Verständigung mit Großeltern bzgl Betreuung

    • (1) 16.10.18 - 16:04

      Hallo ihr Lieben,
      weiter unten geht es in einem Thread ja um die Frage, ob und in welchem Umfang die Großeltern zur Betreuung herangezogen werden und ob die Großeltern überhaupt Interesse daran haben, mit den Enkeln Zeit zu verbringen.

      Ich konnte herauslesen, dass natürlich die Großeltern freiwillig diese Aufgaben übernehmen und es den Eltern nicht zusteht, Oma und Opa als selbstverständlichen Babysitter regelmäßig einzuspannen. Ich denk, da sind wir uns alle einig :)

      Trotzdem lese ich im Thread heraus, dass einige auf die Großeltern ''angewiesen'' sind bzw durch deren Betreuung die Situation in der Arbeit oder auch privat erleichtern. ZB schreibt eine Userin unten, dass ihre Vollzeitarbeitszeiten nicht mit den Kindergartenzeiten zusammenpassen und somit die Großeltern einen Teil der Betreuung übernehmen müssen (!).
      Auch eine Bekannte von mir (Lehrerin) baut beim Abholen aus der Krippe auf die Schwiegereltern. Ihr Sohn geht lediglich bis 11.30 in die Krippe, also ohne Essen und Schlafen. An den Tagen, an denen sie länger Unterricht hat, wird der Sohn von den Großeltern abgeholt. Damit er nicht bis nachmittags bleiben ''muss''.

      Oder auch überhaupt das Thema 'Fremdbetreuung im U3-Bereich'. In unserer Mutter-Kind-Gruppe haben viele Mütter schnell wieder Teilzeit gearbeitet. Wirklich alle hatten bzw haben das Kind in der Zeit bei Oma. Es wird lautstark kundgetan, dass Fremdbetreuung unter 3 nicht in Frage kommt und es wurde immer wieder allgemein über Eltern 'gelästert', die ihr Kind in die Krippe geben. Wie freiwillig betreut denn da dann tatsächlich die Oma das Kind. Macht sie es gerne, oder aus schlechtem Gewissen, weil die Tochter / Schwiegertochter in die Arbeit will und das Kind halt nicht in eine Einrichtung 'soll'- und man deshalb die Betreuung halt nicht ablehnt, um niemand zu enttäuschen?

      Mich würde nun interessieren, wie ''freiwillig'' denn da nun tatsächlich generell die Betreuung durch die Großeltern ist? Ist das Problem der Arbeitszeit nicht eigentlich das Problem der Eltern, und dann muss das Kind halt in der Krippe essen und schlafen, das müssen ja andere Kinder auch? Ohne dass da mehrmals wöchentlich die Großeltern mittags das Kind abholen müssen / dürfen? Bieten sich da die Großeltern oder bitten die Eltern darum?

      Auch das unten angesprochene Thema mit Renovierung / Umzug, das Kind ''muss'' in der Zeit dann zur Oma? Ist das tatsächlich noch freiwillig oder 'traut' sich Oma in dem Fall nicht abzulehnen?

      Solche Beispiele finde ich sowohl immer wieder auf Urbia als auch im Real Life bei Freundinnen und Bekannten.

      Deshalb würde ich wirklich gerne wissen, von wem den der Wunsch nach Betreuung ausgeht. Vor allem wenn es regelmäßig ist, die Arbeitssituation oder Umzug oder einfach Omanachmittag oder Urlaub betrifft.

      Denn wie ich unten im Thread schon schrieb: Wir organisieren alles alleine, ohne die Großeltern einzuplanen. Das heißt, dass unser Sohn auch zweimal die Woche direkt auf 7.00 zum Frühdienst in der Kita gebracht werden muss - ''obwohl'' meine Eltern hier im Ort leben. Genauso selbstverständlich wie wir auch, als wir letztes Jahr ein Haus gekauft haben, komplett alles MIT unserem Sohn gemacht haben. Er war bei allen den Kreditterminen und sogar beim Notar dabei, bei den kompletten Umzugsvorbereitungen und beim Kistenpacken, alte Wohnung übergeben usw war er immer mit dabei. Lediglich am Umzugstag selbst hatte ich ihn nachmittags bei meiner Mutter. Also

      Ich möchte mich jetzt überhaupt nicht darin sonnen, dass wir alles allein wuppen, sondern ich möchte lediglich wissen, ob das Engagement bei euch von den Großeltern ausgeht oder ob ihr da gezielt darum bittet.

