Vater lügt immer wieder

    • (1) 11.12.18 - 15:15
      Inaktiv

      Hallo.

      Ich fange mal von vorne an um die Situation etwas verständlich zu schreiben.

      Das Verhältnis zu meinem Vater war von Anfang an nicht leicht.
      Meine Mutter starb als ich 9 war. Das war 2004.
      Mein Vater ist gläubig und dieser Glauben ist ihm sehr wichtig. Schon immer.
      Dazu kam noch das er leicht wütend wird. Er hat schon immer viel rum geschrien. Meiner Mutter das Leben schwer gemacht.
      Und nach ihrem Tod wurde es nicht besser.
      Ich war viel allein daheim, da meine Schwester auch gerade ihre Lehre machte. Fast täglich nach der Arbeit schrie er, wenn er daheim war. Manchmal grundlos. Oder aber warum ich nicht das ganze Haus geputzt habe.
      Paar mal kam es dann auch das er mich schlug.
      Außerdem durfte ich nie schlechte Noten mitbringen und wenn ich krank war musste ich dennoch mit Magen-darm in die Schule.

      Und jetzt zum Thema.
      Meine Mutter hat 6 Geschwister. Die sich auch schon gern um mich gekümmert hätten, aber das wollte mein Vater aus welchem Grund auch immer unterbinden.
      Er behauptet natürlich es wäre nicht so.

      Als er dann wieder heiratete wurden viele Dinge entsorgt. Von meiner Mama. Selbst Sachen von mir. Ich hatte keine Chance mir ein paar Sachen raus zu suchen. Sachen die mir etwas bedeuten. Sachen als Erinnerung. Meine Schwester konnte gerade die Kiste mit Bildern retten.
      Und wenn ich ihn darauf anspreche, behauptet er felsenfest die anderen würden alle Lügen und es wäre nicht war. Obwohl ich es ja selbst weiß.
      Ich habe einfach das Gefühl, das alles aus Lügen besteht. Das waren jetzt nur 2 Beispiele. Es gab zwischendurch auch immer wieder solche Geschichten.
      Immer wieder werde ich auch ausgegrenzt weil ich nicht nach seinem glauben lebe.
      Weil ich einen Freund habe. Und mit ihm zusammen lebe.
      Und auf die Mitteilung das ich schwanger bin. Kaum Reaktion. Nur das ich ja weiß wie es wegen seinem glauben wäre.

      Mit meiner Schwester ist auch kaum Kontakt. Da sie auch dabei ist in dem Glauben.
      Und was mich auch sehr verletzte war, das sie vor 3 Wochen meine Tante besucht haben. In einem anderen Bundesland. Wo ich noch gesagt habe das ich gern mit kommen würde. Aber das wurde komplett ignoriert. Und dann habe ich erst im Nachhinein erfahren das meine Schwester auch mit dort war. Die ich vielleicht 1 mal seit 3 Jahren gesehen habe. Und immer ist sich mein Vater keiner Schuld bewusst. Tut so als wüsste er nicht was ich meine und lügt wie es ihm passt.

      Ich weiß auch nicht was ich mir so wirklich erhoffe. Ich habe nur sehr daran zu kauen.
      Es ist einfach so schwer für mich und tut weh..

      Danke jeden fürs lesen.
      Vielleicht hat ja doch jemand einen Tipp.

      Schönen Abend.

      (6) 11.12.18 - 18:25

      Hallo,

      dass dein Vater gläubig ist, sticht mir gleich ins Auge.
      Woran glaubt er? An die katholische Kirche oder freichristlich oder ganz etwas anderes?

      Darf ich fragen wie er vor dem Tod deiner Mutter war?

      • (7) 11.12.18 - 18:45

        Er ist bei den Zeugen Jehovas.

        Vor dem Tod meiner Mutter war er auch so.
        Ich kenne ihn garnicht anders.

