Namensänderung

    • (1) 04.10.18 - 02:03
      Inaktiv

      Hallo ich bin allein erziehende mutter eines Sohnes 13 Jahre alt. Damals habe ich mich überreden lassen das mein Sohn den Namen des Vaters bekommt da wir sowieso auch bald heiraten wollten. Was dann auch alles so kam. Nun sind wir schon viele Jahre geschieden und mein ex mann auch bereits verstorben. Ich hatte seit der Scheidung das alleinige sorgerecht. Nun redet mein Sohn ständig davon das er heißen möchte wie ich. Können Sie mir weiterhelfen? Wissen Sie ob es möglich ist das zu ändern? Ich würde mich über eine Antwort wahnsinnig freuen. Liebe grüße

      • https://www.scheidung.org/namensaenderung-kind/

        Schau mal hier steht alles drin. Viel Glück 🍀

        (3) 04.10.18 - 06:30

        Ich würde beim zuständigen Standesamt nachfragen. Ist ja doch ein spezieller Fall bei dir.

        (4) 04.10.18 - 07:41

        Da der Vater verstorben ist, kann ein Namenswechsel nicht mehr in seinem Einverständnis durchgeführt werden. Ein Gericht kann aber entscheiden, dass es nun auch keine Verbindung des Kindes zu diesem Nachnamen mehr gibt und ich halte es für gut möglich, dass dem Antrag stattgegeben wird.

        Ich würde einen Termin beim Standesamt machen und mich dort beraten lassen. Das kostet ja erstmal nichts. Sollte der Namenswechsel dort dann nicht so einfach vonstatten gehen können, würde ich mich ans Familiengericht wenden, falls das Standesamt keinen anderweitigen Rat geben kann.

      • Normal ist es schwierig, vor allem wenn der Vater noch leben würde. Aber Standesämter können sowas auch individuell prüfen und genehmigen. Selbst dann, wenn es eigentlich nicht vorgesehen ist.

        Auch bei Vornamen. Freundin von mir hatte das mitm Vornamen. Ihre Mutter wollte ihr damals einen bestimmten Namen geben... das Standesamt, meinte, der Name sei männlich. Sie konnte das Gegenteil beweisen (da es ein Name einer GöttIN ist) aber bekam den Namen wehalb auch immer dennoch nicht durch. Und gab ihrer Tochter notgedrungen fürs Standesamt normale Namen. Hat sich aber geweigert ihre Tochter jemals mit den den Namen anzusprechen. Sie wurde immer beim Wunschnamen ihrer Mutter gerufen und ihr Mutter bestand auch drauf in Kitas und Schulen, dass der Name unter dem sie eingetragen ist - NICHT ihr Rufname sei. Mit 14 oder 16 ist sie in Begleitung und auf eigenen Wunsch zum Standesamt und hat drauf bestanden das der Name, mit dem sie seit ihrer Kindheit gerufen wird, auch ihr offizieller Name wird. Vor den beiden bereits eingetragenenen Namen - die beiden anderen als 2. und 3. Namen aber erhalten bleiben sollten. In ihrem Fall bekam sie die Genehmigung und heißt seither in ihren Dokumenten eben so wie sie schon immer gerufen wurde.

        Beim Nachnamen geht das glaub nur dann, wenn das Kind den ausdrücklichen Wunsch danach hat und der Vater kein Veto einreicht. Da der Vater in deinem Fall aber bereits tot ist, weis ich nicht ob man sagen kann - geht anstandslos durch oder nicht. Glaub das hängt auch immer am Sachbearbeiter und dem Willen des einzelnen Beamten ab.

      (7) 04.10.18 - 08:57

      Diese Frage ist bereits vor dem BGH geklärt worden. Die Einwilligung des toten Elternteils muss nicht gerichtlich ersetzt werden, da der Schutzzweck des Interesse des anderen Elternteils nach dem Tod nicht mehr gewährleistet werden muss.

      BGH, 19.05.2004 - XII ZB 155/02

      LG

      • *seufz*

        #pro

        Hallo!