      LG

      • (2) 16.10.18 - 16:17

        Wir haben auch alles alleine gestemmt aber nur weil das so ist, muss man es nicht negativ sehen, das die Grosseltern zur Seite stehen.

        Ich denke mal wenn sie es nicht wollten, würden sie es auch nicht machen.
        Beide Parteien haben sicherlich über die Betreuung geredet und sich geeinigt, also für mich eine freiwillige Leistung...innerhalb der Familie.
        Von Fremdbetreuung würde ich auch nicht innerhalb der Familie reden. Im Kiga ist es doch anders...20 Kinder und mehr, kein persönlicher Bezug, kein individueller tagesablauf, liebloser, ....
        Ich würde im Nachhinein eine Kinder niemals in die U3Betreuung geben und auch den Kindergarten besser auswählen oder eher auf Arbeiten verzichten, denn die Fremdbetreuung ist leider nicht immer positiv zu bewerten.

        lg
        lisa

        • (3) 16.10.18 - 18:27

          Das ist mir zu allgemein. Zum einen waren meine Kids nicht im kiga mit u3. Sondern in der Krippe. Zum anderen war diese privat klein familienähnlich. Sehr guter Betreuungsschluessel.

      Im Grunde ist es mir vollkommen wurscht, wie Familien ihre Kinderbetreuung organisieren und ob die Großeltern Lust auf Betreuung haben, oder nicht.

      Wir leben im Ausland, haben niemanden hier, unsere Betreuung sind Kita (ab einem Jahr da Elternzeit in England) und mal ein Babysiter am WE am Abend.

      Was mich allerdings so richtig auf die Palme bringt, sind solche selbstgefälligen Eltern, die Fremdbetreuung verteufeln aber dann natuerlich ohne Bedenken ihre Kinder jeden Tag und gerne auch regelmäßig nachts am WE zu den Großeltern geben. Ja, sicher kennen die Kinder die Großeltern zunächst besser. Aber Bindung lässt sich auch gut aufbauen und sind wir mal ehrlich, ich kenne so manche betreuenden Großeltern, da würde ich meine Kinder nicht lassen ;-)

      Wann immer solche Leute urteilen, dann sollen sie bitte bedenken: Eltern wie wir haben niemanden, der uns die Kinder mal abnimmt, selbst bei Krankheit müssen wir uns alleine kümmern, keine Übernachtungen (mein Sohn hat in 4 Jahren nie alleine irgendwo übernachtet), nichts. Wir haben unsere Kinder immer. Ich will mich weiss Gott nicht beschweren, wir haben es so gewollt. Aber bevor manche Leute externe Betreuung verteufeln, sollten sie doch erst mal bedenken, dass nicht jeder diesen Grosseltern Luxus hat. Und Eltern brauchen eben auch mal eine Pause, oder nicht?

      • Stimmt, aber lass da mal die Oma ausfallen...das habe ich im Job erlebt, wie kleinlaut und unflexibel da dann plötzlich jemand wurde.
        Da wurden auch immer große Töne gespuckt, Oma hat das Kind gehütet, geputzt und gekoch, einkaufen meist auch noch ... so kann ich auch Beruf und Familie vereinbaren.
        Als Oma krank wurde und selbst Hilfe brauchte, ging gar nicht mehr ... Krippe kostet viel Geld, Haushalt bleibt an einem selbst hängen und die Schwiegermutter hat nun auch noch Hilfe erwartet

        • Vollkommen klar. Selbst wenn wir die Moeglichkeiten haetten, wuerde ich die Grosseltern nie so einspannen aus den von dir genannten Gründen. Meine Eltern würden das so intensiv aber auch gar nicht wollen, was vollkommen ok ist.

      Pause gut und schön, ja, muss sein. Aber diese ist doch nun wirklich nicht abhängig von Großeltern!

      • Naja, viele Leute geben ihre Kinder ja am WE oder in den Ferien zu den Großeltern, um mal Paarzeit zu haben oder sich eben eine Auszeit zu nehmen.

        Bei uns geht das so: wir geben uns entweder gegenseitig eine Auszeit oder wir müssen einen Babysitter bezahlen, wenn wir mal als Paar alleine was machen wollen. Das ist auf Dauer ganz schön kostspielig (und zeitaufwändig wenn man sich jemand neuen suchen muss). Ich gebe zu, ich fände es schon toll, wenn die Kinder am WE mal bei Oma übernachten könnten. Und meine Eltern fänden das auch super, geht aber auf Grund der Distanz nicht.

