Übergriffige Schwiegermutter mit Trennungspotential

    • (1) 07.12.18 - 17:54

      Hi ihr Lieben,
      ich muss meinem Ärger über meine Schwiegermutter Dampf machen und würde mich über eure Meinung freuen, wie es für uns/mich weitergehen kann.

      Aber von vorn: Mein Mann und ich sind seit 8 Jahren zusammen, vor 3 Monaten haben wir geheiratet. Vor dem Hochzeitsthema war alles gut zwischen meiner Schwiegermutter und mir. Ich war das Lieblingsschwiegerkind und natürlich war es selbstverständlich, dass wir uns nie trennen. Sonderbar und anstrengend fand ich sie schon immer. Mein Mann und ich kennen uns seit Schulzeiten, ergo wohnen unsere Eltern beide in der gleichen Stadt. Wir haben immer versucht, unsere Übernachtungen gleichmäßig aufzuteilen, was extrem anstrengend wahr. Bei meinen Eltern fühle ich mich zudem deutlich wohler. Aber aus Liebe zu meinem Mann und dem lieben Schwiegerfamillienfrieden wegen habe ich das gern gemacht. Ihre Kinder und Schwiegerkinder finden sie auch extrem anstrengend muss ich dazu sagen. Niemand sagt ihr aber die Meinung.

      Nun, im Vorfeld der Hochzeitsplanung hat sie immer Details erfragen wollen. Die haben wir aber nicht weitergegeben, da sie eh gegen alles ist und es ganz anders gemacht hätte. Mit einem Grinsen hat sie uns öfter versucht zu sagen, wir mögen doch einfach auf nen Montag ohne Brimborium heiraten. So sind wir aber nicht. Obwohl es erstmal nur standesamtlich war, wollten wir die engste Familie dabeihaben und festlich Mittag und Kuchen essen. 3 Wochen vor der Hochzeit hat sie einen Nervenzusammenbruch bekommen, weil ihr ja keiner was sagt und sie würde ja so vieles nicht essen, das ganze wär einfach nicht ihre Art zu feiern. Naja. Aber eben UNSERE, wir sind das Brautpaar. Wir haben bei der Essenswahl natürlich auf sie geachtet, aber sie wollte uns nicht vertrauen. Details verraten wollten wir aber auch nicht, ich finde, das gehört sich einfach nicht. Zumal sie dann einfach alles umgemünzt hätte.
      Naja, nachdem sie dann theatralisch meinte, sie würde nicht kommen und mein Mann es irgendwie geschafft hat, sie doch davon zu überzeugen, dass sie kommen soll, ging es.
      Ihre Nervenzusammenbrüche verlaufen übrigens so:
      Irgendwer sagt/tut was Falsches (das muss demjenigen nichtmal bewusst sein). Anstelle direkt was zu sagen ruft sie ihre Kinder an, sagt es ihrem Mann. Dabei überbringt sie ihre Sichtweise, in der sie IMMER das Opfer ist, diejenige, die es nur gut meint. Es folgen verheulte Sprachnachrichten mit Vorwürfen, Hassmails, Ändern sämtlicher Profilbilder und nach und nach bekommt man dann von ihren Kindern Nachrichten, was denn los sei und dass man das bitte eben schlichten möge.

      So, also Schwiegermutter ist also zur Hochzeit gekommen, es war auch alles ganz toll! Nach der Hochzeit hat sie meiner Mutter erzählt, sie hätte im Vorfeld im Lokal angerufen und irgendwas am Essen geändert. Ich weiß bis heute nicht was. Es ist extrem übergriffig und sie zu fragen würde den dritten Weltkrieg auslösen.

      Naja, dann kam der nächste Hammer nach der Hochzeit. Es waren 6 Wochen vergangen, die Fotos waren da. Ich habe unsere Danksagung angekündigt, wo viele Bilder dabei waren. Sowohl auf der Karte als auch individuell für jeden Gast einzeln. Ich habe dazugeschrieben, dass die richtigen Fotos an Weihnachten folgen. Das war wieder zu viel. Wie ich es wagen könnte, ihr Fotos ihres Sohnes (er ist der jüngste von 4) vorzuenthalten, das wäre ein Unding. Und dass meine Eltern das bestimmt genauso sähen (tun sie nicht). Bei der ältesten wäre alles anders und so perfekt abgelaufen. Ich dachte, da kann ich nicht nachgegeben, sie kriegt ja Bilder. Im Endeffekt hat sie doch ein Bild bekommen, das sollte eigentlich für die Großeltern meines Mannes sein, die nicht mehr dabeisein konnten.

