SchwieMu "bevorzugt" andere Enkelin

    • (1) 11.11.18 - 14:36
      Inaktiv

      Hallo,

      Der Text wird wahrscheinlich ziemlich lang.

      Erst mal zu mir. Ich bin 27 Jahre alt, seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 3 Jahren verheiratet. Wir haben 2 Töchter (fast 6 und 2 1/2 Jahre).

      Von Beginn an hatte ich eine mehr als schwierige Beziehung zu meinen Schwiegereltern. Besonders zu meiner SchwieMu.

      Ich war nie gut genug für ihren Sohn. Egal was ich gesagt oder gemacht habe war in ihren Augen falsch. Mein Mann und ich sind schon nach 10 Monaten zusammen gezogen. 1 Woche danach haben wir erfahren das ich schwanger bin. Für meine SchwieMu der absolute Horror. Ich war ja erst 21 und konnte das natürlich alles nicht *ironisch* Als wir ihr von meiner Schwangerschaft erzählt haben hat sie geheult. Aber nicht vor Freude, sondern weil sie doch so jung nicht Oma werden könnte (mit 47).

      Das ging immer so weiter. Für meine Kinder, also ihre Enkel, interessieren sie sich wenig. Es wird nicht angerufen, sie besuchen uns fast nie. Wenn müssen wir zu ihnen kommen. Alles läuft nur nach ihrem Willen.

      Meine Kleine Tochter hat noch nie bei ihnen geschlafen oder war tagsüber alleine dort.

      Lange Rede kurzer Sinn.

      Der Bruder meines Mannes hat seit 7 Jahren eine On/Off-Beziehung mit einer Arbeitskollegin. Sie waren mal zusammen, dann wieder nicht. Dann wohnten sie zusammen, dann wieder nicht. An unserer Hochzeit waren sie grade mal wieder getrennt. Grund: Sie wollte ein Kind, er nicht.

      Kurz nach unserer Hochzeit sind sie wieder zusammen gekommen.

      Anfang diesen Jahres haben sie uns dann eröffnet das im Dezember auch bei Ihnen Nachwuchs kommt. Und später das es auch ein Mädchen wird.

      Wir alle haben schon in der Schwangerschaft mit Schwierigkeiten gerechnet. Sie ist 38 und dadurch ja Risiko-Schwangere. Ständig kam von ihr irgendwas wie: "ich darf nicht so viel Zucker weil die Diabetes Gefahr zu hoch ist" "Oh ich hab so ein Sodbrennen ständig" Kurze Zeit später hat sie dann aber Cola ohne Ende getrunken und fettiges Essen in sich rein geschaufelt.

      War für mich nicht nachzuvollziehen.

      Die Krönung des ganzen war. Mein Mann, sein Bruder mit Freundin und ich sind beim Fußball im Stadion gewesen. Während des Spiels hat sie ständig ihren Puls kontrolliert. Danach wollten wir noch was Essen gehen. Sie ist dann aber nach Hause weil ihr Puls so hoch wäre. In Ordnung.

      Aber anstatt dann mal kürzer zu treten. Nein, jedes Wochenende zum Fußball, unter der Woche zu Konzerten, zum Shoppen etc.

      Ende vom Lied: Vorzeitiger Blasensprung
      3 Tage später: Kaiserschnitt, Kind sofort auf Intensiv

      10 Tage später immer noch keine Besserung bei der Kleinen. Sie atmet noch nicht selbstständig. Jeden Tag kommt eine neue Nachricht. Sie hat zu wenig Eisen im Blut, eine Lüngenentzündung, dadurch verschleimt. Vorgestern kam dann: Verdacht auf Hypoxie, zu wenig Sauerstoff im Gewebe. Ärzte vermuten dadurch auch irreparablen Hirnschaden

      Meine SchwieMu wurde jetzt durch meinen Schwager zur "Moderatorin" ernannt. Sie gibt also an alle die es wissen wollen die neuesten Nachrichten weiter. Kann ich verstehen, da die beiden natürlich mit der Kleinen beschäftigt sind.

      Meine SchwieMu tut inzwischen aber so, als wäre sie die Mutter. Wir dürfen uns dann immer anhören, wie schlimm das alles ist und sie könnte nur heulen. Donnerstag war sie auch im Krankenhaus. Gestern waren wir bei meinen Schwiegereltern zu Besuch.

