Ist Familienleben und arbeiten zu ungewohnt?

    • (1) 02.10.18 - 06:19
      Inaktiv

      Ich lese und höre, seit ich 2016 schwanger wurde, regelmäßig, dass Familien in Elternzeit keine Zeit hätten. So wenig Zeit, dass sogar der Haushalt links lieben bleiben "muss" und einige sogar externe Hilfen engagieren. Also auch Menschen, die ich oersönlich kenne und ich selber bestätigen das.

      Und so langsam frag ich mich ob das nur eine mode-erscheinung ist oder es tatsächlich so anstrengend ist wie alle sagen.... Oder wir einfach bequem geworden sind.

      Klar, es gibt immer Tage wo es nicht läuft. Wo das Kind oder die Kinder ne schwierige Phase haben und man dann unnötigere Aufgaben links liegen lässt. Mal sind's Tage, mal Wochen. Ist ja normal und menschlich. Da ich selber Kinder hab, kenn ich das 😂 da muss Ehemann dann auch mal ran und eins seiner freien Tage fürs putzen und aufräumen Opfern. Ist auch richtig so.

      Gerade hab ich mich so beim anschüren des ofens aber gefragt wie es damals die Familien geschafft haben. 🤔 meine Mutter ist ein Arbeitstier. So war sie schon immer. Sie hatte immer etwas zu tun. Und auch ich arbeite von 5 bis 21 Uhr. Bin zwar zu Hause (ich arbeite also "nix", was in der Gesellschaft teilweise sehr schlecht angesehen wird), aber zwischen 5 bis 21 Uhr bin ich voll ausgelastet. Der Tag fängt um 5 Uhr an, wenn mein jüngster aufwacht (die große schläft noch und der kleine krabbelt schon freudestrahlend in der Wohnung rum. Trink Grad n Kaffee und hab Zeit etwas zu schreiben) und zieht sich mit paar Kaffeepausen bis 21 Uhr. In der Zeit versorge ich meine Kinder, bespaße sie, da man sie ja auch net nur ignorieren kann/sollte (mach also das was ne Erzieherin im Kindergarten auch tut, nur laienhafter), schlichte, tröste, schaffe meine Liste abzuarbeiten damit es zu Hause sauber ist (ja ich hab ein putzplan was täglich abgearbeitet wird), gehe einkaufen (oft mit den Kindern), koche und was man sonst noch so alles tut, was getan werden muss. Das ist so mein Alltag. Und am Ende bin ich ziemlich k.o. auf der Couch und entspanne erstmal. Da lass ich auch die Wäsche mal Wäsche sein und stresse mich nicht, wenn ich mal was nicht geschafft hab. Gibt ja auch ein morgen. Also ich persönlich finde das schon anstrengend. Sogar anstrengender als meine Zeit vor der 1. Schwangerschaft wo ich Vollzeit als Fachkraft in einem altenpflegeheim gearbeitet hab.

      Früher war das mehr. Wenn ich mich an meine Oma erinner, dann gab's immer gekochtes. Auch meine Mutter bestätigte dass es 3 mal am Tag was warmes gab. Sie schaffte also in meinem Alter das zu erledigen, was ich jeden Tag mache. Da sie erst in der Kindheit meiner mutter eine Waschmaschine hatten (laut meiner mutter) schaffte sie auch noch die Wäsche von allen (mit 7 Kindern und 2 Großeltern waren das 11 Personen und stoffwindeln) ohne Waschmaschine und Trockner zu waschen, aufhängen und bügeln, sich um 2 Schweine, eine Kuh und vielen Hühnern zu kümmern und auf den Feldern zu arbeiten. Und mein Opa hatte selbst Arbeit. Er stand um 5 auf und kam nur zum Essen heim. Also Unterstützung bekam meine Oma (im Gegensatz zu mir) von ihrem Partner wenig bis gar nicht. Ach und ne Spülmaschine hatten sie auch nicht.