      Nun der nächste Konflikt. Der dritte innerhalb von 3 Monaten...
      Sie hat uns hier besucht. Mein Mann, der seit Februar im Ausland arbeitet, war auch hier, um mit ihr, seinem Bruder samt Verlobter und mir den ersten Advent zu feiern. Es war zuerst anstrengend wie immer. Aber ich bin ja lieb und lasse mir das nicht anmerken. Lasse sie ihr Ding durchziehen, da sie sonst unglücklich ist. Sie war also hier, hat hier und da Dinge in meinem Zuhause kritisch beäugt (bei ihr ist alles besser, sie weiß, wie es geht, Dinge die ich hab sind unnötig, sie ist so unkompliziert,...), ihre Sachen überall verstreut, sämtliche Räume mit Schuhen betreten, ....
      Ich hab nichts gesagt. Habe sie machen lassen, meinen Ärger der Harmonie wegen runtergeschluckt. Und mich so gefreut, Heiligabend bei meinen Eltern zu sein.
      Den Vortag hat meine Mutter ihr ein paar Nikolausgeschenke für uns vorbeigebracht. Dabei hat sie wohl gesagt, dass wir "selbstverständlich" bei meinen Eltern feiern und dass ich mir nicht vorstellen könne, bei meinen Schwiegereltern zu feiern. Vom Inhalt her fühle ich genau so. Aber das hat meine Mama nie und nimmer gesagt. Anstelle meiner Mutter nun zu sagen, dass das unschön war, hat sie direkt im Anschluss meinen Mann und seine Geschwister weinend angerufen. Sie hat sich degradiert gefühlt, weil meine Eltern in einem besseren Stadtteil wohnen. Das spielt für uns alle aber überhaupt keine Rolle. Meinen Eltern ist das erst recht egal. Ihnen ist wichtig, dass mein Mann und ich miteinander klarkommen und uns lieben.
      Naja, am Samstag waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und sie hat mir die Situation nochmal dramatisch erzählt. Zusammen mit anderen Dingen (sie hat meine Mutter schlecht gemacht), wurde es mir dann zu viel und ich bin heulend zu meinem Mann gegangen, der mich dann getröstet hat. Sie wusste nicht, was los war und als ich mich nach 5 Minuten nicht eingekriegt hatte, sind die anderen in ein Kaufhaus gegangen. Wir kamen dann nach. Sie fragte sehr dominant was sie denn falsch gemacht habe. Ich wollte ihr daraufhin einfach nur sagen, dass ich eben noch meine Ruhr brauche und wir dann später drüber reden können. Das ließ sie aber nicht zu. Sie schrie mich an, woraufhin ich auch lauter wurde. Das ist nicht meine Art, ich schreie nie. Ich bin dann wie ein kleines Kind ins Kaufhaus geflüchtet, habe überall gezittert, eine Dame wollte schon den Notarzt rufen, wovon ich sie aber abbringen konnte. Anstelle meines Mannes lief mir die Verlobte meines Schwagers nach.
      Als wir dann wieder zu dem Rest gegangen sind. hat meine Schwiegermutter kein Wort mit mir geredet, mich nicht mal eines Blickes gewürdigt. Mein Mann war auch wütend auf mich und ist den ganzen Weg aus der Stadt nach Hause nicht neben mir, sondern vorne neben ihr gegangen. Ich bin alleine hinterher gegangen.
      Sie ist dann abgereist, ich konnte mich nichtmal mehr verabschieden. Der Rest ist Sonntag gefahren. Als alle weg waren (inklusive meinem Mann) musste ich erstmal alle Fotos von ihr abhängen. Mein Mann und ich haben uns noch versöhnt, natürlich steht er hinter mir. Er stand einfach zwischen den Stühlen und wollte schlimmeres verhindern. Samstag und Sonntag habe ich noch verheulte Sprachnachrichten von ihr bekommen, die ich aber nicht abhören konnte. Ich war zu verletzt.
      Montag habe ich ihr dann geschrieben. Ich habe sie gefragt, warum sie immer mit mir aneckt seit der Hochzeit und dass ich ihr den Sohn nicht wegnehme. Dass ich loyal meinen Eltern gegenüber bin und sie mir einfach mal sagen soll, was los ist. Konnte sie nicht, aber seitdem ist alles gut von ihr aus. Ich bin kein nachtragender Mensch. Aber die Situation bringt mich noch immer zum Weinen. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich Angst habe, wenn wir mal Nachwuchs bekommen. Sie wird nie aufhören. Und alle werden kuschen, weil sie ja weint und laut Psychologen eine Altersdepression hat. Dafür habe ich Verständnis. Aber nicht dafür, dass sie mich so zur Weißglut treibt und alles nach ihrer Pfeife tanzen muss. Allein ist es so viel schwieriger auszuhalten, ich habe Angst, dass es meine Ehe zerstört, dass er nicht da ist und seine Mutter mir gegenüber so ein Biest ist... Jeder weitere Konflikt schadet unserer Ehe. Und dabei war ich mir so sicher, dass nichts unser Glück zerstören kann.

