Habt ihr es irgendwann bedauert nicht gestillt zu haben?

    • (1) 30.12.18 - 00:31
      northie

      Hallo #winke
      Die Frage geht mir seit einigen Tagen vermehrt durch den Kopf. Auslöser ist wohl das neue Baby in der Familie, das gestillt wird. Irgendwie ist mir das fast schon etwas peinlich, denn sonst bin ich kein übertrieben wehmütiger Mensch. Vorher habe ich daran auch nie gedacht und war eigentlich ganz im Reinen mit der Flasche.
      Ich habe nach der ersten Geburt extrem negative Erfahrungen machen müssen. Ich war dem Stillen offen, aber jung, total kaputt und unter Schmerzen. Dann klappte es nicht sofort und das Personal war sofort extrem ruppig. Es wurde nichts erklärt, es wurden keine Fragen beantwortet. Mir wurde das Oberteil runter gerissen, an mir rumgedrückt und mein Kind einfach an mich gepresst (zu 100% falsch angelegt). Dann habe ich dicht gemacht und beschlossen, ich werde niemals stillen.
      Ich dachte nicht groß weiter drüber nach, was ich jetzt doch bereuen, und ging mit dem Gedanken später in zwei weitere Schwangerschaften.
      Von der Milchproduktion spürte ich währenddessen oder nach der Geburt nichts. Ja, heute weiß ich, das heißt nichts.
      Nach den Geburten wurde meine Entscheidung einfach abgenickt. Abstilltabletten bekam ich durch die Situation bzw. dann ein Missverständnis nicht. Es tat sich nach wie vor nichts und da hatte ich auch keine Probleme.
      So, jetzt gibt es ja etliche Studien. Allergien hat keins meiner Kinder, ich habe zu ihnen ein sehr enges Verhältnis, sie haben kein Übergewicht,... Ich habe kein schlechtes Gewissen, schon gar nicht deshalb (auch im Zweifelsfall, der Grund wäre ja schwer nachvollziehbar). Ich bedaure es einfach sehr, es nicht noch einmal ernsthaft probiert zu haben und frage mich, wie es wohl gewesen wäre, hätte es geklappt.
      Kennt jemand diese Gedanken?

      Liebe Grüße#blume

      • Klar kannst du dich bei jeder Erkältung deiner Kinder fragen, ob sie diese auch hätten, wären sie gestillt worden. Aber bringt das was? Ich denke nicht.
        Ich denke, es ist okay sich einzugestehen, dass du mit deinem heutigen Wissen eventuell anders gehandelt hättest, aber es bringt nichts dem hinterherzutrauern.
        Was ich aber auch denke, ist dass es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen. Nicht das Krankenhauspersonal ist Schuld oder irgendwer anders. Es liegt ganz in der Hand der Mutter, sich die Unterstützung und Hilfe zu holen, die sie braucht und da gibt es viele Möglichkeiten.
        Ich sag nicht, dass dich das nun zu einem schlechten Menschen macht oder so, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich denke es ist einfach am gesündesten, ganz ehrlich zu sich selbst zu sein und sich Fehler einzugestehen, anstatt es auf andere oder äußere Umstände zu schieben. Dann kann man sich auch selbst verzeihen und damit abschließen.

        • (3) 30.12.18 - 01:32

          Natürlich war es letztendlich meine Entscheidung. Ich wollte nur erklären, wieso und weshalb ich dazu gekommen bin. Mein Alter spielte rückblickend einfach eine große Rolle. Mit keinen 18 Jahren fühlte ich mich machtlos gegenüber den Krankenschwestern und die Angebote die es heute gibt, gab es in den 90ern wo ich wohnte einfach nicht.

      Ich habe überhaupt kein schlechtes gewissen, daß ich nicht gestillt habe .
      Mein zwei werden bald 6 und sind sehr selten krank.
      Zwei Langzeitstillende Freundinnen haben kinder mit Neurodermitis , glutenunverträglichkeit und eine Blutkrankheit
      Bei einer stillenden Freundin mußte das Baby mit 3 Wochen wegen einer schweren erkältung ins kh. Soviel zum Thema nestschutz!
      deshalb sehe ich gar keinen Vorteil vom stillen!

      • Hallo,

        meine Kinder wurden, bzw. werden langzeitgestillt, die einer Freundin ebenfalls.
        Kein Kind hat eine Allergie, alle sind sehr selten krank.