      Es gab kein anderes Thema mehr. Sie hat immer damit angefangen und erzählt ohne Ende. Dann fing sie an zu heulen und sagte:"Deshalb will ich da nicht drüber sprechen." Hä? Sie hat doch selbst damit angefangen. Und später bei einem Spaziergang besaß sie dann echt die Frechheit zu sagen, es würde ihr wehtun wenn sie unsere Kinder so sieht. Weil die ja gesund sind.

      Gehts noch? Ich entschuldige mich doch jetzt nicht das meine Kinder gesund sind.
      Ich hoffe natürlich auch das die Kleine gesund wird, aber irgendwo hörts auf.

      Morgen will sie wieder ins Krankenhaus fahren. Bei unseren Kindern war keiner zu Besuch im Krankenhaus. Bei der Großen mussten wir sogar noch mit einem Neugeborenen zu denen fahren. Bei der Kleinen sind sie erst 7 Tage nach Geburt zu uns gekommen.

      Ich bin langsam echt sauer. Meine Kinder sind für die beiden scheinbar nichts wert und die Kleine meines Schwagers ist grade mal 10 Tage alt und ist schon Thema Nr. 1

      Ich bin echt kein schlechter Mensch und wünsche dem kleinen Menschlein alles erdenklich Gute. Ich habe sogar für die 3 gebetet. Aber ist es zu viel verlangt das sie sich auch um ihre 2 gesunden Enkel kümmern?

      Danke wer bis hierher gelesen hat.

      • (2) 11.11.18 - 14:43

        Hallo liebes - Kopf hoch!
        Nicht jeder muss deine Kinder und dich mögen auch nicht deine schwiegermu!
        wie reagiert dein Mann eigentlich ?

        • (3) 11.11.18 - 15:15

          Mein Mann sitzt zwischen den Stühlen. Einerseits sieht er es so wie ich. Andererseits sind es seine Eltern. Er ist sowieso nicht der Typ der da Kontra gibt.

      Deine Schwiegermutter ist psychisch nicht ganz in Ordnung oder generell ein sehr sprunghafter Mensch und passt anscheinend hervorragend zu deiner Schwägerin. Wenn es ihr so weh tut, ihre gesunden Enkel zu sehen, würde ich nicht mehr zu ihr fahren und fertig aus. Wenn dann Rückfragen kommen oder sie sich beschwert, kannst du ja ehrlich antworten, dass dich das schockiert und verletzt hat.
      Unabhängig von der schweren Situation ist die Aussage beim Spaziergang absolut daneben gewesen. Da könnte ich nicht einfach drüber hinwegsehen, wie bei den anderen Dingen.

      • (5) 11.11.18 - 15:18

        Das Gefühl habe ich auch. Die beiden haben sich schon immer besser verstanden. Scheint an dem höheren Alter meiner "Schwägerin" zu liegen. Die sind sogar noch Kaffee trinken gegangen als die beiden getrennt waren. Stört mich prinzipiell nicht. Nur würde sie sich im Leben nicht mit mir allein treffen.

    Dass man grundsätzlich das Gefühl von Eifersucht erlebt, kann ich nachvollziehen, aber denkst du nicht auch, wenn du mal ein paar Minuten inne gehst, dass es gerade vielleicht nicht unbedingt angebracht ist?
    Gut, Gefühle sind so subjektiv und nicht immer nachvollziehbar aber es stößt mir schon etwas auf.. Da ist ein kleines Menschlein, was einen ganz schwierigen Start ins Leben hat, kaum vorstellbar wie sich die Eltern fühlen. Ich verstehe auch nicht, warum du die mutter des Babys jetzt in diesem Moment so schlecht dastehen lässt? In diesen Momenten sollte die Familie doch besonders zusammenrücken, egal wie eingeschnappt man ist.

    Natürlich hat es deine SchwiMu nicht unbedingt sanft ausgedrückt, aber ja, es ist doch sehr schmerzhaft zu sehen und zu wissen, dass das Baby vielleicht niemals so frei sein kann, wie deine Kinder. Dass es deinen Kindern gut geht ist wunderbar, so wie es sein soll, ich denke, das steht auch bei deiner SchwiMu nicht zur Debatte.

    Befreie dich von diesen ganzen negativen Gedanken und Vergleichen, das belastet auf Dauer sehr.

    Alle Gute für euch

    • (7) 11.11.18 - 15:23

      Ich weiß selbst das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Ich würde auch auf keinen Fall jetzt das Thema ansprechen. Soviel Anstand habe ich. Ich sagte ja auch ich wünsche den dreien alles Glück der Welt. Auch meine SchwieMu kann ich verstehen. Sie wissen ja auch nicht ob die Kleine es überhaupt schafft. Daher ist es umso verständlicher das sie sie jetzt besuchen möchte. Auch das sie viel weint. Es ist ihr Enkelkind und keiner weiß momentan was der Lütten fehlt.