      Sie möchte nun am 23.12. mit uns beiden allein Weihnachten feiern (ich habe da keine Lust drauf) und vorher viel mit uns unternehmen. Ich mag da gerade nicht hingehen und überlege schon, wie ich mich da rauswinden kann.

      Danke fürs Lesen. Das musste raus. Habt ihr Ratschläge, wie ich mit ihr umgehen soll? Wie schaffe ich es, dass es meiner Ehe nicht schadet?

      Liebe Grüße,
      Hanne

      • Hallo,

        wenn du in dieser Ehe bleiben willst, wirst du wohl eine Balance finden müssen aus Kompromissen, die du deiner Schwiegermutter zugestehst und dem, wo du keine Kompromisse machen willst. Und mach beides ohne Groll wenn du dich entschieden hast, anders wird es nicht gehen.
        Beispiel:
        meine Schwiegereltern sind gerade ein paar Tage zu Besuch, kommen ein Mal im Monat für 3-4 Tage seit der Enkel da ist. Ich nutze das gerne, um etwas Arbeit zu erledigen, arbeite im HomeOffice mit Baby.
        Sagt meine Schwiegermutter gleich am Tag nach Ankunft diese Woche, sie hätte die Wäsche gewaschen, ob ich noch was hätte. Ich bin aus allen Wolken gefallen und war auch sauer im ersten Moment, wie kommt sie dazu, ungefragt (!!!) an die Wäsch zu gehen, ich finde den Gedanken unangenehm, dass meine Schwiegermutter meine schmutzigen Unterhosen anfasst. Es ar auch nicht so, dass wir in Wäsche ertrinken, es war eine Maschine Kleidung, eine Handtücher, das ist ja nix mit Baby ... Hab aber nichts gesagt am Ende, ich weiß mittlerweile, dass sie es nur gut meint und sie mir damit auch zeigt, dass ich Teil ihrer Familie bin. Ich schaue auch weg, wenn sie mit dem Kleinen Videos auf Youtube schaut, obwohl sie weiß, dass wir das nicht wollen. Ich hab ihr erklärt, warum wir das nicht wollen, sie macht e trotzdem heimlich ab und zu, aber ich denke, dass es wichtig ist, dass sie ein gutes Oma-Verhältnis zu meinem Sohn hat, ich hatte auch Geheimnisse mit meiner Oma und die 5 Minuten pro Monat werden seiner Erziehung nicht so extrem schaden, es sind ja Ausnahmen.

        Dagegen gibt es Dinge, die mir so wichtig sind, das habe ich so unmissverständlich klar gemacht, einmal sogar mit Streit, da gab es dann nie wieder Diskussionen und ich sehe, dass meine Schwiegereltern beide großen Wert darauf legen, es sich da nicht mit mir zu verscherzen. Keinen Übernachtungsbesuch im Wochenbett oder Diskussionen über Zufüttern oder Schnuller zum Beispiel.

