Sorgerechtsentzug wenn KV einen Alkoholentzug macht?

    • (1) 03.09.18 - 21:30

      Hallo zusammen,

      hab da mal ne Frage, mein Mann hat ein "kleines" Alkoholproblem, weswegen wir des öfteren schon über Entzug diskutiert haben und momentan sogar eine räumliche Trennung haben. Nun ist er eigentlich soweit gewesen einen Entzug zu machen, da er seine Familie nicht verlieren möchte. Man muss dazu sagen, er reist gerade mit nem Karussell durch Bayern. Habe ihn aber immer wieder mit den Kindern wenn es von der Fahrzeit ging. Nun hat er mich heute angeschrieben, dass er das Sorgerecht für die Kinder verlieren würde wenn er einen Entzug macht. Wer kann mir da weiterhelfen? Habe zwar eine Familienhilfe, bekomme aber immer mehr das Gefühl, dass der am liebsten den Kontakt zum KV komplett unterbinden will. Hab mir von ihm auch Ärger eingehandelt, als ich den KV mal von Freitag bis Sonntag zuhause aufgenommen hatte, da er das woe frei hatte und unser jüngster ein Fußballturnier hatte.
      Danke schon mal für die Antworten und auch für's Lesen

      • Ich kann dir da leider nichts zu sagen, aber ich würde an deiner Stelle mal beim Jugendamt nachfragen, die müssten das glaube ich am besten wissen 🤔

        Im Prinzip ist es doch besser, wenn er vom Alkohol weh kommt, oder nicht? 🤔

        Erkundige dich da mal 😊

        So eine blöde Ausrede habe ich ja noch nie gehört :-[#klatsch#contra#wolke

        Ihr verliert höchstens beide das Sorgerecht, wenn du ihn weiter reinlässt..

        Grüße von der Tochter eines Alkoholikers, der sich zu Tode gesoffen hat und mir vorher ein wunderschönes Leben beschert hat, von dem ich heute noch zehre #zitter

        • Meine Auflage war, kein Alkohol und er hat sich daran gehalten. Ich möchte ihn nicht wieder aufnehmen, bevor er nicht endlich einen Entzug gemacht hat. Meine Tochter ist schon in Behandlung, das und die Trennung von den Kindern hat ihn wach gerüttelt. Seine Liebesbekundungen mir gegenüber ignoriere ich und nehme sie nicht ernst, da er nur versucht mich wieder rum zu kriegen. Stößt damit auf Granit mir

          • Und die stationäre Langzeitbehandlung nach dem Entzug solltest du noch mit dranhängen an deine Forderungen.

            Plus den lebenslangen wöchentlichen Besuch einer Selbsthilfegruppe.

            Die Chancen, das zu schaffen, sind aber sehr schlecht, ist dir das überhaupt klar?

            • Die Sucht liegt bei ihm leider in der Familie, hat aber ein gutes Vorbild, sein Vater ist bald 40 Jahre trocken ebenso seine Stiefmutter. Dass es ein langer und schwerer weg wird hab ich durch die Erzählungen seiner Eltern erfahren. Seine leibliche Mutter hat sich genau genommen in den Tod gesoffen, zu ihr hatte er seit er ca 8 Jahre alt war oder so keinen Kontakt mehr. Ist wegen ihr mit 6 Jahren ins Heim gekommen, deswegen versteh ich es nicht, dass er im Prinzip das gleiche macht. Wobei sein Vater (der allerdings vor seiner Geburt schon nach Berlin auf Montage war) lt eigener Aussage dauerblau war und mein Mann ist ein Konflikttrinker ist wie ich gegoogelt hab. Was aber auch nicht wirklich besser ist

      Weshalb sollte er das Sorgerecht verlieren?

    (9) 04.09.18 - 08:55

    Liebe Schosam,

    was mit an deinem Beitrag direkt aufgefallen ist, ist dass Du das Alkoholproblem deines Mannes als "klein" bezeichnest. Damit versuchst du vielleicht zu relativieren, was es wirklich ist: nämlich ein Riesenproblem. Schau mal, was es bei Euch schon für Formen angenommen hat. Du hast ihn rausgeworfen, er darf die Kindern nicht ohne Begleitung sehen. Ihr habt eine Familienhilfe bekommen, die das Problem scheinbar auch nicht als "klein" einschätzt.

    Wenn Du es als "klein" bezeichnest, wird es euch vielleicht gar nicht bewusst, wie schwer der dauerhafte Entzug ist und es könnte dazu führen, dass Ihr es nicht ernst genug nehmt, dass Dein Mann NIE wieder auch nur einen Schluck Alkohol trinken darf.
    (Ach komm, ein kleines Glas..., einen Schluck oder eine Flasche Bier wird schon nicht so schlimm sein. Das hat es alles schon gegeben!)

    Ich wünsche Euch, dass Dein Mann es schafft. Es ist extrem schwer und ohne professionelle Hilfe (dauerhaft eventuelle auch durch die Anonymen Alkoholiker oder ähnliches) kaum zu schaffen.

    Vielleicht für Dich auch eine Al-Anon Gruppe, das sind die Angehörigen von Alkoholikern. Das kann auch Dir vielleicht zusätzlich helfen.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Dein Mann den Entzug dauerhaft schafft.

    Viele Grüße
    Li
    Auch Tochter eines Alkoholikers

Nein, er verliert aufgrund eines stationären Alkoholentzgs das Sorgerecht für seine Kinder definitv nicht!
Die Alkoholsucht ist ja bereits bekannt und stellt unbehandelt ein riesiges Problem dar, die Bereitschaft, daran zu arbeiten würde positiv ins Gewicht fallen!

Alles Gute für euch und viel Durchhaltevermögen!!

Liebe TE,

entweder lässt er sich da von irgendwem ganz schönen Quatsch erzählen oder er sucht nach Ausreden, den Entzug nicht zu machen. Es gibt doch nun wirklich keinen Grund, warum man ihm das Sorgerecht genau dann entziehen sollte, wenn er sich seinem Problem stellt.

Egal wie. Bleib bei deinem Standpunkt. Ein Zusammenleben ohne den Entzug und eine anständige Therapie wird es nicht geben. Du positionierst dich klar, was ich gut finde. Lass dich bloß nicht einlullen.

Er kann es schaffen. Aber - er muss es wirklich wollen. In all seiner Konsequenz. Ich kenne viele trockene Alkoholiker. Aber leider auch viele, die es nicht dauerhaft geschafft haben.

Ich wünsche euch alles Liebe.

Thatsme, in deren Familie Alkoholismus lange Zeit 'Dauerthema' war

Da der andere Beitrag stillgelegt wurde, gebe ich hier noch zum Beitrag von kuestenqueen zu bedenken, dass auch das Jugendamt den Entzug des Sorgerechtes für beide Eltern beantragen kann.

Nämlich, wenn der Vater eine Gefahr für das Kindeswohl ist und die Mutter auch, weil sie es zulässt.

Nicht nur die Mutter kann eben den Sorgerechtsentzug beantragen. Vor allem, da das Jugendamt hier schon informiert und vom Fortgang der Dinge nicht begeistert ist, wie die TE schreibt.

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