Unterstützung anbieten

    • (1) 07.12.18 - 19:59
      KatleenP

      Hallo! Ich bin momentan ernsthaft erkrankt, werde noch ein paar Wochen nicht die Alte sein. Meine Eltern (74 und 78) leben 30 min entfernt (Auto). Meine Eltern haben ein einziges Mal unsere Große betreut, das war vor 10 Jahren, sie war 4 und ein ruhiges, freundliches Kind. Als ich nach 1,5 Std. zurück kam, waren meine Eltern nervlich fix und alle, sie sind den Umgang mit kleinen Kindern, Plappern, Aufmerksamkeit etc. einfach nicht so gewohnt, wollten immer flexibel und unabhängig sein.
      Nun ist unsere Kleine 4 und ein liebes Kind, nicht wild oder so. Meine Mutter meinte es gut und bot mir insgesamt (nicht nur auf's Kind bezogen) Unterstützung an. Toll! Ich freute mich. Ich fragte sie, in welcher Art sie sich das denn vorstellen könnte, sie meinte, sie weiß ja nicht, was ich gebrauchen könnte. Ich sagte ihr, falls ich sie fragen würde ob sie mal durchsaugt (würde ich nie!), kann sie nicht herkommen (sie fährt nicht alleine Auto). Dann sagte ich, es wäre toll, wenn sie jetzt Mittwoch die Kleine von der Kita abholen (13 Uhr) und bis 18 Uhr hier ider woanders betreuen würde, wie sie sich das vorstellen würde. Sie wand und wand (windete??) sich und meinte, dass die Kleine ja wohl Freundinnen hätte, zu denen sie mitkommen könnte (ich hätte sie auch nie darum gefragt, es war mehr ein Test).
      Essen: meine Mutter kocht sehr gut. Nur darf ich leider im Moment keinerlei Festes und selbst Suppe könnte sie mir ja nicht rüberbringen, der Aufwand wäre doch recht groß.
      Sie wollte mich unterstützen - aber wenn es konkret wird, windet sie sich raus. Im Endeffekt hat sie ihr Angebot, uns zu unterstützen, komplett zurückgezogen. Ich habe das Gefühl, es waren mehr leere Worte, "man bietet ja Hilfe an", hofft aber, dass die Geste zählt und v.a. reicht. Wir sind mehr oder weniger im Streit auseinandergegangen :-(. Ich erwarte gar nicht wirklich Tipps, wir sind gut organisiert und es gewohnt, auf uns gestellt zu sein, klar geht die Kleine auch mal mit ner Freundin mit oder umgekehrt. Aber dennoch bin ich traurig und auch sauer über die leeren Worte. Waren ja gut gemeint, sie liebt mich, das weiß ich, aber doch nicht wirklich ernst.
      Ach man!
      Ich hätte wohl einfach nur "das ist toll, vielen Dank für das liebe Angebot" sagen sollen. Ich wusste eigentlich um die Situation. War etwas dumm von mir, ja. Aber hätte ja auch sein können, dass jetzt doch etwas dahinter steckt. Was will ich hören? Keine Ahnung. Ich bin harmoniebedürftig. Wie biege ich das jetzt gerade?

      • (2) 07.12.18 - 20:10

        Vielleicht meinte sie finanzielle Unterstützung. Vielleicht möchte sie Euch eine Putzfee oder einen Babysitter spendieren?

        • (3) 07.12.18 - 20:43

          Das wäre durchaus möglich, das ist eine Idee, sie haben finanziell ausgesorgt. Wir stehen allerdings finanziell auch gut da, deshalb passt es dann doch wieder nicht richtig...aber danke für deine Idee!

