Jugendamt-Drohung

    • (1) 01.09.18 - 21:54

      Hallo ihr Lieben,
      Ich lese hier schon lange mit, finde aber oft nur die andere Seite (also jene der Kindesmutter) - vielleicht könnt ihr mir mal helfen.
      Mein Mann hat eine 12-jährige Tochter aus einer vorbeziehung. Ich kenne die Mutter kaum, sie bedankt sich hin und wieder wenn ich Kuchen mitgebe, soweit kann ich also nichts zur ihr sagen. Sie und er haben vereinbart, das er weniger Unterhalt zahlt (bisher statt 391€ hat er 350€ gezahlt) und er dafür immer wieder aushilft.
      Er hat also letzte Woche 250€ Gewand ausgegeben, die skiwoche in der Schule (350€) wurde von uns bezahlt und sonst noch Kleinigkeiten (alles in allem zusammengerechnet - und das tue ich nur weil sie plötzlich so anfängt - 500€)

      Nun schreibt sie plötzlich das sie zum Jugendamt gehen will, für ihre Tochter einfordern will was ihr zusteht und sie nicht ständig um Geld „betteln“ möchte.

      Da haben wir beide erstmal geschluckt. Mein Mann hat seit wir zusammen sind NOCH NIE zu etwas nein gesagt und alles gekauft was die Mutter wollte. Es kam rüber, als würde mein Mann nie Unterhalt zahlen und ständig nein sagen. Ich muss zugeben ich bin ein gebrandmarktes Kind und hab in der Familie viele Unterhalts-gerichtstermine bei meinem Onkel mitbekommen und hatte schonmal angst, dass das uns nun auch passiert.
      Es wird nun der Unterhalt nach seinem neuen Job bezahlt (hat er ab November) und zwar in Höhe von 423€ (wir wohnen in Österreich, falls sich jemand über die Zahlen wundert und bei Antritt des neuen Jobs hätten wir den Unterhalt natürlich von alleine erhöht)

      Die Mutter hat zusätzlich noch einen kleinen Sohn, der Vater kümmert sich nicht, daher habe ich regelmäßig auch für den kleinen Dinge mitgegeben, aus Erzählungen tat er mir einfach leid. Sprich, Geschenke aus dem Urlaub, nesterl zu Ostern, Nikolaus-Geschenke kamen immer im Doppelpack, ich dachte echt, dass dies ein guter Schritt ist, damit alle glücklich sein können.

      Dann kam eben die oben erwähnte Nachricht die mich sehr aus der Bahn geworfen hat und an der Ich noch immer zu knabbern habe. Sie hat sich Vorallem auch auf eine besondere Situation bezogen:

      die Tochter hatte Geburtstag, zwei Tage vor dem Geburtstag schrieb sie meinem Mann eine E-Mail, dass die Tochter ein neues Fahrrad braucht und er dies bitte besorgen soll. Mein Mann schrieb, dass sie ja Geburtstag hätte und sie es von uns gerne zum Geburtstag bekommt. Sie meinte daraufhin, dass sie ihre Tochter bereits gefragt hat und sie sich das Fahrrad NICHT zum Geburtstag wünscht, sondern extra möchte. Als mein Freund klarstellte dass das so nicht geht, meinte sie er soll es lassen, sie wird sich alleine darum kümmern.
      Genau auf diese Situation bezog sie sich nun - weil das Fahrrad hätte sie „alleine stemmen“ müssen - was eigentlich nicht richtig ist.

      Meine Frage nach dem ewigen Text:
      Wie würdet ihr reagieren? Hat mein Mann hier wirklich falsch agiert? Würdet ihr nun solche extra Dinge für den Sohn zb weitermachen? Und was wenn sie nun erneut wegen Kleidung/Schulwochen/etc anfragt, sie würde jetzt ungefähr 80€ im Monat mehr bekommen, genau das was ihr zusteht (ab November eigentlich erst), würdet ihr dann wieder mit zahlen?

      Ich hab einfach das Gefühl sie hat versucht mehr rauszuholen mit einer Drohung, wo wirklich nicht sonderlich viel mehr ist. Und ich dachte das es gut läuft, sie all die zusätzlichen Dinge bekommt und die Mutter dadurch glücklich ist und nun das..

      • Hallo!

        Ich finde, dass dein Freund und du vor dem Hintergrund der aktuellen Regelungen, soweit du sie schilderst, richtig reagiert habt. Die Unterhaltsgeschichte sollte meiner Meinung nach juristisch geklärt werden, damit Erpressungen und Vorwürfe mit Forderungen vom Tisch sind.

