Weltfremder Sohn

    • (1) 14.12.18 - 16:03
      Besorgter Vater

      Hallo Forum,

      schon seit Jahren beschäftigt mich mein mittlerweile 18 Jähriger Sohn. Er denkt schon immer absolut weltfremd.

      In der Schule war er immer gut, hat einen guten Abschluss gemacht, jetzt in der Ausbildung ist er soweit ich weiß auch recht gut dabei.

      Aber privat ist er ein totaler Träumer der alles verschläft. Er spielt seit er ein Kind ist Gitarre, hat sich über die Jahre auchnoch andere Instrumente antrainiert und über die Zeit dann noch angefangen im Keller auf solchen Leinwänden mit Grafittidosen zu sprühen und näht seit etwa einem Jahr selbst Klamotten und neigt zu extremer Körperpflege. Also absolut unmännliche Hobbys außer ein bisschen Sport den er macht um sich fit zu halten.

      Da er einige der Bilder aber verkauft, hin und wieder mit einer Band Auftritt und sich etwas mit Aktien befasst hat er für sein Alter recht viel Geld, was in ihm Gefühl weckt er würde alles richtig machen.

      Allerdings geht er nie feiern, lebt laut eigenen Aussagen und was ich so von seinen Freunden mitbekomme ohne Alkohol und Zigaretten und scheint bis auf Musik, Klamotten und seine Bilder nichts im Kopf zu haben. Mädchen interessieren ihn anscheinend sehr wenig, er hatte auch nochnie eine Freundin. Aber er ist sicher hetero. Allerdings verpasst er so doch etwas.

      Er will ja nichtmal ein Auto, obwohl er sehr interessiert daran ist und sich allem Anschein nach leicht ein großes neues Auto leisten könnte.

      Böse habe ich ihn auch nochnie wirklich erlebt, das letztemal als er in meiner Gegenwart einmal halbwegs sauer wurde, war als er noch ein kleines Kind war. Er ist einfach nur gut drauf, aber das kann doch auch nicht ewig so sein, irgendwann muss man auch mal auf den Tisch hauen können.

      Was für ein junges Mädchen will den einen Freund, der nichts als Klamotten sammeln, Hautcremes, Bilder und Musik im Kopf hat, nicht feiern will und langweilig ist. Vorallem wenn er nur durch die Welt rennt wie Peter Pan und auf Konflikte nie mit mehr als einem hämischen Grinsen reagiert? Ich denke einfach, er verliert irgendwie den Anschluss und steht am Ende alleine als die größte Witzfigur da. Vielleicht bin ich ein bisschen hart in manchen Ansichten, aber irgendwie braucht er Hilfe

      • Das Problem scheint viel mehr bei dir selbst zu liegen und deine Erwartungen an einen „richtigen Mann“.

        Dein Sohn hat ein Leben ausgefüllt mit Hobbys und die scheinen ihm Spaß zu machen! Beruflich läuft es auch. Erstmal klingt das doch wunderbar, im Vergleich zu „richtigen Männern“ die saufen, Frauen verarschen, sich prügeln und andere ach so männliche Sachen machen.

        Deine Besorgtheit sagt mehr über deine eigene Männlichkeit aus, als über die deines Sohnes ;-)

        Hallo,
        ich finde das was du über deinen Sohn schreibst alles andere als langweilig und "unmännlich". Ich denke eher du hast damit ein Problem, weil du mit seinen Interessen nichts anfangen kannst.
        Lass ihn sein Leben nach seinen Vorstellungen leben und freu dich, dass er glücklich ist.
        Ehrlich gesagt verstehe ich dein "Problem" auch nicht wirklich.....
        Lg

        Ne also ein Kind, dass sich zu benehmen weiß, mit Geld verantwortungsbewusst umgeht und keine Drogen nimmt- da würde ich mir auch Sorgen machen!