      Meine Mutter meinte dass das damals normal war. Ich kanns mir nicht vorstellen wie ich das heute schaffen sollte. Also zusätzlich die ganze Wäsche mit der Hand zu waschen und n Hof zu halten. Bin schon ziemlich froh auf den mechanischen Fortschritt dass mir zeit zum Essen gibt (was meine Oma auch hatte)

      Da fragte ich mich ob das nicht nur eine mode-erscheinung ist. Ich also einfach nur zu bequem geworden bin. Denn den anderen Eltern ergeht das gefühlt nicht anders. Manche benötigen sogar Unterstützung bei der Arbeit (was ja nicht verkehrt ist)

      Ich beobachte das aber auch bei den Azubis. Damals, wo ich anfing zu in der Altenpflege Fuß zu fassen und selber Azubi war, war unser Pensum mehr. Klar würde gestöhnt wegen der harten Arbeit. Aber man würde von Anfang an voll eingesetzt und schaffte es noch niedere arbeiten anstandslos zu erledigen. Ich war regelmäßig im Lager und musste den z.b. ordentlich machen. Da ich Azubi war war s eben meine Aufgabe. Mit den Jahren wurden die Azubis anders. Da war alles. Da sahen die Azubis immer weniger ein zusätzliche Arbeit zu leisten was indirekt mit der Pflege zu tun hat. Wie z.b. einen Lager aufzuräumen. Die halten sich sogar vermehrt für was besseres als einen Helfer. Damals akzeptierten die meisten die Helfer als was höheres als ein Azubi und taten auch arbeiten um die ein Helfer uns bat ohne stöndig ne Ausrede zu haben " du hast mir nichts zu sagen". (Ja in dem heim wo ich arbeitete wurden unsere Azubis vermehrt so. Mit Betonung auf vermehrt).

      Und sogar die stöhnen rum was für eine harte Arbeit sie hätten. In diesen Situationen verstand ich dann warum damals die Kollegen schon über uns ihre Kommentare abliesen und anscheinend das selbe dachten wie ich in den Situationen 😅 ich werde alt 🤣

      Sorry für den Post aber ich wollte mich mal mitteilen 😅

      Was haltet ihr davon. Ist es euch auch schon so in der Art aufgefallen? Oder eher in die andere Richtung? Also dass Eltern in Elternzeit sich beschwerten viel zu viel Zeit zu haben? Eigentlich müsste es ja so rum sein, weil man ja teilweise deutlich weniger Arbeit zu Hause hat als damals.

      Ich glaub es ist eine reine gewöhnungssache und die Belastungsgrenze ist zu individuell. Meine Oma kann ich leider nimmer fragen wie sie es damals empfand, da sie schon seit meiner Kindheit tot ist. Meine andere Oma kann ich auch schwer vergleichen weil sie nie gearbeitet hat. Frau eines grubengräbers und Mutter eines einzelkindes. Sie war damals eins der reichen Frauen und half auch immer meinen Eltern aus wenn sie Hilfe wegen uns Kinder brauchten 😅

      Meine Mama arbeitete sogar recht bald wieder und empfand selber die Zeit mit uns als Kinder anstrengend. Betonte aber gleichzeitig dass mein Vater und seine Mutter ihr immer wieder halfen und auch arbeiten erledigten, wobei der Haushalt immer ihr Part war.

      • (2) 02.10.18 - 06:38

        Ich habe deinen Text nur überflogen.
        Aber du schreibst, du wärst von 5 bis 21 Uhr ausgelastet. Zuhause , mit Haushalt und Kindern. Ohne einer Erwerbsarbeit nachzugehen.
        Als Vergleich mein Tag: halb fünf Aufstehen, Duschen, mit den Hunden eine kurze Runde, Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine machen, Kinder wecken.Um sechs Uhr muss ich zum Bahnhof um sieben beginnt die Arbeit ( Plege) ohne Pause bis 15 oder 16 Uhr, Heimfahrt mit dem Zug.
        Dort Hunde, Einkauf, mit den Kindern kochen, Haushalt und den nächsten Tag durchplanen....

