Thema das mich nachdenklich stimmt

    • (1) 04.11.18 - 20:56

      Einen wunderschönen Abend an alle..

      Ich habe lange hin und her überlegt ob ich schreiben soll oder nicht.
      Heute nachmittag in gemütlicher Runde bei Kaffe und Kuchen wurde allerlei gequatscht, unter anderem von Tieren bis zu Ausflügen mit den Kindern, eventuelle Urlaubsziele usw. Nebenbei war ich in der Küche und am Tisch ging es um krnakenhaus und unter anderem um Organspende und Hirntod. Mich hat das ganze ziemlich erschrocken. Zudem muss ich zugeben das ich nicht wusste das in Österreich jeder organspender ist sofern er sich nicht ins Wiederspruchregister eingetragen hat. Aber ich habe das Gefühl ich war nicht die einzige in der Runde. Wir haben die Wahl das steht fest aber reicht es in Österreich denn nicht aus wenn mein Mann oder Mutter bescheid Weiß das ich es nicht möchte. Werden die Verwandten überhaupt befragt. Kennt ihr euch damit aus oder hat sich jemand sogar in dieses Register eintragen lassen oder kennt das von Bekannten die vielleicht sogar gespendet haben?
      Werden einem immer Organe entnommen wenn man zustimmt oder ist das je nach Bedarf ( es tut mir leid falls ich das blöd formuliert habe)
      Das sind viele Fragen ich weiß aber irgendwie fände ich es doch sehr wichtig gut informiert zu sein.

      Fals diesen Beitrag Österreicher lesen.
      Würdet ihr eure Kinder auch Eintagen lassen oder reicht es wenn ich es klar verneine.


      Vielen Dank schon jetzt für eure Antworten.

      Liebe Grüße aus Vorarlberg mit Manuel 4 Jahre fest an der Hand und David inside 36 ssw

      • (2) 04.11.18 - 21:13

        Hi,
        in Deutschland kannst du z.B. Organe ausschliessen, die nicht entnommen werden dürfen.
        Wir werden unsere Kinder eintragen lassen, natürlich nach Absprache, sobald sie alt genug sind.

        Ich finde das System in Österreich wunderbar, denn wieviele Deutsche haben kein Organspendeausweis oder keine Patientenverfügung, würden aber wohl trotzdem spenden. Den Hinterbliebenden diese Entscheidung in kurzer Zeit zuzumuten finde ich mega heavy. Alleine das Gespräch „ihre Frau ist klinisch tod, welche Organe dürfen wir denn haben, wissen sie, was ihre Frau denn genau wollte, etc.

        Wir haben beide einen Spendenausweis – mein Mann und ich haben lange drüber geredet und das schon vor mindestens 15 Jahren.
        Nur mit der Patientenverfügung kommen wir nicht zu potte....ist das nächste Projekt bei uns.

        Übrigens, die „Österreichregelung“ gibt es in folgenden europäischen Ländern....
        Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zyper

        lg
        lisa

        (3) 04.11.18 - 21:18

        Gegenfrage: Wenn das Widersprechen nur ginge wenn Du für Dich und Deine Kinder den Empfang eines Spenderorganes gleichzeitig damit ausschließt, würdest Du es dann auch noch machen wollen?
        Wer das auch eintragen würde soll sich da gerne auch "austragen", alles andere ist für mich ne entsetzliche Doppelmoral.

        Ich hatte schon das Erlebnis vor dem OP meines Kindes zu sitzen das drauf und dran war zu verbluten und dann auch noch mitzubekommen dass die Ärzte Probleme hatten ne Blutkonserve beizubekommen ... trotzdem ist es für mich unvorstellbar wie man leiden muss wenn man auf ne Knochenmarkspende order gar Organspende wartet ... Aber seitdem sehe ich das Thema auch sehr nachdenklich, allerdings eher genau anders herum wie Du. Ich kann es nicht verstehen warum so wenige Blut spenden, warum man ständig Aufrufe machen muss für die DKMS-Karteiisierung, ...

        Ich fände das in DE gut, ich wäre auch dafür dass jeder automatisch in die DKMS - Datenbank eingetragen werden würde mit 18, ...

