Job wechseln um mehr Zeit mit der Familie zu haben?

    • (1) 08.01.19 - 08:23

      Hallo ihr lieben.
      Ich bin gerade hin und hergerissen.

      Also ich war bis Mai 2017 in Elternzeit und arbeite seit Juni wieder bei einem neuen Arbeitgeber. Im Moment arbeite ich vollzeit und meine Stelle ist aufgeteilt. Ich arbeite 20h als Familienhelferin und 20h in einer Beratungsstelle für Schwangere. Die Familienhilfe mache ich in näherer Umgebung zu meinem Wohnort und muss zur Arbeit 10km fahren, aber für die Beratungsstelle muss ich 2 mal in der Woche in eine 35km entfernte Stadt fahren (ca 45 Minuten mit dem Auto).
      Bin also viel am hin und herfahren. Die Arbeit macht mir Spaß und meine Kollegen sind nett.

      Jetzt habe ich die Option bei einem anderen Träger anzufangen, als Familienhelferin mit Teamleitungsanteilen. Dieser Träger bezahlt nach Tarif und in diesem Falle würde ich für eine 30h Stelle genauso viel verdienen, wie ich jetzt mit 40h verdiene.
      Der Ort liegt 15km entfernt und ich hätte dann dort ein festes Büro und müsste nicht immer hin und herfahren so wie es jetzt der Fall ist.

      Ich befinde mich nun in einer Zwickmühle, ob ich den Job wechseln sollte. Ich hätte dann viel mehr Zeit...Und das gleiche Geld.
      Aber dann denke ich, dass ich ja erst seit Juni hier arbeite und das doof aussieht IM Lebenslauf, wenn man nach so kurzer Zeit wechselt. Und die Kollegen sind ja auch nett. Also daran liegt es ja nicht.

      Achja, mein jetziger Vertrag ist auf ein Jahr befristet, sprich bis Ende Mai, meine Chefin sagte aber schon,dass er verlängert wird und unbefristet wird. Bei dem neuen Träger würde der Vertrag 2 Jahre befristet sein, und danach unbefristet. Aber ich hätte dann auch schon ein bisschen Leitungserfahrungen sammeln können. Ich möchte eh irgendwann eine Einrichtung leiten.

      Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
      Ich bin absolut hin und her gerissen.

      • Ich habe einmal nach 4 Monaten die Arbeitsstelle wieder gewechselt. Bei weiteren Vorstellungsgesprächen würde das zwar thematisierte, aber deine Erklärung ist ja schlüssig und das kann man so erklären. Es ist ja auch ein Weiterkommen durch die Teamleitungsfunktion. Kein Mann würde da nachdenken. Ich weiß wie wichtig gute Kollegen sind (das war ein Grund warum
        Ich bei der einen Firma aufgehört habe) aber die findet man in der Regel auch woanders. Vielleicht kannst du da ja mal Probearbeiten um das zu testen.

        (3) 08.01.19 - 08:33

        10h mehr Lebenszeit, jede Woche, dazu noch weniger Fahrtzeit - bei gleichem Gehalt! Ich würde meinem Mann in den Allerwertesten treten, wenn er das nicht annehmen würde und ich selbst müsste auch keine Sekunde überlegen.
        Wenn jemand fragt, warum Du bei XY nur 6 Monate warst, kannst Du ja durchaus die Wahrheit sagen: Untertarifliche Bezahlung, viel Fahrerei und dann kam eben ein unwiderstehliches Angebot.

        • (4) 08.01.19 - 13:35

          <<<Wenn jemand fragt, warum Du bei XY nur 6 Monate warst, kannst Du ja durchaus die Wahrheit sagen>>>

          Aber sie ist doch seit 1 1/2 Jahren in der jetzigen Firma. #kratz

      Hallo!

      Für 30 Stunden das gleiche Geld wie für 40, ein festes Büro und "Leitungsluft" schnuppern - ich würde es tun!

      (Kannst du bei der neuen Stelle ev. einen Probetag einlegen, um das Team kennen zu lernen?)

      LG Claudi

      (8) 08.01.19 - 08:43

      Ich würde da gar nicht weiter überlegen.

      Und der schnelle Wechsel des AGs... ich finde das ist begründbar und nur komisch, wenn das ständig vorkommt.

      Hallo,

      für mich wäre das überhaupt keine Frage. Wenn ich da mal reinzuschnuppern könnte und das Team macht einen halbwegs netten Eindruck, würde ich sofort wechseln. Ich habe gerade auch gewechselt - gleiches Geld, weniger Stress und 40 km weniger pro Tag! Das gibt soviel Lebensqualität.

      Heute ist das auch nicht mehr dramatisch im Lebenslauf, wenn es nicht 10 mal vorkommt.

      Lg :-)

      Achso - und immer dran denken: dem AG geht es in den seltensten Fällen um DICH als Person. Deine Arbeitskraft ist gefragt, die Arbeit kann aber auch Frau Müller oder Herr Schmidt machen...