        Das ist letztlich der Weg. Ich kann sie nicht ändern und sie ist jetzt nun mal Teil meiner Familie und da ich diese Familie will, habe ich einen Mittelweg für mich gefunden.
        All das hat übrigens dazu geführt, dass wir uns nährr gekommen sind irgendwie und uns beide sehr respektieren mittlerweile. Ich höre ihr mittlerweile auch richtig zu, wenn sie Tipps oder Erfahrungen von früher hat zum Thema Kindererziehung... was ich gut finde, setze ich um und was nicht, sag ich auch so und da sie spürt, dass ich sie ernst nehme, ist sie auch entspannt.

        Was anderes kann ich dir leider nicht raten.
        Gehe etwas auf sie zu, akzeptiere, dass sie ein paar Macken hat und setze unmissverständlich Grenzen da, wo es wirklich wichtig ist.

        Alles Gute

        • Danke für deine Antwort!
          Ja, Kompromisse sind wohl der Schlüssel. Das hat die letzten Jahre echt gut geklappt. Hier und da hat man sich übereinander aufgeregt, aber es ging. Sie kommt dann direkt mit emotionaler Erpressung und macht meinem Mann und mir ein schlechtes Gewissen,

          Bedingt durch die vielen Konflikte in letzter Zeit bin ich mir gerade gar nicht sicher, ob ich Kompromisse eingehen möchte, wenn es zur kirchlichen Hochzeit oder unseren zukünftigen Kindern kommt. Ich sehe, was sie mit meinen Neffen macht - die sind total viel am Tablet um Youtube Videos zu gucken, werden mit Süßkram und Pommes vollgestopft und regelmäßig gehen sie mit ihnen zu McDonald's. Wenn die Jungs toben, steht sie panisch daneben und ruft immer: "Vorsicht!". Und meine Schwägerin hat auch ganz andere Erziehungskonzepte. Das will sie auch alles nicht.

          Aber ich fürchte, das wird wohl auch alles auf uns zukommen. Und je nachdem, wie oft wir sie sehen, werde ich das wohl zulassen (müssen). Wie du schriebst, Großeltern und Enkelkinder brauchen ihre Nischen und Geheimnisse.Vermutlich werde ich ein paar Minuten meditieren bevor ich die Kinder da abhole :-D Naja, noch ist da aber nichts in Sicht mit eigenen Kindern. Aber schon krass, wie sehr es doch jetzt schon beschäftigt...

          Oh Gott, ich wüsste nicht, wie ich reagiert hätte, hätte meine Schwiegermutter in der Zeit hier Wäsche gewaschen.. Es ist ja wirklich intim... Respekt, dass du so gut reagiert hast!

          Dass ich sie nicht ändern kann, weiß ich. Das ist auch nicht mein Ziel. Ich möchte nur, dass sie meine Grenzen akzeptiert ohne direkt sauer und beleidigt zu werden. Ich möchte angstfrei meine Grenzen aufzeigen und nicht jedesmal ein Familiendrama auslösen.

          Ich liebe meinen Mann. Aber der Groll auf sie wirkt sich gerade auch echt auf meine Beziehung zu ihm aus. Ich hab gerade nichtmal Lust mit ihm zu telefonieren...

      (4) 07.12.18 - 19:44

      Wie alt bist Du?

    (6) 07.12.18 - 19:54

    Hallo,
    Mein Zwilling hat seit Jahren Depressionen mit Schüben. Im Laufe der Zeit habe ich mehrere Therapeuten und Angehörige kennen gelernt.

    Wenn sie eine Altersdepression hat dürfen die Symptome erst nach ihrem 65 Geburtstag aufgetreten sein. Aber auch dann gilt der Grundsatz : der Kranke ist für sich selbst verantwortlich.
    Das bedeutet solch einem erpresserischem Rumgeheule gibt man nicht nach. Die eigenen Grenzen müssen klar und deutlich benannt werden.