        Du bist beschäftigt als Hausfrau und Mutter von 5-21. Das sind 15 Stunden.
        Müsstest du in der Zeit einer Erwerbsarbeit nachgehen würden gut 10 Stunden dafür draufgehen. Unwahrscheinlich, dass dann dein Feierabend um 21 Uhr wäre.
        Sehr wahrscheinlich ist hingegen, dass du gewaltige Abstriche machen müsstest, an Haushalt, Kinderbespassung und Freizeitaktivitäten.

        Deshalb verstehe ich deinen Text als Manifest eines eher eingeschränkten Erfahrungshorizontes.

        • Ich korrigiere mich und entschuldige mich. Habe den Text nochmals gelesen. Anfangs schien es mir, als wolltest du sagen wie dass das alles ist und weshalb andere nicht durchkämen mit ihren Zeitresourcen.

          Ich denke nicht, dass früher viel mehr gearbeitet wurde und alles viel anstrengender wär. Es war einfach vieles anders.

          (4) 02.10.18 - 10:26

          Gab halt auch keine unnötigen zeitfresser wie Smartphone und Internet, tv usw.

        • (5) 04.10.18 - 13:25

          wie schräg, du verstehst den text falsch, gibst eine antwort am thema vorbei und bekommst 26 sterne???

          DAS ist urbia #rofl

      Hallo

      Ja die Frauen von heute sind nicht mehr belastbar. Gerade die die schon jahrelang nix anderes machen als sich um die Kinder und den Haushalt kümmern.

      Ich bin neben meiner 25 Stunden Woche noch ab und an ehrenamtlich bei der Caritas und da sind es die Hausfrauen deren Kinder schon erwachsen sind die die ganzen Ferien frei brauchen.😅😅😅

      Da kommt unser einer mal ins Grübeln. 🤔

      Bester Spruch der meiner Meinung absolut nicht zu unserer Arbeit der Caritas pasdt: hättest dir ja einen Mann suchen können der mehr Geld verdient. 🙄

      Dann könntest du auch daheim bleiben. Na denn.

      Wie willst bei deinem voll durchplanten Tag später mal arbeiten gehen. Dann bricht dein Haushalt aber zusammen.

      Hier wird jeden Tag die Wäsche gewaschen und die Tiere versorgt. Haushalt machen wir so wie wir frei haben. Es ist nicht perfekt aber trotzdem darf Besuch kommen.

      Lg

      • Sorry habe auch nochmal gelesen. Ja du hast recht. Viele sagen das das sie keine Zeit hätten.

        Dazu fällt mir folgender Spruch ein:

        Wenn mir etwas wichtig ist dann nehme ich mir Zeit. Wenn nicht dann nicht.

        Dieses ganze Timing ist doch Quatsch. Ist doch egal ob ich um 8 Uhr sauge und lieber mit einer Freundin Kaffee trinken gehe und dann erst um 9 Uhr sauge. Deshalb hat sich ne Freundin ins Bein geschossen. Die ist nämlich nur Hausfrau und Mutter und alle anderen sind berufstätig. Rate mal wer nie bei treffen dabei war? Und hinterher jammern warum man sie nicht fragt. Doch haben wir zu genüge, aber es kam nie was.

        Zeit sollte man sich nehmen. Wir haben alle nur ein Leben.

        LG sandra

    Ich gebe Dir in einigen Punkten Recht, dass was zB Deine Oma geleistet hat, könnte heute wohl kaum noch jemand stemmen.
    Und auch das mit den Azubis entspricht auch meinen Beobachtungen mit Azubis und ich komme aus einem ganz anderen Bereich als Du.

