Au Pair Interview: Welche Fragen?

    • (1) 06.01.19 - 11:58
      Inaktiv

      Hallo liebe Community!

      Wir haben uns dafür entschieden, ein Au Pair in die Familie aufzunehmen und haben erste Interview-Termine vereinbart. Wer hat Erfahrung oder Tipps, was man unbedingt erfragen und worauf wir achten müssen?

      Unsere Favoriten kommen aus den USA, aus Südafrika, Marokko und Kolumbien.

      Vielen Dank für Ideen und Anregungen!

      Liebe Grüße von Judith

      • Hi

        für mich waren immer wichtige Fragen, warum der-/diejenige nach Deutschland kommen möchte (und da habe ich auch über das übliche BLA BLA hinaus nachgehakt), welche Erfahrungen im Bereich Kinderbetreuung und auch Haushalt vorhanden sind (Kinderbetreuung ist klar - aber im Haushalt war mir auch wichtig, ob diejenige zu Hause helfen musste oder im Hotel Mama gelebt hat).

        Dann habe ich natürlich nachgefragt, falls mir irgendetwas in den E-Mails aufgefallen ist - sei es positiv oder auch negativ...

        Und dann war noch wichtig, was das AuPair von dem Jahr in Deutschland erwartet - schließlich soll es ja auch da passen - und nicht nur meine Erwartungen erfüllt werden, sondern auch die des AuPairs - und auch da muss man schauen, ob es passt.

        Und wenn alles gut gelaufen ist hat sich dann meist ein Gespräch ergeben - wo man dann feststellen konnte, ob es auch zwischenmenschlich passt....

        LG
        Frauke

        • (3) 06.01.19 - 12:11

          Hallo Frauke!

          Vielen Dank für deine Antwort! Würdest du mir ein wenig mehr über deine Erfahrungen berichten? Woher kommen/ kamen eure Au Pairs, war schonmal ein Junge dabei?

          LG Judith

          • Liebe Judith,

            ja klar - mach ich gerne.

            Wir hatten ca. 7 Jahre lang AuPairs - insgesamt waren es 11 glaube ich.

            Einmal war ein Junge dabei - der war auch super (dazu gleich mehr) - aber ich fand es immer recht schwierig, die passenden Jungs zu finden - und hatte oft das Gefühl, dass das AuPairProgramm eher ein Sprungbrett nach Europa war.

            Da wir hier sehr ländlich (am Rand der Eifel) wohnen, war es für uns tatsächlich fast unmöglich EU-AuPairs zu finden. Gleiches gilt für die USA, Kanada, Neuseeland, Australien, etc. Diese AuPairs wollen meist in die Stadt, was erleben - was ich auch durchaus verstehen kann. Und da eben diese AuPairs sehr heiß begehrt sind, haben sie auch die entsprechende Auswahl. Also blieben klassische Drittstaaten.

            Dann haben wir für uns gemerkt, dass es bei uns schwierig wird, wenn die Kulturen zu weit auseinander geht, Vietnam war ne Katastrophe (mein damals achtjähriger Sohn hat am Ende selbst entschieden, ob er zur Schule geht, Madagaskar war ein Betrugsfall (das Mädel wollte gar nicht, musste aber, um sie weit weg von einem unliebsamen Jungen zu schicken), und auch Georgien war nicht so toll (da sie überhaupt nicht gesprochen hat, glich sie eher einem Hausgeist)... Gute Erfahrungen hatten wir mit Russland und Albanien. Die Mentalitäten sind nicht so weit voneinander entfernt - und die Mädels konnten sich auch durchsetzen.

            Unser Junge kam dann doch aus der EU - aus Tschechien. Er war ein absoluter Glücksfall. Gut - Haushalt mit Abstrichen (ging aber auch.... wobei ich schmunzel immer noch - als ich ihm mal die Wahl gelassen hat, ob er das Wohnzimmer staubsaugt oder meinem Mann beim Bäume rausreißen im Garten hilft, war er in gefühlten 2 Sekunden im Garten...) - aber mit den Kindern war er Bombe! Er hat nicht unbedingt die klassischen Dinge mit den Kindern gespielt (Puppen war nicht so seins ;-) ), aber die Kinder haben in der Zeit zB Skateboardfahren gelernt. Die Kinder waren glücklich - also war ich es auch.... Jiri habe ich auch mal in einer Sondersituation (Dienstreise) ganze 4 Tage mit den Kindern alleine gelassen - lief. Dass sowas klappt, sollte man aber nicht voraussetzen - und sich dann hinterher auch überlegen, wie man das ausgleicht... Ist ja keine typische AuPairtätigkeit... In unserem Fall gab es ne Woche Extra-Urlaub (zusätzlich zu seinem normalen Anspruch) als er um die Weihnachtszeit zu seiner Familie gefahren ist. Damit waren dann beide Seiten glücklich...

