Zu Kirchgängen gedrängt

    • (1) 14.09.18 - 21:13

      Hallo liebe Community,

      Zur Info: ich bin Atheistin und bin schon seit über 10 Jahren aus der Kirche ausgetreten - so auch mein Freund. Unser Sohn ist auch nicht getauft. Trotzdem respektiere ich Gläubige, solange niemand zu Schaden kommt.

      Nun zu meinem Dilemma: die Familie meines Freundes drängt mich immer zu Kirchenbesuchen, wie bei Hochzeiten oder Taufen. Wir haben es bisher so gehalten, dass ich und mein Sohn spazieren gehen und mein Freund die Zeremonie besucht (er ist auch Atheist, macht es aber seiner engsten Familie zuliebe). Mein Schwiegervater meint nun, dass ich mich nicht so anstellen soll und toleranter sein soll. Er findet ich bin unhöflich und trage die Tradition nicht weiter.

      Ich will niemanden beleidigen und möchte nur, dass auch mein Nicht-Glaube akzeptiert wird.

      Sehe ich das zu eng? "Muss" ich wirklich in die Kirche, auch wenn ich das nicht möchte? Wie kann ich meinen Standpunkt meinem Schwiegervater klar machen?

      • Bei solchen Feiern nicht in der Kirche zu erscheinen finde ich extrem unhöflich. Wer bei der Kirche nicht dabei ist hat auch auf der Feier nix verloren. Ein angeheirateter Teil meiner Familie ist muslimisch, selbst die kommen mit in die (katholischen) Gottesdienste..

        (3) 14.09.18 - 21:18

        ich finde du siehst es zu eng, ich persönlich würds um den frieden halber machen und die stunde nutzen um meinen gedanken nachzugehen ☺

        nur weil du drinnen sitzt musst du ja nicht zuhören

        (4) 14.09.18 - 21:27

        Also ich habe selber mit Kirche nix am Hut und bin auch schon vor Ewigkeiten ausgetreten, allerdings würde ich NIE auf den Gedanken kommen bei Hochzeiten oder Taufen nicht in die Kirche zu gehen. Das mache ich nicht weil ich Gott so toll finde, sondern den jeweiligen Leuten zuliebe.

        Ich finde das auch extrem unhöflich. Du musst natürlich nicht in die Kirche. Allerdings musst du halt damit rechnen, dass du sozial aneckst.

      • (5) 14.09.18 - 21:32

        Hättest du jetzt gesagt, dass es um die sonntäglichen Kirchgänge geht, dann hätte ich es ja verstanden. Bei einer Hochzeit oder Taufe zollt man den Gastgebern Respekt und besucht auch den Gottesdienst. Sonst kann man auch gleich ganz daheim bleiben.

        Ich halte deine Haltung für etwas kleinkariert. Wie oft im Jahr kommen Trauungen oder Taufen vor? Die halbe Stunde kann man sich mal in eine Kirche setzen, finde ich. Dich zwingt ja niemand, das Vaterunser oder das Glaubensbekenntnis zu sprechen :-).

        Zu deiner Frage:

        >>>Wie kann ich meinen Standpunkt meinem Schwiegervater klar machen?<<<

        Gar nicht, du bist eine erwachsene Frau und musst nicht argumentieren, warum du nicht in die Kirche willst. Wenn dein Schwiegervater damit nicht klarkommt, ist das sein Problem. Solange du mit deinem Mann in dieser Frage einig bist, bist du niemandem Rechenschaft schuldig.

      • (7) 14.09.18 - 21:38

        Inwiefern schadet es Dir denn, wenn Du in die Kirche gehst? Ich denke, nur indem Du erklärst, worin Du den Nachteil siehst, wird man Dich verstehen können.

        • (8) 14.09.18 - 21:45

          Schaden bringt es mir sicher keinen. Ich kann dem Pfarrer einfach nicht zuhören... Vor allem bei Taufen, wenn das Kind von der Erbsünde losgesprochen wird, steigt mir die Galle hoch. Wenn ich drinnen sitze und nicht mitspreche, nicht aufstehe oder mir keine Hostie hole, dann ernte ich außerdem vom Pfarrer immer böse Blicke. Ich will seine Arbeit und die Zeremonie einfach auch nicht durch mein Nicht-Mitmachen stören.

