Thema das mich nachdenklich stimmt

    • (1) 04.11.18 - 20:56

      Einen wunderschönen Abend an alle..

      Ich habe lange hin und her überlegt ob ich schreiben soll oder nicht.
      Heute nachmittag in gemütlicher Runde bei Kaffe und Kuchen wurde allerlei gequatscht, unter anderem von Tieren bis zu Ausflügen mit den Kindern, eventuelle Urlaubsziele usw. Nebenbei war ich in der Küche und am Tisch ging es um krnakenhaus und unter anderem um Organspende und Hirntod. Mich hat das ganze ziemlich erschrocken. Zudem muss ich zugeben das ich nicht wusste das in Österreich jeder organspender ist sofern er sich nicht ins Wiederspruchregister eingetragen hat. Aber ich habe das Gefühl ich war nicht die einzige in der Runde. Wir haben die Wahl das steht fest aber reicht es in Österreich denn nicht aus wenn mein Mann oder Mutter bescheid Weiß das ich es nicht möchte. Werden die Verwandten überhaupt befragt. Kennt ihr euch damit aus oder hat sich jemand sogar in dieses Register eintragen lassen oder kennt das von Bekannten die vielleicht sogar gespendet haben?
      Werden einem immer Organe entnommen wenn man zustimmt oder ist das je nach Bedarf ( es tut mir leid falls ich das blöd formuliert habe)
      Das sind viele Fragen ich weiß aber irgendwie fände ich es doch sehr wichtig gut informiert zu sein.

      Fals diesen Beitrag Österreicher lesen.
      Würdet ihr eure Kinder auch Eintagen lassen oder reicht es wenn ich es klar verneine.


      Vielen Dank schon jetzt für eure Antworten.

      Liebe Grüße aus Vorarlberg mit Manuel 4 Jahre fest an der Hand und David inside 36 ssw

      • Hi,
        in Deutschland kannst du z.B. Organe ausschliessen, die nicht entnommen werden dürfen.
        Wir werden unsere Kinder eintragen lassen, natürlich nach Absprache, sobald sie alt genug sind.

        Ich finde das System in Österreich wunderbar, denn wieviele Deutsche haben kein Organspendeausweis oder keine Patientenverfügung, würden aber wohl trotzdem spenden. Den Hinterbliebenden diese Entscheidung in kurzer Zeit zuzumuten finde ich mega heavy. Alleine das Gespräch „ihre Frau ist klinisch tod, welche Organe dürfen wir denn haben, wissen sie, was ihre Frau denn genau wollte, etc.

        Wir haben beide einen Spendenausweis – mein Mann und ich haben lange drüber geredet und das schon vor mindestens 15 Jahren.
        Nur mit der Patientenverfügung kommen wir nicht zu potte....ist das nächste Projekt bei uns.

        Übrigens, die „Österreichregelung“ gibt es in folgenden europäischen Ländern....
        Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zyper

        lg
        lisa

        (3) 04.11.18 - 21:18

        Gegenfrage: Wenn das Widersprechen nur ginge wenn Du für Dich und Deine Kinder den Empfang eines Spenderorganes gleichzeitig damit ausschließt, würdest Du es dann auch noch machen wollen?
        Wer das auch eintragen würde soll sich da gerne auch "austragen", alles andere ist für mich ne entsetzliche Doppelmoral.

        Ich hatte schon das Erlebnis vor dem OP meines Kindes zu sitzen das drauf und dran war zu verbluten und dann auch noch mitzubekommen dass die Ärzte Probleme hatten ne Blutkonserve beizubekommen ... trotzdem ist es für mich unvorstellbar wie man leiden muss wenn man auf ne Knochenmarkspende order gar Organspende wartet ... Aber seitdem sehe ich das Thema auch sehr nachdenklich, allerdings eher genau anders herum wie Du. Ich kann es nicht verstehen warum so wenige Blut spenden, warum man ständig Aufrufe machen muss für die DKMS-Karteiisierung, ...

        Ich fände das in DE gut, ich wäre auch dafür dass jeder automatisch in die DKMS - Datenbank eingetragen werden würde mit 18, ...