      Kann das sein, dass sie ihre eigenen Kräfte schlicht und einfach überschätzt hat? Die Frau ist Mitte 70, ihr Mann geht auf die 80 zu, da kann eine Vierjährige über 5 Stunden sehr anstrengend werden, und wenn sie noch so lieb ist. Ich bin 10 Jahre jünger und habe einen Vierjährigen im Freundeskreis.....nach 5 Stunden mit ihm wäre ich wohl platt. Die Aussicht, das jede Woche zu haben.....puuuh#schwitz
      Warum kann sie Dir nicht auf Vorrat ein paar leckere Suppen kochen, die beiden setzen sich zusammen ins Auto und bringen sie Dir- als Vorrat zum Einfrieren. Das verstehe ich nun auch nicht. Dass sie bei Dir nicht putzt und wäscht, könnte ich altershalber auch noch nachvollziehen. Warum frägst Du sie nicht einfach, was sie sich vorgestellt hat, als sie Hilfe anbot? Ist sie damit überfordert, dass ihre Tochter schwerer erkrankt ist? Diese Generation hat es nicht so mit Gefühle zeigen und offen reden. Hat sie Angst um Dich und kann es nicht äußern? Vielleicht könnt ihr euch doch auf einen Kaffee treffen und nochmal reden. Es muss kein böser Wille dahinterstecken. Angst macht auch irrational. LG Moni

      • (5) 07.12.18 - 21:56

        Liebe Moni!

        Es ging gar nicht um "jede Woche" sondern um eine einmalige Sache zusammen mit meinem Vater. Ich hatte nicht ernsthaft vor, sie zu fragen, weil sie völlig ungeübt ist mit unserer Kleinen / Kindern allgemein.

        Damals, vor 10 Jahren (da war sie 64), hat sie ihre Kraft überschätzt, das stimmt. Da ging es um einmalig 1,5 Stunden.

        Genau das (sie fragen, was sie sich vorstellt) habe ich ja. So hatte ich das Gespräch eingeleitet. Wusste sie nicht, kein einziges Beispiel. Dann habe ich mehrere Dinge aufgezählt, bei denen sie mich unterstützen könnte - wurden alle abgewiegelt.

        Ja, na klar macht es sie traurig und sie macht sich Sorgen um mich. Aber das wird auch wieder, dauert aber ein paar Wochen. Es ist nicht Krebs oder ähnlich Schweres.

        Auf einen Kaffee treffen (für mich Tee, darf keinen Kaffee) zu dritt ist gut. Vielleicht am Vormittag. Suppe kocht sie mit Sicherheit auch gerne. Aber ehrlich, das ist nett und lieb, aber keine Unterstützung in der jetzigen Situation, die sie ja selbst angeboten hat, eher "ich möchte, dass sich meine Mutter gut fühlt", dabei würde es nicht um mich gehen in dem Sinne.

        Mit Sicherheit steckt nichts Böses dahinter! Ich hätte mich herzlich über "Ich würde dich wirklich gerne unterstützen, aber du weißt doch, so richtig kann ich auch nicht, nicht alleine fahren und mit der Kleinen kann ich mit den Nerven nicht mehr so. Aber ich denke an dich und wenn du Suppen brauchst, ruf an" gefreut. So war es nur hohles Gelaber, das mich traurig macht.

        Du hast recht, mit den Gefühlen ist es schwer für sie, sie heult zwar offen, sagt aber nie "Ich habe dich lieb" oder "toll, wie du das hinkriegst" oder "stimmt, ich habe mit Alkohol ein Problem (gehabt)". Hauptsache, die Gardinen hängen gerade.

        LG Katleen

        • Ach Mensch, das ist blöd. Ich versuchte nur zu vermitteln, da ich ja praktisch altersmäßig zwischen euch zwei Generationen stehe.
          Mein Mann war Jahrgang 1936 - deswegen weiß ich schon, wie diese Generation tickt. Mir gegenüber konnte er durchaus sagen, dass er mich liebt, aber bei Kindern war es auch schwierig. So richtig vergöttert - mit der Anrede "Goldschatz" hat er nur unsere Enkelin.#verliebt Aber er tat alles für meine Kinder, konnte auch über die Wange streicheln usw. - aber so richtig mit den verbalen Komplimenten hatte er es auch nicht. War halt ein Schwabe "net g'schimpft isch g'lobt g'nug" (verstanden? ;-)) - und sein Spruch "das hätt ich aber anders gemacht", wenn wir ihm was zeigten, was wir gemacht hatten - der war so legendär, dass das sogar in der Trauerrede des Vikars aufgenommen wurde bei seiner Beerdigung - und es ging ein Schmunzeln durch die Reihen......
          Vielleicht kommt ihr trotzdem nochmal zusammen - wäre sonst schon schade, denn soooo lange wirst Du Deine Eltern wahrscheinlich auch nicht mehr haben.
          Gute Besserung Dir erstmal - das ist nun mal am Wichtigsten.
          LG Moni