    Du und deine Schwiegerfamilie müsst dringenst zur Angehörigen Therapie( Gesprächen). Dafür benötigt ihr nicht ihren Therapeuten sondern könnt erst mal zum Hausarzt, zur Diakonie oder ähnliches.

    Gruß Sol

    • (7) 07.12.18 - 20:37

      Danke für deine Antwort! meine Schwiegermutter ist "erst" 54 Jahre alt. Die Therapeutin meiner Mutter meinte, sowas wie eine Altersdepression gebe es nicht. Dass sie krank ist, ist klar, sonst würde sie in meinen Augen nicht so reagieren. Was es ist, ist mir letztendlich egal. Ich habe echt Verständnis, wenn es jemandem nicht gut geht und versuche die Person zu unterstützen und zu verstehen. Die Frau ist allerdings beratungsresistent. Dass sie mittlerweile in therapeutischer Behandlung ist, grenzt an ein Wunder. Sie lehnt jegliche Ärzte ab, die Uniklinik ganz besonders.

      Ich versuche wirklich nicht nachzugeben und meine Grenzen aufzuzeigen. Sobald ich das jedoch tue, eskaliert es. Ich erkläre ihr auch ganz vernünftig meine Beweggründe und versuche da Emotionalität rauszulassen. Samstag ist es mir jedoch null gelungen.

      Ich gehe Freitag mal zur Psychologin meiner Mama. Ich denke, das wird mir auch schon helfen, wie ich mit den Weihnachtstagen umzugehen habe. Denn gerade habe ich lieber Lust auf einen Brech-Durchfall als auf Weihnachten mit ihr.

      Liebe Grüße,
      Hanne

(8) 07.12.18 - 20:27

Hallo Hanne,
das ist eine schwierige Situation.
Deine Schwiegermutter ist krank. Sie merkt wahrscheinlich gar nicht, wie sehr sie mit ihrem Verhalten ihrem Umfeld schadet.
Nichts desto Trotz solltest Du versuchen Dich emotional abzugrenzen.
Die Situation auf dem Weihnachtsmarkt zeigt deutlich, dass Dir das sehr an die Substanz geht!
Sie ist krank und kann nichts dafür, lass aber nicht zu, dass sie Dich ebenso krank macht! Du zeigst schon körperliche Symptome ( weinen, zittern)- ziehe da die Notbremse durch emotionale Abgrenzung. Mach Dir klar, sie reagiert nicht rational, es ist nichts Persönliches gegen Dich- es ist eine Krankheit. Lass ihr Verhalten nicht zu nah an Dich ran, empfinde Mitleid statt Ärger, dass sie so sein muss.
Ich hoffe, sie macht eine gute Therapie und wird ggf. gut mit Tabletten eingestellt,dass sich ihre Situation bessert.
Eine Familientherapie wäre sicher auch ein guter Weg für Euch.
Ich wünsche Euch alles Gute und, trotz Allem, ein schönes Weihnachtsfest!
LG

  • (9) 07.12.18 - 20:55

    Hallo,
    danke auch dir für deine Antwort!
    Ja, dass sie krank ist, weiß ich. Das hat sie uns nach der Hochzeit mitgeteilt. Ob ihre Therapie gut ist, kann und will ich nicht einschätzen. Da sie wirklich beratungsresistent ist und alles besser weiß, hat der Psychologe sicherlich keinen leichten Job. Ich wünsche ihr, dass es ihr langfristig hilft.

    Mitleid statt Ärger zu empfinden ist ein guter Tipp. Das werde ich im Hinterkopf behalten. Und hoffen, dass es mir gelingt meinen Ärger runterzuschlucken und mich emotional abzugrenzen. Bei so vielen Konflikten in so unfassbar kurzer Zeit gelingt mir das aber immer schlechter.

    Was mich einfach total fuchsig macht ist, dass ich die einzige in der engsten Familie bin, die sie so angeht. Die anderen Kinder und Schwiegerkinder haben wenig Stress mit ihr.
    Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sie mit vielen Familienmitgliedern gebrochen hat -ihr Vater und zwei ihrer Brüder. Die einzige, zu der sie Kontakt hält, ist ihre Schwester. Aber die Schwiegermutter redet immer total abfällig über ihre Schwester.

