Ehe mit Kindern für'n Arsch?

    • (1) 18.10.18 - 02:58

      Hallo zusammen,

      heute ist mir leider nochmal bewusst geworden, wie traurig unsere Ehe verläuft und ich stelle die Frage zur Diskussion, ob es sich noch dafür zu kämpfen lohnt, diese Beziehung aufrecht zu erhalten oder nicht.

      Dabei ist es für mich natürlich echt schwierig, objektiv zu bleiben und trotzdem meinen Standpunkt zu vertreten.

      Die Fakten:
      Wir sind ziemlich unterschiedlich. Stammen beide aus eher einfachem Hause, ihre Eltern eher alternativ, meine bieder und angepasst. Kennen uns seit 17 Jahren. Vor 5 Jahren auf Grund einer Schwangerschaft geheiratet, drei Jahre später das zweite Kind (weil es ihr Wunsch war. Unter anderem als Argument, weshalb es beim Sex nicht so klappte. Unser erstes Kind war toll, ich "hätte kein zweites Kind gebraucht". Ha e mich schlussendlich aber der Partnerschaft wegen dazu hinreißen lassen.). Unser gemeinsames Haus bezahlen wir noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ab. Wir sind (unter anderem natürlich auf Grund des Hauses) auf zwei Jobs angewiesen, ich in Vollzeit, sie in Teilzeit.
      Sollte ich wichtige Fakten vergessen oder an irgendeiner Stelle unsachlich werden, fragt einfach nach, bitte.
      Ich liebe von Haus aus Organisation, Hygiene und gesellschaftliche Zwänge.
      Sie ist von Haus aus unorganisiert, nachlässig und chaotisch.
      Wo sich in der Jugend die Gegensätze vielleicht noch anzogen oder gar attraktiv waren, nerven sie inzwischen nur noch.
      Aber jetzt sind zwei Kinder und ein Haus da. ^^
      Das ist unterdessen die einzige gemeinsame Basis, abgesehen von dem einen oder anderen Grundwert wie Treue, Familie, Urlaubsziele oder so.
      Differenzen gibt es bei den Themen Erziehung, Ordnung, Verantwortlichkeit, Liebesspiel, Hygiene und und und...
      Ich liebe meine Kinder. Aber ich liebe meine Frau nicht mehr.
      Ist sie ein Arschloch? Nein. Hasse ich sie? Nein. Aber ich ertrage sie als meine Partnerin einfach nicht mehr, weil wir völlig unterschiedlich sind und sich das umso mehr beim Thema Erziehung herauskristallisiert. Und ich liebe sie nicht mehr als meine Partnerin, da wir keine wirkliche Beziehung mehr führen. Wir sind noch Eltern, aber keine Partner mehr. Und als Eltern sind wir uns oft nicht einig.

      Das ist für mich kein tragbarer Zustand mehr und ich frage mich, ob das eine Zukunft haben kann oder nicht. Vor allem der Kinder wegen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich so etwas wie eine "saubereTrennung" geben kann.

      Was meint ihr? Lohnt es sich, alleine der Kinder wegen, für die Beziehung zu kämpfen? Kann man die Beziehung auf ein anderes Level heben und zumindest die Differenzen beilegen, um wenigstens den Kindern eine gute Partnerschaft vorzuleben? Für mich ist das aktuell leider unvorstellbar.

      Ich hoffe, ich habe die Fragestellung mit der zugehörigen Erläuterung sachlich genug und dennoch nicht zu allgemein gehalten!?
      Solltet ihr (Rück-)Fragen haben, fragt gerne...

      • Auf der einen Seite hat man sich für seine Kinder (Familie) und Haus entschieden, wo man nicht so einfach das Handtuch wirft und noch mehr Chaos "für alle" verursacht und auf der anderen Seite hat jeder Mensch das Recht glücklich zu sein.

