlegen, will am liebsten keine Verantwortung, will keine "erwachsenen" Dinge tun. Als klar war, dass ich schwanger bin, und dass es gleich zwei werden, war wohl klar, dass allein die Kinder eine unauflösbare Bindung zwischen uns herstellen, da war dann heiraten der kleinste Schritt.

        Ich denke das ist extrem individuell.

        Mein Mann und ich hatten zuerst geheiratet, weil es zeitlich gut gepasst hat. Wir waren ewig zusammen, wir hatten endlich unsere erste gemeinsame Wohnung, wir hatten paar mal schön Urlaub zusammen gemacht. Wir hatten Geld auf dem Konto übrig. #rofl

        Kinder wollten wir noch nicht, weil ich erst mal paar Karrierestufen erreichen wollte.
        So kam es, dass wir zuerst geheiratet, dann Kinder bekommen haben.

        Eine gute Freundin von mir, hat erst Kind gekriegt, dann geheiratet. Sie ist zufällig schwanger geworden. Es gab Wechselwirkung zw. Pille und Antibiotikum, zack schwanger. Sie haben das Kind behalten. Ihr war es egal, ob sie jetzt für paar Jahre beruflich Pause einlegt oder irgendwann später. Heiraten wollten sie nicht, da sie nicht wirklich lange zusammen waren. Nach paar Jahren hatten sie gesehen, dass sie nicht nur als Paar harmonieren, sondern auch als Eltern. Und - ihre Aussage - wenn wirklich alles passt, warum dann nicht Ringe kaufen und die Liebe feiern :-D

        Ich denke das kann mehrere Gründe haben...was ich mir vorstellen könnte.

        — erst nach der Geburt kommt bei einem oder beiden Partnern der Wunsch nach Hochzeit, gemeinsamer Name, „richtiger Familie“ usw auf. Natürlich blöd wenn es nur einseitig ist...

        — Angst vor der endgültigen Bindung....wobei ich mit jemanden der mich nicht heiraten würde sicher keine Kinder bekommen würde 🤔 aber wer weiß

        — ganz plump...Frau will schon heiraten, Mann nicht und die Hoffnung ist groß das sich seine Einstellung nach einem gemeinsam Kind ändert. Klappt meist nicht und dann wird’s unschön. Ist ja nicht nur beim Thema Hochzeit der Fall, dass insgeheim der Wunsch da ist wegen dem Kind verändert sich der Partner. Ließt man ja auch hier .... er hat vorher: nichts im Haushalt geholfen/war viel mit Kumpels unterwegs/zockt sehr viel/ kann nicht mit Geld umgehen usw....jetzt ist er doch Papa das muss sich ändern.

      • (5) 24.08.18 - 11:33

        Wenn unser erstes Kind bei uns geblieben wäre, wären wir auch unverheiratet Eltern geworden. Wieso auch nicht?
        Wir hätten lediglich mehr Papierkram zu erledigen gehabt.
        Das Schicksal wollte es nun anders und ich bekam ein Antrag und bin danach erneut schwanger geworden. Somit heiraten wir nun vor Murkels Geburt.
        Aber ehrlich gesagt verstehe ich nicht wieso man eine Reihenfolge Hochzeit, Kind einhalten sollte.
        Viele möchten gerne groß Heiraten und können es sich finanziell noch nicht leisten oder haben komplizierte Familienverhältnisse. Andere möchten das die Kinder live mitbekommen wenn Mama und Papa sich das „Ja-Wort“ geben und vlt Ringträger oder Blumenkinder sind.

        Bei uns war es so gewesen das wir schon iwann heiraten wollten, aber das Kind immer an erster Stelle stand. Das war uns beiden wichtiger als sone Hochzeit. Denn die Hochzeit ändert ja nichts an unserer Beziehung (außer weniger Geld aufn Familienkonto 😂). Mein Partner wollte aber einen Moment abwarten in dem ich gar nicht mehr mit rechne. Im Beziehungsjahr 3-6 hab ich natürlich oft mit gerechnet. Ab Beziehungsjahr 7 wars mir völlig egal.
        Und im 8. gabs dann den Antrag. Aber auch mit dem Hintergedanken das wir vlt eine KiWuKlinik brauchen wenn es nach der Fg auf natürlichen Wege nicht mehr geklappt hätte.

