Soziale Kontakte und der richtige Umgang damit

    • (1) 30.08.18 - 09:09

      Liebe Urbi-Schreiberinnen und Leserinnen,

      ich bräuchte heute mal einerseits euren Input, andererseits auch Antworten auf Fragen, um mein Verhaltne zu reflektieren und das der anderen nachvollziehen zu können.
      Unzwar sind es eigentlich zwei Dinge, die ich mich frage:

      1)Wieviele Kontakte habt ihr so? Wieviele Familien gibt es, mit denen ihr gemeinsame Freizeitaktionen macht? Wieviele von den Eltern würdet ihr als Freunde (Freund meint für mich, jemand, den ich anrufen würde, wenn ich Streit mit meinem Mann habe oder so).
      Wieviele Freunde und Bekannte habt ihr mit denen ihr euch einzeln oder gemeinsam verabredet für beispielsweise Paaraktivitäten?
      
Wir haben gerne soziale Kontakte, aber haben manchmal das Gefühl, dass sie uns in der Menge fehlen. Wir haben zwischendurch das Gefühl, alle anderen wissen garnicht, wann sie sich mit ihren ganzen, zahlreichen Freunden treffen sollen. Ich würde gerne herausfinden, ob das realistisch ist? Haben wir im Vergleich zu anderen in ähnlicher Situation wirklich wenige Kontakte oder haben wir so viele wie andere und wünschen uns lediglich mehr oder vielleicht eine größere Auswahl?
Wir haben selber jeder so 2-4 wirkliche Freunde, dazu jeder noch eine Clique mit diesen freunden und zusätzlich noch Mitgliedern, mit denen der Kontakt nicht sooo eng ist. Dann haben wir 3-4 Paare (mit Familien) mit denen wir gemeinsame Unternehmungen ( wie Ausflüge oder Grillen ) machen können. In unserer Verwandtschaft gibts verschiedene Kontakte die oberflächlich laufen.
      Zusätzlich gibt es noch lose Bekanntschaften, mit denen wir uns auf Parties unterhalten und aus denen wohl mehr werden könnte, wenn wir uns ein Bein ausreißen würden. (Aber ist das notwendig? Eher nicht)
      Wie sieht das bei euch aus?

      2) Und auf der anderen Seite, bin ich in den letzten zwei Jahren von mehreren Menschen massiv enttäuscht worden. Diese Menschen (verschiedene) haben so ein Verhalten gezeigt, was falsch, hinterlistig, egozentrisch und verletzend war. Außerdem lag bei diesen Vorfällen wirklich ein mangelndes Konfliktlösungsverständnis bei den anderen Personen vor. Oder besser gesagt: Wir haben da in unseren Strategien nicht zueinander gefunden. Wir klären Konflikte gerne in sachlichen Gesprächen. Wir denken lösungsorientiert und schauen nach vorne. Wir haben Ziele im Blick und versuchen Kompromisse zu schließen. Bei ein paar dieser Situationen (da waren u.a. Kinder involviert und Konflikte bzw. Fehlverhalten der Kinder wurde dann auf der Elternebene massiv ausgetragen unter Ausschluss bestimmter Kinder) wurde eine Kontaktaufnahme zur Konfliktlösung verweigert. Die entsprechenden Eltern gingen nicht ans Telefon, grüßten plötzlich nicht mehr und verweigerten jeglichen Kontakt zwischen Kindern, die die gleiche Schule besuchen!
      Im Endeffekt lief es bei diesem Fall und auch bei ein oder zwei anderen auf Verletzung auf unserer Seite heraus und auf einen Kontaktabbruch durch das Verhalten einfach.
      Jetzt fragen wir uns, ob uns das öfter passiert, als anderen Menschen oder ob alle Eltern in unserer Situation diese Kontaktabbrüche haben. Hier ging es halt nicht um Freunde sondern um Menschen mit denen man lediglich ein gemeinsames Thema (Kinder in der gleichen Fußballmannschaft oder gleiche Klasse ) hat. Wieso können Meinungsverschiedenheiten oder Probleme nicht geklärt werden? Ich komme mir etwas komisch vor, wenn ich mir vorstelle, dass ich bald durchs Dorf laufe und innerlich weiß:“Ach, den grüß ich nicht mehr und der da redet nicht mehr mit mir“. So leb ich eigentlich nicht.