        Würde mit deiner Frau offen über deine Belastungen und Erschöpfungsgefühle der Partnerschaft gegenüber und mit deinen evtl. Trennungsgedanken reden, egal wie es ausgeht positiv oder negativ, somit kann dieses Gespräch deine Entscheidung abnehmen. Sollte es eher zugunsten der Familie ausgehen, vielleicht auch noch eine Paatherapie wagen, somit kannst du, ob es gut läuft oder schief geht , dich selbst bestärken, indem du um deine Ehe gekämpft hast oder eben bis zum Schluß alles versuchst hast. Du bist es vielleicht deiner Frau nicht schuldig, da sie genauso beitragen muss, aber deinen Kindern und eurer Existenz.

        Hast du sie denn jemals "richtig" geliebt? Frage nur, weil du schreibst, dass ihr aufgrund einer Schwangerschaft geheiratet habt... klingt ziemlich plump.
        Und ansonsten definitiv offen und ehrlich über deine Gefühle sprechen, vielleicht sieht sie ja alles gar nicht so wie du oder allgemein wo die Probleme liegen. Das könnte zumindest etwas ins rollen bringen und ihr könnt weitere Entscheidungen treffen.

        • Ich habe sie mal geliebt, ja.
          Und die Geschichte mit der Heirat wegen des ersten Kindes war vielleicht etwas kurz formuliert. Wir waren ja immerhin schon mehr als ein Jahrzehnt ein Paar, als sie schwanger wurde und das war auch geplant und gewünscht. Ich hatte immer den Eindruck, ihr sei die Ehe nicht so wichtig. Aber ein Kind wollte ich nur als Ehepaar bekommen. Da bin ich etwas altmodisch.

      Gibt es ein paar Vorzüge durch euer gemeinsames Wohnen?
      Eventuell gemeinsames Abendessen am Tisch als Familie; gegenseitiges Kinder hüten, wenn der Partner in Sport möchte oder einen wichtigen Termin hat; Wohncomfort etc.?

      Wie tolerant seid ihr. Wäre eventuell eine "offene Ehe" etwa für euch?

      Auch bei Trennung müsst ihr euch Gedanken machen, dass alles sauber läuft. Jahrzehntelanger Rosenkrieg auf Kosten der Kinder wäre nicht schön.

      Ich kenne einen, der sich von seiner Frau hat scheiden lassen. Haus wurde verkauft, getrennte Wohnungen und Absprachen, wann die Kinder zu ihm dürfen etc.
      Allerdings hat er diese Tatsache sehr lange (über 1 Jahr) vor seinen Eltern und Kollegen verheimlicht, weil er eine Trennung als Scheitern angesehen hat.
      Geschieden ist er auch nicht. Was die neuen Partnerinnen natürlich nicht so toll finden.

      Ich kenne auch ein paar tolle Patchworkfamilien, bei denen die Kinder dann fast schon profitieren, da sie quasi 4 Eltern und eventuell noch viel mehr Großeltern haben, die sich um die Kinder reißen. Und viele tolle Dinge unternehmen.

      Einen richtigen Rat habe ich nicht.
      Aber vielleicht solltest du diese Entscheidung tatsächlich nicht alleine treffen, sondern deiner Frau eine Chance zum Reagieren geben.

      Vielleicht liegt ihr sehr viel an der Beziehung. Vielleicht ist sie auch froh, dass du das Thema ansprichst.

      Huhu,
      Ich denke auch das du mit ihr reden solltest. Das du ihr das sagst, was du hier geschrieben hast. Evtl. gibt es ja doch noch eine Chance für euch. Ihr habt so viel Verantwortung zusammen und geliebt habt ihr euch ja schon mal, also würde ich nicht gleich alles wegschmeißen. Vielleicht wäre ein gemeinsamer Urlaub eine Idee? Oder ihr unternimmt als paar mal was alleine, damit ihr euch wieder näher kommt. Vielleicht kann deine Frau an ihre Unordnung arbeiten. Aufjefendsll würde ich ihr die Chance es zu versuchen geben.

      Alles gute

    • Das eigentlich wichtige wäre für mich deine wiederholte Aussage, dass du sie nicht mehr liebst.
      An einer Beziehung wegen der Kinder festzuhalten finde ich falsch. Außerdem merken die Kinder doch, dass es nicht so harmonisch ist und oft Streit gibt. Bei zwei einzelnen Elternteilen (mit später eventuell neuen Partnern) die dafür aber glücklich sind, lässt es sich bestimmt viel besser leben.
      Schwierig ist natürlich, dass du denkst es gibt keine friedliche Lösung. Gerade wenn die Meinungen so verschieden sind. Da würde ich mich im Vorfeld darum kümmern, dass es jemanden gibt der vermitteln kann. Leider gibt es viel zu oft Streit wegen Nichtigkeiten. Im Vordergrund sollten doch die Kinder stehen.
      Das Haus würde ich erstmal außen vor lassen. Da gibt es immer Lösungen.