    (8) 11.12.18 - 18:35

    Hallo,

    für mich liest es sich sehr nach einer Sekte, in der dein Vater lebt und in der du aufgewachsen bist. Du schreibst von Gewalt in der Kindheit, gewichtest aber die Lügen höher. So als ob lügen schlimmer wäre und der Druck und die Gewalt, der du als Kind ausgesetzt warst, normal. Das hat für mich sektenähnliche Züge. Für mich liest sich dein Text auch so, als seist du emotional noch sehr abhängig von deinem Vater. Wahrscheinlich weil du deine Mutter früh verloren hast und dein Vater dich unterdrückt hat.

    Zuerst würde ich dir raten, dir professionelle Hilfe zu suchen und deine Kindheit aufzuarbeiten. Mit dieser Hilfe würde ich versuchen mich abzunabeln und unabhängig zu machen. Dein Vater tut dir nicht gut. Er belastet dich und mir scheint es, als könne man da mit reden nichts bezwecken. Er ist nicht einsichtig. Also würde ich den Kontakt nur aufs Nötigste beschränken. Den Kontakt zu deinen Verwandten kannst du halten. Du brauchst nicht deinen Vater um deine Tante zu besuchen.

    Alles Gute für dich.

    LG
    Michaela

    • (9) 11.12.18 - 18:48

      Danke für deine Antwort.

      Ich weiß auch manchmal nicht was mit mir los ist. Hatte auch schon mal den Kontakt abgebrochen. Aber mich dann wieder bequatschen lassen. Weil ich dann doch geglaubt habe, das er vielleicht doch die Wahrheit sagt...

      Aber jetzt bin ich auch soweit,das ich dass einfach nicht mehr will.

(10) 11.12.18 - 19:55

Ich kenne Zeugen Jehovas sowohl positiv, als auch negativ. Ich finde es unglaublich unangenehm, wenn ich v.a. mit älteren Zeugen Jehovas zu tun habe. Sie lassen sich nichts sagen, bequatschen einen bis zur Besinnungslosigkeit und sind für nichts offen. Ihr Glaube ist das einzig wahre, egal ob ihm irgendetwas oder jemand widerspricht. Dein Vater scheint auch so zu sein und weitet diese Einstellung auf sein gesamtes Leben und seine Mitmenschen aus.
Meine Mutter ist so ähnlich, nur katholisch. Sie ist zudem Narzistin, ggf. auch dein Vater. Sie beeinflusste mein ganzes Leben und verbreitete Lügen, sobald ihr irgendetwas nicht passte. Plötzlich war ich die Böse und alles war meine Schuld. Als ich mich von ihr befreite zeigte sie mir noch deutlicher ihr wahres Gesicht. Es tat unheimlich weh, aber es war zugleich auch befreiend, denn ich konnte mir so sicher sein, dass es das beste für mich und meine eigene kleine Familie ist, wenn ich sie aus unserem Leben streiche. Sie vergiftete meine Beziehung und begann meine Kinder zu manipulieren und das gleiche mit ihnen zu machen, was sie mir antat. Das wollte ich ihnen nicht antun. Meine Geschwister sahen auch so erst einmal, wie sie wirklich ist. Meine Schwester ist ihr hörig und ihr Abbild. Mein Bruder sieht es gelassener, er kommt aber auch nur alle 1-3 Jahre zu Besuch.
Hol dir Hilfe, bevor es zu spät ist. Eventuell bereite deinen Ausstieg aus deiner "Hölle" vor, z.B. mit Geld sparen. Dein Vater und auch Geschwister haben schon gezeigt, was sie von dir halten, indem sie dich z.B. nicht Mitnahmen zur Schwester. Sowas tut unheimlich weh, aber der Schmerz vergeht irgendwann, nur du kannst dazu den ersten Schritt machen.
Meine positive Erfahrung mit Zeugen Jehovas kommen übrigens nur zustanden, wenn wir die Religion ausblenden und es sind jüngere Leute, die auch weltoffener zu sein scheinen. Vielleicht eine Generationenfrage?
Sei stark und halte durch dich von ihm zu befreien. Informier dich, wie du dein Leben ohne ihn organisieren kannst (ich kenne ja keine weiteren Umstände), eventuell bedeutet das allerdings auch, dass deine Geschwister sich von dir abwenden könnten. Denke über deine Zukunft mit ihm nach und ob du das wirklich so willst und v.a. aushälst. Ich wünsche dir viel Kraft, dass du das schaffst!