        LG
        WuschElke

        • (4) 04.11.18 - 21:27

          Ich bin nicht grundsätzlich dagegen. Ich Spende selber Blut und bin auch bei Geben für Leben dabei. Es geht mir rein darum noch selber entscheiden zu können und nicht kurz vorher mich wo eintragen oder austragen lassen. Vielleicht sehe ich das kritisch. Vielen Dank für deine Antwort

        • Du kannst nicht verstehen warum nicht alle Blut spenden?
          Da gibt es viele Gründe

          Nadelphobien
          die Ausschlusskritereien für die Blutspende
          eigene Gesundheit bzw eigenen gesundheitlichen Einschränkungen
          die Religion

          Mittlerweile nehmen so viele Menschen schon in jüngeren Jahren Tabletten.


          Unser Sohn hat mal Blut gespendet und tut es heute nicht mehr.
          Er wird Gründe dafür haben.
          Ich falle aus gesundheitlichen Gründen raus.

          Ich bin absolut gegen eine automatische Aufnahme in die DKMS Datenbank
          1. Weil ich selber entscheiden möchte wo ich eingetragen werde.
          2. Weil ich selber bestimmen möchte ob ich spenden will.
          3. Ein unheimlicher und nutzloser Aufwand passiert, weil dann ebenfalls Menschen in die Datenbank gepflegt werden müssen, die aus verschiedenen Gründen als Spender so oder so rausfallen.

          Das Thema Hirntod ist bei der Organspende der Knackpunkt.
          Ebenso die 100%ige Richtigkeit der Diagnose
          Ich finde es eher gruselig, dass man in den Sterbeprozess eingreift und Menschen ausweidet.
          Auch wenn es dir nicht gefallen sollte, Hirntote sind nicht tod sondern Sterbende.
          Und da kann ich gut nachvollziehen, dass diese Entscheidung nicht leicht fällt.
          Wichtiger finde ich, dass mehr getan wird, dass Menschen gesund bleiben können.
          Das Menschen die bereits krank sind sich auf das Gesundwerden konzentrieren können und unterstützt und eben nicht noch mit Bürokratie rumschlagen müssen, damit sie ansatzweise Hilfe zur Verfügung haben.
          Das die Medizin eher in Richtung Alternative zur Organspende forscht.
          Damit können sich sicher mehr Menschen anfreunden (auch als Empfänger)
          Man sollte die psychische Komponente für Transplantierte nicht unterschätzen.
          Ja sie sind froh und dankbar, dass sie dem Tod vorerst von der Schippe springen konnten.
          Sie wissen aber auch dass jemand starb und auch dass dieser Mensch keinen Sterbeprozess hatte und ausgeweidet wurde.
          Das kann auch sehr belastend sein.
          Zumal es keine Garantien für den Erfolg gibt, auch das muss man den Spendern klar machen (fairer Weise)
          Der Empfänger wird weiter an Medikamente gebunden sein und mit Pech hat er nicht lange was vom Spendeorgan und landet wieder auf der Warteliste
          Unter den Fakten ist es wirklich nicht einfach sich für oder gegen was zu entscheiden.
          Deshalb verurteile ich weder Menschen die nicht spenden wollen noch die die spenden wollen. Noch würde ich verlangen, dass sie dann von irgendwas ausgeschlossen werden sollten oder oder
          Es ist schwer genug.

          LG
          Karna

          LG
          Karna

          • (6) 05.11.18 - 07:23

            Moin,
            ich würde mal sagen dass 50 % aller Nicht Spender schlicht zu faul sind. Bei uns in der 5000 Einwohner Gemeinde gehen 50 -100 zu den vierteljährlichen Terminen ... Das hieße dass nur ein bis zwei Prozent gesund genug ist zum Spenden? Im Leben nicht! Ich rede mit vielen über das Thema und dann kommt der Arzt war beim ersten mal unsensibel, die Geschenke sind ein Witz für ne Stunde die man investiert aber nein ins plasmazentrum fahren wo es Geld gibt ist zu aufwändig und auf die zwanzig Euro ....

            Und so viele wie es hier dann im Prinzip der rostigen Verwandtschaft überlassen die Entscheidung zu treffen ... Wie gesagt man darf gern dagegen sein aber in meinen Augen gilt wer a sagt muss auch b sagen.

            LG Wuschelke

      (7) 04.11.18 - 21:18

      Ich weiß nicht wie es in Österreich läuft.
      Wenn es so ist, finde ich es gut.