        Als Paar hast du halt wirklich wenig Spielraum ohne Unterstützung. Wie schön es ware, morgens mal gemeinsam im Bett zu liegen und nicht immer nur einer alleine..

    Schade dass es negative veralgemeinerungen gibt...

    Diese Gedankengänge wie du hatte ich auch mal. Aber diese Menschen gibt es echt selten. Also da, wo aufgaben verlangt werden und da dann geschimpft wird, wenn welche das nicht von selbst anbieten oder eben verneinen.

    Bei den meisten sind das Kompromisse weil es eben anders wirklich nicht geht. Entweder weil die Eltern kurz vorm burn out stehen, sie kein betreuungsplatz finden aber das Geld brauchen oder weil sie irgendwelche Ansichten haben. Alles sind ernsthafte Begründungen und sollte nie ins lächerliche gezogen werden (nur mal vorweg)

    Wir können es uns zum Glück leisten, dass wir es allein stemmen (kann wirklich nicht jeder) Vor über einem Jahr hat meine Mutter als einzigste verwandte/Freunde von selbst angeboten 1 Tag in der Woche tagsüber auf die Kinder aufzupassen, falls ich wieder arbeiten gehen möchte (bin noch in Elternzeit). Wahr genommen wurde das noch nicht. Und die große geht trotz fehlender Notwendigkeit dennoch in die Kita 😅 also seit sie 18 Monate alt ist und sie ist jetzt über 2 Jahre alt. Das hat aber auch ihre Gründe 😊

    Wir sind aber generell Menschen, die es allein probieren ehe wir jemand fragen. Also ich und mein Mann. Und wir haben eben die Ansicht dass keine Hilfe selbstverständlich ist. Ich persönlich hab aber die Erfahrung gemacht dass die meisten auch so denken.

    Wie alles aber gemacht wird bleibt jedem selber überlassen, und solange alle glücklich sind, ist doch alles erlaubt 😊

    Ich will net wissen was Leute denken, weil ich meine Tochter ohne Bedarf mit 18 Monaten in die Kita stecke 😂 ist mir ehrlich gesagt eh wurscht. Für uns ist es die beste Lösung und wir sind alle glücklich damit 😘

Bei dem Thema betreuen während evtl Arbeitszeiten ging das Ganze von der Oma aus. Wir saßen zusammen und es kam von ihr „aber so klein gebt ihr die Kleine nicht in die Krippe oder? Wir sind ja da“ (also unter 3).

Auch allg. fragen die Großeltern oft ob sie die Kinder mitnehmen können zu Ausflügen oder Urlaub. Aber ja wir fragen auch ganz gezielt mal ob sie Zeit hätten, weil wir Betreuung bräuchten. Sei es für Termine oder auch um einfach nur mal Zeit zu zweit zu haben.

Generell ist es für die Oma aber die Betreuung selbstverständlich, wenn sie Zeit hat und weiß wir brauchen Hilfe. Bei unserem Umzug zb kam von ihr die Frage wann sie das Kind abholen soll...ohne das wir gefragt haben.

Hallo,

Ich habe das selbe gedacht wie du #winke

Auch bei Freunden, Kollegen, Bekannten erlebe ich größtenteils, dass viele die Großeltern in der Kinderbetreuung fest eingeplanen. Ich denke bei den meisten ergibt es sich einfach im Laufe der Zeit. Die Rückkehr in den Beruf rückt näher, man spricht darüber, schildert Engpässe und Oma und Opa springen dann halt ein. Vielleicht aus Pflichtgefühl, weil ihnen früher auch geholfen wurde, einige auch aus gesellschaftlichen Druck, alle anderen Omas machen das doch auch, andere aus Freude und Überzeugung ... die Gründe dafür sind wohl in jeder Familie unterschiedlich

Mir fällt aber schon auf, dass viele es schon als selbstverständlicher ansehen, als es tatsächlich ist. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass viele Eltern völlig unfähig sind sich mal selber um ihre Kinder zu kümmern. Ohne Oma geht da nicht viel... viele Eltern werden irgendwie selbst nicht erwachsen...total unselbstständig...ich weiß gar nicht wie die sich im Arbeitsleben schlagen#schwitz

mit Kind einkaufen...unmöglich#augen
Babysitter...nicht zumutbar#klatsch
Auf eine Feier verzichten...wo kommen wir denn da hin#rofl
Haushalt mit Kind...unvorstellbar:-(
mehrere Kinder organisieren...undenkbar#nanana

Ich denke bei vielen Empfängern von Unterstützung ist es auch einfach Bequemlichkeit und Geiz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so viele ,überwiegend Omas, nichts besseres zu tun haben, als sich ständig um ihre Enkel zu kümmern. 1-2 pro Woche ist ja noch okay, aber mehr grenzt schon an Ausnützen .

