Konflikt Ehefrau / Schwiegermutter

    • (1) 30.11.18 - 14:36
      36hb

      Hallo,

      ich leide sehr unter den Verhältnissen in meiner Familie und weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Über Tipps wäre ich sehr froh. Zum Verständnis muss ich ein wenig ausholen.

      Wir sind drei Brüder zwischen 49 und 60, ich bin der mittlere. Unsere Mutter ist 87, unser Vater ist vor fast 20 Jahren gestorben (worunter meine Mutter sehr gelitten hat). Wir hatten alle große Probleme mit Frauen, vielleicht hing es zusammen mit unserer doch recht dominanten Mutter. Der große Bruder hat dann irgendwann eine Frau gefunden und hat zwei Kinder, die Ehe wurde später mit großem Streit geschieden. Meine Mutter hat sich mit der Schwiegertochter nie verstanden (wir anderen aber auch nicht). Der jüngere Bruder wohnt noch bei Mama. Er hat seit vielen Jahren eine Freundin, aber eine wirkliche Beziehung ist das nicht. Sie wohnen nicht zusammen, fahren nicht zusammen in Urlaub. Auch zu ihr hat meine Mutter ein angespanntes Verhältnis.
      Ich selbst habe jahrelang gesucht, über Anzeigen, Internet etc. Erst vor 5 Jahren bin ich fündig geworden und habe jetzt eine Frau aus Osteuropa, die einen Sohn mitgebracht hat. Inzwischen haben wir zwei kleine Kinder. Das ist eigentlich mein ganz großes Glück.
      In der Zeit vorher hatte ich viel Kontakt mit meiner Mutter. Ich war oft bei ihr oder sie bei mir (80 km Entfernung), wir haben auch Urlaub zusammen gemacht, teilweise auch mit dem jüngeren Bruder. Das lag daran, dass ich niemanden anders hatte. Wir kamen auch ganz gut miteinander klar, obwohl es mit zunehmendem Alter meiner Mutter schwieriger wurde. Insgesamt habe ich mich sehr viel um sie gekümmert, weit mehr als die Brüder.

      Als meine Frau nach Deutschland kam und erste Kontakte zu meiner Mutter stattfanden, schien das Verhältnis zunächst sehr gut zu sein. Allerdings gab es wenig Kommunikation, weil meine Frau noch kaum Deutsch sprach.
      Nach der Hochzeit gab es mehrere Vorfälle, die teilweise stark eskalierten. Ich denke, dass hier Eifersucht auf beiden Seiten im Spiel war. Meine Mutter fühlte sich vernachlässigt, weil ich nicht mehr ausschließlich für sie da war (natürlich stand jetzt meine eigene Familie im Vordergrund). Und meine Frau warf mir vor, dass ich zu sehr auf meine Mutter höre und immer alles für sie mache (was aber auch nicht stimmt). Seitdem stehe ich zwischen zwei Fronten und bin der Leidtragende. Meine Mutter will dauernd etwas von mir, meine Frau ist schon böse, wenn ich mit meiner Mutter telefoniere. Deshalb telefoniere ich nur noch mit ihr, wenn ich bei der Arbeit oder unterwegs bin. Zu meiner Herkunftsfamilie habe ich inzwischen kaum noch Kontakt, sehe meine Mutter sehr selten. Ein normaler Kontakt der Kinder mit ihrer Oma ist nicht möglich.

      Meine Mutter sagt, dass ich bzw. meine Frau die ganze Familie zerstört hätten. Auch meine Brüder würden leiden. Sie erwartet, dass meine Frau als Ausländerin sich hier anpasst. Sie hat einen richtigen Haß auf sie. Dass sie selbst Fehler gemacht hat, akzeptiert sie nicht. Ein vernünftiges Gespräch ist nicht möglich, es endet in Geschrei.
      Meine Frau fühlt sich nicht akzeptiert, meint dass ich immer alles mache wie meine Mutter es sagt und möchte am liebsten gar keinen Kontakt mehr zu ihr. Wenn meine Mutter im Spiel ist, gibt es regelmäßig ein Riesentheater. Ich kann auch mit ihr nicht vernünftig darüber sprechen. Leider ist sie auch sonst schwieriger geworden. Wir streiten uns oft über Kleinigkeiten. Sie hat oft eine Meinung zu einem Thema (z.B. betreffend die Babys), die man ihr auch mit Fakten nicht ausreden kann.

