Veränderungen durch zweites Kind...!?

    • (1) 23.11.18 - 08:24
      Heimspiel

      Hallo zusammen!
      Mich würden mal Erfahrungen von Mehrfachmamas interessieren. Wir haben einen Dreijährigen und vor 10 Tagen kam der kleine Bruder per KS auf die Welt. Mein Hormonhaushalt ist wohl gerade etwas aus den Fugen. Ich bin so ängstlich, dass der Größere sich irgendwie fehl am Platz oder wie das fünfte Rad am Wagen vorkommt und könnte phasenweise heulen. Wir haben derzeit noch Unterstützung von den Großeltern und nachdem meine Mutter diese Woche drei Tage bei uns war, um den Großen z.B. zur Kita zur bringen und abzuholen, hat sie ihn Mittwochabend mitgenommen für einen kleinen „Kurzurlaub“ bei Oma&Opa (da sie einen Arzttermin Zuhause hatte und ich noch nicht fit genug bin für Kleinkind, Baby und Hund). Heute Mittag bringen meine Eltern ihn dann endlich wieder. Ich habe mich Mittwoch beim verabschieden so unfassbar mies gefühlt, als wenn ich ihn zu Gunsten vom Baby abschieben würde 😔 Das ist echt komisch gerade. Mein Großer und ich waren bislang eine absolut eingespielte Einheit und die ist jetzt von heute auf morgen gefühlt nicht mehr vorhanden oder zumindest vorübergehend irgendwie außer Gefecht gesetzt. Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen.
      Unser großer Sohn ist sehr pflegeleicht und hat sich einen Ast gefreut, dass er gestern mit Oma&Opa den ganzen Tag unterwegs war (einkaufen, Spielplatz etc.) und er wird das gar nicht so empfinden, denke ich. In den Tagen, seitdem ich aus dem KH Zuhause bin, hat er sich sehr für‘s Baby interessiert, aber meistens noch Sicherheitsabstand gehalten außer wenn jemand von uns dabei war. Wir versuchen aber, ihn möglichst viel einzubeziehen, wenn der Kleine angezogen wird, gefüttert wird usw.
      Andererseits habe ich dann auch ein schlechtes Gewissen dem Baby gegenüber, da unser erster Sohn eben seine Eltern drei Jahre exklusiv für sich hatte, was bei dem Kleinen halt nie der Fall sein wird (zumindest nicht in der gleichen Form). Ich habe jetzt in den Tagen seit dem KH auch schon versucht, immer mal exklusiv Zeit für den Großen zu gestalten, wenn der Kleine am schlafen war. Also im Rahmen meiner derzeitigen Möglichkeiten mit dem Großen gekuschelt, gepuzzelt, ein Buch gelesen.
      Ich habe leider keine eigenen Erfahrungswerte mit solchen Situationen, da ich keine Geschwister habe, deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, wie es gerade für unseren älteren Sohn ist. Mein Mann ist selbst der älteste von drei Brüdern und meint, dass er sich selbst gar nicht mehr daran erinnern kann, wie die Zeit ohne kleinen Bruder war und, dass sich das jetzt eben alles erst mal einspielen muss in der neuen Konstellation. Ich komme einfach gerade erst an in dem Bewusstsein, dass wir jetzt zwei Kinder haben und frage mich, ob man wirklich beiden gerecht werden kann.
      Wie habt ihr persönlich die Veränderung von einem auf zwei Kinder empfunden? Habt ihr irgendwas für das erste Kind im Alltag eingeführt, verändert oder einfach versucht, weiterhin auch exklusive Zeit mit dem älteren Kind zu verbringen?

      • (2) 23.11.18 - 09:31

        Herzlichen Glückwunsch 🎉😊

        Ja ich weiß was du meinst. Mein Sohn war 5 Jahre Einzelkind als seine Schwester geboren ist. Ich hatte die selben sorgen wie du! Mein Sohn war das am Anfang auch alles zu viel Veränderung. Er liebt zwar seine Schwester aber Eifersucht war da. Das war schwer für mich. Wir haben dann immer eingeführt, das abwechselnd Mama und Papa alleine mit ihm Zeit verbringen. Als meine Tochter einen Rhythmus hatte, ging sie immer um 18 Uhr ins Bett und die Zeit bis 20 Uhr hatten bzw haben wir auch heute noch für uns. Mittlerweile kam noch ein kleiner Bruder dazu und hier herrscht schon lange keine Eifersucht. Es ist Normalität das Mama sich teilen muss. Ihr müsst erstmal zu viert zusammen wachsen. Bei uns dauerte es ca 3 Monate.