      Auf jeden Fall wechseln, das sind doch unschlagbare Gründe! Bei einem Träger, der nicht Nacht Tarif zahlt (bzw schlechter als Tarif) würde ich (gleicher Beruf) eh nie arbeiten, wenn es Alternativen gibt.

      Ganz klar den job wechseln.

      Ich würde die Vorteile mitnehmen und wechseln. Natürlich kann es sein, dass dort dann die Kollegen anders sind und man vielleicht hier und da denkt "hätte ich es mal nicht gemacht". Das wirst du aber vorher nicht wissen und dich in jedem Fall immer ärgern, dass du es NICHT gemacht hast.

      Für den Lebenslauf ist es doch durchaus nachvollziehbar zu erklären, warum du nach kurzer Zeit gewechselt bist.

      Hallo?

      Was gibt es da zu überlegen?

      Gleiches Geld bei 10 Wochenstunden weniger und noch kürzere Fahrwege, was dir auch nochmal Geld und Zeit spart!

      Ich an deiner stelle würde mich unbedingt um die Stelle bemühen!

      Lg waldfee

      Hallo! Ich würde wechseln. Mehr Zeit, dasselbe Gehalt, Leitungserfahrung, top :-)! Alles Gute!

      Hallo

      Defenitiv wechseln . Du verbessert dich ja in allen lagen.

      Lg

      Hallo,

      ich würde nicht "ungeschaut" zum Wechsel raten.

      Mich würde im Vorfeld interessieren warum die "Teamleitung" neu zu vergeben ist. Besteht dort eine hohe Fluktuationsrate in diesem Bereich? Werden der "Leiterin viele zusätzliche Aufgaben aufs Auge gedrückt"? Vielleicht kannst Du dazu etwas erfahren. Gibt es oftmaligen Mitarbeiterwechsel?

      Gerade in diesen Positionen wird man oft ausgenutzt - viel Arbeit und trotzdem "nicht viel zu entscheiden".

      Schau es Dir im Vorfeld gut an und dann entscheide.

      Alles Liebe
      giersch

      Ganz ehrlich, ich würde an mich und meine Familie denken. Also wechseln ohne Gewissensbisse.

      Könntest du denn ein Vertrag für ein Jahr voll erfüllen beim jetzigen Arbeitgeber oder begänne die neue Stelle vor Juni? Obwohl auch wenn, du siehst den jetzigen Chef ja wohl dann nicht wieder bzw, brauchst dann nichts mehr von ihm.

      Begründen kannst du deinen Weggang dann damit dass du im neuen Job einen Aus´fstieg seihst und die Leitungposition gleich hast. Und durch die Teilzeit mehr Zeit für die Familie hast,. und der nähere Arbeitsplatz ist doch ein Argument.

      Auf jeden Fall den neuen Job annehmen...

      Hi,

      die Entscheidung kann dir letztlich niemand abnehmen!

      Ich würde es ganz ehrlich machen! Solche Angebote kommen nicht so oft im Leben, die das eigenen Leben besser stellen und man sollte zugreifen, solange der Braten heiß ist.

      Du hast mehr Zeit mit der Familie! Du verdienst besser, musst nicht mehr so weit fahren und hast obendrein eine verantwortungsvollere Position inne, die du eh anstrebst. Was will man mehr?

      Kein AG wird dir irgendwann eine Dankeskarte zuschicken, weil du dich für ihn entschieden hast. Und der Lebenslauf. Ganz ehrlich ich hab mittlerweile schon einige Positionen in meinem. Und ich hab schon viele Leute kennengelernt die Selbständig sind, leitende Positionen inne haben oder gar direkt aus der Personalabteilung stammen. Jeder von denen sagt ganz deutlich, dass es im 21. Jahrhundert schlechter aussieht wenn jemand 20 Jahre in der selben Firma gearbeitet hat und plötzlich wechselt als wenn jemand in z.b. 10 Jahren 8 Jobs vorweisen kann. Die Mentalität aufm Arbeitsmarkt ist nicht mehr wie vor 40 Jahren. Zu der Zeit hätte ein häufiger Wechsel im Lebenslauf tatsächlich einen schlechten Eindruck hinterlassen. Da es früher üblich war in einer Firma anzufangen und bis zur Rente zu bleiben, wenn man gut war. Heute ist genau sowas ein Zeichen für mangelhafte Flexibilität, Betriebsblindheit, mangelhaftes Interesse an Fortbildung (wenn man nicht innerhalb der selben Firma besonders viele Zertifikate vorlegen kann oder hirarchisch aufgestiegen ist), wenig inovativ etc. Den Job wo ich bisher am längsten hatte, hatte ich 4,5 Jahre wovon aber etwas über ein Jahr der Zeit in meine erste Elternzeit gefallen ist und nicht wirklich dazugerechnet werden kann. Meine kürzeste Dauer in einer Firma war nur wenige Wochen. Kann ja nix für, dass mir nach 2 Wochen in einem neuen Job ein besserer angeboten wird und ich zugreifen musste um voran zu kommen. Diesen Job hab ich sogar in meinem Lebenslauf offiziell rausgestrichen, weil ich ihn für zu kurz erachte um ihn als erwähnenswert zu empfinden. Mein 2. kürzeste Arbeitsverhältnis hielt 3 Monate an. Hat zwischenmenschlich nicht gepasst und ich hab mich schnell weiterbeworben und 2 Wochen nach meinem Austritt bei einem anderen AG angefangen. Ich halt mich nicht langfristig in einem Job auf, wo man früh merkt das man da nicht langfristig zufrieden sein wird. Hab aber auch nicht immer jedes Jobangebot angenommen, selbst wenn es eine Verbesserung ausgemacht hätte. Weil ich schon im Gespräch an der Stimmung und Atmosphäre gemerkt hab, das passt nicht, da hilft mir dann auch nicht mehr Geld zu verdienen wenn meine Antennen schon im Vorstellungsgespräch auf "Warnung" kalibriert werden.