    Allerdings ist es auch so, dass die Kinder früher öfter „abgestellt“ und weinen gelassen wurden. Das schafft natürlich Freiräume, die wir heute nicht haben, weil das weinen lassen von Kindern heute inakzeptabel ist.
    Früher wurden Kinder bei der Arbeit eben mehr eingespannt. Auch bei der richtig harten körperlichen Arbeit mussten die Kinder mit anfassen. Nach meinem Empfinden werden die heutigen Kinder einfach mehr geschont.
    Ich glaube auch, dass die Erziehung damals deutlich strenger und disziplinierter war. Die Kinder mussten tun, was man sagt und das wurde dann auch durchgezogen.
    Heute geht man in der Erziehung eben pädagogisch wertvoller mit Situationen um.
    Meine Mutter zB ist das älteste Mädchen gewesen und wurde immer dazu verdonnert, auf die jüngeren Geschwister aufzupassen, den Haushalt zu schmeißen und auch sowas wie Hausaufgaben mit den jüngeren zu machen. Auch das schafft Freiräume, die sich heute so niemand mehr nimmt (nehmen möchte).
    Vieles musste halt damals so passieren, damit das Pensum überhaupt zu schaffen ist.
    Ich für mich kann mir das so nicht vorstellen und muss dann eben mehr Zeit in eine liebevolle Erziehung stecken.
    Und wenn die Kinder mehr Freiheiten haben sollen, muss ich eben die meisten arbeiten allein bzw. selbst machen.

    Ich bin seit 18 Monaten in Elternzeit. Klar wir haben nur 1 Kind, keine Haustiere und nur eine 90 qm Wohnung. Aber...so viel zeit wie jetzt werde ich nie wieder für die Familie, Freunde, kochen und backen haben. Die Wäsche wäscht sich von alleine; genau so wie das Geschirr. Ehrlich gesagt glaub ich das viele Frauen heutzutage unfähig sind und einfach nicht organisieren können. So ist es zumindest bei uns im Freundeskreis.

    • Da gebe ich dir Recht. Dennoch gibts einfach mitunter große Unterschiede und man kann selten Äpfel mit Birnen vergleichen. Ebenso sind manche belastbarer als andere.

      Wir haben 2 kinder plus hund und großes haus mit Garten. Arbeiten gehen empfinde ich entspannter als Elternzeit.

(12) 02.10.18 - 07:27

Mir war das dann doch zu lang...
Ich würde mal sagen: Oma hatte nicht viele Kaffeepausen ;-), auch wurden die Kinder in der Regel nicht soviel bespaßt wie wir es heute tun. Sie haben eben im Stall gespielt, wenn Oma da zu tun hatte...
Man wechselte auch nicht täglich die gesamte Kleidung, nen Smartphone gab es auch nicht ;-)

(13) 02.10.18 - 07:29

Ich kenne deine Geschichten noch aus Erzählungen meiner Schwiegereltern. Ein ganzer Tag in der Woche war tatsächlich Waschtag, die Wäsche wurde dann am Fluß ausgespült und im Garten aufgehängt.

Meiner Meinung nach mussten damals ältere Kinder früh Verantwortung für jüngere Kinder übernehmen, es gab keine Ablenkung durch Handy/ Fernsehen/ Internet und deshalb hatten alle mehr Zeit.

Auf schulische und außerschulische Förderung wurde nur in der Oberschicht Wert gelegt und da gab es Personal.

Man kann also nicht alles haben und früher war es halt anders.

Komischerweise hatte ich noch nie Probleme, Haushalt, Kind, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen.

Meiner Meinung nach sind viele Mütter total unorganisiert, trinken ewig Kaffee mit Freundinnen, sitzen stundenlang vor dem Handy/Glotze, waschen jeden Tag Wäsche, die dann körbeweise halbfertig rumsteht, gehen täglich einkaufen ohne Plan...

