Cousine psychisch Krank!! Hilfe

    • (1) 02.12.18 - 22:23

      Hallo,

      es geht um meine kleine Cousine die 11 Jahre alt. Ich habe sie wirklich gern und würde so gerne helfen.

      Sie reist sich seit einigen Jahren die Haare und Augenbrauen sowie ihre Wimpern raus. Wir sind als gesamte Familie verzweifelt. Sie selbst sagt, dass sie nicht weis warum sie das tut und sie würde es garnicht bemerken. Meine Tante und Onkel gehen seit über drei Jahren mit ihr zu einer Psychotherapie, die aber nicht wirklich was gebracht hat. Bis heute ist keine Diagnose festgestellt worden. Meine Tante fragte beim letzten Gespräch, wann man denn endlich mit einer Besserung rechnen kann, da sagte die Knalltüte tatsächlich das sie meiner Cousine das masturbieren beibringen will, damit sich die Situation bessern soll. Finde das irgendwie komisch. Es ist eine Privatsache von meiner Cousine. Wenn sie selbst dazu bereit ist, wird sie sicherlich damit anfangen aber es beizubringen finde ich sehr bedenklich.

      Sie wollen jetzt einen anderen Arzt aufsuchen. Dank dieses Forums weis ich aber, dass nicht direkt der Psychologe was machen kann und dass erst ein Psychiater eine Diagnose stellen muss ( wir haben bis heute keine Diagnose).

      Könntet ihr mir einpaar Tipps geben, wo unsere Anlaufstelle ist. Evtl. Hatte ja jmd von euch oder Umgebung solch ein Problem und ihr kennt die Vorgehensweise.

      Wir möchten ihr so gerne helfen. Es bricht mir das Herz so ein kleines Wesen zu sehen, dass schon so große Probleme hat und unglücklich ist. Wir leiden alle mit.

      Lg

      Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut kann auch eine Diagnose stellen.

    Warum haben die Eltern nicht schon viel eher etwas unternommen? Das ist doch keine unbekannte Krankheit.

Eine bekannte hatte dies auch , aber nur in Phasen wo es ihr nicht gut ging (viel Stress hatte) . Bei ihr nannte man dies Zwangsstörung mit borderline Neigung.
Sie hat eine Psychotherapie gemacht und würde eine Zeit lang mit einer geringen Menge Psychopharmaka behandelt.
Dies hat ihr sehr gut geholfen , diesen Zwang zum Haare Rupfen hatte sie nur noch sehr selten , und viel abgeschwächter.
Das mit dem Masturbieren soll Wohl den Druck , Stress abbauen .
Aber für ein 11 jähriges Mädchen sollte dies was privates sein , mache Kinder kommen erst später in die Pupertät und haben an Selbstbefriedigung noch gar kein Interesse.
Sehr befremdlich. Liebe Grüße

  • Das ist schon einmal ein super Ansatz!! Vielen Dank dafür.

    Meine Cousine hat bisher keine Medikamente erhalten. Ohne eine Diagnose kann man ja auch bestimmt keine verschreiben.

    Wir wollen nur irgendwie weiterkommen. Es hat sich leider bis heute nicht viel verändert und es wurde so einiges versucht. Es wird mal besser aber auch wie bei deiner bekannte auch schlechter.

Deine Cousine reißt sich seit einigen Jahren die Haare aus. Gab es denn davor schon Auffälligkeiten ?

Wie war sie als kleines Kind? War sie ein lebenslustiges Kind das sich aber langsam zurückgezogen hat oder verhaltensauffällig geworden ist. Sich sozusagen mit der Zeit zu einem völlig anderen Kind entwickelt hat.

Selbst verletzendes Verhalten hat meist ernste Hintergründe. Oft wird gedacht das es dabei darum geht das man mehr Aufmerksamkeit bekommt. In meinen Augen geht es den meisten aber nicht um Aufmerksamkeit. Zum Teil verletzen sich betroffene selbst weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen um mit ihrer Situation umgehen zu können, sozusagen um Stress zu regulieren. Es kann auch sein das sie sich die Haare und Augenbrauen ausreißt um " hässlich" auszusehen.

Es gibt viele Möglichkeiten für ihr Verhalten und die Ursachen können auch in der Familie oder näheren Umgebung liegen. Das wiederum könnte dafür sprechen das sie in der Therapie nicht weiter kommt.

  • Also ich weis nicht genau ob es vorher schon Auffälligkeiten gab aber sie konnte ihre Mama auf extremster weise nicht teilen. Sogar mein Onkel war ihr ein Dorn im Auge. Da fingen wir an zu bemerken, dass etwas bei ihr anders ist. Es war nicjt das typische Mama-Tochter-Verhältnis.

    Sie versuchte auch immer ihre Mitmenschen zu manipulieren. Einmal hatte ich mitbekommen, wie sie ihrer älteren Schwester auch drohte. Nicht mit Gewalt, sondern mit anderen banalen Dingen aber die Art und weise war meiner Meinung nach heftig.

    Als kleines Kind war sie einfach eine Zuckerschnute. Sie ist die letzte in der Familie und wir alle haben sie echt verwöhnt und verhätschelt. Der Altersunterschied ist auch enorm groß zu uns älteren Cousinen. Ich selbst habe 17 Jahre Unterschied mit ihr (bin die älteste im Bande). Wie sie sich so verändert hat habe ich nicht ganz mitbekommen. War selbst noch in der Pubertät. Aber es fing mit den o.g. Sachen an. Mein Onkel war die ersten Jahre in ihrem Leben jedoch nicjt wirklich da. Das Geld war bei Ihnen knapp und er ist über zwei-drei Monate ins Ausland um Geld zu verdienen und kam immer für ca. 3 Wochen nachhause. Die Bindung war nicht wirklich groß. Dazu muss ich sagen, dass mein Onkel auch ziemlich streng ist meiner Meinung nach und viel zu viel mit den Kindern schimpft, anstatt liebevoll mit Ihnen zu reden. Aber das ist meine Ansicht ( und der Rest der Familie eig auch).

    Um ehrlich zu sein habe ich auch schon an Missbrauch gedacht. Ich kann es mir zwar bei weitem in der Familie nicht vorstellen, aber wie viele Familien hätten das niemals von den eigenen Verwandten gedacht. Keiner meiner Onkels oder auch Tanten, Oma und Opa ist mir zu nahe gekommen. Wir haben alle ein liebevolles Verhältnis miteinander und sie ist/war immer unser kleines Mini in der Fam. Aber wie schon erwähnt, man weis ja nie was sich hinter den Kulissen abspielt.

    • Ich finde es gut das du das Thema Missbrauch nichts ausschließt. Ob es wirklich so ist lässt sich schwer sagen. Es ist sehr schwer Licht ins Dunkle zu bringen. Man weiß nichts genaues und kann nur vermuten. Eine falsche Beschuldigung kann genauso verheerend sein wie wenn es wirklich so ist man sich nicht traut es anzusprechen.

      Die Aussagen mit dem Masturbieren könnte aber in meinen Augen darauf hinweisen( muss es aber nicht) . Es wäre nicht schlecht wenn die Psychologin ihre Empfehlung begründen würde. Allerdings kann es dann auch wieder zu Problemen kommen wenn Missbrauch durch Familienangehörige vorliegen sollte.

      Ich denke wichtig ist das man deiner Cousine zuhört und sie nicht als Lügnerin hinstellt wenn sie wirklich Hinweise in diese Richtung ausspricht.

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