Konflikt vor Weihnachten

Wie seht ihr das?

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    • (1) 18.12.18 - 20:23

      Hallo! Meine Mutter (74) und ich (38) haben einen Konflikt. Es geht um Grundsätzliches und die letzten 15 Jahre, nichts Frisches, wir schreien uns nicht an, sind aber jeweils doch verletzt (ich von ihrem nicht-Einsehen und Worte umdrehen, sie von meiner inzwischen eher kühlen Art) . Sie ist eher der Typ "Teppich hoch, drunterkehren, Teppich runter, lächeln", damit habe ich gut gelernt, umzugehen über die Zeit (schön bequem), ich selbst muss eher mit anderen ausdiskutieren und klären, dann ist das Thema auch wirklich beendet. In diesem Fall wollte sie nun wissen, wie wir weitermachen, weil ja nun bald Weihnachten ist. Ich habe gesagt, dass wir es so (ihre Art) oder anders machen können, mit Weihnachten hätte das für mich gar nichts zutun. Ob der Konflikt nun im Februar, September oder Dezember ist, ist mir egal. Ihr gar nicht. Sie möchte friiiiedliche, harmoooonische Weihnachten (sie kommen am 1. zu Kaffee-Kuchen), egal was. Ich habe gesagt, dass wenn wir Weihnachten nunmal dieses Jahr einen Konflikt haben und es nichts Schönes ist, sich zu sehen, wir unser Kaffee-Kuchen eben um ein paar Tage oder 1-2 Wochen verschieben können. Mir ist genau DER Tag nicht ganz so wichtig (unseren Kindern übrigens auch nicht auf Gedeih und Verderb). Wie seht ihr das?

      • (2) 18.12.18 - 20:50

        "Sie ist eher der Typ "Teppich hoch, drunterkehren, Teppich runter, lächeln""

        Das will sie jetzt eben an Weihnachten haben, also ganz typisch für sie. So tun, als ob nichts wäre und zusammen friedlich feiern.

        Wenn das nichts für Dich ist, was ich gut verstehen kann, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ihr setzt euch zusammen und klärt wie Erwachsene den Konflikt noch vorher oder Du lädst sie eben nicht ein. Letzteres birgt halt die Gefahr, dass es noch schlimmer wird, weil sie Dir das dann nicht verzeihen kann.

        (3) 18.12.18 - 21:10

        Also den Teppich beiseite schieben und darunter saubermachen - um im Bild zu bleiben - würde ich auf jeden Fall.
        Ob das etwas ist, was ihr besser vor oder nach Weihnachten macht, liegt an eurer beider Persönlichkeit:
        Wenn du glaubst, dass ein Gespräch jetzt wirklich klärend sein wird, dann würde ich noch davor sprechen.
        Wenn du glaubst, dass durch alte Verletzungen etc. die Gefahr besteht, dass es nach einem gescheiten Gespräch eine Weile braucht, bis ihr wieder "normal" miteinander umgehen könnt, dann würde ich es eher dann führen, wenn Weihnachten um ist.

        (4) 18.12.18 - 21:18

        Hallo!

        Deiner Mutter ist ein friedliches Weihnachten sehr sehr wichtig, du kannst und willst aber nichts unter den Teppich kehren.

        Womöglich ist deine Mutter Weihnachten sowieso schon eher einsam. Ich kann das verstehen, Weihnachten ist ein Fest mit leuchtenden Kinderaugen und so - wenn man dagegen als Paar oder gar als Single ohne kleine Kinder unterm Baum sitzt, reduziert sich das Ganze auf verdammt aufwändiges Gekoche, Deko, die man hin und wieder wegräumen muss, und man guckt schnulzige Weihnachtsfilme im TV, nicht unbedingt was zum drauf freuen. Das ist schon hart für deine Mutter, wenn sie dann nicht mal mehr am Feiertag zu Dir darf, wo die Enkelkinder sind.

        Sie damit jetzt bestrafen - das ist schon echt heftig. ihr Weihnachten ist sowieso schon nicht unbedingt toll. Nicht umsonst schnellt an Weihnachten die Selbstmordrate in die Höhe, übrigens gerade bei Senioren.