      Für den Fall, dass ihr alle sagt, dass ihr das so nicht kennt, möchte ich schon gerne wissen, welchen Anteil wir oder ich daran haben, dass es so läuft, wie es läuft.

      Erzählt mal von euren Erfahrungen:)

      Danke und schöne Grüße

      • Vorab: Wir sind nur ein Paar, (noch) keine Eltern.

        Also dieses eskalierende Kontaktabbruch-Verhalten ist mir unbekannt. Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wie man regelmäßig von mehreren Menschen massiv enttäuscht werden kann.

        Bevor jemand ein richtiger Freund wird, kann er mich nicht wirklich enttäuschen. Und Menschen, denen ich nicht traue oder mir sonstwie Anlass zum Zweifeln geben, werden auch keine richtigen Freunde.

        Ich bin ein Freund von langfristigen sozialen Kontakten. Also mit allen engeren Freunden bin ich schon seit Jahrzehnten befreundet. Es gab auch mal leichte Unstimmigkeiten und Zeiten, wo man nicht so intensiven Kontakt hatte (Auslandserfahrungen, Stress, etc).

        Diese Freunde haben auch Einstellungen oder tun Dinge, die ich nicht immer befürworte. Ich respektiere, dass wir alle eigenständige Menschen sind und einfach unterschiedliche Ansichten haben. Ich finde es sogar toll, nicht immer nur im eigenen Saft zu kochen und auch mal "Sparringpartner" in Diskussionen zu haben :-D

        In meiner Pubertät habe ich das letzte Mal mit jemanden "Kontaktsperre" gehalten :-p
        Manchmal trifft man auch Menschen, man mag sich, aber irgendwann passt es halt nicht mehr. Dass ich deswegen jemanden nicht mehr Grüße finde ich kindisch.

        (3) 30.08.18 - 10:27

        Nein, mit solcher Intensität habe ich in meinem Umfeld nicht erlebt.

        Aber ich möchte Dich fragen: Gibt's Dich mehr als Dich oder mehr als Wir?

        • (4) 30.08.18 - 15:39

          Hey,

          mhm durch Anzahl und Alter der Kinder, nimmt Familie, also wir im Moment viel Platz ein. Ich selber habe aber ein eigenes Leben mit einer eigenen Persönlichkeit. Wieso?

          • (5) 30.08.18 - 15:53

            Hatte mich das auch gefragt, weil dein kompletter Post in der Wir-Form geschrieben ist. Seid ihr in allem immer alle gleicher Meinung und verhaltet euch auch alle immer so, dass es da nur wir gibt?

            • (6) 30.08.18 - 16:04

              Hey,

              mhm ich wunder mich über deine Frage, weil dieser Punkt wirklich garnichts mit meinem Ursprungspost zutun hat. Witzig, dass du genau DAS daraufließt. Ist das vielleicht DEIN Thema? Aber vielleicht klingt das so, weil ich diesen Post eröffnet habe, nachdem ich gestern mit meinem Mann eine Diskussion darüber hatte#cool und es deswegen ein Thema ist, dass "unser" Thema ist. Es betrifft uns beide und uns als Familie, deswegen als Wir-Form. Wenn Ich eine Frage habe, formuliere ich in der Ich-Form.

              Nur mal ganz ehrlich, im ersten Abschnitt steht kein einziges WIR, dafür zweimal ICH, einmal MEIN und einmal MICH!?


              Schöne Grüße

              • (7) 30.08.18 - 21:43

                Ich hab doch nicht gezählt, wie oft Du wir geschrieben hast?
                Ich hatte beim lesen das Gefühl, ihr tretet nur im Pack auf. Mir wäre das zu viel.

                Außerdem ist Dein Ton in geschriebener Form schon dreist. Dich möchte ich nicht näher kennen.