      Würdest du nicht spenden?

      Ich würde alles spenden.
      Wenn es ein anderes Leben, einem anderen Menschen, einem Kind, einem Vater, einer Schwester das Leben rettet.... Was gibt es da zu überlegen?

      Wenn Mal eines meiner Kinder, mein Mann, mein Bruder, meine Mama oder mein Papa ein Spenderorgan benötigen, von ich auch froh wenn jemand spendet.

      Ich bin der Meinung, wer nicht bereit ist Spender zu sein, sollte auch nicht dass Privileg haben, Empfänger zu sein.

      • Sehe ich auch so, zumal ich meine Organe ja eh nicht mehr brauche und der Gedanke, vielleicht noch mehrere weitere Leben zu ermöglichen, ist doch auch für die Hinterbliebenen irgendwie schön oder nicht?!

    (9) 04.11.18 - 21:20

    Ich habe die Organe meines Vaters frei gegeben.
    Ich selbst habe einen Organspendeausweis, wo dokumentiert ist, dass alle Organe entnommen werden können, die noch ok sind.
    Die Organe meiner KInder würde ich auch spenden.

    (10) 04.11.18 - 21:23

    Hallo,

    ich komme zwar aus Deutschland und hier entscheiden die nächsten Verwandten ob bei einem Hirntod die Maschinen abgestellt und Organe entnommen werden. Was spricht für dich gegen Organspende? Mein Mann und ich haben beide einen Organspendeausweis. Hätte mein Mann keinen und ich müsste entscheiden, würde ich mich für die Organspende entscheiden. Damit rettest du Leben. Die Organe deiner Lieben können außerdem so weiterleben. Vielleicht solltest du dich mal genauer damit auseinander setzen. Wenn du aber absolut dagegen bist, kann dich keiner dazu zwingen und du bist auch keinem Rechenschaft schuldig. Ich denke, dass auch in Österreich die nächsten Angehörigen das letzte Wort haben. Es sei denn, es ist wirklich von dir ausdrücklich vermerkt, dass du dies nicht möchtest. Hier in Dtl. entscheiden auch die Angehörigen trotz Organspendeausweis. Der Organspendeausweis weißt aber meine Angehörigen auf meinen letzten Willen hin. So könntest du z.B. irgendwo nieder schreiben, dass du ausdrücklich dagegen bist. Für Kinder entscheiden eh die Eltern. Ich denke nicht, dass du sie vorab in irgendwelche Listen eintragen musst.

    LG
    Michaela

    • (11) 04.11.18 - 21:25

      Moin,

      das ist (leider) nur in DE so, in fast ganz Rest Europa gibt es nur Opt-out, wenn nichts vorliegt kann keiner dran rütteln.

      LG
      WuschElke

      (12) 04.11.18 - 21:33

      Und bevor du genau darüber nachdenkst ob du es wirklich nicht willst, solltest du dir auch darüber bewusst sein, dass auch du, dein Mann oder deine Kinder mal ein Spenderorgan benötigen könnten. Würdest du das dann auch ablehnen?

      • (13) 04.11.18 - 22:13

        vor 1–2 Jahren war hier auch dieselbe Diskussion.. .Nicht Spenden und um Spenden selber bekommen wollen.
        Wau, war das ein hartes Wortgepfecht.. ., da waren total viele gegen Spenden aber für „ich will ein Organ, wenn es sein sollte“.
        Die Begründung war dann in der Art „es geht hier nicht um „Zahn um Zahn“und jeder sollte sich selbst der Nächste sein“

        lg
        lisa

In Österreich kenn ich mich nicht aus. Aber ich glaub das wollen die langfristig auch in Deutschland einführen.

Normal ist es so das... sofern Angehörige greifbar sind diese stellvertretend das Recht haben über den Toten zu bestimmen. Ehepartner steht über allem... dann eigene Kinder sofern volljährig und erst dann die eigene Eltern... sofern selbst noch lebend.

Dieses automatisch Spender sein oder eben nicht. Gilt normal nur dann wenn keine Angehörigen innerhalb 24 oder 48 Stunden findbar sind. Dann gilt je nach Land das man automatisch Spender ist oder eben nicht.

Das selbe gilt auch beim abschalten lebenserhaltender Geräte.

