Mein Mann kommt mit der Sexualität unserer Tochter nicht klar

    • (1) 15.12.18 - 18:08

      Hallo erstmal, wie man meiner Frage schon entnehmen kann geht es um meine Tochter und meinen Mann. Unsere Tochter hat sich vor ca. einem Jahr bei uns als lesbisch geoutet. Mein Mann fand das von Anfang an nicht sehr prickelnd (ich hatte überhaupt kein Problem damit). Jetzt hat unsere Tochter (19) seit paar Monaten eine Freundin (21). Seit mein Mann von ihren Freundin weiß fliegen zwischen den beiden nur noch die fetzen. Jeden Tag wird diskutiert und er versucht ihr jeglichen Kontakt zu ihrer Freundin zu verbieten und ich kann das ganze einfach nicht verstehen ihre Freundin ist wirklich sehr sympathisch, freundlich, höflich und zuvorkommend. Aber mein Mann kann es einfach nicht akzeptieren.
      Ich stehe total zwischen den beiden!
      Also was würdet ihr mir in dieser Situation jetzt raten?
      Danke schon mal

      • Deine Tochter wird ihm und damit auch ein Stück Dir den Rücken kehren, wenn er so weiter macht.
        Das wäre ein ganz normales Verhalten.
        Ist er sich dessen bewusst?

        Er wird sie verlieren!

        • Nein dem ist er sich nicht bewusst! Er will sie ja auch nicht verlieren, (das sagt er auch oft) aber sie so akzeptieren will er auch nicht!

          • Warum? Wo liegt das Problem den für ihn genau? Es gibt massig Vorurteile. Manchen muss man da einfach mal den Kopf waschen.
            Ansonsten kann ich mich nur anschließen. Sie ist erwachsen und könnte sich ganz einfach komplett von ihm anwenden. An deiner Stelle würde ich klar positionieren und im Zweifelsfall auch meine Konsequenzen ziehen.

            • Er sagt immer er könne nicht akzeptieren dass seine Tochter lesbisch ist! Das ist das Problem wer will es gar nicht akzeptieren.

              • Nu hat er aber ne lesbische Tochter, und damit die Auswahl seine lesbische Tochter zu akzeptieren oder zu verlieren, er wird sie nicht hetero machen dadurch, dass er an ihr uns ihrer Freundin rummotzt.
                Habt ihr Bekannte, die auch homosexuell sind und wo er sich am "neutralen" Beispiel angucken kann, dass gleichgeschlichtliche Liebe auch stabile, schöne Beziehungen führen können mit enkelkindern und allem was er sich für die Zukunft erhofft? Wenn jemand mit Vorurteilen aufgewachsen ist, dann ist das schwer die zu hinterfragen und abzulegen, das dann gleich am Beispiel vom eigenen Kind zu machen ist dann ein zu großer Schritt, also erstmal an einem anderem Beispiel sich an den Gedanken gewöhnen und dann den nächsten Schritt...

        • Will er nicht akzeptieren oder kann er es (noch) nicht?
          Ich reagiere allergisch auf "ich will nicht akzeptieren, dass..." Laut meinem Mann ändert sich mein Tonfall , wenn jemand in meiner Gegenwart einen "aber ich will nicht mein Weltbild ändern" Anfall hat. Ein drei jähriges Kind mit Wutanfall bekommt mehr Geduld von mir als ein verborter Erwachsener, der anders reagieren könnte.

          Mehr als ihm ins Gewissen reden und ihn zu warnen, dass er so seine Tochter früher oder später nur aus dem Haus teibt.....kannst du nich machen.

          Ich kann deinen Mann seine Unmut/Panik schon etwas verstehen, wenn es das eigene Kind betrifft, aber wenn es so ist, dann ist es halt so und hat man so zu aktzeptieren.
          Wichtig ist nur, dass das Kind einen Partner/in hat, was sein Kind glücklich macht, dazu ist es nicht wert, zwecks Intoleranz sein Kind zu verlieren.
          Wenn man sich mit Gleichgeschlechtlichengegner unterhält und nachfragt, wieso man es nicht einfach aktzeptieren kann...kommt immer die Antwort."wenn ich mir das Sexleben bildlich vorstelle..nur abscheulich....daher denke ich mal, dass dein Mann auch zuviel Bilder im Kopf hat....und evtl. auch was die Nachbarn und Bekanntenkreis denken, sowie Angst keine Enkel zu bekommen und falls doch, der arme Enkel(Schule /KiGa) mit einer weiblichen Vaterrolle aufwächst.