          • Du MUSST natürlich nicht. Aber von Toleranz und Respekt zeugt dein Verhalten nicht.
            Und es darf dich dann auch nicht verwundern, wenn du auf anschließenden Feiern nicht willkommen bist oder schief angesehen wirst.

            >>>Wenn ich drinnen sitze und nicht mitspreche, nicht aufstehe oder mir keine Hostie hole, dann ernte ich außerdem vom Pfarrer immer böse Blicke.<<<

            Also das halte ich mal schlicht für aus den Fingern gesogen.

            Bei reinen Trauungen oder Taufen gibt es keine Hostien und den Pfarrern ist es egal, ob jemand nicht aufsteht oder nicht. Und soo wichtig bist du nicht, dass du durch bloßes Rumsitzen die Arbeit des Pfarrers störst #rofl

          Ja ganz genau. Das hatte ich mich auch eben gefragt. Hab bei extra arrangierten Gottesdiensten (im Rahmen von Hochzeiten oder Taufen) auch noch nie erlebt, dass es eine Hostie gibt. Und bei allen anderen Gottesdiensten sind in der Regel soviele Leute da, dass gar keiner merkt, ob man nach vorn geht oder nicht oder mitsingt oder nicht.

          Ich finde, dass man sich nix vergibt, wenn man mit in die Kirche geht.

      (20) 14.09.18 - 21:53

      Ich fürchte das reicht nicht um da Verständnis zu ernten. Klingt auch nach katholischem Glauben, das ist ja noch etwas strenger.

      (21) 14.09.18 - 21:58

      Hi, dann schau dich mal bitte in der Kirche um....sehr viele gehen nicht zur Hostie.
      Ich bin auch ev. ausgetreten, mein Mann und Kids sind katholisch und nun?
      Ich gehe auch in die Kirche, muss ja nicht mit beten oder wer weiss was machen. Ich höre es mir an, manche Predigen sind sehr interessant und bei anderen höre ich weg.
      Singen. ...ich??? Never ever

      Schade, das du deine Kind auch nicht die Feiertage näher bringen kannst.
      Eine Kindheit ohne Weihnachen, Ostertraditionen....echt schade.
      lg
      lisa

      (22) 15.09.18 - 08:28

      Mich hat noch nie einer böse angeschaut, weil ich nicht mitgesprochen habe oder nicht nach vorne gegangen bin!
      Und aufstehen kann man auch so, das bricht einem keinen Zacken aus der Krone. Ist ein Zeichen des Respekts den Einladenden ggü. und ggü. der Kirche. Du schreibst du respektierst die Gläubigen.
      Ich bin auch Atheistin und muss mich in der Kirche bei manchen Zeremonien innerlich auch an den Kopf fassen, aber ich respektiere die Gastgeber und gehe mit in die Kirche und wenn ich drin bin, respektiere ich auch die Kirche selbst. Punkt. Geschadet hat es mir noch nie, außer dass ich jedes Mal aufs neue bestärkt in meiner Ansicht dort rausmaschiert bin 😊

      Es zwingt dich auch keiner zuzuhören.
      Ich finde sogar aufstehen und hinsetzen gehört als Zeichen des Respekts mitgemacht. Hinknien "muss" keiner, da kann man auch wie die Evangelischen einfach stehen bleiben.

      Dein Verhalten ist ziemlich respektlos in meinen Augen. Nicht in die Kirche kommen und dann trotzdem auf der Feier vom Essen etc profitieren...


      Bei einer Taufe oder Hochzeit ist die Kirche der HAUPTTEIL und das grösste Fest. Ohne das würde es schliesslich auch keine Feier danach geben. Entweder du gehst ganz oder garnicht.

      Halt es aus, wenn du böse Blicke erntest.
      Du bist Atheist und tust was höfliches. Irgendwo sind Grenzen.
      Deine Familie muss es doch auch aushalten, wenn du nicht zu den Feiern gehst.
      Beharr mal nicht so auf deiner persönlichen Weltsicht von Gut und Böse. Du praktizierst damit denselben bigotten scheiß , den du den anderen vorwirfst.
      Toleranz fängt bei einem selbst an.

      (25) 15.09.18 - 22:40

      Oh da scheint aber jemand noch nicht alles mit sich selbst geklärt zu haben wenn einem die Galle steigt und man nicht zu hören kann und man Angst vorm bösen Blick des Pfarrers.
      Nimm dir ohrstöpsel mit und hör dir Musik an. Oder arbeite deine Wut der Kirche gegenüber auf.

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