(15) 04.11.18 - 22:17

Ich bin Deutsche und möchte hier keine Widerspruchslösung haben (hier wird das ja auch immer wieder diskutiert, bzw. als Urlauber ist man ja auch betroffen), weil das für mich dem Begriff der "Spende" total widerspricht.
Eine Spende ist freiwillig und ich entscheide mich bewusst dafür. Da hat nicht jemand einfach etwas zu nehmen, weil ich vielleicht nicht rechzeitig "Nein" gesagt habe, weil ich vielleicht zu uninformiert war.
In meinem.Ausweis steht übrigens, dass mein Mann entscheiden soll, der muss ja auch damit weiterleben und soll sich damit wohlfühlen (meine Ansicht kennt er natürlich). Ich bekomme es ja sehr wahrscheinlich nicht mit.
Die Organe meiner Kinder würde ich sicher nicht spenden.

  • (16) 04.11.18 - 22:32

    ---Eine Spende ist freiwillig und ich entscheide mich bewusst dafür. Da hat nicht jemand einfach etwas zu nehmen, weil ich vielleicht nicht rechzeitig "Nein" gesagt habe, weil ich vielleicht zu uninformiert war. - - genau das ist es was ich meine darum finde ich das in Deutschland gut geregelt.

    • (17) 04.11.18 - 23:04

      Ich stelle mir gerade vor, wie es ankäme, wenn Hilfsorganisationen einfach Geld von unseren Konten abbuchen wollten, wenn wir vergessen hätten bei der Bank zu widersprechen...
      Über Menschen verfügen ist einfach eine Haltung, die mir nicht gefällt.

      Bessere Aufklärung über Organspende und gegebenenfalls regelmäßige Anschreiben mit der Bitte, sich zu entscheiden fände ich allerdings sinnvoll.

      • Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Das Geld, was ich auf meinem Konto habe, kann ich in aller Regel selber gut gebrauchen bzw. dafür habe ich noch Verwendung.
        Ein Toter hat aber - von irgendwelchen religiösen Werten und Vorstellungen abgesehen - keine Verwendung mehr für seine Organe.
        Im Grunde genommen ist das doch auch wieder eine Nomenklatursache. In Österreich widerspricht man der Organentnahme. Genauso steht im "Organspendeausweise", dass man mit der Organentnahme einverstanden ist:
        "Ja, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden."

        Ich würde das Ganze eher als eine Art Erbe betrachten und bringe folgendes Beispiel:
        Ein Mensch stirbt zu einem Zeitpunkt, wo er zwar bereits ein gewisses Vermögen erwirtschaftet, sich aber keinen Gedanken über seinen Tod gemacht hat. Nachkommen gibt es vielleicht keine, das Verhältnis zu den eigenen Eltern ist vielleicht nicht das beste - trotzdem würden die Eltern erben, auch wenn das gar nicht im Sinne des Toten wäre. Hier hat der Gesetzgeber zu Recht eine Regelung getroffen, was mit dem Vermögen eines Toten geschieht, wenn kein Testament vorliegt. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, dem Toten sein Vermächtnis mit ins Grab zu legen. Bei Organen, die u.U. noch einen viel größeren Nutzen haben können als das materielle Vermögen eines Menschen, um das sich die Nachkommenschaft im Zweifelsfall auch noch streitet, passiert aber genau das!

        In Deutschland haben lediglich 28% der Menschen zwischen 14 und 74 Jahren einen Organspendeausweis. Was ist mit den übrigen 72%? Ich glaube gar nicht mal, dass die einer Organentnahme bewusst widersprechen würden. Ich glaube viel mehr, dass sich die meisten Menschen einfach mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. Oder weil sie glauben, das hat ja noch Zeit...
        Hier mal ein ganz netter Film zu dem Thema:
        https://www.youtube.com/watch?v=Wt8eXtqKaFw

