Mein Sohn will zu seinem Papa

    • (1) 10.09.18 - 16:23

      Ich bin ganz verzweifelt und verstecke mich weinend vor meinem Sohn. Er ist 6 Jahre alt und seit 1 Woche Schüler. Von seinem Papa bin ich seit 4 Jahren getrennt. Seitdem gibt es einen Stiefpapa, und auch mein Ex hat eine neue Partnerin. Wir haben ein gutes, freundschaftliches Verhältnis und es ist alles soweit in Ordnung. Und der Kleine schien nie ein Problem zu haben. Er hat den Stiefpapa sehr gerne, und kennt es einfach so, dass der leibliche Papa nicht bei uns wohnt. Die beiden sehen sich jedes 2. Wochenende, oder auch für längere Zeit wenn Ferien sind. In den letzten Tagen kommt mein Sohn aber öfters mit den Worten, dass er zu seinem Papa will. Er weint dann auch meistens. Ich bin damit überfordert und weiß nicht wie ich ihm helfen kann :-( Der Papa wohnt mit seiner Freundin eine halbe Stunde von uns entfernt. Mein Sohn muss in die Schule gehen, sein Papa sitzt täglich von 7 bis 15 Uhr im Büro. Es erscheint mir so unmöglich eine Lösung für das Problem zu finden. Ich will doch nur dass es ihm gut geht und er glücklich ist. Ich fühle mich schuldig weil ich damals die Beziehung beendet habe. Ich hatte selbst keine schöne Kindheit und nun muss mein Sohn auch leiden :-(
      Ich fühle mich so hilflos, die Schule ist derzeit auch eine riesige Umstellung. Vorhin hat er bei den Hausaufgaben gejammert dass ihm die Hand weh tut. Und schlampig war er ... Hauptsache es ist erledigt. Wenn ich ihn dann bitte ordentlicher zu sein schnaubt er nur genervt und ich habe Angst vor der nächsten "Papa Attacke". Vorhin, also noch vor den Hausaufgaben als er geweint hatte habe ich ihn fest in die Arme genommen und ihn einfach nur gehalten. Und still und leise sind mir die Tränen geronnen. Ich wünschte ich könnte stärker sein. Ich weiß nicht wie weiter.

      Hallo,

      dein Sohn war das im anderen Forum mit den Hausaufgaben vergessen oder?

      Wie lange geht dass denn schon so? Kann es sein dass es mit der Schule zutun hat?

      Was ist denn mit der neuen Partner des Vaters? Kann sie ihn morgens zur Schule fahren?

      Gruß

      • Es hat jetzt vor kurzem angefangen ... keine Ahnung ob es an der Schule liegt. Ich habe mich sehr auf die Schule gefreut und ich ermuntere meinen Sohn regelmäßig. Er sagt aber, dass Schule langweilig ist. Heute hat er gesagt, dass alle ihn hassen würden. Ich sage natürlich dass das nicht stimmt, etc. ... Ich weiß nicht woher diese Stimmung kommt. So viel negatives ... Ich weiß nicht ob das normal ist und überlege wegen einem psychologen. Er hat heute beim Abendessen wieder geweint.

        Die Freundin hat leider auch nicht die Möglichkeit. Sie ist Krankenschwester, hat oft Nachtdienste.

        • Das tut mir leid. Wir hatten damals eine ähnliche Situation, als meine Tochter so ca 2 wochen in der schule war. Sie wurde plötzlich total traurig und wollte aber wochenlang nicht rausrücken, was los ist. Iwann hat sie dann gesagt, dass sie keine Freunde hat und keiner mit ihr spielen will. Ich war natürlich auch total entsetzt über die Situation und wusste erstmal nicht, was ich machen soll. Soviele Gedanken! Hab dann einen Termin bei ihrer damaligen Lehrerin ausgemacht. Im Gespräch kam dann erstmal raus, das meine Maus eigtl total beliebt bei den anderen Kindern ist. Aber ihrer Lehrerin ist dann ne Erinnerung gekommen, dass es an 2 Tagen jeweils in der Pause wohl so war, das meine kleine in dem wilden Gewusel ihre Freundinnen nicht gefunden hat und sie an diesen Tagen wohl auch total durch den Wind war.
          Hab das dann am selben Tag abends noch bei meiner kleinen angesprochen und da brach dann der ganze Kummer raus. Es lag wirklich an den 2 tagen, dass sie so bedrückt war.
          Vielleicht kannst ja mal mit der Lehrkraft sprechen.
          Wenn die Zwerge in die Schule kommen, kommt soviel neues auf sie zu und das kann manchmal schon ziemlich fordernd sein.

    Leidet er denn wirklich, oder ist das nur so wenn er was tun muss? So a la "ich will jetzt zu Papa, weil ich hier jetzt was machen muss und keine Lust darauf habe"?