          Frag ihn mal, ob er die Schuld auf sich nimmt, wenn Eure Tochter die Koffer packt und evtl. den Kontakt abbricht, ob es ihn wert ist und notfalls drohe ihn, dass du ihn dies nicht verzeihen würdest.

          Wird er aber müssen.

    Vielleicht wäre eine professionelle Konfliktberatung (Mediation, Familientherapie oder Ähnliches) sinnvoll. Ist dein Mann bereit an seiner Homophobie zu arbeiten. Für mich im Speziellen wäre das sonst ein Trennungsgrund. Ich könnte nicht mit jemandem zusammen sein, der derartig Minderheiten diskriminiert und schon gar nicht meine eigene Tochter. Aber ich verstehe, dass das vielleicht nicht für jeden gilt. Das hinge für mich aber komplett davon ab, ob der/die Person am Anfang Berührungsängste hat, an denen er arbeiten möchte oder ob die Person darauf besteht, dass es "schlecht" ist homosexuell sein.

    Er soll akzeptieren, was er nicht ändern kann. Deine Tochter macht schließlich keinen Fehler und begeht auch kein Verbrechen. Ich würde mich da ehrlich gesagt wie eine Löwin vor die Tochter werfen und jegliche weitere Diskussion unterbinden, sonst zieht das Kind schneller zu ihrer Freundin, als euch lieb ist.

    Ich würde mich klar positionieren- an die Seite deiner Tochter! Wenn er ein Problem hat, muss er es lösen! Du hast keines und deine Tochter auch nicht! Ich wäre ganz klar und würde mich auf keinerlei Diskussionen einlassen, keine negativen Äußerungen dulden! Wie traurig!

    (15) 15.12.18 - 20:48

    Hallo
    Warum will er es nicht akzeptieren? Kennst du den Grund?
    Wir kommen aus einem anderen Land wo die Familie auch aus Mann, Frau und Kindern besteht. Meine Cousine kam irgendwann mit einer Freundin nach Hause. Für meine Großeltern war es am Anfang ein Schock, sie sagten immer, es sei nicht "ihre" Freundin sondern "eine" Freundin. Wir mussten ihnen mehrmals erklären, dass es eben nicht "eine" sondern wirklich "ihre" Freundin ist. Danach habe ich auch nie mehr was darüber gehört und die zwei waren immer willkommen.

    Ich würde auch klar zur Tochter stehen und deinem Mann bewusst machen, dass er die Tochter mit seinem Verhalten aus dem Haus treibt. Er muss es ja nicht gut finden aber er muss es akzeptieren denn sie ist erwachsen und lebt ihr eigenes Leben. Notfalls ohne euch wenn es ihr zu bunt wird. Das will er doch sicher auch nicht.

    Zu dem Beitrag wo jemand geschrieben hat, dass man sich das Sexleben vorstellt:
    Sorry, das finde ich ziemlich ekelig. Ich hoffe nicht, dass meine Eltern sich Vorstellungen zu meinem Sexleben machen. Weder mit einem Mann noch mit einer Frau. Ich fände es auch ganz schön komisch, wenn ein Vater sich das Sexleben seiner Tochter ausmalt...

    Halte zu deiner Tochter und stärke sie, es ist bestimmt so schon nicht einfach weil man immer noch viel zu häufig mit verbohrten Leuten zu tun hat, da sollte man sich doch wenigstens auf die eigene Familie verlassen können und einen Rückhalt haben.

    Hi du! Was mir noch einfällt, hat dein Mann vielleicht auch einfach nur Angst vor den Kommentaren der ANDEREN? Und eben was Nachbarn, Freunde und Familie sagen?

    Männern kann das möglicherweise mehr zu schaffen machen weil es an ihrem Ego kratzt. ABer ich finde die Haltung deines Mannes ebenfalls nicht richtig. Selbst wenn er noch etwas Zeit braucht.

    Ela

(21) 15.12.18 - 21:59

Wenn ich dich richtig verstanden habe, kann bzw. möchte dein Mann die sexuelle Orientierung der Tochter nicht akzeptieren.

Gründe nennt er keine, er will halt nicht, es gibt ja auch keine. Verlieren möchte er sie auch nicht, ist aber auf dem besten Weg genau in die Richtung.

In den Kommentaren haben einige User nach Erklärungsansätzen gesucht, auch wenn sich alle einig sind, dass eine Verhaltensänderung nur beim Vater herbeigeführt werden muss.