        Also, wenn du nichts unter dem Teppich kehren willst und es dir egal ist, dann kläre es um Himmels Willen vor den Feiertagen. Du tust ihr damit wirklich was an, wenn sie dann nicht mal für ein verdammtes Kaffee trinken erwünscht ist.

        Ich sitze auch wieder nur mit meinem Mann vorm TV. und bin wieder mal sehr traurig, dass ich keine Kinder habe, die mit leuchtenden Augen Geschenke auspacken. Das kann wirklich weh tun. Normal komme ich damit sehr gut zurecht, dass es mit Kindern nie geklappt hat, aber Weihnachten ist hart.

        • (5) 18.12.18 - 21:40

          So ist es nicht richtig.

          Klar kann ich unter den Teppich kehren, habe das gute 3 Jahrzehnte geübt. Es ist nicht meine Art, aber ich kann damit gut umgehen und kenne sie so, das ist okay.

          Einsam? Nicht wirklich. Mein Vater ist da. (Leuchtende) Kinderaugen könnte sie wöchentlich sehen, ist aber nicht wirklich ihr Interesse. Es gibt Kinder, 4 sogar.

          Die Einladung steht so oder so. Ich habe IHR die Wahl gelassen, ob sie kommen möchten oder lieber später.

          Wir gucken nie TV Weihnachten. Sonst auch eher nicht.

          Ich vermute, sie kommen vorbei und es wird alles normal-nett wie immer. Und ich vermute, eine ECHTE Klärung wird es nie geben.

          Euch ein schönes Fest :-).

          • (6) 19.12.18 - 07:56

            "Ich vermute, sie kommen vorbei und es wird alles normal-nett wie immer. Und ich vermute, eine ECHTE Klärung wird es nie geben."

            Manche Sachen kann man auch nicht klären. Ich weiß ja nicht worum es bei euch geht, aber gerade Konflikte, die seit so vielen Jahre brodeln lassen sich meist nicht ausdiskutieren und lösen.
            Dieses oft kritisierte "unter den Teppich kehren" ist ein Weg mit dieses unlösbaren Konflikten umzugehen, ein Schlussstrich und auch ein Akzeptieren, dass man nicht auf einen Nenner kommt. Und es ist sicher nicht immer der schlechtere Weg.

            • "Und es ist sicher nicht immer der schlechtere Weg. "

              Kommt drauf an, worum es geht. Dieses "unter den Teppich kehren", kenne ich auch aus meiner Familie. Oft sind aber die Unter-den-Teppich-Kehrer die Auslöser des Konfliktes, den sie dann aber in Gänze nicht haben wollen. Da wird dann angepiekt und angepiekt und angepiekt, bis der andere platzt. Dem kann man dann noch Aggressivität unterjubeln und wenn der "Aggressive" das dann klären will, verzichtet der Unter-den-Teppich-Kehrer großzügig, weil er es doch schön und harmonisch haben möchte oder "das Thema" jetzt für beendet erklärt.

              Und so geht das sehr lange Zeit und die Wunden werden nie ausgeheilt, sondern immer wieder nur zugedeckt und zugekleistert "um des lieben Friedens willen".

              Was glaubst du, wie lange sowas gutgeht? Ewig? Für mich ist das eine ganz schlechte Strategie.

      (8) 18.12.18 - 21:26

      Ich würde es unter den Teppich kehren, wie immer und ihr aber auch direkt sagen dass ihr es ganz in Ruhe direkt nach Weihnachten klären werdet. Und dann würde ich es beim nächsten Treffen nach Weihnachten besprechen.
      LG

      (9) 18.12.18 - 21:38

      Hm. Wie stellst du dir vor dass das Problem gelöst werden soll?
      Was erwartest du von ihr?

      • (10) 18.12.18 - 21:43

        So ganz genau kann ich das, ehrlich gesagt, gar nicht sagen. Vielleicht etwas Einsicht, dass das, worum es ging, nur so dahergesagt war von ihr ohne es wirklich zu meinen. Aber ich vermute, es wird so kommen: Teppich hoch etc. ;-).