        LG
        WuschElke

        • Ich bin nicht grundsätzlich dagegen. Ich Spende selber Blut und bin auch bei Geben für Leben dabei. Es geht mir rein darum noch selber entscheiden zu können und nicht kurz vorher mich wo eintragen oder austragen lassen. Vielleicht sehe ich das kritisch. Vielen Dank für deine Antwort

        • Du kannst nicht verstehen warum nicht alle Blut spenden?
          Da gibt es viele Gründe

          Nadelphobien
          die Ausschlusskritereien für die Blutspende
          eigene Gesundheit bzw eigenen gesundheitlichen Einschränkungen
          die Religion

          Mittlerweile nehmen so viele Menschen schon in jüngeren Jahren Tabletten.


          Unser Sohn hat mal Blut gespendet und tut es heute nicht mehr.
          Er wird Gründe dafür haben.
          Ich falle aus gesundheitlichen Gründen raus.

          Ich bin absolut gegen eine automatische Aufnahme in die DKMS Datenbank
          1. Weil ich selber entscheiden möchte wo ich eingetragen werde.
          2. Weil ich selber bestimmen möchte ob ich spenden will.
          3. Ein unheimlicher und nutzloser Aufwand passiert, weil dann ebenfalls Menschen in die Datenbank gepflegt werden müssen, die aus verschiedenen Gründen als Spender so oder so rausfallen.

          Das Thema Hirntod ist bei der Organspende der Knackpunkt.
          Ebenso die 100%ige Richtigkeit der Diagnose
          Ich finde es eher gruselig, dass man in den Sterbeprozess eingreift und Menschen ausweidet.
          Auch wenn es dir nicht gefallen sollte, Hirntote sind nicht tod sondern Sterbende.
          Und da kann ich gut nachvollziehen, dass diese Entscheidung nicht leicht fällt.
          Wichtiger finde ich, dass mehr getan wird, dass Menschen gesund bleiben können.
          Das Menschen die bereits krank sind sich auf das Gesundwerden konzentrieren können und unterstützt und eben nicht noch mit Bürokratie rumschlagen müssen, damit sie ansatzweise Hilfe zur Verfügung haben.
          Das die Medizin eher in Richtung Alternative zur Organspende forscht.
          Damit können sich sicher mehr Menschen anfreunden (auch als Empfänger)
          Man sollte die psychische Komponente für Transplantierte nicht unterschätzen.
          Ja sie sind froh und dankbar, dass sie dem Tod vorerst von der Schippe springen konnten.
          Sie wissen aber auch dass jemand starb und auch dass dieser Mensch keinen Sterbeprozess hatte und ausgeweidet wurde.
          Das kann auch sehr belastend sein.
          Zumal es keine Garantien für den Erfolg gibt, auch das muss man den Spendern klar machen (fairer Weise)
          Der Empfänger wird weiter an Medikamente gebunden sein und mit Pech hat er nicht lange was vom Spendeorgan und landet wieder auf der Warteliste
          Unter den Fakten ist es wirklich nicht einfach sich für oder gegen was zu entscheiden.
          Deshalb verurteile ich weder Menschen die nicht spenden wollen noch die die spenden wollen. Noch würde ich verlangen, dass sie dann von irgendwas ausgeschlossen werden sollten oder oder
          Es ist schwer genug.

          LG
          Karna

          LG
          Karna

          • (6) 05.11.18 - 07:23

            Moin,
            ich würde mal sagen dass 50 % aller Nicht Spender schlicht zu faul sind. Bei uns in der 5000 Einwohner Gemeinde gehen 50 -100 zu den vierteljährlichen Terminen ... Das hieße dass nur ein bis zwei Prozent gesund genug ist zum Spenden? Im Leben nicht! Ich rede mit vielen über das Thema und dann kommt der Arzt war beim ersten mal unsensibel, die Geschenke sind ein Witz für ne Stunde die man investiert aber nein ins plasmazentrum fahren wo es Geld gibt ist zu aufwändig und auf die zwanzig Euro ....

            Und so viele wie es hier dann im Prinzip der rostigen Verwandtschaft überlassen die Entscheidung zu treffen ... Wie gesagt man darf gern dagegen sein aber in meinen Augen gilt wer a sagt muss auch b sagen.

            LG Wuschelke

      Ich weiß nicht wie es in Österreich läuft.
      Wenn es so ist, finde ich es gut.

      Würdest du nicht spenden?

      Ich würde alles spenden.
      Wenn es ein anderes Leben, einem anderen Menschen, einem Kind, einem Vater, einer Schwester das Leben rettet.... Was gibt es da zu überlegen?

