Tochter sagt sie ist unbeliebt

    • (1) 15.09.18 - 11:07

      Hallo ihr Lieben, kennt ihr das oder hat jemand Erfahrung mit dem Thema? Meine Tochter 15 sagt sie ist unbeliebt in Klasse und Schule. Sie hat Freundinnen mit denen sie auf dem Schulhof oder in der Klasse zusammen ist aber die sind beliebt und sie nicht. Wenn wir schonmal auf das Thema kommen versucht sie die Tränen zurückzuhalten und ändert schnell das Thema...ich will dann auch nicht drauf rum reiten und sag nichts mehr. Es tut mir in der Seele weh und hat mich schon Nächte gekostet in den letzten Jahren.
      Sie ist hübsch und hat ausstrahlung, hat genauso viele Markenklamotten wie ihre Freundinnen legt aber keinen wirklichen Wert drauf. Sie ist schlank, fühlt sich aber immer zu dick, hat tolle Haare, ist lustig, ehrlich, sagt wenn ihr was nicht passt, manchmal ein bisschen überdreht und ihre Noten sind mittelmäßig..also kein Streber oder Nerd...
      Ihre Freundinnen sind nicht anders...wenn man sie sieht könnten sie Geschwister sein von Klamotten und aussehen...darum versteh ich das alles irgendwie nicht.
      Sie hat sich schon ein paar Mal Freunde ausserhalb der Schule gesucht, große Cliquen durch einen Freund den sie hatte oder Cousins von irgendwem, weil sie meint die wären auch so wie sie, hätten kaum Freunde auf der Schule etc. Mit ein paar davon hat sie auch noch Kontakt.
      Sie ist jetzt in der 10. und wechselt dann die Schule aber ich ( und auch sie aber sie sagt es nicht) hab Angst, dass es auf der nächsten wieder genauso ist, denn in der Grundschule war es auch schon so...obwohl da hab ichs noch auf die anderen Kinder geschoben...Eltern mit Häuser und dicken Autos...etepetete eben...und sie war den anderen immer ein bisschen voraus, hatte keine Lust mehr auf Seilchenspringen etc..

      Naja...was meint ihr dazu?
      Was kann ich tun?
      Wie kann ich helfen?
      Was könnte an ihr anders sein was ich nicht sehe?

      • (2) 15.09.18 - 11:26

        Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem nicht so ganz. So wie du es schilderst, hat sie doch mehrere Freundinnen, ist nicht alleine und tut sich auch nicht schwer damit, Freunde außerhalb der Schule zu finden. Einen Freund hatte sie anscheinend auch schon.
        Was genau versteht sie denn unter "beliebt sein"? Sie ist doch bei ihren Freunden und auch bei neuen Leuten beliebt.

        • Sie bekommt doofe Sprüche von den Jungs aus der Nebenklasse über ihr aussehen, oder wenn sie was neues an hat. Die Nebenklasse ist sowieso die coolste und beliebteste, sagt sie. In ihrer klasse ist noch ein grüppchen Mädchen die auch nur mit blöden Kommentaren rumwerfen. Klar sie hat ihre... ich glaub es sind drei Freundinnen...aber die werden eben nicht von den anderen angegangen.

          • (4) 15.09.18 - 13:00

            Das hört sich nach dem klassischen Pubertätsgehabe an. Zu dem Zeitpunkt bilden sich schnell Grüppchen und der Schritt von Cool zu Uncool ist manchmal von jetzt auf gleich erledigt.
            Die gute Nachricht: Nach der Pubertät/Schulzeit wird oft alles anders.
            Die schlechte Nachricht: Da muss sie jetzt durch und braucht in manchen Situationen ein dickes Fell. Darin solltest du sie bestärken.

            Man kann nicht bei jedem beliebt sein. Es ist vollkommen normal, dass manche einen nicht so mögen oder mit der Art nicht klarkommen. In der Pubertät wird dann leider auch viel rumgehackt und das Selbstbewusstsein ist im Keller.
            Sie soll sich auf das besinnen, was sie hat und nicht nur nach dem schauen, was sie nicht hat. Die Jungs aus der Parallelklasse oder die Mädchenclique können ihr doch am Allerwertesten vorbeigehen. Wer will schon mit jemandem befreundet sein, der sich über andere das Maul zerreißen muss, um sich selbst besser zu fühlen. Die sind nicht cool, sondern bemitleidenswert.

            Ich nehme an, dass ihre Freundinnen nett zu ihr sind. Darauf sollte sie sich konzentrieren und mit ihnen Spaß haben. Je glücklicher sie ist, desto weniger machen ihr dumme Sprüche etwas aus. Das Glücklichsein ist aber nicht nur von anderen abhängig, sondern vor allem von einem selbst und was man aus seinem Leben macht.
            Geht sie einem Hobby nach oder ist sie in einem Verein? Manchmal reicht es schon, wenn man außerhalb der Schule etwas hat, was einem ein gutes Gefühl gibt.

      Ist sie wirklich unbeliebt oder empfindet sie das nur so? Stimmt ihre Selbstwahrnehmung?

      Mir sind bei dir zwei Bemerkungen aufgefallen, wenn du in dem Stil andere Menschen kategorisierst und das so an deine Tochter weitergegeben hast, kann es schon sein, dass sie unangenehm auffällt:
      Ein Schüler mit guten Noten ist für dich ein "Streber oder Nerd" und Leute mit Haus und dickem Auto sind "etepetete eben"...
      Bist du ein missgünstiger Mensch?