            Allerdings - was dir klar sein muss - so entlastend und schön das AuPairProgramm sein kann, wenn alles läuft, so ätzend kann es auch sein, wenn es nicht läuft. Dann hast du bestenfalls ein weiteres Kind am Tisch und musst dich um alles selbst kümmern... Bei unserem vietnamesischen AuPair war (wenn ich morgens auf der Arbeit war) nicht mehr die Frage, ob ein Anruf kommt, sondern eher, wann er kommt und was nun schon wieder ist... Entspanntes Arbeiten geht anders... Wenn man dann noch überlegt, dass man dafür richtig viel Geld zahlt und das die OGS 2 oder 3 mal abdecken würde, wir es noch ärgerlicher...

            So viel für den Moment...

            Wenn Du Fragen hast, frag einfach.

            LG
            Frauke

      Ich habe mich damit auch schon sehr beschäftigt und überall die Erfahrungen gehört, dass es mit USA, Australien, Neuseeland eher selten klappt. Die Mädels wollen eher Europa erkunden, sind meist recht verwöhnt...Mädels aus dem Ostblock seien mehr die Glücksgriffe. Sind eher strebsam, fleißig. Aber das ist nicht meine Erfahrung sondern die anderer Au pair Familien. Denn ich wollte auch eine Amerikanerin, weil ich selber das Land so liebe und habe mich daher informiert...

      Eine bekannte Familie hat ihre Amerikanerin heim geschickt nachdem raus kam, dass sie nur hier ist, um bei ihrem Freund zu sein. Sie kam wohl in den USA mit einem Deutschen zusammen. Bei täglich 3000! Nachrichten an den Mann, war für die Kinder keine Zeit mehr. Nur so am Rande, weil ihr euch auch für Amerikanerinnen interessiert. Gilt natürlich nicht für jedes Mädchen, allerdings sind amerikanische Bewerberinnen auch rar. Die Mädels wollen eher selten als Au pair nach Deutschland. Aus dem Osten gibt es viele...

        • In der Kinderbetreuung schon. Ansonsten nicht.
          Da hilft aber kein Au pair was eigentlich lieber Europa bereisen will und sich mit anderen Au pairs trifft. Wie gesagt ich kommuniziere nur Erfahrungen betroffener Familien weiter. Sind nicht meine Erfahrungen...mit Mädels aus den Gefilden USA, Australien etc gab es halt die meisten Probleme bei Familien, die schon einige Au pairs aus verschiedenen Ecken hatten

          • Stimmt so auch nicht. Klar ist das Au pair für Kinderbetreuung hier, aber auch leichtere Aufgaben im Haushalt gehören dazu. Definitiv ist das eigene Zimmer zu reinigen und die eigene Wäsche zu waschen.
            Ein Au pair soll keine Gartenarbeit machen oder Fenster putzen, aber es muss sich an den leichten, täglichen Arbeiten im Haushalt beteiligen. Es fällt also keinem Au pair ein Zacken aus dem Krönchen, wenn es EINMAL am Tag den Tisch abräumen soll (Tisch decken und abräumen zu anderen Esszeiten übernehmen andere Familienmitglieder).

        Doch, sie sollten schon gewillt sein die 6 Stunden an 5 Tagen zu arbeiten. Kleine Luxusdiven, die hier auf Männersuche oder Europatrip gehen, sind echt nicht hilfreich.

Fragt noch nach Essgewohnheiten, Allergien und solchen Sachen. Meiner Gastmutter war es wichtig, dass das Aupair nicht mäkelig ist, weil das eine Kind schon so extrem mäkelig war.

(11) 06.01.19 - 19:49

Ich hatte 3 Au pairs - die erste war ein Traum, die zweite war gut, die dritte war ein absoluter Alptraum.