Nach dem Schulposting denke ich, dass du ihn zu sehr drängst und zuviel von ihm erwartest. Er ist doch grade erst in die Schule gekommen, da muss er doch nicht perfekte Hausaufgaben machen! Er muss nur eins und das ist in Ruhe in der Schule ankommen.
Ich denke, dass daher der Wind weht...dein Sohn glaubt, dass es ihm bei seinem Vater besser geht, da er diesem Druck entgehen will den du machst. Ich meine mich schwach zu erinnern, dass du schon vor dem Schuleintritt viele Sorgen hattest #kratz

  • https://www.urbia.de/forum/6-kids-schule/5085200-1-klasse-und-ich-hab-so-viele-angste

    Ja, aber diese Sorgen haben sich gelegt. Mittlerweile bin ich recht entspannt. Heute hat er seine Hausaufgaben im Hort (Nachmittagsbetreuung) gemacht. Ganz stolz hat er mir die Arbeit gezeigt und mich gefragt ob das so richtig ist. Ich war ganz locker, habe ihn gelobt und gesagt, dass ich es für richtig halte und er doch einfach abwarten soll was die Frau Lehrerin sagt. Ich bin mit seiner Lehrerin sehr glücklich und ich versuche ihn das spüren zu lassen, damit er sich in der Schule wohl fühlen kann. Der Nachmittag heute verlief schön, wir waren am Spielplatz. Auf dem Nachhauseweg mit dem Auto hatte er dann eine Kleinigkeit im Auto meines Freundes abgebrochen. Ich beruhigte ihm, sagte ihm dass das nicht so schlimm ist und ich ihm dabei helfe sich bei meinem Freund zu entschuldigen. Um 20 Uhr als mein Freund von der Arbeit kam (fährt mit dem Zug) folgte also die Beichte. Mein Freund war nicht böse, nahm es gelassen. ... z
    Zuvor, um 19 Uhr, saß mein Sohn wieder weinend am Esstisch, sagte dass er zum Papa will, alle hassen ihn, Schule ist langweilig, ... Ich wusste nicht was ich sagen soll oder wie ich ihm helfen soll ...

    • Das ist ja schonmal ein guter Anfang--aber anscheinend kannst du so schnell das Vergangene nicht ausbügeln. Du kannst ihm sagen, dass er beim Papa genau so zur Schule gehen muss und Hausaufgaben machen muss wie bei dir. Die Schule wäre dann beim Papa immer noch doof ;-)
      Warum meint er denn, dass ihn in der Schule alle hassen?

Habt ihr mal über ein Wechselmodell nachgedacht?

Vielleicht kann der Vater an den Arbeitszeiten schrauben und/oder die Stiefmutter mit helfen. Möglicherweise kann er in der Woche, in der der Kleine bei ihm ist eine Stunde weniger arbeiten und die in der anderen Woche nachholen. Oder er macht zwei Stunden weniger im Büro und dafür 2h Homeoffice abends.

Oder zumindest ändert ihr etwas insoweit, dass ihr die Umgangszeiten so gestaltet, dass er Freitags nach der Schule/Hort von Papa geholt wird und erst Montag zur Schule hingebracht wird.

Vielleicht kann ja auch die Stiefmutter den Part morgens übernehmen und der Papa den Nachmittag. Eine halbe Stunde Entfernung geht ja noch. Und in 1-2 Jahren (oder vielleicht sogar früher) kann euer Sohn vielleicht mit dem Bus entgegen fahren oder so.

LG

  • Es ist leider etwas komplizierter. Homeoffice ist leider nicht möglich.
    Die Freundin vom Papa ist Krankenschwester, hat oft Nachtdienste. Würde mein Sohn erst am Montag zur Schule kommen müsste er um halb 7 im Auto sitzen. Zwischen meinem Ex und mir liegen gute 50km Autobahn, morgens stark befahren. Das kann ja auch nicht Sinn und Zweck sein ... Außerdem hat er schon öfters durchblicken lassen, dass er keine "unnötigen" km fahren will.

    • Das würde ich keinesfalls empfehlen, ist bei uns gerade gescheitert. Zwischen uns lagen 40 km auf stark befahrener Strecke, nachdem mein Ex umgezogen ist. Fahrzeit je nach Stau 45 min bis 1,5 Stunden.

      Wir haben auf seinen Wunsch trotzdem erstmal weiter gewechselt, erst 2 Tage die Woche, dann noch einen, dann haben wir es bleiben lassen. Zu stressig.

      Wechselmodell auf Krampf funktioniert nicht. Alle 14 Tage am Wochenende klappt deutlich besser, zumal ich auch diejenige bin, die sich um Hausaufgaben, Freunde treffen, Hobbys etc kümmert.

      LG

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