      Nur finde ich ist das alles kein Grund uns und vor allem ihre gesunden Enkelkinder zu vernachlässigen.

Warum ist es dir so wichtig, dass deine Schwiegermutter die Kinder anerkennt? Ich würde die Kinder keinem hinterher tragen, der sie offenkundig nicht will. Euer Verhältnis war noch nie gut. Ich würde daher gar keine Energie in aktive Kontaktpflege stecken sondern lediglich passiv die Tür offen lassen.

Es wird doch sicher Familienmitglieder geben, die nicht so schräg ticken? Trefft euch mit denen.

Dass man wegen eines so kranken Neugeborenen fertig ist, verstehe ich gut. Allerdings ist das natürlich kein Grund, so einen geschmacklosen Spruch zu machen. Der allein rechtfertigt einen Rückzug.

LG

  • (9) 11.11.18 - 15:25

    Mir persönlich ist das nicht wichtig. Aber meinem Mann durchaus. Und da mir mein Mann sehr wichtig ist...

    Ja die anderen in seiner Familie sind nett. Aber ich bin eben die Angeheiratete. Wenn ich da irgendwas sagen würde, wüssten meine Schwiegereltern das sofort.

    • Dann würde ich meinem Mann sagen, dass ihm seine Kinder wichtiger sein sollten, als dass er sie seiner roh, plumpen und gefühllosen Mutter zum Fraß vorwirft.

      Und dir sollten da die Kinder auch wichtiger sein als dein Mann. Er hat es doch in der Hand, seine Mutter mal ein bißchen einzunorden.

      Wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter sich meinen Kindern gegenüber so verhielte, hätte hier schon der Baum gebrannt, ohne dass mein Mann mich darum bitten müsste mal was zu klären. Würdest du das deiner Mutter durchgehen lassen?

      LG

      • (11) 11.11.18 - 15:35

        Da hast du wohl recht. Ich habe bisher immer nur geschluckt und mich zurück gehalten. Nur ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist etwas zu sagen? Eher nicht.

        Nächstes Wochenende sollen unsere beiden bei den Schwiegereltern schlafen. Die kleine eben das erste mal dort. Ich bin nicht so froh darüber und würde sie lieber zu Hause lassen.

        Alleine schon weil es ja auch dann nur um das "neue" Enkelkind gehen wird. Das möchte ich meinen beiden nicht zumuten.

        • Klar, der Moment für Grundsatzgespräche ist denkbar ungünstig. Das hätte in den letzten sechs Jahren schon passieren müssen.
          Wenn deine Nichte ein Sorgenkind bleibt, dann wird sie wohl unabhängig von sonstigen Problemen einen anderen Platz in der Familie behalten.

          Du wirst ja sehen, ob der Termin überhaupt Bestand hat, wenn sich jetzt alles um die Kleine dreht. Und zukünftig musst du ja nicht Kontakt blockieren sondern schlicht nicht offensiv betreiben und wegen des allgemeinen Problems vor allem erst mal mit deinem Mann eine Basis finden.

          LG

          Ernsthaft? Das Baby kämpft mit dem Tod und du beschwerst dich, dass es dann NATÜRLICH im Mittelpunkt der Sorge der Familie steht???

Naja. Ich kann schon verstehen, dass du dich aufregst. Bei dem Spruch mit deinen Kindern hätte ich mir wohl ein "warum das wohl so ist" nicht verkneifen können. Wer so leichtfertig mit einer eh schon Risiko-Schwangerschaft umgeht, hat doch irgendwo selber Schuld.
Dass die Großeltern aber momentan nur das Thema haben, finde ich normal. Ist halt grad was los und wirklich nicht schön.

  • "hat doch irgendwo selber Schuld"

    Aha. Und was genau war so schlimm? Fettiges Essen und Cola haben sicher nicht zu einer Frühgeburt geführt. Und eine Riskoschwangerschaft auf Grund des Alters bedeutet nicht, dass man sich ins Bett zu legen hat. Sie war shoppen und im Stadion und auf Konzerten. Und wenn es ihr nicht gut ging, ging sie offenbar nach Hause. Aus dem Text ging absolut nichts hervor, was leichtfertig war.

    Aber ich bin auf Deine sachlich und fachlich fundierte Meinung als Gynäkologin, die Du sicher bist, sehr gespannt.

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