Was wurde da alles genannt: Ein möglicherweise intolerantes Umfeld, das männliche Ego, die Einordnung einer bildhaften Vorstellung gleichgeschlechtlicher Sexualität als ekelhaft - das ist sicher alles gut gemeint, entlastet den Vater aber in keiner Weise. Die Vorstellung, sich überhaupt bildlich Geschlechtsverkehr zwischen zwei anderen Menschen vorzustellen, gleich ob es nun eine heterosexuelle Beziehung ist oder nicht, empfinde ich als befremdlich und unangemessen. Wer denkt schon drüber nach, wie es wohl ausschaut, wenn Onkel Otto mit Tante Hilde Geschlechtsverkehr hat?

Und Angst vor tratschenden Nachbarn - ernsthaft? Feigheit und fehlende Souveränität zu Lasten der Tochter sind nicht mal nach Rollenklischees typisch männliche Eigenschaften, was außerdem meiner Meinung für Mann und Frau gleichermaßen gilt.

Wie gesagt: Keine der Userinnen hat sein Verhalten hier verteidigt, aber mir fehlt auch das Verständnis für die Erklärungsansätze, vor allem, nachdem er einfach meint, dass er das nicht will.

Kurz: Er ist das Problem. Er allein.

Er kann sich jetzt überlegen, ob er sich der Realität stellt und seine Tochter akzeptiert und zwar ohne Wenn und Aber. Ein schlechter Vater, der nur hinter seiner Tochter steht, wenn sie funktioniert, wie er es sich vorstellt.

Du kannst dich nur klar positionieren und versuchen, ihn dabei zu unterstützen, seine derzeitige Respektlosigkeit gegenüber eurer Tochter wiedergutzumachen.

(22) 15.12.18 - 22:48

Hallo!

ist deine Tochter glücklich? Wenn ja, will dein Mann nicht das sie glücklich ist?
Fakt ist: Er wird sie verlieren wenn er so weiter macht. Und deiner Tochter kann ich nur raten so schnell wie möglich auszuziehen (ich denke mal sie wohnt noch Zuhause?!). Vielleicht solltest du sie dahingehend unterstützen.
Wieso stehst du zwischen den Stühlen. Du stehst doch zu deiner Tochter und das ist auch gut so. Dein Mann hat einen an der Klatsche und das würde ich ihm auch so sagen.

Ich glaube du wirst ihn da nicht ändern können. Er will das nicht und fertig. Das er da aber gar nichts zu melden hat.....scheint er nicht verstehen zu wollen. Er wird seine Tochter nicht ändern können, damit MUSS er einfach klar kommen. Ich würde da gar nicht mehr Diskutieren und deine Tochter sollte das auch nicht tun.


LG Sonja

Ich verstehe nicht, wie du auf die Idee kommst zwischen den Fronten zu stehen.
Du sagst selber, du teilst die Ansicht deines Mannes nicht (zum Glück), somit sollte klar sein, wem deine Loyalität gelten muss.

Dein Mann hat da was nicht richtig verstanden- es gibt bezüglich der Sexualität Eurer Tochter nichts zu "akzeptieren", die ist, wie sie ist, und selbst wenn Eure Tochter es wöllte, könnte sie daran nichts ändern. Als müßte er akzeptieren, daß Eure Tochter eine bestimmte Hautfarbe, Haarfarbe, Geschlecht was weiß ich hat, das ist halt einfach so und fertig, Ende der Diskussion. Ich kann verstehen, daß die Situation zunächst schwierig für ihn sein kann, anders als Geschlecht oder Hautfarbe ist die Homosexualität Eurer Tochter ja relativ schwierig für ihn. Ist er denn auch nur ansatzweise diskussionsbereit? Kann man ihm Infos zur Homosexualität geben, die ihm helfen, da besser mit klarzukommen? Wenn er gar nicht gesprächsbereit ist, wäre das wohl auf lange Sicht für mich ein Trennungsgrund, ich würde mir nicht dauerhaft ansehen wollen, wie er unsere Tochter wieder und wieder sehr verletzt mit seinem Verhalten und vielleicht dadurch nicht nur seine sondern auch meine Beziehung mit ihr langfristig zerstört. Ich hoffe, Du findest einen Zugang zu ihm - vielleicht hilft es, ihn zu fragen, was ihn konkret stört/beunruhigt und erst einmal nur zuzuhören ohne Kommentar... und ihm dann auch mal sagen, wie es Dir damit geht, wenn er wieder und wieder so auf Eure Tochter losgeht... Liebe Grüße

  • (25) 15.12.18 - 23:47

    Ups, war unkonzentriert, wollte schreiben daß anders als Geschlecht oder Hautfarbe die Homosexualität Eurer Tochter ja relativ neu für ihn ist.

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