Ich will jetzt niemanden persönlich angreifen, habe nur ein Extrembeispiel einer Bekannten vor Augen. So wird das einfach nichts und alles versinkt im Chaos. Habe ich kein Verständnis dafür.

Ich wasche an einem Tag alles, am nächsten bringe ich alles fertig in die Schränke. Mein Mann kauft am Samstag ein nach dem Essenplan, den ich grob für die kommende Woche im Kopf habe. Obst und Brot nimmt dann der unter der Woche noch mit, der am Laden am besten vorbeikommt.

Ich könnte mit Hund natürlich auch täglich saugen und wischen, aber saugen reicht meistens auch, 10 Minuten später tapst er eh wieder mit nassen Pfoten durch das Haus, wischen lohnt sich also nicht immer.

(14) 02.10.18 - 07:48

DAs was du machst, machen andere neben Vollzeitbeschäftigung zusätzlich.
Du jammerst auf hohem Niveau.
Willst du jemals wieder arbeiten?

  • (15) 02.10.18 - 15:11

    Wo hat sie denn gejammert?

    (16) 02.10.18 - 19:00

    Immer dieses "Vollzeitarbeitende haben das selbe Pensum" ... nein! In einer Wohnung in der von 6-19 Uhr mehrere Kinder "hausen" und spielen, basteln und essen ist viel mehr aufzuräumen und zu pitzen als wenn die Kids früh nur schnell für die Kita fertig gemacht werden und von 17 -19 Uhr noch ein bisschen "Familienzeit" anstand. Außerdem werden die Kinder oft im Kindergarten verpflegt, oder hinterlassen zumindest ihre Krümel und Jogurtpfützen im Kindergarten und verschmieren dort die Türklingen auf dem Weg ins Bad wo es dann die Erzieher wegputzen und nicht die Eltern ... also vergleichen kannst Du das nicht nicht wirklich 1:1.

    • (17) 03.10.18 - 22:37

      Ich glaub das war zwar nicht Hauptziel der TE... aber ich stimme dir absolut zu.
      Mit Kleinkind im Hochziehalter kann ich kaum was alleine machen (nach der Arbeit während Kind noch in Kita ist Wäsche eine Sache von Minuten, mit Baby eben nicht) und bei 5 selbst gekochten Mahlzeiten, dem Wickeln, Spielsachen,... gibt’s mehr zum aufräumen und putzen!

      • (18) 04.10.18 - 07:40

        Warum gibt es 5 selbstgemachte Mahlzeiten?
        Was dauert denn am Wäsche machen solange dass es mit Kleinkind nicht machbar ist? Wäsche in Waschmaschine, an machen fertig. Während dem aufhängen spielt das Kind mit wäscheklammern oder sitzt im wäschekorbe und gibt mir die Kleidung. Genauso beim einsortieren.

        • (19) 04.10.18 - 10:13

          Na, es gibt Müsli mit frischem Obst zum Frühstück. Obstbrei frisch püriert als Vormittagssnack, Mittagessen, nochmal Obstbrei und Fingerfood zum „Kaffee“ und Milchbrei mit zuvor abgepumpter Milch zum Abendbrot.
          Natürlich steht man für nix davon 2 Stunden in der Küche...aber wenn man die Zubereitung, das Abspülen und das Säubern des Essplatzes 😉 und Saugen (nachdem das Esslernkind mit dem Brot fertig ist :-)) durch ist, ist schon ne gute Zeit vergangen... Zeit, die man „erwerbsarbeitet“, wenn das Kind in der Kita ist. Und mit einem Einjährigen geht es alles langsamer. Da muss das Essen untersucht werden, zwischendurch die Pampers...das Nickerchen.
          Ich weiss ja nicht, was du für Wunderkinder hast, aber meine kleine ist mit fast nem Jahr nicht begeistert, wenn ich sie in den Laufstall setzte, um im Keller Wäsche zu sortieren, und die Wäscheklammern räumt sie höchstens aus oder wirft sie durch die Gegend. Vom Helfen beim Einsortieren ist mit knapp 1 auch noch nix zu sehen:-) Wenn dann noch die Reste der Windelexplosion oder Grasflecken behandelt werden müssen, dann dauert es. Und mit Kind auf dem Arm und Wäschekorb in den Keller...bzw wieder hoch auf die Terrasse zum Aufhängen oder noch höher ins Schlafzimmer, zum Einräumen, das geht einfach nicht gleichzeitig. Und natürlich kann man Saugen, während Mäuschen rumkrabbelt, aber bei Badputzen mit Entkalker ist dann auch schon wieder Essig, im wahrsten Sinne des Wortes, mit dem Kind, das gleichzeitig bespasst werden soll.