    Eine Familientherapie würde ich und vermutlich sie auch kategorisch ausschließen. Sie ist eben "nur" meine Schwiegermutter. Spätestens ab einer Schwangerschaft wird es allerdings spannend. Gerade bin ich froh, nicht in meiner Heimatstadt zu wohnen.

    Danke, dir auch ein schönes Weihnachtsfest!
    LG.
    Hanne

    • (10) 07.12.18 - 21:38

      Das ist ein ganz typisches Bild der Krankheit, das Du beschreibst: Die Schwester der Schwiegermutter ist die Einzige, mit der sie sich versteht- aber genau über diese Person redet die Schwiegermutter schlecht.

      Versuche doch mal in diesen Situationen, in denen sie übertreibt und unmöglich wird, nicht auf Konfrontation zu gehen, sondern sage ihr: " Ich weiss, es geht Dir schlecht! Es tut mir leid für Dich, dass Du so sein musst. Aber lass doch Deine Unzufriedenheit nicht an den Menschen aus, die Dir am Nächsten stehen.Wir stehen auf Deiner Seite. Du bist die Mutter meines Mannes und meine Schwiegermutter!"
      Sie wird sich wahrscheinlich erst sehr aufregen- aber es könnte passieren, dass sie Dir dann weinend in den Armen liegt und sich "ertappt" fühlt.
      Vielleicht würde auch ein Signal Wort helfen, das ihr sagt, wenn sie mal wieder übertreibt?
      Es geht ihr schlecht, sonst müsste sie nicht so sein. Sie ist durch und durch unglücklich. Sie kann Dir wirklich nur leid tun!

      • (11) 07.12.18 - 22:06

        Entschuldige bitte aber woher hast du diesen Kaffeesatz? Glaubst du das wirklich?
        "Sie wird sich wahrscheinlich erst sehr aufregen- aber es könnte passieren, dass sie Dir dann weinend in den Armen liegt und sich "ertappt" fühlt."

        • (12) 07.12.18 - 22:19

          Das habe ich Selbst schon so erlebt- mit einer Nachbarin, die sehr biestig und gemein zu Allen Anderen Parteien war. Sie litt leider auch an Depressionen und stritt mit Jedem.
          Unten im Waschraum sagte ich genau diese Worte zu ihr, nachdem sie mich wegen Nichtigkeiten angriff.
          Sie lag mir am Ende weinend in den Armen.

      (13) 07.12.18 - 22:47

      Danke, Katnissa, das sind gute Worte. Letztendlich habe ich die in einer ähnlichen Form Montag benutzt. Sie meinte, an ihrer Krankheit hätte es nicht gelegen. Die würde sie nur nachts einschränken.. Dass ich sie lieb habe, habe ich ihr auch schon nach Konflikten gesagt. Und das stimmt auch. Abseits der Konflikte ist sie zwar ultra speziell, aber doch sehr hilfsbereit und engagiert. Und eben die Mutter des Mannes, den ich liebe.

      Ich hab nochmal mit meinem Mann geredet. Er steht definitiv hinter mir. Aber er will auch die Harmonie wahren und möchte, dass wir gute Miene zu bösem Spiel machen. Er möchte aber auch mehr Grenzen aufzeigen und nicht immer nur Konflikte vermeiden. Das macht doch Mut.

      Schöne Geschichte mit deiner Nachbarin!

      • (14) 07.12.18 - 23:32

        Das ist sehr gut, dass Dein Mann hinter Dir steht!
        Gemeinsam schafft ihr das!

        Oh ja, diese Nachbarin hat uns damals auch den letzten Nerv gekostet.
        Nach der Geschichte in der Waschküche ließ sie, zumindest uns, in Ruhe. Aber wir waren trotzdem froh, als wir aus diesem Haus auszogen- das ist jetzt auch schon wieder 12 Jahre her- so schnell vergeht die Zeit!

        Ich wünsche Euch auch, dass ihr da einen guten Weg zusammen findet!
        Alles Gute und Danke für Deine lieben Worte!