        Deine Gesten gegenüber der Tochter deines Freundes und ihrem Bruder finde ich ganz toll. Sie sind für die Kinder gedacht und wenn du daran Freude hast, ihr euch das leisten könnt und wollt, würde ich damit nicht aufhören. Natürlich ist immer die Frage, wie bei der anderen Mutter diese Gesten/Geschenke ankommen, ob sie eifersüchtig ist und deine Geschenke für sie zum Problem werden weil sie sie zum Beispiel als Geste des „sich beliebt machen Wollens“ interpretiert oder so ähnlich. Wenn daraufhin die Kinder leiden, müsste das Ganze überdacht werden.

        LG Judith

        • Hallo Judith,

          Danke für deine Antwort!
          Genau das ist es, was mich so schockiert. Ich war bis jetzt so froh, dass wir ohne Jugendamt und Gericht auskommen, dachte es passt soweit alles und dann das. Und ich sehe den Auslöser dafür nicht, die 80€ die sie jetzt mehr bekommt waren um einiges mehr sonst ausgeglichen...
          Betreffend der Geschenke hast du recht: sie sind und waren immer für die Kinder. Den kleinen hab ich noch nie kennengelernt, daher dürfte ein „einschleimen“ für alle auszuschließen sein..

          Danke nochmal und liebe Grüße!

      Wenn das Kind nicht ne Tochter wäre, hätte ich darauf getippt, dass Du "die Neue" von Sandy Ex bist.

      • Haha witzig, da hab ich auch kurz überlegt.
        Ich hatte da auch schon meine Verbindungen gezogen, einige Dinge passen dann aber oft so gar nicht ins Bild :-)
        ZB was ich leider noch nie in Bali (leider!)

        ...und ganz ehrlich es würde mich erschrecken, wenn sie so über mich denken würde.
        Ich mache diese Dinge damit wir gut miteinander auskommen, nicht das jemand zusätzlich Wut auf mich hat. Und mein Mann ist konfliktscheu und sagt dadurch sowieso zu allem ja und Amen was die Mutter verlangt..

        • schon mal überlegt, das die Tochter jetzt im Teenager Alter auch fordert und nicht nur die Mutter?
          Wenn dein Mann Konfliktscheu ist, sollte es nicht deine Aufgabe sein, dich hier einzumischen.

          Vielleicht sollte er auch mal mit seiner Tochter reden, wozu das ganze Geld gebraucht wird. Meine hat in dem Alter einen ziemlichen Wachstumsschub gehabt...eigentlich immer noch und da könnte man wöchentlich neue Klamotten kaufen
          Wenn sie dann noch regelmässig Sportarten besuchen....da braucht man auchständig was Neues zum Anziehen.

          Das mit dem Rad ist natürlich übertrieben....ausser das Mädel ist eine Prinzsessin, die jeden auf der Nase rumtanzt. ..wenn dann die Mutter auch Konfliktscheu ist....dann viel Spass...es gibt halt auch verzogene Kids. Wenn da niemand NEIN sagen mag, wird es halt teuer und dann haben beide Elternteile ein Problem, denn der Vater scheint ihr auvh alles zu ermöglichen.

          lg
          lisa

          • Danke für deine Antwort!
            Ich mische mich da nicht ein, er hat das geregelt, ich bin nur die Nebendarstellerin die alles mitbekommt und deren „heile“ Welt irgendwie erschüttert.

            Ich würde die Tochter ungern fragen wofür das Geld gebraucht wird das die Mutter verlangt. Ich würde sie da interne reinziehen. Sport macht sie nur in der Schule, und du hast sicher recht sie wird daheim einiges fördern und bekommt auch ausnahmslos alles ermöglicht.

            Hier bei uns (ja da habe ich mich eingemischt) ist das nicht so. Hier wird nicht alles sofort gekauft, was aber egal ist, weil sie es eben dann von daheim bekommt, wobei da natürlich die finanziellen Mittel auch irgendwann fehlen werden (nehme ich zumindest an)..

            • Huhu,

              Hier bei uns (ohne Trennung) müssen die Kinder auch mal warten. Sohnemann hat erst gestern das heißersehnte Lego (als das Taschengeld nicht reichte) nicht bekommen, dafür aber den Hinweis, dass er ja im Oktober auch Geburtstag hat... ( und da ging es nur um 11 Euro, die fehlten...

              Ein Fahrrad gibt es bei uns bei Notwendigkeit da liegt Sohnemanns Geb auch ein wenig doof, oft waren die Dinger bei uns nach der Winterpause im Frühjahr zu klein), dann suchen wir das aber aus und es waren auch oft Gebrauchte, oder wenn ein „cooles“ gewünscht wird, hält doch zum Geburtstag...