        • Es geht wohl eher darum das es oft heißt „wir haben doch schon ein Kind warum kommt nicht endlich der Antrag“. Sprich Frau ist eine Hochzeit anscheinend sehr wichtig und ist unzufrieden oder gar unglücklich, hat aber Kinder mit einem potentiell nicht ganz passenden Partner ;-)

      keine Ahnung, wir waren da auf einem Level...
      Zusammengezogen, geheiratet,, Haus gebaut, kinder bekommen....für manche vielleicht suuuper langweilig aber vielleicht habe auch nur einen mutigen Mann, der wusste was er wollte.

      Wir waren beim Kennenlernen auch Ü30 entweder kennt man seinen Weg oder man kneift.

      lg
      lisa

      • Meiner Meinung nach auch das vernünftigste Modell. Darum ja diese Frage. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, warum man es anders machen sollte. Wie eine Userin weiter unten geschrieben hat: Ein Kopfmensch, der lieber rationale Entscheidungen fällt sieht das vielleicht anders als ein Bauchmensch ;-)

        Nicht langweilig, vernünftig und reif! Sehe ich genauso!

        (10) 24.08.18 - 16:45

        Wir auch...

        (11) 25.08.18 - 12:11

        Ich denke das Argument mit dem Alter ist nicht so abwegig. Wenn man sehr jung zusammen kommt ist heiraten vielleicht noch nicht so das Thema.

        (12) 29.08.18 - 13:55

        hallo,

        versteh mich nicht falsch, aber euer weg ist vielleicht vernünftig und reif. und richtig und was weiß ich alles. aber entscheidend für den weg war bei euch wohl auch das alter!
        wenn man mit ü30 zueinander findet, dann isst er weg bei beiden schon klar und strukturiert, gefestigt. man wird sich schnell einig, was man will, denn ewig zeit zum ausprobieren haben beide, vor allem frau, ja dann nicht mehr unbedingt. ich habe einige freundinnen, die erst spät odernoch gar nicht den mann fürs leben kennen gelernt haben un die wissen genau was sie wollen udn teilen es den männern sehr genau mit.

        das macht eine frau mit anfang 20 in der regel ja nun eher nicht so. das sist das alter, wo man sich in manchen dingen eben noch treiben lassen kann. mein mann und ich sind mit 18 und 19 zusammen gekommen und da stand heiraten nun einmal nicht auf der prioritäten liste ganz vorne. warum auch immer. unser weg hat sich also dann im zusammensein udn zusammenleben ergeben. und da kam nun das kind zuerst und dann erst die heirat. und ehrlich, ich fand heiraten toll und schön. aber richtig verbindend war das gemeinsame kind. ich habe mich nach der hochzeit nicht anders gefhlt als vorher und es hat auch nichts an unserem weg geändert.

        wenn wir vorher geheiratet hätten, dann wäre es eben so gewesen. es hätte unseren gemeinsam weg auch nicht verändert.

        lg

    Hallo
    Viellecht weil ein Antrag und die Hochzeit auch bei Paaren mit genereller Absicht nicht die gleiche Wichtigkeit hat. Gerade Frauen scheinen, gerade wenn man hier schaut :-p, eine sehr bestimmte, romantische Vorstellung zu haben. Der Mann dazu legt vielleicht weniger wert auf den Zeitpunkt.
    Es gibt übrigens auch Paare die ihr Kind bei der Hochzeit dabei haben wollen und deshalb warten. Andere legen einfach keinen Wert auf diese Reihenfolge.
    Wie dem auch sei, der Papierkram ist heutzutage überschaubar. Nur deshalb vor dem Kind heiraten muss man wirklich nicht.

    LG

    • Ein Kind verbindet einen sowieso sein Leben lang miteinander. Die Elternschaft erfodert auch viel mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit als jede Ehe.

      Daher würde ich mich persönlich (!) mit keinem Mann auf das Abenteuer Kind einlassen, der nicht die Eier in der Hose hat mich vorher zu heiraten ;-)

      Da geht's mir nicht um Romantik, pompöse Hochzeit etc., sondern um den Mut des Paares, sich endgültig, rechtlich verbindlich zueinander zu bekennen.

      Der Aspekt, dass manche ihr Kind gerne bei der Hochzeit dabei hätten, ist mir neu. danke für den Hinweis.

      • Ich kenne mittlerweile so viele geschiedene Paare, die alle vor den Kindern geheiratet haben...und einige Paare, die seit Dekaden unverheiratet zusammen sind....ich glaube, "der Mut, sich rechtlich zu binden", trägt wenig zu einer gelungenen Familie bei.

        Ich kenne Männer, die noch in der Woche vor ihrer Hochzeit fremdgehen...und dann mit Freudentränen heiraten ...ich geb da nicht viel drauf....das Innere zählt!

        Lavazza, die morgen auf einer pompösen Hochzeit eingeladen ist ;-)

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