      • Ja, jemanden, der vermitteln kann. Das wäre auch mein Wunsch.
        Aber wen nimmt man da? Eine Vertrauensperson aus dem Bekanntenkreis? Trauzeugen/Trauzeugin? Eine externe "Stelle"? Die Eheberatung hat sie bereits abgelehnt. Und ob man Freunde da mit reinziehen muss, weiß ich nicht. Finde ich eher nicht fair dieser Person gegenüber.

    Du formulierst sehr klar und deutlich, dass du deine Frau nicht mehr liebst und auch an sich nicht mehr mit ihr zusammen bleiben möchtest. Nach deinen Aussagen vermute ich, dass du dich amotional schon so weit von deiner Frau entfernt hast, dass ein "Retten" der Beziehung einfach nicht mehr sinnvoll ist.

    Wegen der Kinder zusammen zu bleiben, halte ich für falsch. Ich bin selbst Scheidungskind und froh, dass meine Eltern damals nicht "wegen dem Kind" (also mir) zusammen geblieben sind.

    Vielleicht kristallisiert sich heraus, dass deine Frau genauso oder zumindest ähnlich denkt.

    Warum soll es deiner Ansicht nach keine "saubere Trennung" geben?

    • Meiner Meinung nach geht eine Trennung immer mit Verlusten auf beiden Seiten einher. Außerdem glaube ich nicht, dass die Kinder damit glücklich wären, wenn einer von uns beiden nicht mehr ständig für sie da wäre.

Warum nicht mal zur Eheberatung gehen.
Mir sträuben sich die Nackenhaare wenn ich hier ständig lese, wie schnell man sich doch trennen will.
Früher war alles an der Frau anziehend, jetzt ist alles negativ. Man kann es sich verdammt einfach machen....der Schuh passt nicht mehr, also wird er weggeworfen.
Meint ihr Echt das alle anderen Ehen perfekt sind?
Jeder hat mal Durststrecken, Ehefrust und will ausbrechen. Nur habt ihr zusammen die Verwantwortung für zwei Kindern übernommen....oja, du wolltest das zweite ja nicht#schock.

  • Siehe meine Antwort auf kikaninchens Beitrag - ich habe wirklich vieles probiert und zur Eheberatung wollte sie nicht... :-/

    Das "Meint ihr echt, dass alle anderen Ehen perfekt sind?" ist für mich eher ein Totschlagargument. Muss ich mich falsch verhalten, nur weil es andere auch tun? Meinst du nicht, es hat schonmal jemand seine Frau betrogen, um was Neues auszuprobieren oder sich abzulenken? Würde ich deshalb trotzdem nie tun...
    In dem Punkt bin ich so hochnäsig, zu sagen: Ich habe den Anspruch, besser zu sein!

War sie je die große Liebe? Hat sich Dich je geflasht, umgepustet, verrückt gemacht?
Wenn ja, dann lohnt sich der Kampf.
Wenn es immer schon eine eher leidenschaftslose Beziehung war, ist es sicher besser, sich zu trennen--dann hat nämlich jeder von euch noch die Chance, die große Liebe WIRKLICH zu finden.

Hallo,

ja, ich habe tatsächlich eine Frage.

Du hast Deinen Standpunkt sehr deutlich gemacht und ich kann ungefähr nachvollziehen, wie es Dir geht und welche Gedanken und Gefühle Du bezüglich Deiner Ehe hast.

Was mir aber fehlt sind die Informationen bezüglich Eurer Kommunikation was eben diese Situation betrifft.