Wichtig wäre mir jetzt im Nachhinein mehr das bisherige Umfeld in dem das Au pair aufgewachsen ist - wie „reich“ sind die Eltern? Erfüllen sie dem Prinzesschen jeden Wunsch oder musste die Tochter auch im Haushalt etwas mit tun und hat auch mal Geschwisterkinder/ Nachbarskinder mit betreut? Tolle Fotos mit irgendwelchen jüngeren Familienmitgliedern kann jeder machen.

Mein erstes Au pair kam aus einer Familie, die etwas ärmer war. Ihr Taschengeld schickte sie jedes Quartal nach Hause. Sie kaufte sich nie etwas für sich selbst. In ihrer Freizeit lernte sie unglaublich viel und gut die deutsche Sprache. Nach dem Jahr als Au pair blieb sie ein weiteres Jahr in Deutschland um ihre Sprachkenntnisse auf C1 zu verbessern und die Prüfung abzulegen. Danach hat sie in Deutschland studiert.
Mein zweites Au pair war schon sehr alt, als sie zu uns kam. Sie hatte bereits einen höheren Schulabschluss und eine Ausbildung hinter sich und arbeitete als Staatsdienerin in ihrem Land. Sie wusste genau, was ihre Pflichten und ihre Rechte waren und so gestaltete sich dann auch das Jahr. Man konnte sich während ihrer Arbeitszeit zu 100% auf sie verlassen und danach war sie weg ;).
Mein drittes Au pair war eine kleine Prinzessin aus reicher Familie. Arbeit mochte sie gar nicht, Zuverlässigkeit war ihr auch fremd. Sie liebte Shoppen, Männer, Reisen. Meine Erfahrungen mit ihr waren derart furchtbar, dass ich sie am Ende mit Polizeibegleitung persönlich bis zum Flugzeug gebracht habe.

Meiner Meinung nach besucht auch kein Mensch für ein Jahr irgendein anderes Land und hat keinen Plan warum und wie es danach weiter geht. Danach würde ich auch fragen. Warum will das Au pair nach Deutschland (bestimmt nicht um plärrende Kids zu bändigen und einen fremden Haushalt zu putzen).

Ich wäre auch gegen ein Au pair aus den USA. Die Erwartungshaltung dieser Menschen ist viel zu hoch.

(12) 07.01.19 - 08:17

Hi! Ich war selber mal Au Pair und aus meiner Sicht kann ich dir empfehlen kein Au Pair aus dem Ostblock oder afrikanischen Staaten zu nehmen! Den deren Ziele waren ..laut meiner Erfahrung zu 100% ..irgendwie in Deutschland zu bleiben, weil sie zu Hause Zukunftstechnisch nichts erwartet! Somit liegt ihr Fokus nicht auf den Kindern sonder eher suche nach nem Mann oder sonstigen Möglichkeiten!
Ich habe sehr sehr viele Au Pause kennen gelernt und alle aus der Ecke sind nicht zurück geflogen ..bei jedem Treffen ging es nur drum wie man ..in meinem Fall in den USA bleiben kann! Was die Familien betrifft, erzählen sie eher lustlos davon und schauten nur das der Tag rum ging!
Aber es sind natürlich nicht alle so!!!!
Und ich würde auch schauen wie deren Umfeld ist..was machen die ..Job/Schule..familiäre Verhältnisse!

Viel Glück bei der Suche!

(13) 08.01.19 - 17:11

Hallo!

Tausend Dank euch allen für die hilfreichen Antworten mit Erfahrungen, Tipps und Gedanken! Wir hatten unsere ersten Interviews und die waren echt spannend, sehr unterschiedlich. Wir tendieren zu jemandem, der schon Au Pair war und gute Referenzen hat. Ich bin gespannt, was daraus wird. Gerne teile ich irgendwann die gemachten Erfahrungen!

Liebe Grüße von Judith

  • Hi

    da würde ich noch einmal nachhören, wo derjenige schon AuPair war.

    In Österreich sind die Bedingungen (aus AuPair-Sicht) zB deutlich besser als hier in Deutschland - weniger Stunden - mehr Geld... Das kann dann hier schnell zu Frust führen, wenn das AuPair das Gefühl hat, für deutlich weniger Geld deutlich mehr arbeiten zu müssen...

    LG
    Frauke

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