        Meine Neffen wurden nur kurz gestillt und haben beide Neurodermitis.

        Was sagt das nun? Absolut nichts!

        Dass Stillen kein Allheilmittel ist, ist vollkommen logisch. Dass Muttermilch trotzdem die mit Abstand beste Ernährungsform für einen Säugling ist, ist unumstritten.

        LG

          • Man kann es vielleicht nicht in Bezug auf Krankheiten nachweisen (da spielen ja noch mehrere Faktoren eine Rolle), hat es aber in Bezug auf Allergien nachgewiesen.

            Man kann es drehen und wenden wie man möchte. Jede Frau entscheidet selbst, was richtig und gut für sie und ihr Kind ist.
            Muttermilch ist und bleibt aber die ideale Ernährung für Säuglinge.
            Was Muttermilch kann, kann Flaschennahrung nicht mal im Ansatz.

            LG

      Helmut Schmidt war Kettenraucher und wurde uralt. Der Cousin einer Freundin ist an Lungenkrebs gestorben, obwohl er nie geraucht hat. Soviel zum Thema, Nikotin sei gesundheitsschädlich!
      Deshalb sehe ich auch keinen Vorteil im Nicht-Rauchen

      • Aber bei Lungenkrebst kann man ja nachweisen, ob er vom Rauchen kommt.

        Bei einer Allergie kann man nicht nachweisen, ob das Flaschenkind diese nicht bekommen hätte, wenn es gestillt worden wäre.

        Mich überrascht es halt nur, daß gerade die langzeitgestillte Kinder in meinem Bekanntenkreis , die "kränksten" sind.

(12) 30.12.18 - 06:04

Ich kann dich schon verstehen. Aber ich denke mit dem stillen ist es wie mit allem anderen auch... man wählt einen Weg und denkt sich nachher, Mensch, hätte ich doch bloß anders gehandelt.

Ich habe drei Kinder per Kaiserschnitt bekommen und ja, manchmal bereue ich es das ich es nach dem 1. Kaiserschnitt nicht auf normalem weg probiert habe. Meine Schwägerin hat eine normale Geburt hinter sich und bereut es etwas das sie sich nicht für einen Kaiserschnitt entscheiden hat. (sie hatte ne verdammt schlimme Geburt!)

Ich denke es war gut für dich in der Situation, sonst hättest du anders gehandelt. Dieses was wäre wenn, ach hätte ich doch usw. bringt einem nichts. Du kannst es nicht mehr ändern.
Ich sag mir immer, es ist gut so wie es jetzt ist, von daher hab ich alles richtig gemacht!

Moin,

es ist einfach traurig, dass den Frauen nach der Geburt oft so ein Druck bezüglich des Stillens gemacht wird, dass Sie es am Ende ablehnen und ein Gefühl des Scheiterns haben.
Kinder werden auch mit der Flasche groß und irgendwas ist immer (Kaiserschnitt Oh! Flaschenkind Ah! Familienbett Oh! Doch nicht Aha!)
Wenn ich so kleine Säugerchen sehe werde ich auch wehmütig, einfach weil mir dann bewusst wird, dass sie so schnell groß werden und ich so ein Kleines nie mehr haben werde, weil das 2. Kind definitiv das letzte war.

Verdrück ein Tränchen und leg es bei Seite.

Vielleicht ist dir auch einfach nur der Milchstau, die Brüstenzündung und das Gefühl eine Milchkuh zu sein erspart geblieben.

Lg,
Fatty

Verstehe dich. Hab bei Kind 1 selbes erfahren wie du und war durch Not sectio so schwach und kraftlos das ich es ließ. Beim zweiten Kind klappte es trotz lieber Hilfe der Klinik auch nicht - schmerzen zu wenig Milch usw. was soll ich sagen : beide Kids kaum krank, wirklich ! Super Immunsystem. Allergien hat der größere nun mit 12 die erste, die etwas Probleme macht- Hausstaub und Gräser. Aber das haben auch gestillte Kinder sicher manchmal. Bereue es sogesehen nicht, Flaschenkinder zu haben.

Kein Stück bereut!
Wieso auch?
Ich habe ein kerngesundes Kind (keine Allergien o.ä.) und eine wunderbare Mutter-Kind-Bindung :-)

Im Mai kommt under 2. Kind und auch dieses Mal werde ich nicht stillen.

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