Hast Du mit Deiner Frau darüber geredet? Weiß sie, wie Du über Eure Beziehung denkst? Was denkst Du, empfindet Deine Frau in Eurer Ehe? Ist sie zufrieden oder könnte es sein, dass sie genauso denkt wie Du und auch nicht so recht weiß, was sie damit anfangen soll?
Diese Gedanken "war das jetzt alles"? usw kennen ganz viele Menschen.

Aber habt Ihr wirklich mal darüber geredet?
Das würde ich Dir ansonsten dringend empfehlen. Und zwar erst mal bitte NUR über die emotionale Seite. Fehlende Partnerschaft, vielleicht fehlende Zeit nur zu zweit, fehlende Zärtlichkeiten, fehlende Gefühle... usw das sind die Themen, die Du erstmal ansprechen solltest.

Dinge wie unordentlicher Haushalt usw haben da erst mal nichts zu suchen. Das sollte sich nicht vermischen. So nach dem Motto: Wenn Du nicht besser putzt, kann ich Dich nicht lieben. Verstehst Du?

Eure Kinder sind noch ziemlich klein. Das ist für ganz, ganz viele Paare eine schwierige Zeit. Man sagt, dass erste Jahr mit dem ersten Kind ist das Schwerste. Ich kann das für mich und meine Ehe nicht bestätigen. Wir hatten die schlimmste Krise, als unser zweites Kind so zwischen einem und drei Jahre alt war. Danach wurde es wieder besser.
Auch, weil wir ständig kommuniziert haben. Und wir haben nicht nur sachlich auf der Couch Fakten analysiert, glaub mir. Wir haben gestritten, uns auch mal angebrüllt, geweint und waren beide mal an dem Punkt, an dem wir unsere Ehe am Liebsten hingeschmissen hätten. Zum Glück war das jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Wir haben es überwunden und führen inzwischen wieder eine gute, stabile Ehe mit Lachen, Spaß und Sex. Unsere Kinder sind inzwischen fast 11 und 7 Jahre alt. Reibereien, Unstimmigkeiten usw gibt es immer mal, das ist normal.
Und ja, auch bei uns gibt es Unterschiede. Ich bin auch eher eine Chaotin und nehme es mit dem Haushalt nicht immer so ganz genau. Und - das ist der Unterschied zu Deiner Frau - ich bin NICHT berufstätig und damit tatsächlich alleinverantwortlich, wenn es um den Haushalt geht.

Womit ich die nächste Frage habe:
Ihr habt zwei Kinder, jeder einen Job, ein Haus, ich vermute mal auch einen Garten...
Wie habt Ihr die anfallenden Aufgaben aufgeteilt? Läuft es so, dass Du Vollzeit arbeitest und dann am Abend ein gemachtes Nest erwartest, während sie neben Teilzeitjob auch noch alleine für Kinder, Termine, Haushalt und Co verantwortlich ist?
Daran scheitern sehr, sehr viele Frauen. Auch sehr organisierte Frauen, die sich wirklich den A... aufreißen. Irgendwas fällt immer hintenüber. Und bei jeder vernünftigen Person ist es dann der Haushalt, denn bei Job und Kindern nachlässig zu sein ist eher schwierig. ;-)

Wo liegen Deine Aufgaben im häuslichen Umfeld?
Und - das ist ganz wichtig - wo liegt denn das Problem bei der Kindererziehung? Da braucht man schon ein paar Beispiele, um was raten zu können.
Heißt "nachlässig" das sie das Kind neben der ungesicherten Steckdose drei Stunden am Smartphone zocken lässt, während sie auf der Terrasse raucht oder heißt das für Dich, dass sie einfach mal alle Fünfe gerade sein lässt, lieber mit den Kindern spielt und für die Kinder eher den Spaß in den Vordergrund stellt und sie nicht schon in ihren ganz jungen Jahren ein Korsett aus Zwängen, Verpflichtungen usw presst?
Oder liegt es irgendwo dazwischen? Gibt ja nur schwarz oder weiß.

Du hast zwar das Grundgerüst gut beschrieben, aber Du siehst - es steckt im Detail.


Wenn ich Dir aufgrund dessen, was Du geschrieben hast, einen Rat geben soll dann wäre mein erster:

Spreche mit Deiner Frau über Deine Gefühle und gib ihr die Chance zu reagieren.
Und höre zu, was sie vielleicht selbst denkt und fühlt.