      Beispiele für die Konflikte:
      - Frau war nach Geburt im Krankenhaus. Mutter kam um zu unterstützen und den großen Sohn zu versorgen. Ich war natürlich fast den ganzen Tag bei Frau und Kindern im Krankenhaus. Mutter warf mir das vor, ich sollte doch bei ihr sein, im Krankenhaus wären genug Schwestern. Das war natürlich unmöglich, zumal Frau schlecht Deutsch spricht. Darüber haben wir gestritten, das hat der Sohn gehört und meiner Frau erzählt die dann wütend war.
      - Mutter hatte nach Geburt kein Geschenk mitgebracht. Angeblich keine Zeit mehr gehabt. Geburt war aber lange vorher bekannt. Frau legt viel Wert auf Schenken und war sehr böse.
      - Wenn wir Mutter besucht haben, hat sie manchmal kein Essen gekocht (früher hat sie immer für mich gekocht). Oder sie hat etwas gekocht, was Frau nicht mochte (ohne das zu wissen). Frau hat ihr das vorgeworfen.
      - Frau hatte Operation, Mutter kam um mir mit Kindern zu helfen. Klappte eigentlich sehr gut. Frau kam aus Krankenhaus zurück und fing plötzlich an, mir alle möglichen Vorwürfe zu machen (z.B. Windeln nicht richtig in den Müll getan o.ä.). Riesentheater und Eskalation, Frau hat mir dann gesagt, dass Mutter wegfahren soll. Danach wurde sie wieder ganz normal. Obwohl meine Mutter nichts falsch gemacht hat, hat allein ihre Anwesenheit gereicht für einen Streit. Das hatten wir öfter.

      Ich versuche immer, Konflikte zu vermeiden, halte die Kontakt knapp. Aber ich möchte doch nicht die Familie verlieren. Und ich möchte dass die Kinder ihre Oma haben. Ich wünsche mir, dass es wenigstens einen modus vivendi gibt, auch wenn die beiden sich vermutlich nie lieben werden. Trotzdem eskaliert es immer wieder, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

      • (2) 30.11.18 - 15:03

        Ui, da geben sich deine Frau und deine Mutter aber beide nicht viel. Nach deiner Beschreibung sind das beide ganz schön dominante Kneifzangen. Du wirst mal ordentlich auf den Tisch hauen müssen und den beiden ladies klarmachen, dass sie sich dem jeweils anderen Part gegenüber respektvollen zu verhalten haben. Ich würde mir definitiv von niemandem vorschreiben lassen, mit wem ich telefonieren darf und mit wem nicht. Ich würde mir da beide mal getrennt zur Brust nehmen. Du hast übrigens völlig recht, dass du möchtest, dass eure Kinder Kontakt zur Oma haben.

        (3) 30.11.18 - 15:13

        Hallo,

        Tja, wie drück ich mich nun nett aus ... du hast circa 20 Jahre später als der durchschnittliche Mann eine Familie gegründet. In diesen Jahren hast du deiner Mutter gewissermaßen den Ehemann/Partner ersetzt. Das hat dir irgendwann (zum Glück) nicht mehr gereicht und du hast auf den fast letzten Drücker noch eine Familie gegründet. Alles kein Problem, wenn Mutti nicht wäre.

        Sie scheint irgendwie nicht zu verstehen, dass du durchaus ein eigenes Leben führen willst, selbst Entscheidungen triffst, und auch Dinge tust, die ihr nicht gefallen. Scheinbar hast du dich nie richtig abgegrenzt...oder sie hat es nicht zugelassen. Ich persönlich finde sowas immer etwas suspekt, wenn erwachsenen Menschen mit ihren Eltern einen Umgang pflegen, der einer Partnerschaft gleicht. Ebenso finde ich es seltsam wenn erwachsene Kinder sich bei den Eltern noch wie „Kinder“ aufführen oder sich führen lassen.