      Man lebt nur einmal und wenn einem das Leben etwas besseres bietet und sich das drumherum was damit verbunden ist richtig und gut anfühlt... geh auf die Veränderung ein. Man wird sich sonst immer fragen "was wäre wenn"... auf die Nase fallen kannst du auch genauso wenn du im jetzigen Job leiben würdest.

      Du kommst obendrein aus einer Branche die (glaube ich zumindest) zu denen zählt mit Fachkraftmangel und die Wirtschaft entwickelt sich immer mehr in ein System was uns AN nutzt, weil es immer mehr Jobs gibt, wo AG um uns als AN buhlen müssen und nicht mehr umgedreht. Haben sie gestern auch erst wieder in den Nachrichten gebracht. Du hast jetzt die Wahl... geh danach was dein Bauch sagt. Unvernünftig ist keine Variante, soviel ist sicher. Aber du musst es wollen. Wenn du das nicht möchtest dann nicht, wenn es dich reizt... no risk no fun!

      • „Jeder von denen sagt ganz deutlich, dass es im 21. Jahrhundert schlechter aussieht wenn jemand 20 Jahre in der selben Firma gearbeitet hat und plötzlich wechselt als wenn jemand in z.b. 10 Jahren 8 Jobs vorweisen kann. “
        Mmh ich arbeite auch in der Personalabteilung und habe das so noch nicht gehört. Die Zeiten sind anders als sie mal waren, das stimmt. Direkt nach dem Abschluss in der Orientierungsphase ist das was anderes, aber danach kann man ganz sicher nicht so verallgemeinern. Da kommt es, auch heute, ganz klar auf die Tätigkeit an.

        • Gut es hängt natürlich auch an der Position, der Begründung für den "häufigen" Wechsel und vielem mehr. Natürlich schaut es auch heute noch doof aus wenn sich abzeichnet nie über die Probezeit gekommen zu sein. Und die Arbeitszegnisse sind natürlich auch nicht ganz ohne. Ich war nach der findungsphase nur einmal nicht über die Probezeit und auch das kommt vor weil es ja auch dazu dient festzustellen ob das passt. Ansonsten aber immer 2-4,5 Jahre.

      (23) 08.01.19 - 13:02

      Hallo,

      also wir stellen sehr gerne Leute mit 20 Jahren im gleichen Unternehmen ein und ungern Leute, die ständig wechseln. Die laden wir auch nicht zum Gespräch. Man denkt sich halt schon "der ist ja nach einem Jahr wieder weg, da rentiert sich die Einlernzeit nicht".

      Aber wenn es nur einmal vorkommt, dann ist das kein Problem. Und selbst wenn man wirklich mal nach ein paar Monaten geht, weil es einem nicht gefällt, der Rest vom Lebenslauf aber ok ist, wird das halt unter einmalig verbucht.

      An die TE: Du hast eine gute Begründung, die kann jeder nachvollziehen. Wenn der Job vom Rest gut ist, dann mach ruhig. Aber oben schrieb ja schon jemand, dass du dir die Stelle genau anschauen solltest. In der Tat gibt es oft solche Situationen, dass Leitungsstellen dann sehr stressig sind mit hoher Fluktuation. Ein Probearbeitstag an dem du auch die Kollegen kennenlernst ist da wirklich eine gute Idee.

      (24) 08.01.19 - 13:05

      Ich bin in leitender Position und Menschen, die in 10 Jahren 8 Jobs hatten lade ich nicht einmal zum Vorstellungsgespräch ein.

      Aber was die TE angeht: ich würde den Job wahrschleinlich annehmen, allein auf Grund der Leitungsanteile. Diese Erfahrung sieht auf dem Lebenslauf immer gut aus und das wäre auch mein Hauptargument für spätere Vorstellungsgespräche:

      "Ich habe damals die Stelle gewechselt, da man mir eine Führungsposition anbot!"
      Ich würd gar nichts von Familie und bessere Fahrzeiten erzählen.
      Die Leitungsanteile sind doch ein super schlagendes Argument und jeder Personaler/Chef/Mensch mit Ehrgeiz wird es nachvollziehen können.

Ich würde auf jeden Fall wechseln!

Top Diskussionen anzeigen