        Das ist zwar richtig, hilft der OP aber auch nur begrenzt. Vor der Hürder der ggf. notwendigen Zustimmung steht die Frage ob der Name überhaupt geändert werden kann.
        DAS sehe ich hier nicht. Allein der Wunsch des Kindes reicht da nicht aus, es muss für das Kindeswohl erforderlich sein.
        Die Rechtsprechung vertritt da derzeit die Ansicht das es heut zu tage nichts ungewöhnlich ist wenn ein Kind anders als seine Eltern heißt - und dies entsprechend das Kind also nicht benachteiligt.

        • (10) 04.10.18 - 17:10

          Du könntest dann recht haben, dass es schwierig(er) wird, wenn das Kind nicht einbenannt werden soll. Es müssten dann ggf. wirklich Gründe vorgetragen werden, die dafür sprechen. Ob die Mutter hier jetzt verheiratet ist oder nicht, kann ich nicht erkennen. Dann wäre es jedenfalls kein Problem.

          Im Grunde aber diskriminierend und auch wert zu klagen. Nehme ich den Namen des neuen Ehemannes an, ist eine Einbenennung okay, ist es mein "eigener" Name, dann aber nicht? Hm.

          LG

          • (11) 05.10.18 - 16:12

            Naja,
            die beiden Fälle kann man eben nunmal nicht vergleichen.
            Die Eltern hatten nach der Geburt des Kindes die Wahl ob es den Namen der KM oder des KV annehmen soll - und diese Wahl getroffen.

            Eine Einbenennung wird ja erst dadurch möglich das NACH Geburt des Kindes ein neuer Familienname gewählt wird.
            Auch hier besteht NICHT die Option den Nachnamen des Kindes nach einer Scheidung wieder in seinen ursprünglichen Geburtsnamen zu ändern.

            In sofern gibt es da keine Benachteiligung.

      (12) 05.10.18 - 14:52

      das stimmt nicht so ganz.



      Das geltende Recht gestattet dem Vater, der mit der allein sorgeberechtigten
      Mutter nicht verheiratet war und nach deren Tod die Sorge für das Kind erlangt,
      nicht, dem Kind seinen Namen zu erteilen. Angesichts der bewussten und eindeutigen
      Willensentscheidung des Gesetzgebers ist eine Abhilfe durch Analogieschlüsse
      nicht möglich.
      BGH, Beschluss vom 10. August 2005 - XII ZB 112/05 -

      • (13) 05.10.18 - 15:02

        kurz gesagt: je enger die Bindung zum verstorbenen Elternteil war, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der Name geändert werden darf bzw. je länger auch der Name "schadlos" getragen wurde.

        (14) 05.10.18 - 15:32

        Der andere Beschluss sagt etwas Anderes, stellt aber auch den Zusammenhang mit einer Einbenennung mit einer Heirat der Mutter her. Deshalb schrieb ich ja auch an Gobberblast, dass der Knackpunkt ggf. an der Frage hängen könnte, ob es der Geburtsname oder neue Ehename der Mutter ist. Wobei ich das jetzt mal subjektiv gesprochen schräg finde, dass der Name des Stiefvaters okay ist, der der Mutter aber nicht.

        LG

        • (15) 05.10.18 - 16:15

          "Wobei ich das jetzt mal subjektiv gesprochen schräg finde, dass der Name des Stiefvaters okay ist, der der Mutter aber nicht."

          Das sehe ich nicht so. Es gibt bestimmte Zeitpunkte / Gegebenheiten zu denen eine Nameswahl (oder ein Wechsel) möglich ist.
          In diesem Fall ist es einmal die Bestimmung des Geburtsnamens, im Anderen Fall die Annahme eines - zum Geburtszeitpunkt noch nicht bestehenden - Familiennamens.

          Beide Entscheidungen sind nicht rückgängig zu machen - auch ein einbenanntes Kind kann nach der Scheidung der Ehe nicht einfach wieder "rückbenannt" werden.

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