        Ihr habt schon viel zu viele Fehler in der Vergangenheit gemacht, da hätte es keine Frau deiner Mutter recht machen können...

        Es gibt nur einen Weg, ganz klar abgrenzen und Frau und Kinder schützen. Deine Mutter kann trotzdem an eurem Leben teilnehmen. Aber „Du“ musst ihr deutlich die Grenzen ihres Einflusses auf eure Familie, Erziehung, Partnerschaft und euer Leben aufzeigen.

        Wenn euch immer noch 80 km trennen sollte das kein Problem sein, rede mit deiner Mutter unmissverständlich, fanach sollte ein regelmäßiger Kontakt möglich sein.

        • (4) 01.12.18 - 17:44

          Hallo,
          danke für Eure Hinweise. Leider ist es so schwierig, meiner Mutter aber auch meiner Frau etwas klar zumachen oder aufzuzeigen. Das gibt jedesmal ein Riesentheater. Meine Mutter ist in ihrem Alter ohnehin nicht mehr in der Lage, ihr eigenes Verhalten kritisch zu reflektieren (das konnte sie aber früher auch nicht gut). Sie hält alles für richtig, was sie macht. Schuld bin ich bzw. meine Frau. Und meine Frau dreht schon durch, wenn ich nur von meiner Mutter spreche. Über diese Themen sind einfach keine vernünftigen Gespräche möglich, um einen Modus zu finden, der für alle akzeptabel ist.

      (5) 30.11.18 - 15:35

      Für mich ein hartes Kopf an Kopf rennen... Im Zweifelsfall hat die Ehefrau jedoch immer das Recht auf deine Unterstützung. "Darum verlässt der Mann Vater und Mutter..." Das berühmte bibelzitat hat schon seine Berechtigung!

      (6) 30.11.18 - 15:44

      Hallo,
      Wenn deine Mutter deine Frau regelrecht hasst, ist es kein Wunder, wenn deine Frau sich nicht akzeptiert fühlt.
      Deine Mutter scheint keine anderen Frauen in der Familie zu dulden. Ihr Brüder solltet euch alle drei abgenzen.
      Zu deinem jüngeren Bruder ; hast du dich schon mal gefragt warum er nicht mit seiner Freundin in den Urlaub fährt? Oder warum er nicht mit ihr zusammen wohnt? Wobei es öfter vorkommt als dir bewusst zu sein scheint, das ein Paar getrennte Wohnungen hat.

      Gruß Sol

      • (7) 30.11.18 - 20:37

        Mein Bruder wird wohl nie bei meiner Mutter ausziehen, sie lässt ihn auch nicht gehen. Sie ist gar nicht mehr in der Lage, alleine zu leben. Und die Freundin pflegt ihren Vater. Mein Bruder hängt an ihr, weil er meint, sonst keine andere zu finden. Aber eine Beziehung stelle ich mir anders vor. Sie fährt gar nicht in Urlaub, er mit seiner Mutter.

    Du bist nicht mehr der jüngste... Ganz ehrlich... löse Dich von Deiner Mutter und lebe Dein Leben mit Deiner Familie.

    Du bist doch nicht ihr Babysitter#schock

    (9) 30.11.18 - 19:08

    Sagen wir mal so, die alte Dame ist 87 und viele Jahre wird's den Damenkrieg nicht mehr geben. Da hilft wohl nur beiden Damen klarzumachen, dass ihre Zänkereien nur dazu führen, dass die Kinder schon vor deren Ableben keine Oma haben werden, wenn das so weitergeht, weil Du das auf Dauer nicht mitmachst.
    Übrigens finde ich Deine Anmerkung, dass auch Deine Frau recht böse wird, nicht unerheblich....manchmal nehmen sich Männer Frauen, die den Müttern ähneln...da wirst Du Dich schon endlich mal auf die Hinterbeine stellen müssen, um nicht sang- und klanglos unterzugehen. Du tust mir gerade direkt leid, aber so kannst Du nicht weitermachen. Die Lebensweise Deiner Brüder spielt neine Rolle. Du bist Du!!
    LG Moni

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