(15) 07.12.18 - 21:38

Puh ja da muss man leider durch wenn man Ehe und Familie halten will.
Kenne ich zu gut!
Wenn es mir zu bunt wird, denke ich daran, dass sowohl meine Schwiegermutter als auch Schwägerin mit hoher Wahrscheinlichkeit vor mir sterben werden.
Bis dahin beiße ich die Zähne zusammen.
Alles Gute

  • (16) 07.12.18 - 22:32

    Meine Freundin hat in eine Familie mit einer sehr übergriffigen Schwiegermutter eingeheiratet. Sie hat ihr direkt, sehr deutlich und massiv die Stirn geboten - meine Freundin war älter als ich und ich hab sie damals gefragt, wieso sie so auf Konfrontation aus ist (damals dachte ich auch, dass Harmonie der Schlüssel ist und brachte eine ähnliche Argumentation wie Du) und meine Freundin sagte:
    "Wenn ich so alt werde wie meine Mutter und sie so alt wie ihre, dann überlebt sie mich um 20 Jahre, deshalb ist aussitzen keine Option."
    Und meine Mama hat lieber ihre Eltern statt ihre Ehe gepflegt, schliesslich hat sie ihren Mann noch länger. Nun... ihre Eltern haben beide meinen Papa überlebt, meine Oma nun schon seit 5 Jahren.

    (17) 07.12.18 - 22:41

    Ist es böse, dass ich drüber nachdenke, dass sie wohl nicht sehr alt werden wird? Ihr Mutter ist mit 61 gestorben... Ihr Vater lebt noch und ist absolut biestig.
    Schön zu wissen, dass ich nicht allein bin!

(18) 07.12.18 - 21:51

Ich teile Mal meinen Lieblingssatz mit Dir:

Das Opfer ist die stärkste Rolle in jeder Konstellation. Weil es Dich zum Täter macht.

Und deine Schwiegermutter tut das gern noch mit Publikum und unter Beteiligung aller Familienmitglieder die dann für sie die Schmutzarbeit machen und auf den Täter Druck aufbauen. Voll bequem oder?

Lösen kann man das nur, indem man die aus ihrer Opferrolle raustreibt. Und da wird sie sich massiv dagegen wehren. In Deinem Fall ist noch wichtig dass Du der Familie strikt untersagt sich einzumischen. Das nimmt ihr die Lakeien. Ob das in der Konstellation möglich sein wird. Da habe ich meine Zweifel. Für mich steht auch keine mögliche psychische Erkrankung im Vordergrund. Tut aus meiner Sicht nichts zur Sache. Die sind schon vorher so mit Konflikten umgegangen.

Die Familie funktioniert seit Jahren nach diesem Muster. Das zu durchbrechen ist ein mega Akt. Du hast als Schwiegerkind den schlechtesten Stand.
Ganz schwierig finde ich eigentlich dass Dein Mann dir unter 4 Augen nach dem Mund redet Dich aber in Konflikt mit seiner Mutter offen schneidet. Das geht gaaaar nicht.
Ich würde mir die ganze Bande mehr auf Abstand halten und wichtige Grenzen eisern waren wie ihr es bei der Hochzeit gemacht habt. Und auf das Gejammer nichts geben.
Wahrscheinlich würde ich sowas wie das Essen sogar Mal richtig richtig eskalieren lassen.

  • (19) 08.12.18 - 00:45

    So hab ich das noch nie betrachtet, danke! Ja, sie macht definitiv einen auf Opfer und dadurch, dass ich mich schuldig fühle, hat sie es geschafft, mich wie eine Täterin fühlen zu lassen.
    Und du hast auch recht, so sind sie schon immer mit Konflikten umgegangen. Zumindest was ich aufgrund von Erzählungen beurteilen kann. Die anderen Geschwister werde ich nicht dazu bewegen können, gegen ihre Mutter zu reden. Sie dürfen ja auch loyal ihr gegenüber sein. Die älteste (die mit den beiden Jungs) hat sich vorgenommen, ihr nur noch positive Dinge zu sagen und fährt damit ganz gut. Ich könnte das nicht und werde einfach in Zukunft stiller sein. Und wenn ich mich unwohl fühle, muss ich eben aufs Klo.