      Wenn Mal eines meiner Kinder, mein Mann, mein Bruder, meine Mama oder mein Papa ein Spenderorgan benötigen, von ich auch froh wenn jemand spendet.

      Ich bin der Meinung, wer nicht bereit ist Spender zu sein, sollte auch nicht dass Privileg haben, Empfänger zu sein.

    Ich habe die Organe meines Vaters frei gegeben.
    Ich selbst habe einen Organspendeausweis, wo dokumentiert ist, dass alle Organe entnommen werden können, die noch ok sind.
    Die Organe meiner KInder würde ich auch spenden.

    Hallo,

    ich komme zwar aus Deutschland und hier entscheiden die nächsten Verwandten ob bei einem Hirntod die Maschinen abgestellt und Organe entnommen werden. Was spricht für dich gegen Organspende? Mein Mann und ich haben beide einen Organspendeausweis. Hätte mein Mann keinen und ich müsste entscheiden, würde ich mich für die Organspende entscheiden. Damit rettest du Leben. Die Organe deiner Lieben können außerdem so weiterleben. Vielleicht solltest du dich mal genauer damit auseinander setzen. Wenn du aber absolut dagegen bist, kann dich keiner dazu zwingen und du bist auch keinem Rechenschaft schuldig. Ich denke, dass auch in Österreich die nächsten Angehörigen das letzte Wort haben. Es sei denn, es ist wirklich von dir ausdrücklich vermerkt, dass du dies nicht möchtest. Hier in Dtl. entscheiden auch die Angehörigen trotz Organspendeausweis. Der Organspendeausweis weißt aber meine Angehörigen auf meinen letzten Willen hin. So könntest du z.B. irgendwo nieder schreiben, dass du ausdrücklich dagegen bist. Für Kinder entscheiden eh die Eltern. Ich denke nicht, dass du sie vorab in irgendwelche Listen eintragen musst.

    LG
    Michaela

    • (11) 04.11.18 - 21:25

      Moin,

      das ist (leider) nur in DE so, in fast ganz Rest Europa gibt es nur Opt-out, wenn nichts vorliegt kann keiner dran rütteln.

      LG
      WuschElke

      Und bevor du genau darüber nachdenkst ob du es wirklich nicht willst, solltest du dir auch darüber bewusst sein, dass auch du, dein Mann oder deine Kinder mal ein Spenderorgan benötigen könnten. Würdest du das dann auch ablehnen?

      • (13) 04.11.18 - 22:13

        vor 1–2 Jahren war hier auch dieselbe Diskussion.. .Nicht Spenden und um Spenden selber bekommen wollen.
        Wau, war das ein hartes Wortgepfecht.. ., da waren total viele gegen Spenden aber für „ich will ein Organ, wenn es sein sollte“.
        Die Begründung war dann in der Art „es geht hier nicht um „Zahn um Zahn“und jeder sollte sich selbst der Nächste sein“

        lg
        lisa

In Österreich kenn ich mich nicht aus. Aber ich glaub das wollen die langfristig auch in Deutschland einführen.

Normal ist es so das... sofern Angehörige greifbar sind diese stellvertretend das Recht haben über den Toten zu bestimmen. Ehepartner steht über allem... dann eigene Kinder sofern volljährig und erst dann die eigene Eltern... sofern selbst noch lebend.

Dieses automatisch Spender sein oder eben nicht. Gilt normal nur dann wenn keine Angehörigen innerhalb 24 oder 48 Stunden findbar sind. Dann gilt je nach Land das man automatisch Spender ist oder eben nicht.

Das selbe gilt auch beim abschalten lebenserhaltender Geräte.

Ich bin Deutsche und möchte hier keine Widerspruchslösung haben (hier wird das ja auch immer wieder diskutiert, bzw. als Urlauber ist man ja auch betroffen), weil das für mich dem Begriff der "Spende" total widerspricht.
Eine Spende ist freiwillig und ich entscheide mich bewusst dafür. Da hat nicht jemand einfach etwas zu nehmen, weil ich vielleicht nicht rechzeitig "Nein" gesagt habe, weil ich vielleicht zu uninformiert war.
In meinem.Ausweis steht übrigens, dass mein Mann entscheiden soll, der muss ja auch damit weiterleben und soll sich damit wohlfühlen (meine Ansicht kennt er natürlich). Ich bekomme es ja sehr wahrscheinlich nicht mit.
Die Organe meiner Kinder würde ich sicher nicht spenden.

Top Diskussionen anzeigen