Bin ja mal gespannt, wieviele Omas und Opas später einmal im Heim landen, und am Wochenende vergeblich auf Besuch warten ... ob Kinder und Schwiegerkinder dann auch sooo gerne helfen #sorry

Man erlebt manchmal die absurdesten Dinge, wenn man mal andere reden hört ... wie schwer das Leben mit Kindern ist. Meine Tante hilft ihren drei Kindern regelmäßig mit den insgesamt 8 Enkeln aus, da bekommen sich doch tatsächlich die Schwiegertöchter noch in die Haare, dass eine mal nicht alleine zum Aldi fahren kann oder gar einen Maniküretermin verschieben muss, oder Oma selbst mal ein Wochenende was vor hat #augen

Wir selbst haben kaum (durch Entfernung) Unterstütztung durch die Großeltern. Da organisiert man sich halt selbst, und hat immer einen Plan B, C, D ...;-), aber natürlich muss man auch verzichten...wir haben später halt den großen Vorteil, dass meine Eltern/Schwiegereltern keine ständige Betreuung im Alter oder Krankheit von uns erwarten, dass man sich hilft soweit es geht ist natürlich selbstverständlich

  • Gut geschrieben!

    Das ist echt gut geschrieben! Ich erlebe das bei uns im Umfeld auch immer wieder - ohne Oma/Opa wären hier viele total aufgeschmissen. Wenn die ausfallen, bricht wohl alles zusammen! Und bei den meisten frage ich mich auch, wie freiwillig das noch aus Sicht der Großeltern ist...

    Meine Schwiegereltern sind seit zig Jahren getrennt und neu verheiratet wohnen aber beide 300km entfernt in genau die entgegengesetzte Richtung. Meinem Schwiegervater/Frau würde ich die Kinder nicht alleine geben - hat seine berechtigten Gründe. Meine Schwiegermama und Mann sind super, die würden (im Notfall) sofort ins Auto sitzen und herkommen zu jeder Tags- und Nachtzeit. Und es wird auch über die Entfernung hin immer Hilfe angeboten - bisher eben wenn es Planbar ist. Im Sinne von: Sucht euch mal ein Wochenende aus, wo ihr was unternehmen wollte, dann kommen wir!

    Meine Eltern wohnen um die Ecke und ihre Hilfe kommt auch aus freien Stücken und von Herzen! Es wird angeboten und wir fragen auch nach aber sie haben trotzdem auch ein eigenes Leben, Termine, sind im Urlaub etc.!

    Fürs letzte Wochenende wurden wir von Freunden gefragt ob wir mit zu einer Veranstaltung im Nachbarort kommen. Habe gesagt, dass wir niemand für die Kids haben. Da kam gleich "Wieso, deine Eltern wohnen doch um die Ecke"... ist auch so aber die fuhren am Sonntagmorgen ganz früh auf einen Ausflug, da geb ich am Abend davor nicht die Kinder rüber oder lasse sie bei uns rumsitzen. Das finde ich dann nicht ok! Das wurde irgendwie nicht verstanden...
    Meine Mama hatte uns dann gefragt ob wie dieses Jahr gar nicht nach XY wollen. Habe es dann so gesagt, dass sie ja am Sonntag so früh aufstehen müssen und sie meinte, wenn es nicht so spät wird, so bis 22.30/23 Uhr, dann passt das doch schon! Da meinte echt eine Freundin "Die können doch dann im Bus schlafen!"... aber egal was ist, bei ihr heißt es "Mama mach mal/pass auf", die wohnen in einem Haus!

    Absolut deiner Meinung.

    Manchmal bin ich sogar ein bisschen stolz auf uns, wie wir das so Hilfe organisieren (wobei es manchmal schon sehr hart ist). Wenn ich dann so manche höre, die im ersten LJ nicht mal in der Lage waren alleine mit Baby und Kleinkind irgendwo hinzugehen, dann denke ich mir nur so, wie solche Menschen ihr Leben planen bzw auf wen sie so alles bauen.

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