Freund hat keine Lust zu arbeiten

    • (1) 21.11.18 - 14:21

      Hallo, ich habe ein großes Problem. Wir haben eine 2 Jährige Tochter und ich absolviere gerade eine Ausbildung in Vollzeit. Dadurch, dass mein Freund zuhause ist, beziehen wir aufstockend Leistungen vom Amt, was mich tierisch ankotzt, da mein Weihnachtsgeld z. B. Voll angerechnet wird. Wäre ich mit meiner Tochter alleine, bräuchte ich nicht aufzustocken. Das Problem ist, dass mein Freund scheinbar immer neue Ausreden hat, warum er einen Job nicht anfangen kann. Er sitzt sehr of und lange vor dem PC, er ist nicht dumm, im Gegenteil, er kennt sich in seinen Spielen bestens aus, merkt sich Sachen, wo man staunen kann. Alles, was er bisher getan hat (Tischtennis, Karate) konnte er sofort perfekt!

      Sein Problem : er macht Sachen nicht weiter, da es für ihn keine Herausforderung darstellt. Er ist sehr impulsiv, wenn jemand ihm Vorschriften macht und er kann nicht gut mit anderen Menschen. Er hat einfach keine Lust auf Menschen.
      Er lernt sehr schnell, hat aber keine Lust zu lernen.
      Er weiß nicht, was er beruflich machen will, er findet immer was, was er blöd findet.
      Heute hat er einen Einstellungstest, er möchte sich nicht vorbereiten, da es dann ja keine Herausforderung mehr wäre(?!)
      Heute morgen schrieb er mir, er hätte eigentlich keine Lust wegen den ganzen Leuten. Nun ist er hingegangen aber ich weiß, dass er sich nicht anstrengen wird. Er macht alles immer nur halbherzig, nur in seinen Spielen ist er voll dabei und da muss alles perfekt sein.

      Wie kann ich ihn zu einer Ausbildung bewegen? Ich habe ihm gesagt, er muss jetzt mit einem Kind Verantwortung tragen, aber er meinte, er braucht das Geld nicht, da er sehr minimalistisch ist.

      Also seine Aussagen, warum er nicht arbeiten will:

      -Er macht nur das, was ihm Spaß macht. Er meint, man lebt dafür, Spaß zu haben und er hat starke Angst, Zeit zu verschwenden
      -Er hat keine Lust auf Mitmenschen und allgemein das Reden
      -Ihm reicht das Geld (von mir), er braucht nicht mehr

      Auf eine Therapie hat er keine Lust, er meint, daß würde nichts bringen, da er schon immer so war. Leider ist in der Nähe auch kein Therapeut, erst in 30 km.
      Ich schreibe für ihn seine Bewerbungen, er wird daraufhin eingeladen, die Vorgesetzten merken allerdings, dass er total lustlos ist und wird dann abgelehnt.

      Er hat bisher noch nie gearbeitet.

      Was kann ich tun? Ich will nicht Schluss machen, weil ich ihn liebe, aber ich habe auch keine Lust, ihn durchzuziehen und selbst ausgelernte hätten wir dann nur so viel, dass wir gerade so aus der Aufstockung draußen sind.

              • (7) 21.11.18 - 16:41

                Suche dir selbst eine Therapie oder Beratungsstelle um für dich selbst stark zu werden, für dich selbst die Verantwortung zu übernehmen.

                Warum sollte ER eine Therapie machen? Es läuft ja - FÜR ihn.
                Warum sollte er etwas an sich verändern lassen, was du von ihm willst?


                Therapie ist auch ein großes Wort.
                Was soll den therapiert werden?
                - Faulheit?
                - Computersucht (dazu bräuchte er eine Diagnose oder ähnliches)
                - andere Diagnose, die er noch nicht kennt (hier hilft keine Breitband therapie)

                Bsp. wenn jemand sagt, er kann schlecht laufen und geht zum Orthopäden, dann bringt das nichts .... wenn das schlecht laufen daher kommt, dass der Patient Atemnot hat und das Herz nicht richtig funktioniert.