    (11) 18.12.18 - 21:42

    Ich bin ganz ähnlich gestrickt wie du und kann dich in weiten Teilen verstehen. Nur eine Frage stellt sich mir dann doch: Du hast ihr gesagt, ihr habt nunmal jetzt über Weihnachten diesen Konflikt, könnt das Kaffeetrinken verschieben und so weiter. Warum hast du ihr nicht angeboten, hier, setz dich, klären wir das? Oder angeboten, sich zu treffen, um zu reden?
    Grundsätzliches werdet ihr aber vermutlich nie 'ausdiskutieren' können. Menschen sind unterschiedlich und manchmal hat gefühlt fehlende Einsicht einfach den Grund, dass der Gegenüber eine andere Wahrheit sieht. Die für ihn genau so richtig ist, wie deine für dich.

    Für deine Mutter scheint Weihnachten sehr wichtig zu sein. Kann ich auch verstehen. Für dich ist es nur ein Weihnachten. Aber in einem gewissen Alter schwingt dann vielleicht auch immer irgendwo der Gedanke mit 'vielleicht ist es mein letztes, das will ich in harmonisch mit der Familie verbringen, ohne Streit'. Natürlich denken wir in unserem Alter nicht so und sagen da, ja, Gott, ist halt dieses Weihnachten so. Aber ... ja, es gibt, wie gesagt, immer zwei Sichtweiten. Es ist deine Mutter, redet drüber, vertragt euch und habt ein schönes Weihnachten.

    • (12) 18.12.18 - 21:52

      Ja, du hast wohl recht mit der Wahrheit, die jeder anders sieht.

      Ihr ist Weihnachten wichtig, stimmt.

      Hinsetzen und wirklich klären würde nicht funktionieren. Sie dreht dir das Wort im Mund um, fängt an zu schreien, kommt nicht gg. mich an (ruhige Art, Argumente, Erklärungen). Sie meint, das hätte ich von meinem Vater ;-).

      Aus "Wir sind die letzten Jahre gut zurecht gekommen" wird "du hast mir vorgekommen, wir hätten dir nie geholfen".

      Ja, wird sich auch wieder glätten, da bin ich sicher. Danke für deine Worte!

Seit 15 Jahren kehrt ihr das Thema unter den Teppich. Wieso willst du das ausgerechnet vor Weihnachten ändern?

Ich würde auch der restlichen Familie zuliebe den Ball flach halten. Sie sozusagen an/nach Weihnachten auszuladen, finde ich nicht ok.

Verschiebt das Gespräch ins neue Jahr.

  • Das mit dem "Teppich hoch...." gibt's seit fast 40 Jahren - schon immer also. Du hast recht, warum jetzt ausgerechnet ändern ;-).
    Ich denke allerdings inzwischen, dass es da nie echte Klärung geben wird.
    Danke für deinen Rat!

(15) 19.12.18 - 01:30

Hallo


Unanhänig von Weihnachten würd ich den Konflikt zeitnah klären wollen.

Ich neige jedoch generell dazu alles klären zu wollen weil mir hin und her schlechte Laune oder offene Fragen einfach auf die nerven gehen. Ich mag gern wissen woran ich bin.

Klärt es. Sprecht euch aus und zieht Nen Strich drunter.


Alles gute

(16) 19.12.18 - 06:32

Hallo, mit Weihnachten hat das ja nicht wirklich etwas zu tun. Ich würde weitermachen wie bisher. Wenn ihr euch nie trefft, dann lasst es da auch bleiben und wenn ihr euch regelmäßig seht und das Problem dabei ignoriert wird, macht es am 1. Feiertag auch so. Man kann Erwachsene nicht ändern, sie müssen das selber wollen. LG

(17) 19.12.18 - 07:39

Nehmt euch wie ihr seid und genießt noch die Zeit, bevor es zu spät ist.
Liebe Grüße

  • Das sagt sich immer so leicht. Es gibt aber Leute, mit denen kann man die Zeit nicht genießen, auch, wennn es Vater oder Mutter sind. Das impliziert nicht automatisch Genuss, auch wenn es dem Idealbild entspricht.

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