      • Hallo, nein, ich bin nicht missgünstig. Im Gegenteil. Ich fand die Kinder und Eltern in der Grundschule nett, hab mich nur immer ausgeschlossen gefühlt, weil wir eben kein Haus hatten, mein Mann keinn Arzt oder Anwalt war etc. Und ich glaube eher dass die anderen Eltern das an ihre Kinder weitergegeben hatten. Ein Mädchen verbot meiner immer mitzuspielen. Wenn dieses Mädchen dann Montags mal krank war freute meine sich darüber weil sie dann mal dabei sein konnte...sie hatte auch da zwei drei Freundinnen aber musste sich die hart erkämpfen und in den Nebenklassen suchen...ich hab an allen Elternveranstaltungen teilgenommen merkte aber immer, dass ich nicht wirklich dazugehörte.

    Wenn sie genauso oberflächlich denkt wie Du, dann ist es kein Wunder.
    Freundschaften definieren sich nicht über hübsche Klamotten, tolle Haare, schlank zu sein, Eltern mit Häusern und dicken Autos.


    Ich bin was Wert, wenn ich optisch mithalten kann und ich gehöre dazu, wenn wir arm sind und intelligent darf ich auch nicht sein. Komisch bei uns in der Klasse sind die besten Schüler auch mit die Beliebtesten...sie machen viele Hobbys und AGs mit...

    Die Teenager die in der Ecke stehen, sind die, mit denen niemand was anfangen kann.... Besserwisser, Mauler, Störer, extrem oberflächliche Schüler die man nicht ernstnehmen kann.

    Was hast Du Deiner Tochter über Freundschaften beigebracht?

    lisa

    • (10) 15.09.18 - 12:54

      Ich glaub, du hast mich nicht ganz verstanden...nicht ich habe gesagt dass nur jemand was wert ist der gut aussieht sich toll kleidet etc. Ich wollte hier diese punkte ausschliessen, damit nicht jemand fragt ob die anders ist sich anders kleidet, andere interessen hat. Sie ist so wie die anderen, unterscheidet sich optisch nicht von den anderen, ist nicht besser oder schlechter in der schule... in der Grundschule hatte ich selbst gemerkt, dass es den anderen kindern und eltern aber genau darum ging NICHT nur Durchschnitt zu sein oder sich durch den Charakter zu definieren. Da zählte Geld und Marke was wir weniger hatten als der Rest.
      Ich habe meiner Tochter immer beigebracht das alle gleich sind, und jeder so ist wie er ist. Auch Kinder die sie geärgert haben hab ich in schutz genommen und es auf schlechte Laune oder sonst was geschoben. Aber das klappt jetzt nicht mehr. Sie merkt, dass sie weniger gemocht oder garnicht gemocht wird von den anderen obwohl jetzt fast alle gleich sind...optisch finanziell etc.

Deine Tochter hat einen geringen Selbstwert, deswegen glaubt sie, dass sie nicht mit den anderen mithalten kann.
Das ist normal. Es gibt immer Leute die nicht so ganz perfekt in die Welt passen und unzufrieden mit sich sind. Solche Leute braucht die Gesellschaft, weil sie mehr hinterfragen und kritischer sind, als die ewigen Sonnenscheinchen.
Sie wird, so wie sie ist, ihren Platz in der Gesellschaft finden. Alle Widerstände die Sie jetzt erlebt stärken sie.
Mach dir nicht so einen Kopf, dass sie unbeliebt ist.
Kann nicht jeder perfekt sein. Wär ja auch langweilig, wenn alle gleichgeschaltet daherlaufen.
Ich finde die Jugendlichen und Kinder, die aus der Rolle fallen, viel angenehmer als die sorgenlosen Mitläufer. Kinder wie deine Tochter lernen eher mal, einen Fehler zuzugeben, als diese ewigen Alleskönner.

Mach deinen Geist offen für Außenseiter. Ohne sie gäbe die Mitläufer nämlich gar nicht #herzlich

  • Vielen Dank 🙄 ich war grad zu Tränen gerührt durch deine Worte...und ich versuche so viel wie möglich da raus zu ziehen und an sie weiter zu geben♡

    • Ich sehe das genauso. Es klingt so, als wäre sie eine starke Persönlichkeit, mit der sie etwas aus der Rolle fällt. Da sie schon so lange damit lebt, macht sie das jetzt wahrscheinlich wirklich stark.

      Denn diese Kinder haben schon einiges erlebt und reflektiert. Das hilft ihnen später. Sie soll noch ein wenig durchhalten. 😊

      • Danke, ja ich glaube das ist so. Ich hab mich immer gewundert wenn wir über sowsd gesprochen haben dass es mir noch Stunden nachhing und sie das Thema so einfach abhaken konnte...bis zum nächsten Mist...sie ist wohl wirklich stärker als ich zumindest.
        Ist ja nur nocv ein Jahr und dann wirds hoffentlich anders knd besser. :-)

Erkunde erstmal genau, wie sie "unbeliebt" definiert... Was erhofft sie sich denn davon "beliebt" zu sein?
Ich hatte nie einen großen Freundeskreis - nur 3 oder 4 richtig gute Freundinnen... Trotzdem bin ich mit vielen Leuten gut ausgekommen. Ich war halt nie jemand, der sehr präsent war in der Schule oder Vereinen, sondern eher zurückhaltend... Ich würde deshalb nicht sagen, dass ich unbeliebt war. Für mich hört es sich so an, als würde sich deine Tochter über die Anzahl ihrer Freunde definieren. Deshalb würde ich einfach versuchen, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Hat sie etwas worin sie gut ist / was sie gut kann? - Irgendetwas über das sie sich "Bestätigung" holen kann?

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