          Ich will mich nicht beschweren, ich genieße die Zeit. Aber so einfach und schnell geht es je nach Gegebenheiten eben nicht. Kommt natürlich auf die Ansprüche und Umstände an: 5 Hipp-Gläschen, 3-Zimmer mit Waschmaschine im Bad, Wäsche alle in den Trockner und nur ein kleiner Balkon...das geht natürlich schneller.

          • (20) 04.10.18 - 10:45

            Bei mir wurde immer selbst gekocht aber ne Doktor Arbeit hab ich da nicht draus gemacht. Bei mir muss aber mein Kind auch mal 3 Minuten warten.
            Unser Balkon ist auch mit Blumen und Kräutern bepflanzt trotzdem muss ich da ka nicht jeden Tag etwas erledigen.

(21) 02.10.18 - 07:49

Ich habe nicht den ganzen Text gelesen - der ist mir ehrlich gesagt zu lange für den Inhalt.

Ja, ich glaube dass das so ein „Modeding“ ist...& Einstellungssache. Jeder soll und muss das so machen, wie es ihm passt.

Meine Schwester (Elternzeit, mittlerweile 2 Kinder, wovon eins bis 14:30 weg ist und das andere permanent schläft) macht nix im Haushalt. Wirklich nichts. Keine Waschmaschine, das Geschirr von Tagen liegt in der offenen Küche,...ach ich kann gar nicht beschreiben, wie erschrocken ich jedes Mal da bin. Eigentlich ist sie ein sehr ordentlicher Mensch.

Ich habe drei Kinder, ein größeres Haus, mache auch den Garten uvm. Ich habe auch in der Elternzeit hier alles pickobello gehabt. Ich bin schon vor meinem Mann aufgestanden, und hab den Laden geschmissen - etwas übertrieben.

Andererseits habe ich mich so nur wohl gefühlt. Meine Schwester fühlt sich so wohl, und sagt sie genießt so die kurze Elternzeit-Zeit.

Jeder Jeck ist anders. Ich glaube, dass dieses „die Elternzeit ist so anstrengend „ ein Modeding ist.

(22) 02.10.18 - 08:06

Nach dem lesen deines Beitrags, musste ich an ein Gespräch mit einer Bekannten denken. Sie hat ein Kind, damals knapp 6 Jahre alt und beschwerte sich darüber, dass ihr Tag immer erst gegen 23Uhr endet. Im Laufe des Gesprächs meinte sie: mittlerweile ist es schon besser geworden mit dem Haushalt und ich darf sogar mal die Spülmaschine ausräumen wenn er wach ist. Sonst hat er mir das nicht erlaubt und ich konnte das erst machen, wenn er geschlafen hat.

Sicher ist sie ein extremes Beispiel. Allerdings bin ich der Meinung, dass es viele Mütter heutzutage mit der Bespaßung und Förderung ihrer Kinder übertreiben. Zur Erziehung gehört auch, dem Kind beizubringen zu warten, Rücksicht zu nehmen und nicht der Nabel der Welt zu sein.

