Wie Finanzen regeln? Hilfe!

    • (1) 09.09.18 - 16:57

      Ich werde nach 1 Jahr Elternzeit wieder Vollzeit arbeiten gehen und wir machen uns bereits Gedanken wie wir unsere Finanzen handhaben wollen. Als ich Studentin war, hat er mir ab und zu den gemeinsamen Urlaub gezahlt, manchmal habe ich aber auch genau 50% beigesteuert, wenn ich viel sparen konnte. Während der Elternzeit lebte ich quasi von 600€ Elterngeld, mein Mann hat von seinem Einkommen und dem Kindergeld alles gezahlt, sprich Wohnung, Essen, Urlaub, andere Ausgaben etc. Meine Kosten habe ich komplett übernommen. Nach Abzug all seiner Kosten, hat er monatlich 1500€ übrig, das er auf seinem Tagesgeldkonto spart. Was mich aber immer etwas gestört hat, ist, dass er sich öfter mal etwas „leisten“ konnte, wie eine neue Uhr, eine Smartwatch, IQOS Zigaretten usw. Ich habe nach Abzug all meiner Kosten oftmals nichts mehr übrig gehabt, um mir etwas zu „gönnen“. Als ich ihn drauf ansprach, antwortete er: Wenn DU wieder was verdienst, kannst du dir ja auch was leisten. Unser Einkommen sieht aber in Zukunft so aus: er verdient 3800€ netto und hat 200€ Kindergeld. Ich verdiene 1600€ Netto aufgrund der schlechteren Steuerklasse. Nun will er unsere Ausgaben mit einem zusätzlichen Haushaltskonto teilen. Wir brauchen im Monat fix 2000€. Wenn er aber anteilig zu seinem Gehalt einzahlt, müsste er 2/3 der 2000€ zahlen, das sind 1500€. Am Ende bleibt ihm dann 2500€ zu seinem Vergnügen übrig. Wenn ich die restlichen 500€ zahle, bleiben mir 1100€ übrig. Übrigens Kümmere ich mich unter der Woche fast ausschließlich um unsere Tochter, bringe sie zur Kita, hole sie ab, Bade sie und kümmere mich zu 80% um den Haushalt. Meiner Meinung nach macht dieses Modell wenig Sinn, da ich mich benachteiligt fühle. Für ihn ist das absolut gerecht, da er auch den stressigerem Job hat, schon paar Jahre länger arbeitet etc. meiner Meinung nach sind wir aber eine Familie und sollten alles gerecht teilen, oder nicht?
      Wie lösen wir das Problem am besten?

      • (2) 09.09.18 - 17:14

        Warum bekommt er das Kindergeld, wenn du dich ausschließlich um euer Kind kümmerst?

        Den Rest finde ich auch unglücklich verteilt.
        Er geht zwar verdienen, aber wenn ihr getrennt wärd, müsste er auch Unterhalt zahlen.
        Da ihr gemeinsam wohnt und lebt, sollte es schon für euch passend sein.
        Würde er alleine wohnen, müsste er für deine "Dienste" andere bezahlen. Somit käme er mit weniger Geld oder mit mehr Eigenarbeit weg.

        Aber da können dir andere sicher mehr schreiben.

        " Als ich ihn drauf ansprach, antwortete er: Wenn DU wieder was verdienst, kannst du dir ja auch was leisten. "

        Den Spruch finde ich fies. Eben deswegen, weil ihr euch für ein gemeinsames Leben entschieden habt, weil du dich um EUER Kind kümmerst, weil du wieder arbeiten gehen wirst
        Noch dazu, weil er die bessere Steuerklasse hat. Da würde ich entweder auf einen Ausgleich bestehen oder die Steuerklassen wieder so wechseln, dass du auf Grund der Steuerklasse nicht benachteiligt wirst. Auch wenn das für das "Familienbudget" (das momentan offensichtlich seines + für dich den Rest ist), der "ungünstigere" Weg wäre.