                Bei Therapie ist es ähnlich. Jeder Therapeut hat so sein Fachgebiet.

                Hat er Depressionen ist er bei einem Fehl am Platz, der ihn auf Wahnvorstellungen behandelt.

                Mir (ich habe ADHS) bringt eine ADHS-Therapie extrem viel. Therapeuten die mir sagen, ich sei faul und hätte Depressionen, weil es ADHS nicht gibt, bringen so gar nichts. Da würde ich auch wieder kommen, sagen: ich war da, hat nix gebracht, da geh ich nie wieder hin.

                Der Grund, warum ich weiter gesucht habe, war genau einer: ICH WOLLTE dass es MIR besser geht.
                Mir haben schon viele gesagt, dass ich nicht so bin, wie sie mich haben wollen. Denen zeige ich regelmäßig den Vogel, wenn sie damit ankommen und gehe ihnen aus dem Weg. Ich weiß was ich habe und lasse mir helfen. Nicht für die, sondern für mich.


                Wenn du möchtest, dass er Hilfe bekommt, unterstütze ihn dabei, dass er die für ihn passende Therapie (Diagnostik) findet.

                Wenn du DIR damit helfen möchtest, setz ihm ein Ultimatum. Stelle klar, dass du nicht ausnutzen lässt. Therapie kann ein Teil des Ultimatums sei, muss aber nicht.

                Falls du dich nicht stark genug fühlst, kannst du dir selbst eine Therapie oder Anlaufstelle suchen. NICHT um ihm seine Faulheit oder was auch immer wegzutherapieren, sondern um dir selbst (und somit auch deinem Kind) zu helfen. Stark zu werden, herausfinden was du WIRKLICH willst und wie du mit der Situation umgehenkannst - auch dann wenn er sich in den nächsten 50 Jahren nicht verändert sondern die Gunst der Stunde nutzt und so bleibt wie er ist. Klappt ja für ihn. Es sind ja deine Nerven, die es DICH kostet :-p

                • (8) 21.11.18 - 16:46

                  Danke für deine Antwort, ich war schon öfter in Therapie und eine homöopathische Therapeutin hatte mir tatsächlich helfen können. Ich habe leider auch starke Verlustängste, was noch ein Grund ist, weswegen ich in vielen Dingen nicht konsequent bin.. Aber es ist schwer, davon loszukommen

          Ich glaube kaum, dass man grenzenlose Faul- und Verantwortungslosigkeit therapieren kann. Und schon gar nicht, wenn die Person gar nichts ändern will.

          In welcher Angelegenheit soll er denn eine Therapie machen? Gegen chronische Faulheit hilft kein Therapeut! :-[

          Solange ihn immer jemand "mitzieht", egal ob du das bist, oder das Jobcenter, wird er wohl seinen faulen Arsch nie in Bewegung setzen.

          Setz ihn vor die Tür. Mit dem Typen wirst du nie glücklich werden.#schwitz

          Alles Gute!

          Bitte, was soll denn therapiert werden? Der Faulpelz fühlt sich doch rundherum wohl, hat offenbar Geld genug zur Verfügung, wird durchgefüttert, hat ein braves Weibchen für Wäsche und Sex zur Verfügung und kann machen, was er will.
          Der wäre ja schön dumm, wenn er an dem Zustand was ändern wollte.
          Muss ich nicht verstehen, was man daran lieben kann. Gewöhn Dich ans Ausgenutztwerden, Du liebst ihn ja....und es dauert ja noch ein paar Jahre, bis Dein Kind ihn sich als Vorbild fürs Leben nimmt. Vielleicht setzt ja vorher der klare Menschenverstand beim Dir wieder ein.....hoff ich mal.
          LG Moni

        (13) 22.11.18 - 09:31
        ist recht typisch

        Hallo!