          • (7) 08.12.18 - 08:58

            "Komplimenten hatte er es auch nicht. War halt ein Schwabe "net g'schimpft isch g'lobt g'nug" (verstanden? ;-)) - und sein Spruch "das hätt ich aber anders gemacht", wenn wir ihm was zeigten, was wir gemacht hatten -"

            Wir sind zwar keine Schwaben, aber dss trifft zu 100% auf die Eltern meines Mannes zu #rofl (selbes Alter wie meine). Da tut mir mein Mann manchmal leid und ich sage dann vor allen, wenn er seinen Eltern stolz etwas zeigt, was er mit viel Liebe und Zeit z.B. im Haus neben einer 60 Std. Woche gewerkelt hat " Das hat euer Sohn richtig toll hinbekommen, stimmt's X und Y?". Dann kommt von SV sowas wie "Kann sich sehen lassen" oder gerne zu mir (guter Kuchen) "Kann man essen". Das ist als Kompliment gemeint! Witzigerweise freuen sich solche Leute aber total, wenn sie selbst ein Kompliment hören. Das will mir immer nicht in meinen Kopf.

            Ich habe z.B. 17 kg abgenommen und sehe meine Eltern nach Monaten (waren verreist) wieder. Ich denke, das MUSS doch auffallen (tut es auch). Ich merke, meine Mutter hat ein neues Shirt an. Sie liebt es wenn jemand sagt "schickes Shirt" oder "ist das neu?", völlig egsl. Sie selbst sagt aber nie etwas. So habe ich es denn (ja, etwas enttäuscht) auch gelassen. Beim Gehen kommt dann noch fishing for compliments "Wie findest du denn meine neue Frisur?" von ihr 🤮. Bloß nix Nettes sagen.

            Danke für deine Worte 😘!

            • Naja, ich wollte Dir bei allem Frust vielleicht ein Schmunzeln entlocken. Ich war ja mit einem solchen Exemplar 35 Jahre verheiratet. Er war trotz seiner Mucken und Macken ein unwahrscheinlich großzügiger und herzensguter Mensch - und JAAA -er freute sich auch sehr, wenn er gelobt wurde, suchte auch nach dieser Bestätigung....naja, ich glaube, dass viele so sind, mein Schwiegersohn ist auch ähnlich.
              Apropos Abnahme: Als ich mal 15 kg unter monatelangem Quälen abnahm, war der Kommentar von Schatzi:"Siehst gut aus, aber wegen mir hättest das nicht müssen, ich mag dich immer..." Jaaaaa, danke fürs Gespräch...ein anderes Mal meinte er nur trocken "mal sehen, wie lange es hält" - und nein, er meinte das garnicht böse, nur realistisch, aber muss man das so sagen? Reg Dich nicht auf, so wenig wie ich meinen Schatz änderte, wirst Du Deine Eltern noch ändern können. Wer weiß, welche Marotten wir mit 75 haben werden. ;-) Schönes Wochenende. LG Moni

    (10) 07.12.18 - 21:42

    Hallo,
    Zuerst wünsche ich dir gute Besserung und hoffe, dass es dir bald wieder besser geht!

    Ich kann deine Enttäuschung verstehen. Gerade, wenn es einem nicht so gut geht, hofft man einfach auf die Unterstützung der Familie, vor allem der Eltern...
    Man macht sich eh schon so viele Sorgen über die Kinder über die Zukunft etc. Wenn da das Gefühl noch entsteht, dass man wenig Support bekommt, wenn es mal brenzlig wird, fängt man emotional an zu wackeln und vieles infrage zu stellen...

    Waren deine Eltern denn schon immer so?

    Wie geht es Ihnen gesundheitlich denn selbst?