        Durch die Steuerklassen gehe ich davon aus, dass ihr verheiratet seid?
        Habt einen Ehevertrag?
        Wenn nicht, habt ihr sowieso Zugewinngemeinschaft. Das heißt, bei Trennung würde das, was er während der Ehezeit angespart hat, sowieso in einen gemeinsamen Topf geschmissen werden.
        Falls ihr einen Vertrag habt, wäre interessant, wie es da geregelt ist.

        So bezahlt er dich (nicht), dafür dass er den Rücken frei gehalten bekommt.
        Miete müsste er auch ohne deine Hausarbeit und Kinderbetreuung zahlen. Nur kämen dann für ihn noch Putzfraukosten (oder selbst was tun) an Ausgaben hinzu.
        Kindergeld könnte er auch nur anteilig auf den Unterhalt anrechnen lassen.

        Erstmal

        Warum hat er das kindergeld?? Das ist albern.

        Zweitens

        Bei dieser Regelung würde ich absolutes teilen dann einfordern. Sowohl in der Kinderbetreuung als auch im Haushalt.

        Lass dich nicht verarschen.

        Normal schmeisst man alles zusammen und was am ende übrig ist , steht beiden zur Verfügung.

        (4) 09.09.18 - 17:17

        Was heißt für dich denn gerecht? Dass du genauso viel bekommst wie er?
        Ich finde die Aufteilung nach Gehalt total gerecht, sodass er mehr beisteuert als du, weil er mehr verdient.
        Dass er dann trotzdem mehr übrig hat, ist doch in Ordnung. Du hast mit über 1000 Euro doch noch mehr als genug zur freien Verfügung, da die Fixkosten ja schon alle beglichen sind.
        Es gibt nun mal Menschen die mehr verdienen als andere, weil sie besser bezahlte Jobs gelernt haben oder mehr arbeiten als andere. Dir fehlt es doch an nichts, nur weil du bloß 1000 statt 2000 Euro für Extras auf den Kopf hauen kannst. Ihr lebt trotzdem gut, fahrt in Urlaub usw.
        Für mich ist das ein Luxusproblem und klingt sehr nach Neid deinerseits.

        • Hast du auch den teil gelesen das sie fast alles macht? Diese rechnerei ist okay wenn sie steuerklasse 4 haben beide und sich wenigstens annähernd beide gleich viel kümmern.

          • (6) 09.09.18 - 17:43

            Mein Mann versorgt mit, weil es UNSER Kind ist. Würde er das nicht tun, würde ich mich nicht von ihm wie eine Kinderfrau bezahlen lassen, sondern seine Bereitschaft vehement einfordern. In meiner Welt kümmert sich ein Vater genauso um sein Kind, wie es eine Mutter tut. Das war auch vor der Schwangerschaft schon so abgesprochen.

            Geht das zeitlich nicht, weil er länger arbeitet als ich, ist es für mich selbstverständlich, dass ich mich in der Zeit um unser Kind kümmere. Er kann ja schlecht kündigen, damit er das Kind öfter wickeln kann. Arbeitszeit zu reduzieren ist eine Frage des Geldes. Ansonsten macht er dann am Wochenende mehr und Mama hat auch mal etwas Pause.
            Finanzieren lassen ich mir die Betreuung unseres Kindes nicht von meinem Mann, weil es mir wichtiger ist, dass er sich einbringt, statt dafür zu bezahlen, dass ich alles mache.

            Ich bin aber auch nicht so, dass ich sagen würde: Oh, du hast noch 1000 Euro übrig und ich nicht. Gib mir bitte die Hälfte, damit ich mir auch mehr Uhren und Schmuck kaufen kann. Solange ich von dem Geld, was ich habe, gut leben kann und wir als Familie es auch gut haben, sehe ich keinen Grund von meinem Mann Geld zu fordern, nur weil er besser verdient.
            Würde ich z.B. durch die Elternzeit gar nichts zur Verfügung haben und stets betteln müssen, wäre das natürlich was anderes. Aber der Mann von der TE hat in der Elternzeit ja alle Kosten übernommen außer ab und zu einen Teil des Urlaubsbudgets. Und jetzt geht es ja hauptsächlich darum, dass er sich teure Extras leisten kann und sie weniger.