        Dein Sohn hatte schöne Tage bei Oma und du musst kein schlechtes Gewissen haben. Bald wird wieder Normalität rein kommen

        Alles gute

        Hallo, keine Sorge, das pendelt sich ein.

        Zwei Beispiele:
        Anfangs habe ich die Kleine in ihr Bettchen gelegt während ich die Große ins Bett gebracht habe. Das ging ein paar Mal gut, dann schrie die Kleine mitten ins Geschichte-erzählen rein. Ich habe sie geholt und wir haben darüber gesprochen, dass Mama immer schnell kommen muss, wenn ein Kind weint. Bei ihr ja auch - und natürlich bei dem Baby. Das war ihr völlig klar - und hat sie eher beruhigt: Mama kommt sofort. Das würde sie bei mir auch. Bei zwei Kleinkindern ergeben sich die Prioritäten ganz von allein - da schreit immer wieder eins ;-) Und wenn sie gleichzeitig schreien hat man auch zwei Arme...

        Ja, ich hab meine Kleine auch schon mal schreien gelassen - weil ich erstmal eine Dreijährige daran hindern musste, von einem hohen Klettergerüst zu stürzen. Prioritäten erkennen ist eine neue Kernaufgabe ;-)

        Im Advent habe ich mal mit meiner "Großen" (damals fast 3) Plätzchen gebacken. Da war die Kleine ein halbes Jahr alt.
        (Vielleicht eine bescheuerte Idee, mir mit Baby und Kleinkind soviel Stress zu machen). Wir haben gewartet, bis sie schlief und dann schnell angefangen. Natürlich ist das zweite Blech verbrannt, als die Kleine wach wurde. Ich hatte ein mega-schlechtes Gewissen meiner Großen gegenüber - und die fand das total lustig und hat allen Leuten erzählt, dass beim Backen die Plätzchen verbrannt sind.

        Das wird schon!

        LG!

        PS
        Übrigens kann man super beim Stillen oder Flasche geben Pixibücher vorlesen. Irgendwann rannte meine Große bei jedem Gequäke der Kleinen los und holte schon mal ein Buch ;-)

        Hi,

        ich habe 3 Kinder, Kind 1 und 2 sind 27 Monate auseinander.
        Ich hatte 3 Kaiserschnitte und war jedesmal ein paar Wochen in Depris versunken. Aber als Nr. 2 geboren wurde, hatte mein Mann nur 1 Woche Urlaub nachdem ich aus dem KH entlassen wurde. Hilfe hatte ich keine und mein Mann war auch noch im Schichtdienst, so dass ich entweder die Kinder oft abends alleine ins Bett bringen musste und auch oft mit den Kindern alleine war und viel draußen sein "musste", um meinen Mann in Ruhe schlafen zu lassen nach dem Nachtdienst.
        Da hatte ich also wenig Zeit zum grübeln, ob ich dem Großen gerecht werde oder nicht, ich wusste zeitweise nicht mehr, wie ich heiße, da ich nachts im halbstundentakt stillen, Schnuller suchen, Monster vertreiben oder was weiß ich noch alles machen musste ;-)
        Aber soweit ich das beurteilen kann, fühlte sich der Große (fast 16) nicht zurück gesetzt und hat auch ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Brüdern.
        Mach dir keinen Kopf, ich habe z.b. nie bewusst Exklusivzeit für jemanden eingeräumt, das hat sich entweder so ergeben oder ich habe mit allen was gemacht.

        lg

      (7) 23.11.18 - 10:58

      Ich sage dir mal kurz und knackig: All diese Gefühle sind normal. Lass sie zu.
      Und wenn du dann die Trauer über den Verlust (denn es ist einer) der Exklusivzeit mit deinem Sohn verarbeitet hast, dann darfst du dich für deinen Sohn freuen wie Bolle, denn du hast ihm das vielleicht schönste Geschenk gemacht - ein Geschwisterchen.
      Versuch ihn in seiner Eifersucht aufzufangen und verbring jeden Tag ein paar Minuten Exklusivzeit mit ihm. Alleine schon, dass du solche Gefühle wie die beschriebenen hast, zeigt, dass du eine tolle, liebevolle Mama bist, die sich viele Gedanken macht und nur das Beste für ihre Kinder will.