    Ich könnte mir vorstellen, dass sie dir helfen wollen, aber nicht wissen ,wie sie es können, bzw. Das ihre Möglichkeiten begrenzt sind... vielleicht sind die mit den Kindern einfach überfordert und wollen/können es nicht recht zugeben und Hausarbeit in dem Alter, wird ja auch langsam anstrengend.
    Vielleicht hat es ja gar nicht den Grund, dass sie es nicht ernst meinen, aber vieles schon nicht mehr können wie sie wollen?
    Gerade ältere Menschen haben ein Problem sowas zuzugeben und reden sich oftmals sehr ungeschickt heraus.
    Im Grunde verletzt die Ausrede dann ja mehr, als es die Wahrheit tut. Aber wer mag schon sagen, ich schaffe das nicht mehr...

    Aber ich will da gar nicht soviel spekulieren und evtl. dummes Zeug erzählen... du kennst deine Eltern ja am besten... aber vielleicht helfen meine Wort und geben dir einen Denkanstoß in eine andere Richtung und du kannst mal für dich schauen, ob es eine Möglichkeit wäre...
    Finde, dass es dann eine andere Qualität bekommt... anstelle sie wollen ja gar nicht, vielleicht sie können es nicht!
    Ansonsten würde ich dir einfach raten ein paar Tage Ruhe einkehren zu lassen und das Gespräch später nochmal suchen!

    Alles gute

    • (11) 07.12.18 - 22:09

      Liebe Lucia!

      Du triffst es ziemlich auf den Punkt.

      Finanziell könnten sie gut helfen, ist aber kein Bedarf. Kochen tut meine Mutter, wie gesagt, gerne und bringt oft eingefrorene Einzelportionen mit.
      Mit Kindern hatten sie es nie so. Sie können sich gar nicht auf sie einlassen. Mensch ärgere dich nicht mit der Großen (14) ist okay. Wenn die kleine meinem Vater aber z.B. begeistert ihren Playmo Polizeihubschrauber zeigt, sitzt er nur mit verschränkten Armen am Tisch und sagt "Aha, das ist ja toll". Er stellt keine Fragen, guckt sich das Ding im Detail an oder tut wenigstens so, als hätte er Interesse. Das war schon immer so.

      Meine Mutter hat, als unsere Kinder klein waren, so 1-2 Jahre, immer versucht, sie anzulocken, wie man einen Hund anlockt. Arm vor, geschnipst, geschnalzt, weißt du? Hat nie eins meiner Kinder verstanden. Sie hat einfach nicht den Blick.

      Sie meint es nicht böse und ich weiß, sie hat uns lieb, aber in der konkreten Situation wollte ich doch mal testen, was tatsächlich hinter ihrem Angebot steckt.

      Ich hatte ernsthaft kurz überlegt, meinen Vater zu fragen, ob er mich Dienstag vom Krankenhaus abholt und nach Hause fährt (kann ich nicht selber wg. Narkose,), vermute aber, dass er vorgeschlagen hätte "Warum nimmst du dir nicht einfach eine Taxe? Da kann man so schlecht parken, nachher bist du nicht fertig und ich warte".

      Der Laden läuft, wir haben alles organisiert, von daher ist kein echter dringender Bedarf da, zum Glück!

      LG Katleen

(12) 08.12.18 - 10:01

Ja, ziemlich ungeschickt von dir.
Man testet nicht, wenn man Hilfe angeboten bekommt. Schon gar nicht mit Dingen, bei denen man im Vorfeld schon weiß, wie der Test ausgeht.

Ich würde deine Eltern jetzt einfach mal an einen Nachmittag zum Kaffee einladen. Kuchen könnt ihr ja holen. Beleidigt sein nützt ja niemanden etwas und belastet dich ja letztendlich nur zusätzlich.
Wenn sie dir doch noch helfen wollen, und davon gehe ich aus, wenn er ansonsten ein normales verhältnis habt, dann schlag doch etwas vor, was sie auch realistisch leisten können (evtl wirklich Suppe mitbringen zum Einfrieren, Bügelwäsche mitnehmen...) Und wenn es nichts sinnvolles gibt, was sie tun können, dann akzeptiere das einfach.

Gute Besserung

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