        Ich persönlich finde übrigens weder das deutsche noch das österreichische System optimal. Klar, mit dem österreichischen System stehen mehr potentiale Spender zur Verfügung. Aber viel wichtiger ist doch, dass sich die Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. Ich jedenfalls möchte die Entscheidung über meine Organe keinem anderen überlassen - weder meinen Angehörigen noch dem Staat. Darum trage ich seit meinem 16. Lebensjahr einen Organspendeausweis mit mir herum und ich hab mich ganz bewusst für eine Organspende entschieden, nachdem ich in meinem ersten 1.Hilfe-Kurs darüber gehört hatte. Leider wurde dieses Thema nie so richtig in der Schule behandelt. Meiner Meinung nach gehört das auf den Lehrplan der 9. oder 10. Klasse. Die Menschen müssen informiert werden, damit sie für sich eine Entscheidung treffen können. Und vielleicht müssen die Menschen auch zu einer Entscheidung gezwungen werden. Die Werbekampagnen, die bisher in den Medien laufen, sind da viel zu oberflächlich. Welchen jungen Menschen interessiert es denn schon, dass Klaus J. Behrend oder Eva Habermann einen Organspendeausweis haben (die sind momentan auf den Plakaten sichtbar). Das sind doch für die Jugendlichen keine Stars oder Vorbilder mehr.
        Eine Möglichkeit, die ich mir vorstellen könnte, wäre, die Entscheidung in den Personalausweis zu integrieren. Den hat soweit jeder, die technischen Voraussetzungen sind auch gegeben, und so schwierig ist es wohl nicht, jeden Bürger bei der Ausstellung eines neuen Persos nach seiner Entscheidung zu fragen. Die EGK (elektronische Gesundheitskarte) wäre auch noch eine Möglichkeit, da haben wir aber schon wieder das Problem, dass nur gesetzlich versicherte Personen eine solche Karte haben - und immerhin sind 10% der Bevölkerung privat versichert, auch Bundeswehrsoldaten haben keine EGK...

        LG

        • Natürlich hinkt der Vergleich, genau wie alle anderen, wenn auch etwas weniger als deiner;-).

          Trotzdem hat niemand außer mir zu entscheiden, ob ich mein Geld komplett für mich selbst brauche oder vielleicht alle Zimmer in meiner Wohnung oder meine Organe behalten will bis ich ganz tot bin.

          Was die Informationen über Organspende betrifft, bin ich mit dir einer Meinung. Ich bin nur nicht sicher, ob das die Spendenbereitschaft erhöht.

(20) 04.11.18 - 22:25

Ich finde es ist schwer zu sagen, welches System nun besser ist. Das Problem an sich ist, das viele sich einfach überhaupt nicht mit dem Thema befasst haben und daher gar keine Meinung zu der Sache haben.

Ich bin mit einem schwerkranken Bruder aufgewachsen, bin seit meinem 16. Lebensjahr in der DKMS-Datei drin und hatte viele Jahre einen Organspendeausweis. Hatte. Je älter ich wurde und je mehr ich über dieses Thema erfuhr, desto mehr prägte sich meine Meinung. Ich möchte keines meiner Organe spenden. Die Gründe dafür sind vorallem, das es nur ein Hinauszögern ist, die Risiken, die Gefahren... Ich habe durch die Krankheit meines Bruders gelernt, das es gewisse Grenzen im Leben gibt, die man akzeptieren sollte. Daher habe ich für mich beschlossen, das ich keine Organe spenden würde.

Was Blutspenden angeht, wenn ich Blut spenden könnte, würde ich es tun. Und ich bleibe in der DKMS-Datei drin.

  • darf ich fragen, warum du die Organe deiner Kinder nicht spenden würdest? Auch wenn es in der Situation hart ist, macht es.sie ja nicht wieder lebendig und mit Spende wäre ihr Tod ein klitzekleines bisschen weniger sinnlos.

    • Ich finde das Österreichische System gut.
      Würde jedoch selbst auch Blut, Knochenmark und Organe spenden.

      Von mir aus können wir auch das deutsche Programm behalten. Ich würde mir einfach mehr Aufklärung wünschen und, dass man z. B. Einfach bei seiner Krankenkassr hinterlegen kann, ob und was man spenden will.

      Ein jährliches Aufklärungs- / Erinnerungsschreiben in beiden Systemen (deutsch und österreichisch) wäre wahrscheinlich am Zielführendsten.

      Ich nehme an, du meinst mich (bei Ibenhazel lese ich das nicht heraus).