Ich persönlich, fand die Elternzeit total entspannt. Kein Zeitdruck, freie Tagesgestaltung. Den Haushalt empfand ich nie als Problem. Ich wäre auch nie auf den Gedanken gekommen, meinem Mann noch was "übrig zu lassen", weil ich mich ja um die Kinder kümmere.

LG

(23) 02.10.18 - 08:16

Die Zeiten des Waschzubers kenne ich nur noch aus der Kindheit. Aber selbst meine Oma war Vollzeit berufstätig seit sie nach dem Krieg in unsere Gegend kam - bis zum Tod mit 65. Meine Mutter arbeitete lebenslang nicht und jammerte trotzdem dauernd über jeden Krümel auf dem Boden. Selbstgemachter Hausfrauenstress - ein Paradebeispiel! Ich selber war 44 Jahre Vollzeit berufstätig, zog 2 Kinder auf (danke liebe Tagesmutti#herzlich) und mein Mann hatte noch ein Saison-Nebengewerbe, bei dem ich auch sehr viel mitarbeitete. Trotzdem gab es täglich warmes Essen und meine Wohnung war auch immer so, dass jederzeit jemand unverhofft kommen konnte.
Allerdings mussten meine Kinder ab einem gewissen Alter auch im Haushalt mithelfen, der Plan hing am Kühlschrank und wurde nicht diskutiert. Mein Mann half selbstverständlich auch, je nachdem, wie er zuhause war. Die Kinder hatten im Gegensatz zu heute keinen Terminstress (trotz Verein) und genügend Zeit, mit der anderen Kinderhorde der Nachbarschaft ausgiebig zu spielen. Ich hätte es mir nie vorstellen können, nur zuhause zu sein, ich habe sehr gern gearbeitet und meine Kollegen und der Kontakt mit vielen Menschen fehlen mir heute noch - nach 4 Jahren, in denen ich nun zuhause bin. Nein, ich verstehe die Frauen nicht, die mit einem oder zwei Kindern so überlastet sind, dass am besten der Mann abends noch den Haushalt machen soll, wie hier regelmäßig zu lesen ist. Vielleicht bespasst man die Kinder heute einfach zuviel, denn ich habe regelmäßig Gelegenheit, zu sehen, dass sich soviele Kinder nicht mehr alleine beschäftigen können, keine halbe Stunde. LG Moni

(24) 02.10.18 - 08:18

Du darfst bei deinen Überlegungen nicht vergessen, dass du von sehr unterschiedlichen Zeiten sprichst.
Sicher. Deine Oma musste mit der Hand waschen, es gab weder Spül- noch Waschmaschine. Das war harte Arbeit, ohne jede Frage. Auch das Kochen hat noch wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als das heute der Fall ist und der Großteil von uns überhaupt bereit wäre, zu investieren.
Du sagst es aber selbst: Du bespaßt deine Kinder. Sicher, dass deine Mutter das getan hat oder gar deine Großmutter?

Das Familienleben damals unterschied sich von unserem heute ebenso wie die Erziehung der Kinder. Da wurden die Kinder der Straße am Waschtag 'gesammelt' und von einer Frau beaufsichtigt, während die anderen sich um die Wäsche gekümmert haben. Wobei wir hier nur von kleinen Kindern sprechen, die großen waren doch oft genug den ganzen Tag unterwegs, bis es Zeit war, abends zum Essen heim zu gehen.

Lernen oder bei den Hausaufgaben helfen gehörte eher zur Ausnahme, als dass es eine Regel war und sicher wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, wegen Streitereien oder Noten zur Lehrkraft zu laufen. Die Frage, ob die Kinder zur Schule gebracht und wieder abgeholt wurden, müssen wir gar nicht stellen. Es gab keine Spielverabredungen, geschweige denn Begleitschutz der Mutter.

Das soll jetzt alles kein Angriff oder Kritik sein, das ist halt nunmal Tatsache. Wobei es vor fünfzig Jahren sicher auch einfacher war, die Kinder zur Schule laufen oder bis zur Dunkelheit draußen rumtoben zu lassen.