    Ja, in Zukunft werden wir mehr zusammen auftreten und Gespräche nur noch gemeinsam mit ihr führen. Wir werden ein Zeichen vereinbaren, wenn er eingreifen muss oder wir "spontan" losmüssen. Er hat denke ich verstanden, dass ich mehr Rückhalt von ihm brauche.
    Wenn wir auf das Gejammer nichts geben, dann geht's eben erst richtig los. Dann sind wir kaltherzig und sie würde nicht zur kirchlichen Hochzeit kommen. Das kann ich nicht mit meinem Familiensinn vereinbaren. Wir werden sie im Vorfeld der Hochzeitsplanung fragen, was ihr wichtig ist, ihr sagen, dass nicht alles umsetzbar ist und sie frühzeitig drauf vorbereiten, was sie erwartet. Und sie dann vor vollendete Tatsachen stellen. Ihr keinen Dienstleister nennen. Entweder, sie findet sich damit ab oder eben nicht.

    Das Essen werde ich nicht weiter ansprechen. Außer, die Situation verlangt es. Da sie aber eh irgendwas an meiner Mama gefressen hat, werde ich sie schön raushalten.

    Übrigens hat sie meinen Eltern auch eine Sprachnachricht geschickt als sie wieder von und abgereist ist. Meine Eltern haben gar nicht reagiert und es beschäftigt die beiden bis heute... Wie kann ein Mensch so viel Einfluss haben...?!

    • (20) 08.12.18 - 09:57

      Wie ein Mensch so viel Einfluss haben kann?
      Ihr gebt ihn ihr!

      Les Mal nochmal deinen Text oben. Du klammerst immer noch Themen aus. Aktuell willst Du ihr das Zepter über Deine Hochzeit überlassen.

      Es geht nicht ohne Grenzen. Und da sie die nicht kennt wird sie toben. Aber glaubst du wirklich sie kommt nicht zur Hochzeit des Jüngsten? Was würde die Familie dazu sagen? 😉

      Zwei Ideen zu Deinem Schlachtplan.
      Wenn wieder jemand anruft den sie vollgeheult hat. Geh nicht mehr auf das Thema ein. Null. Sag in einem fort: "Du kennst sie und ich möchte dass Du dich raushältst. Ich möchte keine solchen Anrufe von Dir mehr haben"
      -> halte Dir den Druck der anderen vom Leibe.

      Glaubst Du wirklich dass sie nicht zur Hochzeit kommt? Das ist doch wieder nur ein Druckmittel. Und du hast es nach der Hochzeit nicht rum. Dann kommen runde Geburtstsge. Taufen. Geburten.
      "Das fänden wir sehr schade aber Du bist erwachsen. Es ist Deine Entscheidung wo Du hingehst. Wir hätten Dich gern dabei aber wenn du nicht möchtest...
      Und dann lass sie toben. Sie kommt schon...

(21) 07.12.18 - 22:38

Ich würde versuchen, daran zu arbeiten, wo Aussicht auf Erfolg besteht - also an Deiner Einstellung und evtl. noch der Deines Mannes.
Es ist Dein gutes Recht Dich abzugrenzen und ihr auch deutlich zu zeigen, dass Du auf die Nummer keinen Bock hast. Deine Schwiegermutter wird nichts lernen, wenn ihr jeder nur nach dem Mund redet - selbst bei jedem Kind (dessen Hirnwindungen noch nicht mal ausgewachsen sind) zeigt man Grenzen auf.
Depression ist kacke, ja. Aber es ist ihre Depression, nicht eure. Man kann an jeder psychischen Erkrankung arbeiten ohne dabei die ganze Sippschaft in Geiselhaft zu nehmen. Wenn die Söhne aber die Mutter "schützen" und Du Deinen Mann schützt, indem Du ihm durchgehen lässt, dass er mit Mutti Schritt hält statt mit Dir, dann bist Du der Arsch... wenn Du nicht der Arsch sein willst, dann musst Du Dich klar positionieren, sei es durch Aktion oder Abgrenzung.

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