Du fragst, ob es sich lohnt noch für die Beziehung zu kämpfen. Da frage ich: Was hast Du bisher getan, um zu kämpfen, was erwartest Du umgekehrt von Deiner Frau an "Kampf" und was genau bedeutet kämpfen eigentlich für Dich persönlich?
Inwie weit bist Du bereit aus Deiner Komfortzone heraus zu kommen, wo kannst Du ihr entgegen kommen, wo Abstriche machen und was einfach so an ihr akzeptieren, wie es eben ist.
Und wo ist Deine persönliche Grenze, bei der Du sagst - da kann ich nicht drüber und damit fühle ich mich dauerhaft eben unglücklich und unwohl? Was muss sich zwingend für Dich ändern und was ist bei ehrlicher Betrachtung gar nicht so schlimm?

Das Problem ist, dass die Gefühle so erkaltet sind. Wenn man liebt, sieht man natürlich leichter über Fehler und Schwächen hinweg, als wenn man ohnehin schon auf Ablehnungskurs ist. Dann fallen plötzlich alle Kleinigkeiten und nervigen Details so auf, als wären es schwere Verfehlungen.

Zum Schluss die letzte Frage:

Wann hast Du zuletzt echte Liebe oder überhaupt tiefe Gefühle für Deine Frau empfunden? In welcher Situation war das und was war es, was Du früher an ihr geliebt und toll gefunden hast.
Irgendwas davon wird ja wohl noch da sein. ;-)

Liebe Grüße und alles Gute

  • So, erstmal ein herzliches Dankeschön für all eure Antworten!
    Ich gebe jetzt mal speziell auf die sehr ausführliche Antwort von @kikaninchen eine Rückmeldung, da diese meines Erachtens eine ganz gute Zusammenfassung aller Antworten darstellt.