                Tschüß.

                (8) 31.08.18 - 09:19

                Das ist nicht MEIN Thema. Es ist mir nur aufgefallen und ich hatte das geschrieben, weil es jemand anderem auch aufgefallen war. Es ist nix, was mich groß stört ärgert oder nervt und ich hab aus Interesse gefragt, nicht weil ich etwas klären müßte... #bla

                Reflektier doch einfach mal Deine Reaktion hier.
                Wenn Du im RL ähnlich reagierst, kann ich die vielen Kontaktabbrüche durch lose Bekannte nachvollziehen.

      (10) 30.08.18 - 10:40

      Hallo,

      bei uns ist es so:

      ich habe meine beste Freundin seit fast 20 Jahren. Mit ihr treffe ich mich meistes allein. Aber auch unsere Kinder sind befreundet und wir treffen uns auch manchmal bei ihnen oder auch mal bei uns zu Hause. Unsere Männer verstehen sich zwar gut, aber das Problem ist, dass der Mann meiner Freundin mich nicht leiden kann. Zwischen uns stimmt einfach nicht die Chemie... seit fast 20 Jahren nicht.

      Dann habe ich noch paar andere gute Freundinnen, mit denen ich mich auch meistens alleine treffe... um zu quatschen, was zu trinken, Kino oder Wellnesstag.

      Wir haben eine Familie (Spielplatzbekanntschaft). Sie haben einen Sohn, der genauso alt ist wie unser Sohn. Wir treffen uns gerne an den Wochenenden, grillen zusammen, feiern zusammen Silvester...

      Im Kindergarten haben wir eine Familie kennengelernt (bester Freund von meiner Tochter) mit der wir uns mittlerweile auch immer wieder mal treffen. Mal zum Grillen oder zum Brunch. Mit der Mutter machen wir auch immer wieder mal zu zweit was.

      So und das wars dann auch schon. Mein Mann ist in einem Bereich tätig, wo er jeden Tag mit Menschen zu tun hat und braucht in privaten Bereich nicht ständig Menschen um sich herum. Er ist froh, wenn er einfach mal für sich oder nur mit uns sein kann.

      LG

      sweti84

      (11) 30.08.18 - 12:12

      Ich kenne das auch ähnlich wie du und ich frage mich auch ernsthaft, woran es liegt.
      Mein Mann meint, dass es an meiner Art der direkten Kommunikation liegt. Gibt es Probleme, dann spreche ich sie an. Nicht durch die Blume, sondern direkt. Für mich ist das Thema danach oft gegessen, aber für die anderen nicht. Dabei finde ich mich selbst eigentlich ziemlich reflektiert und gebe auch gerne Fehler meinerseits zu, wenn ich mal in einer Situation etwas zu doll reagiert habe (ich kann manchmal mit Kritik im ersten Moment schwer umgehen und begebe mich schnell in eine Verteidigungshaltung und schaffe es erst hinterher dann wirklich mal darüber nachzudenken und zu reflektieren und dann kann ich allerdings kurze Zeit später auf denjenigen zu gehen und sagen, dass er recht hat oder auch nicht).
      Ich habe allerdings das Gefühl, dass viele mit der sehr sachlichen und direkten Kommunikation nicht umgehen können oder wollen.
      Ich habe viele männliche Freunde (gehabt) über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Leider sind sie in ganz Europa verteilt und man sieht sich einfach irre selten, aber seit sie Frau und Kind haben wird die Kommunikation auch schwieriger, weil offenbar vor allem Frauen Probleme mit der direkten Art der Kommunikation haben. Dabei habe ich das, was sich viele vermeintlich wünschen, man weiß woran man bei mir ist und ich bin nicht vorne rum freundlich und lache und hintenrum rede ich schlecht. Sondern, wenn ich jemanden mag, dann mag ich ihn wirklich und ansonsten bin ich zwar freundlich, aber extrem distanziert.
      Wir wohnen jetzt seit zwei Jahren hier in einem kleinen Dorf und ich mache die Erfahrung, dass die ältere Generation sehr viel loyaler ist und bereit ist, auch über ein Problem zu sprechen, wenn es in einer respektvollen Art und Weise geschieht, als meine Generation, die direkt beleidigt ist.
      Die jüngeren (Jugendlichen) kommen mit dieser direkten Art auch gut klar (ich habe hier im Dorf den Chor als Leiterin übernommen und dazu noch einen Jugendchor gegründet, falls sich jemand fragen sollte, warum überhaupt nach so kurzer Zeit Probleme, bzw Meinungsverschiedenheiten auftreten können).
      Fazit : Ich habe wenige gute Freunde (leider meist nicht in der Nähe) und wir machen wenig mit anderen Familien, da wir zu spontan sind und uns oft erst Sonntag mittag einfällt, was wir am Nachmittag machen können. Und da sind die wenigsten Familien flexibel. Da kommen wir oft nicht auf einen Nenner und langfristig planen können wir oft nicht, da wir immer ein wenig parat stehen müssen, wenn es um das große Kind meines Mannes geht und dann können wir oft nur mit "vielleicht" zusagen, bzw weiß ich oft vorher (also Wochen) nicht, was da ist und schnell wird mal das Kind krank, jetzt in der Schwangerschaft musste ich auch absagen, weil es körperlich nicht machbar war, versteht nur keiner (Schwangerschaft ist doch keine Krankheit...) und so sind gerade Frauen plötzlich beleidigt, weil man absagen musste, bzw nicht Wochen vorher zusagen konnte. Allerdings bekommt man selbst genug Absagen 5 Minuten vorher wo es dann plötzlich ok ist.