      Ich hatte vor einigen Jahren mein sterbendes Kind auf dem Arm (Organspende stand nicht zur Debatte, die Organe wären nicht zu gebrauchen gewesen). Und ich hätte sie nicht aus dem Arm geben können, so lang sie noch warm war. Für mich war es wichtig, um ihren Tod zu begreifen.
      Bis dahin hätte ich auch gedacht, ich würde spenden wollen, ich habe große Achtung vor Menschen, die es können, ich könnte es nicht.

      Ich würde ehrlich gesagt gar nicht über meine Kinder richten. Ich hab in meinem Beitrag nur über mich gesprochen.
      Aber ja, ich würde nichts meiner Kinder spenden - und sie selbst entscheiden lassen, ob sie einen spendeausweis möchten. Jedoch würde ich sie vorher umfassend aufklären darüber, was es bedeutet, ein spendeorgan zu erhalten und wie das Leben damit ist.
      Einer Meinung nach kann ein Kind für sich bereits in der grundschulzeit das verstehen. Ich hab viele schwerkrank Kinder kennen gelernt und fast alle haben für sich die Entscheidungen selber getroffen über ihre Behandlung, es ist schließlich ihr Körper.

      Zudem Thema Tod sinnlos oder weniger sinnlos: für mich eine Frage der Einstellung. Es gibt genug Leute, die sind religiös. Ich gehöre nicht dazu. Mein Bruder hätte eine knochenmarktransplantstion machen können, hat sie aber abgelehnt. Die Gründe sind vielschichtig. Es war seine eigene Entscheidung.
      Nein Bruder starb, weil er selbst seine Krankheit nicht vor den Bedürfnissen seiner Persönlichkeit gestellt hat. Er hatte Pläne und ließ sich nie von seiner Krankheit in seinen Entscheidungen beeinflussen. Wenn er etwas machen wollte, dann legte er behandlungstermine so, das er sein Leben leben konnte. Er war ein sehr starker Mensch. Und bis dato hat es immer funktioniert. Er ist dem Tod wirklich oft von der Schippe gesprungen. Nur an diesem Tag leider nicht. Er hatte Karten für eine Veranstaltung und wollte dort hin, doch er hatte eine Entzündung im port. Und die Ärzte haben bei ihm wie immer zu langsam und zurückhaltend gehandelt, sodass der ein Griff der not-op zu spät kam.
      Da ist dann die Frage nach dem Sinn des Todes. Gibt es einen? Wäre er weniger sinnlos, wenn er gesund gewesen wäre und mit seinen Organen jemanden hätte retten können? Nein. Für mich nicht. Spendeorgan geben zwar Zeit, aber was ist das für eine Zeit? Ein neues Organ bedeutet nicht, dass für den Menschen alles gut ist. Ich habe durch meinen Bruder gelernt, das man seine Zeit genießen und akzeptieren sollte. Ich könnte ihm Vorwürfe machen, das durch seine Entscheidungen, eben die Behandlung um einige Tage verschoben zu haben, sein Tod zustande kam. Aber das mache ich nicht. Es war sein Leben, seine Entscheidungen. Und er hat sich eben nicht von seiner Krankheit einschränken lassen. Ihm waren die Risiken bewusst mit 28 Jahren. Er wusste, das er nur eine gewisse Zeit auf dieser Erde hat. Und er wusste auch, wie er sich diese Zeit gestalten wollte. Und das akzeptiere ich. Was ist also der Sinn seines Todes? Gibt es einen? Ich denke nicht. Aber das heißt für mich nicht gleich, dass ich das Gefühl habe, sein Tod sei sinnlos. Ich komme damit zurecht und er hat mich Zeit seines Lebens vieles gelehrt, vorallem das man das Leben zu schätzen weiß und es eben Dinge gibt, die man akzeptieren sollte. Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern und der Mensch hat eben ein Stück weit verlernt, das es Grenzen im Leben gibt. Wir sind keine Götter, das Leben ist endlich.

(25) 05.11.18 - 06:30

Hallo,

Akzeptierst du diese „Grenze“ auch, wenn du, deine Geschwister oder deine Kinder,.... ein Organ brauchen?
Dann ist alles ok, dann wollt ihr halt „dem lieben Gott“ nicht ins Handwerk pfuschen.
Aber im Bedarfsfall ein Organ wollen aber nicht bereit sein zu spenden, das finde ich ist Doppelmoral und egoistisch.

LG
Delfinchen

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