              Und auch wenn wir hier nur deine Hälfte der Geschichte kennen, erpressen lassen würde ich mich nicht, dann gibt es halt ne klare Regelung über das Jugendamt und fertig...

              LG
              Frauke

              • Danke für deine Antwort!

                Ich weiß, es ist nur ein Teil der Geschichte und mich selbst würde ihr Teil wirklich enorm interessieren. Sie wirkte als hätte sie das Gefühl sie bzw die Tochter erhält zu wenig, und mein Mann würde versuchen nicht zu zahlen.
                In Annahme das mein Mann mir immer alles sagt (und das denke ich), hat er noch nie nein gesagt und sich an allem beteiligt bzw es zur Gänze bezahlt.
                Das mit dem Fahrrad ist halt perfekt auf ihren Geburtstag gefallen. Deshalb der Vorschlag, gut, dann wird es ein Geburtstagsgeschenk (woraufhin der Hinweis kam, das die Tochter das lieber aussertürlich hätte)

                Wir haben nun ganz offiziell mit allem was berücksichtigt werden muss den Unterhalt berechnet (über die Berechnungsschritte der jugendamtseite) und dies bekommt sie nun. Alles in allem wird da aber weniger für die kleine rauskommen, als vorher wo wir quasi alles zusätzlich gezahlt haben..

    Hi,

    ich kenne mich leider überhaupt nicht mit dieser Thematik aus, aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass der Knackpunkt bei der selbstentschiedenen Kürzung des Unterhalts liegt. Das muss doch gemeinsam entschieden werden, dass man zwar weniger Unterhalt bezahlt, aber dafür andere Kosten trägt.
    Er soll den gerichtlich festgelegten Unterhalt zahlen und sich ansonsten zu 50 % an anfallenden Kosten beteiligen. Die Mitbringsel für den kleinen Bruder haben damit nichts zu tun, die würde ich auch weiterhin mitgeben--die Kinder können ja nichts dafür.

    lg

    • Danke für deine Antwort!

      Natürlich war das nicht selbstentschieden, sondern mit der Mutter einvernehmlich abgesprochen. Das jetzt dieser Sinneswandel kommt ist daher überraschend. Sie wird nun bekommen was der süßen zusteht.

      Wo ich nochmal nachhaken möchte: was meinst du, wo sollte er sich zu 50% beteiligen? Mit dem Unterhalt, den er nun in genauer Höhe zahlt (laut offiziellen Rechner) ist doch bis auf Arzt/Prozesskosten und Nachhilfe alles abgedeckt?
      Oder bist du der Meinung Kleidung, skiwochen, etc. sollten dennoch zu 50% gezahlt werden?

      Liebe Grüße

      • Also wenn ich an meine Kinder denke, wäre mit 300-400 Euro max. Miete und Essen abgedeckt. Teenager essen SEHR VIEL! #schwitz
        Die Skifreizeit meines Großen wird 500 Euro kosten und da würde ich vom KV schon eine Beteiligung von 50 % erwarten--genau wie die dazu benötigten Skiklamotten (als Beispiel)
        Wie da jetzt rechtlich aussieht-da habe ich echt 0 Ahnung von.

        • Danke für deine Erklärung :)
          Ich Versuch das jz ganz vorsichtig zu formulieren, und es ist eine reine verständnisfrage für mich, soll also kein Angriff sein.
          Bist du als Mutter nicht für naturalunterhalt zuständig (wo unter anderem auch essen reinfällt)? Oder muss soetwas wirklich zur Gänze vom Unterhalt zu decken sein?

          Eigentlich wär nämlich nun die Absprache, laut IHREM wunsch, das die kleine bekommt was ihr zusteht und sie dann nicht dauernd fragen kommt mehr. Ich nehme an sie hat mehr erwartet, aber dieser Betrag kam nun heraus und daher würde ich, da auch sie sehr streng gehandelt hat, streng danach gehen was ihr zusteht. Und das wäre (glaube ich) unter anderem keine Beteiligungen mehr an solchen Sachen wie skiwoche..

          Sehe ich das falsch? Liebe Grüße

          • Also mein Laienverstand sagt mir, dass nach einer Trennung alles 50/50 laufen sollte.
            Wenn die Tochter zu 50 % bei euch wäre, dann müsste dein Mann überhaupt nichts zahlen...ansonsten anteilmäßig. 350 Euro für Miete, Essen, Trinken, Schulkram, Hefte, Bücher, Hobbys, Kleidung, Ausflüge, Taschengeld etc.pp. finde ich persönlich zu wenig, auch wenn man das verdoppelt, damit auch der Anteil der Mutter berücksichtigt wird.
            Aber am besten ist, ihr fragt mal einen Anwalt, die kennen sich im Gegensatz zu mir mit dem Thema aus #rofl

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