        Ich glaube schon, dass ihm eine Therapie helfen würde. Dafür bräuchte er aber eine Diagnose von einem Psychiater. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber ich würde bei der Beschreibung der Symptomatik und ohne jegliche andere Erklärung (bspw. einer eindeutuig zuzuordneneden Traumatisieurng) direkt zu einem Psychiater/Neurologen marschieren der spezialisiert ist auf ADHS bei Erwachsenen. - gibt es SEHR wenige, muss man suchen!
        (Wie ist denn seine Schulkarriere verlaufen?
        Schau mal insbesondere in die Bemerkungen aus den Grundschulzeugnissen, befrage mal seine Eltern, wie er so in der Kindheit war. Hat er jemals eine Lehre angefangen?)
        Alleine schon das Wissen darum, wie man mit einer bestimmten Krankheit umzugehen hat, welche Defizite zu kompensieren sind, könnte helfen den "richtigen" Erwerbsweg zu finden.

        Es kann aber auch durchaus sein (ich halte aber die Wahrscheinlichkeit für recht gering), dass er nur ein A...loch ist.

        In BEIDEN FÄLLEN wird sich von alleine nichts ändern und es wird genau so weiter gehen. Irgendwann solltest Du für Dich entscheiden was Du tragen kannst und daran denken, dass Eure Tochter Eure (oder nur Deine) Energie und Kraft braucht.

        LG & viel Erfolg!

Der Faulpelz hat sich das ja hübsch zurecht gelegt. Du machst eine Ausbildung und ihm reicht das Geld? Mal ehrlich, dem würde ich was erzählen. Du bist nicht dafür verantwortlich ihm seine Zockerei zu bezahlen. Sucht er sich bis zum Tag X keine Arbeit, zieht er aus.

  • Ich kann leider nicht so einfach konsequent Schluss machen :/ Gibt es keine andere Lösung für ihn?

    • Das Problem ist das der junge Mann keine Notwendigkeit darin sieht, sein Verhalten zu ändern. Er hat ein Dach über dem Kopf, Essen im Kühlschrank und er kann zocken wann immer er mag. Einstellungstests macht er nur mit um dich ruhig zu stellen. Da er meint er sei unterfordert, wird er auch keine Stelle bekommen. Er hat keine Ziele, nichts auf was er hinarbeiten möchte. Wie soll man ihm da helfen?

(17) 21.11.18 - 14:28

Stell seine Sachen vor die Tür.

(18) 21.11.18 - 14:29

Wenn er noch nie anders war wundert es mich, dass Du ein Kind mit ihm haben wolltest.

  • (19) 21.11.18 - 14:34

    Er kam am Anfang der Beziehung noch sehr verantwortungsbewusst rüber, hat halt viel erzählt und sehr glaubhaft. Und dann hat er nach und nach alle Hobbies aufgegeben und es wurde immer schlimmer mit dem PC - Spielen.

    • (20) 21.11.18 - 15:46

      Dann ist er vllt. sogar schon spielsüchtig und gehört in eine Therapie/Entzug.
      Das muss er aber von sich aus wollen.
      Du kannst ihn nicht ändern, schon gar nicht wenn du ihm alles abnimmst....und auch sonst nicht wenn er es nicht will - und das weisst du im Innersten auch bestimmt?
      Du sagst du liebst ihn. Keine Sorge, das bleibt irgendwann auf der Strecke wenn er sich weiter so verhält und dann schaffst du es vllt. dich zu trennen.

Mit solchen verantwortungslosen Aussichten, käme ich gar nicht klar. Da wäre auf Dauer die Liebe schon zur Unbegreiflichkeit und Verzweiflung übergesiedelt. Mir wäre egal, was jemand arbeitet und wieviel er verdient, aber seine Einstellung ohne hoffnung, hätte bei mir Trennungsfolgen.

Glückwunsch zu ZWEI Kindern. Blöd nur dass das eine Kind nie erwachsen werden wird!
Überleg dir was das für ein Vorbild für dein richtiges Kind ist. Willst du das wirklich?

Was du tun kannst? Erzieh in so wie du einen bockigen Teenager erziehen würdest der nur zockt und keine Lust auf Bewerbungen hat.

Wenn du wirklich nicht Schluss machen willst, dann trennt euch wenigstens räumlch. Dann ist er für seine eigenen Finanzen und Haushalt zuständig und du wärst aus der Aufstockung draussen.

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