      • (12) 30.08.18 - 15:46

        Widerspruch in sich. Wer austeilen kann(direkte kommunikation) sollte auch einstecken können und nicht bei kritik doll reagieren.

        • (13) 30.08.18 - 16:18

          Mhm stimmt irgendwie;)

          (14) 30.08.18 - 20:06

          Wer sagt denn was von austeilen? Ich spreche an, wenn in der Kommunikation was schief läuft und da überlege ich sehr genau, was liegt an mir und was liegt am Gegenüber.
          Und ich kann mit Kritik schon umgehen, aber nicht immer gleich sofort. Und wenn ich unberechtigt in die Verteidigungshaltung gehe, dann kann ich es anschließend (und wir reden nicht von Tagen, sondern von Stunden maximal) auch wieder gerade rücken und sagen, du hast recht. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es nicht mein feinster Charakterzug ist, aber ich arbeite dran.

    Ich würde vermuten, dass die losen Kontakte eh keine Lust auf dich oder euch hatten. Auch ich wäre nicht daran Interessiert, mit losen Kontakten ein tiefgreifendes, lösungsorientiertes Gespräch zu führen, das wäre mir schlicht gleichgültig.

    • Hey,

      kann sein, dass das nicht ganz deutlich wurde. Diese "losen Kontakte" waren Zweckkontakte. Es gab eine gemeinsame Aufgabe. Die Kinder sind zusammen in einer Freizeitgruppe. Wenn es zwischen den Kindern Stress gibt, der dazu führt, dass eines der Kinder von diesen Eltern (aus Gründen die vorgeschoben sind) der Gruppe verwiesen wird, sollte man doch schon versuchen, ein Gespräch zu führen. Ist das deiner Meinung nach ernsthaft ein angemessener Umgang? Es gibt einen Konflikt zwischen Kindern und die Konsequenz ist, eines der Kinder darf nicht mehr kommen. Weiterhin wird nicht reagiert und nicht mehr gegrüßt? Ok? Ich hab ja gefragt, um das nachvollziehen zu können. Wenn edu das auch so siehst, ist es vielleicht wirklich bei diesen Menschen auch so. Ich selber handele dann halt anders und muss mich wohl daran gewöhnen?!

      Es ist nicht so, dass wir Freunde gewinnen wollten und gemerkt haben, dass es nicht passt. Sowas lässt sich nicht erzwingen!