    Wir haben schon sehr oft über unsere Differenzen geredet. Die Initiative ging dabei immer von mir aus. Ich habe auch schon mehrere Wege versucht - ein "lockeres" Gespräch, Brainstorming "Was stört mich am anderen", schlichtes "Präsentieren meiner Lösungsideen", tiefgehende Diskussion mit Festhalten von Lösungsansätzen beider Parteien und und und. Eine Paarberatung habe ich auch schon vorgeschlagen, das ist bei ihr jedoch auf völlig taube Ohren gestoßen.
    Es ist also bei weitem nicht so, dass ich da irgendwas in mich reinfressen und nicht äußern würde...
    Auch habe ich dabei die Themen getrennt, statt sie miteinander zu vermischen.
    Liebesleben, Alltag, Kinder, Ordnung, Sauberkeit...
    Ich habe dafür sogar Listen angelegt und das für beide Seiten, weil selten nur ein Partner das Problem ist.
    Doch die Lösungen wurden entweder gar nicht umgesetzt oder hielten vielleicht mal für zwei Wochen.
    Beispiele:
    - Vereinbarung: Nach dem Einzug in unser Haus putzen wir abwechselnd jeden Freitag gründlichst unser Bad.
    Das hat, glaube ich, vier Wochen lang geklappt, bis sie ihren Putzdienst nicht verrichtet hat. Auch ich habe dann das Putzen eingestellt, weil ich nicht einsehe, das alleine zu übernehmen. Seither wird das Bad nur dann gründlich geputzt, wenn es einem von uns "zu schmutzig" vorkommt.
    - Vereinbarung: Jeder von uns schreibt mehrere "Wunschkarten" zur Belebung des Liebeslebens. Jede Woche ziehen wir abwechselnd eine Wunschkarte des anderen und erfüllen diesen Wunsch bis zum Ende der Woche.
    Sie hat keine Wünsche und keine Ideen, hat kaum Wunschkarten geschrieben und wenn, dann absolut langweilige (was noch ok ist - wenn jemand nur Blümchensex und ab und an mal ein Kuschelbad haben möchte, soll er das bekommen). Aber nach kurzer Zeit folgte von ihr kein Nachschub an Wunschkarten, ich war jede Woche die treibende Kraft, dass wir die Karten überhaupt noch ziehen, sie hat sie dann auch irgendwann nicht mehr erfüllt und so ist das dann versandet.
    - Vereinbarung: Ich stelle die Mülltonnen raus, wenn die Müllabfuhr kommt, sie die leeren Kisten, wenn unser Gemüsehändler kommt.
    Die Mülltonnen stehen jeden Abend an der Straße, wenn am folgenden Tag die Müllabfuhr kommt.
    Aber in unserer Küche stehen zuweilen drei Gemüsekisten übereinander (obwohl wir jede Woche nur eine bekommen), wir werden regelmäßig gemahnt, diese doch bitte zurück zu geben und wenn ich dran denke, stelle sie noch schnell vor die Tür, bevor ich zur Arbeit fahre.
    - Wenn ich unserer Kleinen eine neue Windel mache, nehme ich sie auf den Arm und bringe die Windel mit ihr gemeinsam raus in die Restmülltonne - egal ob es regnet, stürmt oder schneit.
    Macht meine Frau ihr eine neue Windel (was zugegebenermaßen häufiger vorkommt, weil sie durch die Teilzeit eben auch länger mit ihr zusammen ist), legt sie sie auf den Boden an die Tür zum Flur. Da liegen dann auch gerne mal zwei oder drei Windeln (außer, es ist Sch**** drin, dann bringt sie sie tatsächlich entweder direkt zur Mülltonne oder legt sie vor die Haustür ^^).
    - Und natürlich hat auch meine Frau Dinge an mir auszusetzen, aber grundsätzlich ist sie eher der Meinung, das "sei eben einfach so". Und wenn ich zur Sprache bringe, dass ich so nicht weiter zusammenleben kann, dann hat sie nur das Argument, dass die Kinder mich brauchen und mich lieben (also nicht sie selbst, sondern die Kinder...). Sie hat also einen deutlich geringeren Anspruch an sich selbst wie auch an mich.
    Und auch das ist etwas, womit ich nicht umgehen kann. Ich will mich nicht jeden Tag wegen irgendeinem (und vor allem immer wieder dem gleichen) Mist ärgern und streiten müssen. Wenn ich Kinder in die Welt setze, will ich in jeder Hinsicht Vorbild sein! Und dazu muss ich Dinge ehrlich vorleben können! Beispielsweise die Liebe zu meiner Partnerin! Und ich kann nichts "vorspielen". Wenn ich Lust habe, meine Frau in den Arm zu nehmen, tue ich das. Wenn ich kein Verlangen danach habe, meiner Frau bei der Verabschiedung einen Kuss zu geben, dann tue ich es eben nicht.
    Dazu nötigt mich allerdings unsere Kleine (fast zwei Jahre) häufig genug. Wenn ich mich liebevoll von ihr verabschiede, sagt sie "Mama. Papa!" und schiebt unsere Köpfe zusammen, damit auch wir uns küssen. Aber ich verstricke mich in Details...

    Zur Frage der Aufteilung der Aufgaben:
    Sie wäscht und bügelt. Das kann ich einfach nicht.
    Was ich aber machen muss, ist, die Waschmaschine regelmäßig zu reinigen, denn wenn sich mal ein paar Bakterien in der Waschmaschine festgesetzt haben und die Wäsche nach dem Waschen unangenehmer riecht als davor, dann nimmt sie das nicht mal wahr.
    Zu ca. 70% kocht sie, zu 30% ich. Denn normalerweise komme ich von der Arbeit heim und will dann auch noch was von den Kindern haben, in der Zeit kocht sie dann eben. Aber auch ich kann kochen und tue das auch gerne.
    Wenn die Arbeit es zulässt, gehe ich einmal die Woche mit der Kleinen zum Turnen.
    Der Große hat keine regelmäßigen Termine.
    Alles andere teilen wir auf. Wobei ich eben einen höheren Anspruch an alle anfallenden Aufgaben habe. Sie beschwert sich, dass bei mir alles lange dauert, dafür ist es dann aber auch ordentlich gemacht. Wenn sie sauber macht, geht das schnell, aber für mich sieht es dann auch so aus, als habe sie nichts getan, bzw. ich kann einfach alles nochmal machen.