      Ach so: Herzlichen Glückwunsch! :-)

      (8) 23.11.18 - 11:54

      Herzlichen Glückwunsch.
      Ich weiß wie du dich fühlst. unsere zweite kam, als die Große 2 war und ich hatte die ersten Wochen immer ein schlechtes Gewissen. Der Großen und der Kleinen gegenüber. Das scheint normal zu sein und es ging nach zwei drei Wochen weg. Es hört sich für mich so an, wie wenn du alles richtig machst. Du nutzt Zeit die du hast exklusiv für den Großen, beziehst ihn mit ein. Er hat noch andere Bezugspersonen die für ihn da sind. Genauso lief es bei uns auch und meine beiden Mädels lieben sich sehr. Jetzt sind sie zwei und vier und die Große kennt das Leben nur mit ihrer Schwester.
      Ich bin auch große Schwester und kann mich auch nicht mehr an die Zeit vor meinem Bruder erinnern.
      Es wird sich alles einspielen, das braucht Zeit und Geduld.
      Ein Tipp, den ich immer schreibe, ich würde in den nächsten Monaten, wenn du mal gerade keine Zeit hast, den Großen nicht mit den Worten vertrösten dass du dich erst ums Baby kümmern musst (z.b. weil es gerade gewickelt wird). Sondern ich würde andere Gründe anführen oder ihn ins Gespräch verwickeln bis du fertig bist und dich kümmern kannst. Ich denke nämlich nichts ist blöder für die Eifersucht als ständig zu hören dass man sich erst ums Baby kümmern muss.
      LG

      (9) 23.11.18 - 16:01

      Ich habe 3 Kinder, alle per KS bekommen, die Jüngste 8 Wochen zu früh. Mein Mann war in der ersten Zeit nicht zu Hause, Unterstützung habe ich sonst keine.

      Ich habe das alle nie als Problem gesehen. Ich bin ab dem Tag der Entlassung mit den Kindern zu ihren Vereinen (mit alle Mann), Verabredungen, einkaufen gefahren. Eben nur nicht mehr mit einem, sondern mit 2 oder dann 3 Kindern.

      Ich achte darauf, dass ich nicht irgendeine Veranstaltung wegen eines Geschwisterkindes zB sausen lasse. Als meine Jüngste entlassen wurde, hatte meine damals 4-jährige eine Karnevalsfeier vom Verein,...alle waren mit Mamis da und haben mitgetanzt. Ich also auch - mit dem Anhang. Ich wollte nie die Geschwister als Begründung nehmen, das etwas schwer fällt oder ausfällt.

      Jetzt wo sie älter sind (5,7,9) achte ich darauf, dass die kleinen Geschwister bei Verabredungen der Großen nicht dazwischen funken. Wenn es passt und der Gegenpart möchte - okay - aber ansonsten nicht.

      Ich nehme jedes Kind wie es ist, also hat jedes Kind sein eigenes Hobby. Meine Freundin hat ihre beiden extra in den gleichen Verein gesteckt, weil es für sie einfacher ist.

      Man wächst da Stück für Stück rein. Ich würde zB nicht Oma und Opa eins der Kinder wegbringen lassen, weil ein Baby da ist. Ich bin da und mache das!

      Du solltest dir nicht so viele Gedanken machen. Nimm deine Kinder wie sie sind, gib ihnen die Aufmerksamkeit, die sie Verlangen oder brauchen.

      • (10) 26.11.18 - 08:28

        Danke! Ich war körperlich bisher allerdings absolut nicht in der Lage unseren Großen mit Baby aus der Kita abzuholen. Hut ab, dass du das bei allen Kindern so schnell schon konntest. Ich nehme in dem Fall gerne die Unterstützung an, da es anders einfach nicht möglich gewesen wäre.

    (11) 26.11.18 - 08:25

    Danke für eure Antworten! Ich bin beruhigt, dass auch andere diese Phase kennen und es sich im Normalfall in ein paar Wochen eingespielt haben wird. Ich glaube, die Veränderung ist für uns alle gerade eine kleine Herausforderung.

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