(11) 11.12.18 - 21:38

Hallo!

Ganz ehrlich: mach Dich von ihm frei. Erwarte nichts mehr von ihm, denn er wird sich nicht mehr ändern. Er hat Dich schon halb verstoßen, nur weil du nicht nach seinem Glauben leben willst, und das wird eher noch schlimmer.

Denk lieber an deine eigene Familie, ohne diesen verlogenen Glauben.

(12) 12.12.18 - 03:19

Hallo,

Oh weia, das tut einem im Herzen weh sowas zu lesen. Das tut mir richtig leid, wie er mit Dir umgegangen ist bzw noch immer so mit Dir umgeht.

Also ich komme aus einer Freichristlichen Familie und wurde damit in Ruhe gelassen. Wenn ich Sonntag nicht mit wollte, war das ok. Zum Glück. Man sollte nie zum Glauben bedrängt werden, es ist eine Herzensangelegenheit und muss immer freiwillig sein.

Von Zeugen Jehowas habe ich nur schlechtes gehört. Aber ich kenne keinen persönlich. Hast Du denn die Möglichkeit in eine eigene kleine Wohnung zu ziehen? Oder lebst Du schon in einer Wohnung? Frage wegen der ss.

LG

  • (13) 12.12.18 - 06:27

    Danke für deine Worte.

    Ich hab zum Glück eine eigene Wohnung schon.
    Hatte nur immer die Hoffnung das wir vielleicht doch ein gutes Verhältnis haben können. Aber scheinbar nicht.

(14) 12.12.18 - 17:41

Wenn du 2004 9 Jahre alt warst, bist du jetzt ca. 23 Jahre? Also volljährig.

Es ist schwer sine Herkunftsfamilie hintersich zu lassen. Der Kampf akzeptiert und gemocht zu werden ist innerlich oft noch sehr lange da. Selbst bei über 70jährigen, die ihr Leben selbst und ohne deren "Familie" gemeistert haben, hängen noch hin und wieder daran, was ihnen als Kind an Liebe fehlte.

Einige haben es geschafft. Geschafft leben zu lernen!
Das ging erst, als sie sich Hilfe suchten, als sie sich für SICH SELBST entschieden haben. Nicht, was die Familie will, nicht was die Familie gut findet. Sondern für sich selbst, was ihnen gut tut, was sie brauchen.

Mit Familie ODER ohne!
Manche haben durch die Hilfe von außen gelernt, für sich selbst so stark zu werden, dass sie mit (trotz!) Familie leben können. Es tut noch weh und jedes Treffen reißt alte Wunden auf. Aber sie sind so stark für sich selbst, dass sie damit umgehen können. Dass es ihnen zwar weh tut, sie selbst aber nichts mehr erwarten, dass sie die Situation akzeptieren können wie sie ist.

Andere brauchen den Abstand zur "Familie". Sie brauchen den Abstand, um für sich selbst Raum und Zeit zu schaffen, wo sie wachsen und blühen können. Wo sie sie selbst sein dürfen. Wo sie nicht mit sich kämpfen müssen (schlecht behandeln lassen oder sich schlecht fühlen, weil man sich wehrt).

Erwarte nicht zu viel oder dass es besser wird. Das ist leicht gesagt, bringt aber nichts.

Erst mal ist es wichtig aus dem eigenen Gedanken und Fühlmuster herauszukommen. Sich soweit zu lösen, um herauszufinden, was man selbst eigentlich will, braucht und das dann auch kommunizieren zu können.

So ist es ein Fühlen, weil handeln nach Familienparagraph x . Auf Dauer geht das oft nicht gut.


Daher mein Rat: suche Dir Hilfe von außen.
Geschwistern deiner Mutter?
Freunde?
Beratungsstelle?
Sektenberatungsstelle? (ich habe keine Ahnung, ob nur dein Vater sehr an seinem Glauben hängt oder ob es eine Gemeinschaft ist, die sehr an diesem Glauben hängt)

Dann entscheide weiter.

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