    Nein nein, bei uns raucht und trinkt niemand. Die Kinder werden auch von niemandem sich selbst überlassen. Sie sehen nichtmal fern bei uns. Der Fernseher läuft tagsüber überhaupt nicht. Ich war relativ entsetzt (aber auch glücklich, was unsere familiären Verhältnisse angeht), als letztens eine Mutter im Kindergarten zu ihrem 5-jährigen Sohn sagte: "Du hörst jetzt sofort auf, deinen Bruder zu schlagen, sonst hast du die Woche Fernsehverbot!". Weder schlägt unser Großer, noch könnte man ihm mit so einem Verbot "weh tun". Aber da haben wir das o. g. Beispiel mit den Windeln unserer Kleinen. Oder unser Großer hat letztens seinen Toilettenaufsatz bepinkelt auf meine Kleidung gelegt. Als ich das da so habe liegen sehen, habe ich so laut, dass es jeder hören konnte, gerufen "Wer war das?!" (weil ich nicht wusste, ob es meine Frau oder unser Sohn war), habe ihn dann nochmal aus dem Bett ins Bad beordert, wo er just in dem Moment reinkrabbeln wollte und habe ihm dann in aller Ruhe erklärt, DASS und WARUM ich das nicht möchte. Für sie war es schon zu viel, dass ich so laut gerufen habe - er hätte sich erschreckt... ^^

    Um das also nochmal ein wenig zusammenzufassen:
    Wir haben keine partnerschaftliche Bindung mehr zueinander, keinen erfüllenden Sex und wenn überhaupt, dann nur auf meine Initiative hin, völlig verschiedene Ansichten in so vielen Dingen... ich denke, die genannten Beispiele verdeutlichen das alles ganz gut. Oder noch nicht?

    Wann habe ich zuletzt echte Liebe oder tiefe Gefühle für sie empfunden? Ich weiß es nicht mehr.
    War sie jemals meine absolute Traumfrau? Nein, tatsächlich nicht.
    Die gibt es allerdings auch nicht, so realistisch muss man einfach sein. Das müsste eine Frau sein, die Witz hat und Charme, die schwarz, blond, brünett ist - mir egal, Hauptsache, sie macht was aus sich und hat einen Stil. Sie muss Charakter haben und ihren eigenen Kopf, aber nicht engstirnig. Sie sollte mir nicht nach dem Mund reden (auch so eine Freundin hatte ich schon, bei der alles toll und super und richtig war, was ich getan oder gesagt habe und wenn ich einen Fehler gemacht habe, hat sie sich dafür entschuldigt und es so gedreht, als sei es ihre Schuld gewesen). Liebevoll, kinderlieb, intelligent, sportlich. Sie darf gerne ein aktives Sexualleben bevorzugen und probierfreudig sein. Sie sollte wissen, wie man sich schminkt, aber nicht darauf angewiesen sein, dass sie es tut, weil sie einfach so hübsch ist. Ihre Augen sollten immer strahlen und ihr Lächeln einen Stein zum Schmelzen bringen. Sie sollte mit sich selbst im Reinen sein. Ach ja, gepflegte, natürliche (also keine künstlichen), aber lackierte Fingernägel finde ich toll.
    Äh... wo waren wir stehen geblieben? Traumfrau? Gibt es so nicht... ;-)
    Jeder Mensch hat seine Vorzüge und Fehler.

    Habe ich jetzt Fragen vergessen oder übersehen? Dann bitte gerne nochmal raus damit. Ich habe mich hier im Forum nicht nur angemeldet, um mich einmal auszukotzen, sondern um möglichst neue Lösungswege aufgezeigt zu bekommen!
    Oder zu dem Schluss zu kommen, dass die Trennung für alle Seiten doch das Beste wäre.

    Ist schlussendlich die Trennung der bessere Weg?
    Oder ist das die größere Bürde für die Kinder?
    Und wie sieht es mit mir aus?
    Kann ich besser damit leben, die Kinder nicht mehr täglich und rund um die Uhr sehen zu können als mit der Tatsache, mit der Mutter meiner Kinder in einer Partnerschaft zu leben, die ich eher als Zweckgemeinschaft (Eltern sein...) ansehe als eine Beziehung zwischen zwei Ehepartnern?

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