        Jetzt mal im Ernst- worüber beschwerst du dich denn da grade? Willst du einen rumvögelnden, saufenden Macho haben?

        Wenn meine Kinder so mit selbst zufrieden sind wenn sie erwachsen sind, dann wäre ich sehr froh drum.

      Ich habe aus dem Text nicht herausgelesen wo der junge weltfremd ist. Er beschäftigt sich mit Aktien, Kunst und seinem äußeren? Klingt eher sehr weltgewandt.
      Viele der Kids die sich mit Zigaretten, Alkohol und Partys beschäftigen Leben fernab der Welt und bekommen am Ende Probleme ihr Leben auf die Reihe zu kriegen.
      Die Beschreibung des Jungen hier klingt nach einem reifen jungen Mann.
      Hast du mal geprüft, ob deine Erwartungshaltung vielleicht weltfremd ist?

      Hach, irgendwie glaube ich, dass das abschreckendste für ein Mädchen der potentielle Schwiegervater wäre. :-)

      Ich verstehe Deine Sorge, aber Deine Vorstellung von Männlichkeit ist meiner Meinung nach schlicht überkommen. Ich fände es gut, wenn Du Dir mal in Ruhe überlegen würdest, was du an Deinem Sohn magst, was Du interessant und inspirierend findest. Versuch mal von den Klischees weg zu denken. Ich finde, Dein Sohn klingt eigentlich recht gut gelungen und vor allem sehr kreativ.

      Liebe Grüße
      die Landmaus

      (12) 14.12.18 - 16:57

      Also wenn ich mal so als Frau darüber nachdenke:
      - ein Typ mit gutem Abschluss und fleißig in der Ausbildung
      - der Gitarre spielt (wolle ich schon immer mal lernen)
      - der sich selber mehrere Instrumente beibringt (bei mir war schon der normale Unterricht wenig erfolgreich)
      - der sprayed (cool) ohne zu vandalieren (#pro)
      - der sich Klamotten näht (ich bin im Textilunterricht an einem Kissen gescheitert)
      - der gepflegt ist
      - der sich fit hält
      - der etwas aus dem (Geld) macht, was er hat - investiert, sich nicht zufrieden gibt
      - der eine Band hat
      - der nicht raucht
      - der nicht säuft
      - der sich nicht durch die Gegend vögelt
      - der Konflikte anders löst als durch rumbrüllen o. Ä.

      ... den würde ich glatt nehmen;-)

      Ich bin selber noch in meiner ersten Zwanzigerhälfte, bin auch nie feiern gegangen, war in dem Alter auch überhaupt nicht auf der Suche nach einem Kerl, hatte meinen ersten Freund mit 21, ich lebe auch manchmal in meiner eigenen Welt.
      Na und? Ich hatte die letzten Jahre nie den Eindruck, dass ich etwas verpasse.
      ... zum Beispiel als mein Mitbewohner an der Uni sich nach einer Party über den Flur rollte und jammerte, dass er nicht ins Bett will ... Wenn man das nicht erlebt, hat man wirklich nichts verpasst.

      Menschen sind halt verschieden. Ich hab im Verein Fußball gespielt und gucke Spiele im Fernsehen. Meinen Bruder interessiert das nicht.

      Von dem, was du beschreibst, halte ich deinen Sohn nicht für langweilig, sondern eher deine Einstellung gegenüber "Männlichkeit" für überdenkenswert. Nichts für ungut.

      Sollte mein heute dreijähriger Sohn in 15 Jahren mal so sein...




      ... werde ich vor Stolz platzen.

      (14) 14.12.18 - 17:39

      Ich verstehe dich vollkommen.

      Schlimm stelle ich mir vor, wenn man selbst voll das „harte, Untreue, versoffene Arschloch“ ist und der eigene Sohn dann voll das weichei... da muss man sich jeden Abend vor seinen Kumpels in de Kneipe schämen. Aber wenn die lachen, gibts eben ein paar aufs Maul.

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