Dazu kommt, dass unsere Mütter und Großmütter einfach noch anders gestrickt waren. Jeder ist ein Kind seiner Zeit, die jeden in irgendeiner Weise beeinflusst. Meine Großmutter wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, von 'Zeit für sich' zu sprechen. Mit Freundinnen weggehen? Wozu? Da wurde sich höchstens einmal im Monat zum Kaffee getroffen und das meist mit irgendwas verbunden. Aber Frühstücken gehen, abends Essen gehen, shoppen, Kino, das war die Ausnahme. .

Oft lebten mehrere Generationen zusammen, egal, ob man sich mit der Schwiegermutter verstanden hat oder nicht. Meine Oma konnte ihre nicht ausstehen und umgedreht war es genauso. Aber bis heute habe ich kein böses Wort über meine Urgroßmutter gehört. Im Gegenteil, meine Oma betont immer, wie gut die Frau zu ihren Enkeln war, einen Teil der Hausarbeit übernommen hat, etc.. Zwischen meiner Oma und ihr war es immer sehr distanziert, aber beide haben 'ihren Job' gemacht und die persönlichen Befindlichkeiten hinten angestellt.

Heute leben wir ein ganz anderes Leben. Wir investieren Zeit in Dinge, an die unsere Mütter und Großmütter im Traum nicht gedacht hätten. Weil wir andere Prioritäten haben und das ist ja auch in Ordnung so. Wenn ich mal überlege, wie viel Zeit ich in der letzten Woche allein auf dem Sportplatz und beim Kinder-durch-die-Gegend-fahren verbracht habe, ich glaub, da hätte ich locker mit der Hand spülen und dreimal am Tag kochen können. Was natürlich alles nicht kleinreden soll, dass frühere Generationen insgesamt ein, wie ich finde, schwereres Leben geführt haben.

  • Was vor 40 Jahren ein echtes Problem war - die Kinderunterbringung, wenn man arbeiten musste - oder auch wollte.Wenn keine Oma zur Verfügung stand wie bei mir, dann wurde man verdammt schief angeschaut, wenn die Kinder zu einer Tagesmutter gingen. Mir blieb nichts anderes, weil ich arbeiten musste, zuerst alleinerziehend, dann gruselige Ehe und dann wieder 3 Jahre allein erziehend - mit Schulden.
    Keine Ganztagskita, das Leben sehr teuer - keinerlei Gebrauchtbörsen, kein ebay, garnichts. Ich musste alles neu kaufen, weil ich niemanden hatte, der den Kindern etwas "vererben" konnte an Klamotten. Kik und Konsorten gab es auch nicht, die Kindersachen waren elendig teuer. Wenn man dann das mtl. Pflegegeld für 2 Kinder noch zahlte, war der Verdienst sehr sehr geschrumpft.
    Ich marschierte lange Zeit in meine Firma und wieder heim, da ich mir den Bus nicht leisten konnte. Einfache Strecke knapp 3 km. Fahrrad fahren hab ich nie gelernt ;-)
    So gesehen haben es junge Mütter heute um vieles leichter. Auch wenn es viel Alleinerziehende nicht wahrhaben wollen - heute werden sie in vielen Bereichen wesentlich besser behandelt als meine Generation.
    Ansehen - Fehlanzeige
    Unterstützung - Fehlanzeige; im Gegenteil, das Jugendamt machte einem das Leben so richtig schwer
    Bevorzugte Kindergartenplatz-Zuweisung - Fehlanzeige
    Sozialamt - Fehlanzeige. Wenn nichts vom geringen Lohn übrigblieb, Pech gehabt.

    Ich weiß, wie schwer es ist, Kinder alleine durchzubringen, deswegen ist diese Verbesserung wirklich in Ordnung.
    LG Moni

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