      Schöne Grüße

      Hey,
      ich nochmal.
      Möglicherweise liest sich mein Text so, als würde auf so einen Konflikt immer ein stundenlanges Gespräch folgen. So ist das nicht gemeint. Hat man einen Konflikt, klärt man den eben. Das ist meistens mit nem kurzen Gespräch getan.
      Ich wollte mit der Beschreibung eigentlich klar machen, dass wir dann nicht, aufgrund einer Meinungsverschiedenen sauer werde, sondern dass wir eigentlich denken, alles ist klärbar.



      Schöne Grüße

Darauf hätte ich als Euer loser (nur über die Kinder) Kontakt überhaupt keine Lust, sorry.
Das klingt sehr anstrengend und selbstgefällig und solche tiefschürfenden Konfliktanalysen betriebe ich mit meinem Freund und ggf. ganz engen Bezugspersonen aber nicht mit den Eltern eines Fußballkumpels der Kinder ...

LG

  • Hey,

    weil die Antwort ähnlich ist, kopier ich mal meine Reaktion von oben.

    Es kann sein, dass das nicht ganz deutlich wurde. Diese "losen Kontakte" waren Zweckkontakte. Es gab eine gemeinsame Aufgabe. Die Kinder sind zusammen in einer Freizeitgruppe. Wenn es zwischen den Kindern Stress gibt, der dazu führt, dass eines der Kinder von diesen Eltern (aus Gründen die vorgeschoben sind) der Gruppe verwiesen wird, sollte man doch schon versuchen, ein Gespräch zu führen. Ist das deiner Meinung nach ernsthaft ein angemessener Umgang? Es gibt einen Konflikt zwischen Kindern und die Konsequenz ist, eines der Kinder darf nicht mehr kommen. Weiterhin wird nicht reagiert und nicht mehr gegrüßt? Ok? Ich hab ja gefragt, um das nachvollziehen zu können. Wenn edu das auch so siehst, ist es vielleicht wirklich bei diesen Menschen auch so. Ich selber handele dann halt anders und muss mich wohl daran gewöhnen?!

    Aber wenn es einen gemeinsamen "Zweck" gibt, sollte doch schon irgendwo eine Lösung zu finden sein. Ich will da wirklich kein Analysegespräch, ich will nur einen Weg finden, gemeinsam zu existieren oder so;)

    Hey,

    mich würde jetzt mal interessieren, woran du festmachst, ich wäre selbstgefällig.
    Ich hab oben schonmal beschrieben, dass es vielleicht extremer beschrieben ist, als ich es meinte.
    Ich denke, wenn Kinder einen Konflikt haben (nur als Beispiel), kann man den klären und gut ist. Ich finde es einfach komisch, auf so etwas mit "Kind XY darf jetzt nicht mehr zu den Messdienern kommen" oder so zu reagieren. Wenn das etwas ist, was anderen Menschen zu anstrengend ist, dann ist klar, dass wir da nicht zueinander finden.

    Schöne Grüße

    • Hm, du liest dich in der Tat anstrengend... Du schreibt ja selbst über dich, dass du gut bist im Kritik ansprechen & austeilen, aber schlecht im einstecken. Das ist für lose Bekanntschaften eher anstrengend.

      Außerdem diskutierst du dauernd. Nimm doch einfach mal an, was andere schreiben und empfinden.

      Also wenn man sich bei jedem "Hallo" auf ellenlange Diskussionen mit dir einlassen muss, ist dieses vehemente Ignorieren vielleicht einfach Hilflosigkeit/Unlust dir gegenüber...