            • (7) 09.09.18 - 19:41

              Sehe es genauso wie du!

              Mein Partner kann im Monat teilweise das sparen was ich im Monat verdiene.

              Trotzdem zahlen wir alles hälftig, obwohl er es gern anteilig zahlen würde (da er meint so ist halt das Solidaritätsprinzip).

              Da wir bald heiraten und er die bessere Steuerklasse bekommt, zahlt er mir den Ausgleich zum eigentlichen Gehalt, sodass mir kein Nachteil entsteht, ebenso wenn ich bald in Elternzeit gehe.

              Um Haushalt und unser Kind werd ich mich trotzdem mehr als er kümmern. Einfach weil er in Schichten arbeitet und es ihm gar nicht anders möglich ist 🤷‍♀️.

              • Tja, da hat einer mehr Geld, weil er mehr arbeitet. Und er kann mehr arbeiten, weil ein anderer seinen Anteil von Kinderbetreuung und Haushalt übernimmt. Das Geld, das der eine beim mehr Arbeiten verdient gehört ihm aber allein.
                Kann man ihm von Herzen gönnen oder auch nicht.

                • (9) 10.09.18 - 13:55

                  Naja.. Gehaltsunterschiede entstehen ja nicht NUR bei Mehrarbeit...

                  Mein Partner und ich arbeiten beide Vollzeit.
                  Trotzdem ist unsere Einkommensspanne immens... warum?? Der eine hat halt ein besser bezahlten Job gelernt.
                  Stand mir ja frei. Hätte genauso gut einen hoch bezahlten Job erlernen können.

                  • Nein, natürlich nicht nur.
                    Ich finde es trotzdem auffällig, wie ihr beide es völlig normal findet, mehr Familienarbeit zu übernehmen, weil er das wegen seiner Arbeit nicht kann, wenn das, was er mit seiner Arbeit verdient, nicht Familieneinkommen, sondern Privatvermögen ist.
                    Im Fall der TE hat ihr Mann sich alle Vorteile rausgepickt, und sie wird gefragt, ob sie neidisch ist.

      (11) 09.09.18 - 17:18

      Achja und forder die hälfte von dem Vorteil der steuerklassen

      Wenn dein Mann so ein Pfennigfuchser ist, solltest du das auch mal probieren.
      Rechne ihm vor, was du von ihm an "Lohn" erwartest für jede Stunde, die du mehr als er mit Kinderbetreuung und Haushalt verbringst.

      (Ich halte meinen Vorschlag selber für bescheuert, aber manche Männer haben in dieser Beziehung den Schuss nicht gehört und erwarten, dass nur die Frau die Einbußen trägt.)

    (14) 09.09.18 - 17:29

    Ich würd ganz schnell auf Steuerklasse 4/4 wechseln und das Kibdergeld auf dich umschreiben lassen.
    Ich find es zwar kindisch, weil man ja eine Familie ist, aber bei so nem Mann muss es wohl so sein.
    Geht ja nicht nur darum, dass er mehr Geld zum Ausgeben sondern auch zum Sparen hat.
    Lg

    Zu den Steuerklassen:
    Er hat die günstigere Steuerklassen auf Deine Kosten!
    Optisch sieht sein Gehalt dadurch auf Deine Kosten künstlich besser aus, deins ist zu seinen Gunsten künstlich verringert und es wird fälschlicherweise suggeriert, dass die Arbeit der Frau weniger „wert“ wäre. Dem ist nicht so!

    Er hat in der Steuerklasse 3 zwei Freibeträge für 2 Erwachsene Personen.
    Du hast in der Steuerklasse 5 gar keinen Freibetrag.

    Zunächst sollte er Dir das ausgleichen oder bei der Aufteilung der Kosten berücksichtigen und sich nicht selbst in die Tasche einstreichen.

    Bei ähnlich verdienenden Partnern hat man Steuerklassen 4 und 4, so dass jeder seinen Freibetrag behält.

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