(23) 30.08.18 - 14:43

Moin,

vermutlich erwartet ihr einfach zuviel? Und bauscht Dinge zu sehr auf? Gut unser Lütte ist noch klein aber ich hatte eigentlich noch nie ein Problem gehabt mit Bekannten, Nachbarn oder anderen Eltern dass man da groß sachliche Gespräche zur Konfliktbewältigung brauchte. Ich versuche alles immer möglichst unkompliziert zu halten, wenn was passiert ist spricht man es an oder lässt es gut sein. Als ich mal durch nen Fehler beim Umbau hier (Kran blockierte ne Stunde lang die Strasse, was bei ner Sackgasse echt ein Problem ist) Stress mit den Nachbarn hatte machte ich ne Klingelrunde sagte "Entschuldigung, wir haben da keine Erfahrung und haben es falsch angegangen, passiert nicht wieder" und danach war alles wieder in Butter.
Ich versuche alles so unkompliziert wie möglich zu halten und über vielen Dingen einfach drüber zu stehen. Sachliche Gespräche zur Konfliktbewältigung brauchte ich in meinem Leben eigentlich erst grossartig ein einziges Mal mit meiner besten Freundin, aber sonst ist mein Leben nicht so kompliziert. Dass ich jemanden nicht mehr grüße gibt es nicht und die paar wenige die nicht mit mir reden grüße ich mit Genuss erst recht :-)

In meinen Augen gibt es wenig was mir ein Mensch antun kann dass ich den Kontak völlig abbreche? Was soll das sein? Fremdgehen mit meinem Mann, mein Kind misshandeln, schwere Beleidigung ...

Ich lebe mein Leben aber für mich, soweit es irgend geht selbständig und selbstverantwortlich, ich habe eine beste Freundin, einen besten Freund, noch 2 oder 3 gute Freunde und dann ist es auch schon buzzi. Der Rest läuft unter Bekannten mit denen man sich mal trifft aber da hab ich keine Ansprüche, und werde eigentlich oft positiv überrascht wie hilfsbereit doch viele sind. Ich finde es immer seltsam dass jemand so viel soziale Kontakte braucht und dann auch immer alles so kompliziert wird und er hier und da ständig enttäuscht werden kann. Für mich eigentlich ein Zeichen dass man nicht selbständig genug ist, sein Leben nicht genug in der eigenen Hand hat, sich zu sehr von anderen abhängig macht, sich über andere definiert, irgendwie so. Schwer die richtigen Worte zu finden. Ich empfinde solche Menschen immer als sehr anstrengend, denk mir immer "könnt ihr eigentlich nix alleine".

Vor der Frühgeburt hatte ich mehr Freunde, das hat sich in den Monaten im Krankenhaus alles sehr gelichtet, seitdem weiß ich dass man wahre Freunde an einer Hand abzählen kann und der Rest läuft einfach unter "ferner liefen".

Meine Mutter sagt immer "verlasse dich, dann wirst du verlassen" sprich nur wer sich auf andere verlässt kann von denen verlassen werden, bau am besten immer nur auf dich selber.

  • Dasselbe habe ich die TE auch gefragt, wie das überhaupt geht, regelmäßig schwer enttäuscht zu werden. Leider antwortet sie darauf nicht.

    • Hey,

      mhm enttäuscht bin ich, wenn meine Erwartungen ent-täuscht werden.
      Ich erwarte von Menschen, dass sie annähernd (vom Bekanntschaftsgrad abhängig) sind. Ich erwarte auch Fairness. Und in den letzten 2 Jahren habe ich irgendwie zweimal richtig mies in die scheiße *sorry* gegriffen, und Menschen in meinem Dunstkreis gehabt, die durch besonders asoziales und unreflektiertes Verhalten aufgefallen sind.
      Gut, dass kann passieren. Aber wir leben hier in einem Dorf. Brisanz entsteht dadurch, dass man hier einfach mit den Menschen auskommen muss. Die Eltern hier entscheiden, wer mit wem spielt, nicht die Kinder. Und man hat die gleichen Nasen im KiGa und dann wieder in der Schule. Und, ich glaub ich hab es oben mal geschrieben, wenn die andere Partei dann einen Streit über die Kinder austrägt, in einer schmutzigen Art und Weise, dann trifft mich das vielleicht auch unverhältnismäßig heftig. Wahrscheinlich aus Ent-täuschung (meiner eigenen Erwartungen - klar, meine Schuld) und aus mangelndem Unverständnis. Jeder hat blinde Flecken und das ist meiner.

      Ich hoffe, jetzt ist etwas klarer, was ich meine.

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